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Diabetes Typ 2 - total ratlos

  • Gast

    Rang: Gast
    am 01.01.2014 04:33:17
    Hey,

    bei mir wurde im September Diabetes Typ 2 festgestellt, nachdem ich aus Eigenverdacht eine Blutuntersuchung veranlasst habe, da bei mir einige Symptone vorhanden sind/waren.
    Ich bin 28 Jahre alt, 1,90m groß und wiege +/- 140kg (männlich) und war bis zu meinem 18. Lebensjahr sehr schlank und sportlich und bin dann nach einer Knieverletzung in ein Motivationsloch gefallen und habe statt 5-6 Stunden Sport am Tag nur noch am PC gesessen, mich währenddessen nicht zwingend gesund ernährt (jedoch nicht so, dass es besorgniserregend gewesen wäre).
    Dass ich regelmäßig immer schwerer geworden bin, obwohl ich nicht viel esse hätte mich sicherlich stutzig machen müssen, jedoch dachte ich mir nicht viel dabei.

    Nach etwa 8 Jahren hatte ich dann mein momentanes Gewicht erreicht, also ziemlich genau 55-60kg zugenommen in dieser Zeit. Der Arzt hatte mir dann im September anhand des Laborberichts erzählt, dass ich an Diabetes Typ 2 erkrankt bin, dazu eine Schilddrüsenunterfunktion habe (Schilddrüse zu klein), die Leberwerte schlecht sind, Cholesterin grausam ist und ich bei gleichbleibender Lebensweise und ohne Medikamente an sowas wie Rente gar nicht mehr denken brauche. Das ganze soll wohl bereits etliche Jahre unbehandelt laufen (passt also ganz gut zu meiner Schilderung oben) und mir wurde aufgetragen mich grundlegend zu verändern. Dazu hab ich auch noch immer mal wieder Bandscheibenprobleme, Bluthochdrock - ich hab also in all den Jahren viele Wehwehchen und Krankheiten bekommen, was vor etwa 10 Jahren noch unvorstellbar war für mich.
    Leider habe ich momentan die genauen Werte nicht im Kopf, weil ich zur damaligen Zeit erschlagen war von Infos und Zahlen - der nächste Termin steht in der nächsten Woche an, da bin ich dann hoffentlich besser vorbereitet.


    Leider war ich beruflich derzeit enorm eingespannt und bin zudem umgezogen und habe meinen Studienabschluss gemacht, dass ich nun erst so richtig "anfangen" kann. Leider weiß ich überhaupt nicht, wo vorne und hinten ist.
    Ich nehme Metformin und Euthyrox für den Diabetes und die Schilddrüsenunterfunktion - ich trinke mittlerweile ausschließlich Wasser und Tee (ich versuche die Menge mittlerweile geringer zu halten - habe vorher 6-10 Liter am Tag getrunken), vorher habe ich immer so Sachen wie Fanta und Sprite getrunken. Mit dem Trinken habe ich auch kein Problem.


    Was mich aber etwas überfordert ist die Ernährung:
    Ich habe überhaupt keine Ahnung wo und wie ich anfange meine Ernährung anzupassen. Der Hausarzt empfohl mir einen Ernährungsberater aufzusuchen, der sich mit Diabetes auskennt - jedoch habe ich spontan überhaupt keine Ahnung wo ich an sowas rankomme.
    Suche ich mir das privat? Über die Krankenkasse? Bezahl ich das selber und/oder die Krankenkasse?
    Was macht man, wenn man nur wenige Dinge isst? Mal paar Beispiele, die mir momentan einfallen: Ich esse keinen Fisch, beim Fleisch eigentlich nur Schwein und selbst da nur wenig von, ich esse kaum Gemüse, ich esse viel Obst, als Belag/Aufstrich auf Brot/Brötchen esse ich zu 99% nur Käse, mir schmeckt Wurst, Marmelade, Nutella, Honig etc. alles nicht.
    Wie sieht ein "typischer" Ernährungsplan beim Diabetiker aus? Oder kann das durchaus unterschiedlich sein?


    Hoffe mir kann jemand helfen, ich weiß momentan nicht so recht wie ich vorankomme.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 01.01.2014 11:34:30
    den ersten und wichtigsten rat, nie beim doc rausgehen ohne sich alle laborergebnisse schriftlich geben zu lassen.
    auch wenn man nicht alles verstanden hat, mit den werten in der hand kannst du überall (beim arzt und hier, in einer shg)
    nachfragen. zusätzlich gibts einen laborergebnis link, der mir zz abhanden gekommen ist. (aber andere kennen ihn)
    wegen des nichtfischessens sind wir brüder im geist.
    esse auch mehr schwein, geflügel eher selten.
    gemüseverzehr steiegern ist gut, obst auf die notwendige menge reduzieren (obst haut auf den bz wie brotusw)
    allg kohlenhydrate reduzieren ist sehr nützlich
    brot reis nudeln kartoffeln.
    bei normalen sd werten und normalen bz werten unter 120mg/dl gelingt auch abnehmen, darüber praktisch nicht.
    der bd kann sich mit gewichtnormalisierung und etwas bewegung wieder normalisieren.
    genau wie cholestrinwerte.
    natürlich bessern sich rücken mit weniger gewicht und etwas bewegung auch noch dazu ohne pillen.
    eine ernährungsschulung bekommst du beim diabetologen und anhang auf kk kosten.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 01.01.2014 13:49:51
    Hey,

    also sollte ich zuerst zu einem Diabetologen stehen, anstatt direkt einen Ernährungsberater aufzusuchen?
    Mit sportlicher Betätigung fange ich schon seit einiger Zeit wieder an, fahre 15-20km Fahrrad am Tag und bin an der Arbeit momentan körperlich sehr stark gefordert, scheint aber bisher noch nicht viel am Gewicht geändert zu haben - daher ist die Ernährung momentan sicherlich die wichtigste Sache bei mir.
  • Gast

    Rang: Gast
    am 01.01.2014 14:07:42
    da sich jeder auch du ernährungsberater nennen darf,
    es gibt praktisch nichts geregeltes, ist das über eine diab sp praxis , wo dann die kk löhnt nützlicher.
    daß man mit sport abnehmen kann ist ein glaube der ärzte,
    geht nur mit weniger essen und guten bz werten(auch das wissen nicht alle nur die guten ärzte)
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    am 01.01.2014 22:34:11
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    Bearbeitet von User am 03.02.2016 01:06:17. Grund: .
  • Gast

    Rang: Gast
    am 01.01.2014 23:54:36
    Hey,

    vielen Dank für die wirklich ausführliche Antwort, sowas hilft mir enorm weiter! ;)

    Ich werde die Liste nach und nach abarbeiten und hoffe, dass ich zeitig einen Termin beim Diabetologen bekomme - denke das sollte ich wirklich nicht noch weiter auf die lange Bank schieben.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    am 02.01.2014 01:19:11
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    Bearbeitet von User am 03.02.2016 01:06:28. Grund: .
  • Gast

    Rang: Gast
    am 10.02.2014 20:02:43
    Poth schrieb:
    Wie bereits angedeutet, sollte die Zufuhr von Kohlehydraten reduziert werden bzw. sollte man auf deren "Qualität" achten - Toastbrot ist deutlich schlechter als Vollkornbrot; eben weil das Toastbrot den Blutzucker schneller in die Höhe treibt.
    Infos findet man z.B. unter http://ratgeber.gesundheitkompakt.de/Kohlenhydrate

    Fett verzögert die Aufnahme der Kohlehydrate; es ist also besser das Vollkornbrot mit Butter od. Magarine zu bestreichen... Das Fett das sich z.B. in Wurst befindet, erfüllt den selben Zweck... Es ist also egal ob tierisches od. pflanzliches Fett.

    Obst kann man weiter essen, man muss jedoch darauf achten was u. wieviel man davon isst - Als "Faustregel" kann man sagen das eine Hand voll Obst ca. eine Broteinheit/Kohlehydrateinheit ist; eine Kiwi ist demnach 1 BE/KE, ein Apfel ist eine BE/KE, eine Banane (weil man beide Hände benötigt) sind schon wieder 2 BE/KE.
    Natürlich ist es nicht sonderlich sinnvoll kurzkettige Kohlehydrate zu sich zu nehmen, aber man sollte sie nicht verteufeln!


    Wie deine Ernährung aussehen wird od. sollte, entscheidet sich anhand deiner Nüchternblutzucker/Blutzuckerwerte u. anhand der Therapie.
    Es könnte sein das du deinen Blutzucker mit einer Ernährungsumstellung u. mehr Bewegung in den griff bekommst, es könnte aber auch sein das es nur mit einer Ernährungsumstellung u. mehr Bewegung nicht getan ist... Mach dir da im Moment aber erstmal keinen Kopp... Du hast Jahrelang mit Diabetes gelebt, wenn du da erstmal die ein, zwei od. drei Wochen wartest bzw. nicht alles in Erfahrung bringst, bis du beim Diabetologen warst, wird das kein Weltuntergang sein - Auch wenn es nicht ideal ist!

    Zur Reduzierung der Trinkmenge.: Trink soviel wie du trinken "willst" bzw. eher gesagt "musst", denn dein Körper scheidet ab einem BZ-Wert von 180mg/dl (die sog. Nierenschwelle) die überschüssige Glucose über die Nieren aus - trinkst du zu wenig, dann verbleibt die Glucose in deinem Blut!
    Auch wenn es jetzt sehr ins Detail geht, aber du pinkelst nicht so viel weil du so viel trinkst, du trinkst so viel weil dein Körper versucht die überschüssige Glucose über den Urin los zu werden. Es ist also ein großer Fehler zu wenig zu trinken!

    - Lass dir von deinem Hausarzt eine Überweisung zum Diabetologen geben. Dein Hausarzt kann dir ggf. einen guten Diabetologen empfehlen; Ansonsten schau im Internet nach einem od. frage im Bekannten-/Verwandten-kreis.
    Die Kosten werden von deiner Krankenkasse übernommen (zum. in der GKV; wie es bei der PKV ist, kann ich nicht sagen!)
    - Lass dir vom Diabetologen eine Überweisung/Rezept für eine sog. Diabetiker-Schulung geben - Hier bekommst du Grundlegende Infos u. Basiswissen bezügl. des Diabetes!
    Vielleicht bietet (d)ein Diabetologe in deiner Nähe sogar die sog. "Diabetiker-Schulungen" an.
    - Lass dir von deinem Hausarzt ein Blutzuckermessgerät geben (meiner verteilt die Dinger wie andere Bonbons ^^ ) bzw. besorg dir eines. Dein Hausarzt kann dir auch die Blutzuckermessstreifen verordnen (auch wenn er es ggf. nicht gerne tut!) - Es müssen ja nicht hunderte sein!
    Da du Typ 2 bist, würde ich sog. Tagesprofile anlegen - Siehe http://www.diabsite.de/aktuelles/nachrichten/2008/081120.html
    - Lass dir von deinem Hausarzt den Laborbefund für den Diabetologen mitgeben. Aus diesem sollten (Diabetes Typ 2 erst Ende September diagnostiziert; also noch Laie!) der Nüchternblutzucker, C-Peptid (um zu sehen in wie weit deine Bauchspeicheldrüse noch Insulin produziert bzw. in was für einer "Phase" du bist (Bauchspeicheldrüse produziert noch zu viel; Produktion ist bereits im Referenzbereich; Produktion ist bereits erniedrigt)), Hba1c (der sog. "Langzeitblutzucker") ersichtlich sein.

    Mit dem Laborbefund u. den sog. Tagesprofilen hast du schonmal die wichtigste Vorarbeit für den Diabetologen geleistet u. er kann direkt loslegen!

    MfG Poth




    Ich machs mal kurz - 0 KH SOFORT!
    JEDER ARZT DER MIT INSULIN ANFÄNGT IST EIN SCHWEIN!
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    am 10.02.2014 20:43:10
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    Bearbeitet von User am 03.02.2016 01:06:51. Grund: .