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Empfindung täuscht
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Astrid
Rang: Gastam 24.03.2009 14:02:46
Hallo, hab´meinen Diabetes Typ 1 knapp 1 Jahr nach der Diagnose wirklich gut im Griff und lerne ständig dazu, doch eines wundert und verunsichert mich immer noch:
Ich kann meinen BZ überhaupt nicht einschätzen:
manchmal ist mein BZ nur 70 und ich fühle mich pudelwohl, manchmal wird mir schwindelig, mir bricht der Schweiß aus und ich denke, jetzt kommt ´ne Hypo, aber der BZ ist 130. Oder ich denke mein BZ ist tief und er ist 190.
Das verunsichert mich total, denn es ist tageszeitunabhängig.
Auch hab´ich manchmal das Gefühl, mein BZ ändert sich, dabei ist er völlig ok und konstant.
Ist das so bei Diabetes?
Mein Blutdruck ist übrigens immer gleich niedrig, schon seit 10 Jahren ( 90:60 )
bin 43 Jahre, schlank, weiblich, morgens und abends je 6 IE Levemir und ca. 8-10 IE Liprolog zum Essen. von Astrid -
Astrid
Rang: Gastam 24.03.2009 14:04:25
Aber bitte keine neue Schweineinsulin-Diskussion.
Ich hab´ja ohnehin diese Entwicklung nicht miterlebt.
danke mfg von Astrid -
dfrt
Rang: Gastam 24.03.2009 14:34:42
"Ich kann meinen BZ überhaupt nicht einschätzen"
Das kann auch kein Gesunder. Warum auch!
>>Ist das so bei Diabetes?<< Ob das generell bei allen so ist, weiss ich nicht. Allerdings würde ich es als "normal" bezeichnen, denn ich und einige andere kennen dieses "Phänomen" auch. Und es ist tageszeitunabhängig. Nicht vergessen sollte man auch, dass wirklich jeder DM anders ist, auch wenn es einige Gemeinsamkeiten und "Regeln" gibt. Deshalb gibt es ja auch DM-Foren um sie wenigstens mal angesprochen zu haben. Jedoch sind Verallgemeinerungen "tödlich" (zumindest was den guten Umgangston betrifft!). Wenn du die Grundregeln der DM-Behandlung beachtest und praktizierst, wird nur äusserst selten etwas "schief" gehen (aber davor sind selbst die DM-Päpste nicht gefeit!!) und da du schon nach einem Jahr recht akzeptable Werte hinlegst (das lösen manche nach 10 Jahren noch nicht) und auch keine Ausreden für "Fehlgriffe" suchst, dürftest du auf dem richtigen Weg sein. Weiter so! -
Nora
Rang: Gastam 24.03.2009 15:07:02
Hallo,
ob das bei Diabetes immer so ist, weiß ich auch nicht.. ich kann auf jeden Fall meine Werte auch überhaupt nicht einschätzen. Scheint also auf jeden Fall häufig vorzukommen. Merkst du Hypos noch?
Wenn ja, ist das alles denke ich, kein allzu großes Problem. Messen muss man ja eh.
Bei mir ist in letzter Zeit (habe aber schon lange Typ 1) das Problem, dass ich Hypos überhaupt nicht mehr merke. Kann nen 20er-Wert haben und mich total gut fühlen...
Viele Grüße,
Nora
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Jürgen
Rang: Gastam 24.03.2009 15:25:21
Moin Astrid,
was Du beschreibst, haben wir INSULINER alle ähnlich mitgemacht. Vielen genügt, wenn die Einstellung schließlich so passt, dass wenig bis keine Hypos eintreten. Dabei gilt vielfach heute noch immer, dass mehrere leichte Hypos pro Woche zu einer guten Einstellung gehören.
Wenn Du einen gesünderen BZ-Verlauf haben willst, also einen ohne so große Schwankungen und insgesamt näher am oder indeal sogar gleich dem gesunden, dann geht das nur, indem Du Deinen BZ zunächst selbst engmaschiger beobachtest, und indem Du dann auf der Grundlage dieser Beobachtungen in kleinen Schritten Dein Ess- und dann auch Dein Spritzverhalten nach und nach anpasst. In aller Regel kommt man dadurch auch zu einem niedrigeren Insulinbedarf, weil der um den gesunden BZ-Verlauf am geringsten ist.
Mit der aufmerksameren Beobachtung fallen Dir jede Menge Momente auf, die Deinen BZ zusätzlich zu Spritzen und Essen beeinflussen und die Du mit der Zeit nahezu automatisch wahrzunehmen und zu berücksichtigen lernst. So erarbeitest Du dir langsam ein Gefühl dafür, was Dein BZ-Messer denn wohl zu irgend einer Zeit am Tag anzeigen würde, und holst Dir immer häufiger mit dem Testen die Bestätigung.
Auf diese Weise kannst Du schließlich Deinen BZ mit 4-5 Messungen so gesund steuern, wie Du dir das heute allenfalls mit 10 oder 15 Pieksen am Tag vorstellen könntest. Denn dann brauchst Du praktisch keine Routinepiekse mehr und kannst dafür dann zu Zeiten und Gelegeheiten testen, zu denen Du dir sonst unsicher/gerne sicherer wärst.
Der Einstieg in die intensivere Selbstbeobachtung ist einfach: Vor und 1-2-3 Stunden nach dem Essen messen, dazu aufschreiben, was in den 1-2-3 Stunden vorher gemacht, wann wie viel gespritzt, wie viel wovon gegessen und was in den Stunden nach dem Essen gemacht. Und auf der Grundlage dann ausprobieren und die jeweils bessere Möglichkeit weiter verfolgen :-)
Ein einfaches persönliches Beispiel für ein mögliches Ergebnis: die selbe Menge Bolusinsulin morgens direkt vor dem Aufstehen gespritzt reicht bei mir für doppelt so viele BEs, wie wenn ich sie ne halbe Stunde nach dem Aufstehen direkt zum Frühstück spritze.
Bisdann, Jürgen -
Astrid
Rang: Gastam 24.03.2009 23:54:28
Hallo Jürgen, daß mit der genauen Essens-Beobachtung habe ich die letzten Wochen gemacht und festgestellt, daß ich Eiweiß, Fett, KH und Ballaststoffe gleichermaßen berechnen muß, und nicht unbedingt die einzelnen Lebensmitel sind entscheidend für den BZ-Verlauf, sondern vor allem die Kombination. Deshalb hat es auch so lange gedauert, bis ich es kapiert hab´.
Hab´auch mal ein Nachtprofil gemacht und festgestellt, der BZ ist absolut gleich, keine Bewegung, die ganze Nacht. Das hat mich erstaunt, ich dachte, der fährt nachts Achterbahn, wegen hormoneller Prozesse.
Trotzdem erstaunt es mich immer wieder, daß ich mich so anders fühle, als mein BZ ist.
Aber vielleicht ist es ja bei Nicht-Diabetikern genauso, und die machen sich da einfach keinen Kopf drum.
Hab´mich nach und nach in die ganzen unangenehmen Spätfolgen von Diabetes eingelesen, und finde das schon beängstigend, und hab´deshalb gedacht, daß ich schon Nervenschädigungen habe, wenn ich meinen BZ nicht einschätzen kann.
Aber nochmal danke von Astrid