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Trotz Schulung noch unsicher

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    Mitglied seit: 08.12.2014
    am 08.12.2014 19:15:48
    Hallo,

    mein Name ist Tina und ich bin 38 Jahre alt. Bei mir wurde vor einigen Wochen Typ2 diagnostiziert.
    Ich war bereits beim Diabetologen und habe auch eine 12 stündige Schulung erhalten.

    Mir wurde Metformin verschrieben, ich habe es anfangs nicht gut vertragen, aber nachdem wir den Hersteller gewechselt haben, vertrage ich wenigstens abends eine 500´er. Eigentlich sollte ich morgens auch eine nehmen, aber das ging trotz wochenlanger Eingewöhnung nicht. Daher bleibt es bei einer abends.

    Bei der Schulung wurde uns nahegelegt so gut es geht unser Gewicht zu verringern, und uns nach den Ernährungsvorschriften die für alle (also auch Gesunde) gelten zu ernähren. Eine bestimmte Kalorienzahl wurde uns aber nicht genannt.

    Außer Sport (ich kuriere noch eine Knie-Op aus), setzte ich dies alles auch konsequent um. Es sind jetzt 6 Wochen seit der Schulung.

    Nun zu meiner Problematik:
    Ich nehme nichts ab, sondern ehrlich gesagt habe ich sogar 2 Kilo zugenommen. Obwohl ich wirklich auf die 30% Fett achte !

    Bei meinem Vater (schon seit etlichen Jahren Diabetiker) habe ich mit ihm gemeinsam mal meinen BZ 1 Stunde nach dem Familienessen gemessen und hatte schockierende 190 gehabt. Dabei hat meine Mutter extra nur in wenig Öl gebraten und ich habe den Fettrand überall abgeschnitten. Die KH (hier Kartoffeln und Blumenkohl) waren gewiss auch nicht mehr als 50% der Mahlzeit.

    Da ich ja als Typ2 kein eigenes Meßgerät habe, weiß ich ja nun gar nicht, ob ich häufiger so hohe Werte habe. Und wenn ja, wo liegt mein Fehler ? Was mache ich falsch ?

    Mein Tagesprotokol beim Diabetologen war aber in Ordnung (wurde zum Abschluß der Schulung gemacht). NBZ 108 1,5 Stunden nach Frühstück 153 nachmittags 126. Er war zufrieden.

    Mein Langzeitwert bei Diagnose war 8,5.....jetzt im Abschlußbericht für den Hausarzt (und in dem kleinen blauen Buch) 6,5. Damit war er auch zufrieden.

    Bin ich zu empfindlich mit dem Wert, oder soll ich noch mal zum Arzt. Reicht mein Metformin doch nicht aus ?

    Bin da jetzt verunsichert......

    Danke fürs Lesen.

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    Mitglied seit: 21.10.2014
    am 08.12.2014 19:42:27
    Hallo Tina,

    es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Wenn du schon von HbA1C 8,5 auf 6,5 gekommen bist, dann hast auf jeden Fall schon ganz viel richtig gemacht.

    Einer deiner Fehler liegt darin, dass du bereits 1 Stunde nach dem Essen gemessen hast. So weit ich weiß, ist dieser Wert nicht verwertbar, du solltes 1,5 bis 2 Stunden nach dem Beginn der Mahlzeit messen. Da hätte das wohl anders ausgesehen.

    Außerdem vermute ich, dass du die 30 % Fett falsch berechnet hast. Es wird nicht einfach nur gedrittelt, sondern der Gesamtfettanteil wie folgt berechnet:

    Immer ausgehend von 100 Gramm Lebensmittel

    Anzahl der Gramm Fett mal 900, geteilt durch die Gesamtkalorien = der Fettanteil

    oder andersrum: 100 Gramm Lebensmittel dürfen maximal 3 Gramm Fett haben, dann kommen 30 % der Kalorien aus Fett.

    Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt...ansonsten einfach noch mal nachfragen, dann versuch ichs nochmal...

    Alles Gute dir!
  • Kato01

    Rang: Gast
    am 08.12.2014 19:48:23
    Hallo Tina,
    Du bekommst ein Messgerät beim Arzt,musst nur die Teststreifen selbst bezahlen wenn du kein Insulin benötigst.
    Vielleicht versuchst du es erst mal mit Kohlenhydrat freier Kost-ein paar Wochen .
    Damit kannst du Gewicht und Zuckerwerte regulieren.
    Und eventuell noch zu einem anderen Arzt........?
    Nicht jeDer Diabetologe gibt sich "Mühe"
    diese Erfahrung habe ich auch gerade gemacht,eine zweite Meinung kann bezüglich der Medikationen nicht schaden........
    LG
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    Mitglied seit: 08.12.2014
    am 08.12.2014 20:03:43
    Ich lasse rechnen bei fddb ....................

    Ist halt nur etwas schwieriger, wenn man nicht selber gekocht/gewogen hat.....

    Aber es war ja ein Schulterbraten, von dem ich sichtbares Fett abgeschnitten hatte, und kein triefender Nackenbraten. Bratensauce macht meine Mutter übrigens inzwischen ohne Mondamin/Stärke, das weiß sie inzwischen.

    Ich dachte, die die messen, messen immer 1 Stunde und manchmal auch 2 Stunden nach der Mahlzeit, so wie mein Vater. Ich glaube, damit er das rechtzeitig mit seinem Insulin korrigieren kann ?

    Vielleicht hol ich mir auch mal so ein Gerät um zu schauen ? Und wenn die Werte zu hoch sind, lag es dann daran, dass die Portion zu gross war ? Ich glaube manchmal esse ich zuviel wenns lecker ist. Obwohl mein Übergewicht definitiv von zuviel Süßigkeiten/Fettigkeiten kommt, und ich das alles komplett weglasse.

    So, und der Vorschlag mit den KH weglassen....wäre aber schon ein deutlicher Einschnitt. Wir sollten ja 50 % KH vorzugsweise aus Vollkorn essen und max. 30% Fett.......da müsste ich dann aber seeehr viel Eiweiss essen.....schädigt das nicht die Nieren. Oder meinst Du nur für ein paar Wochen zum abnehmen macht das nix? Hast Du so abgenommen ?
  • Kato01

    Rang: Gast
    am 08.12.2014 21:36:02
    Du könntest den Focus auch auf Gemüse richten.............))
    Immer als Zwischenmahlzeit und Snack,
    dazu etwas Eiweißhaltiges,ein paar Wochen wirkt Wunder.
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    am 08.12.2014 21:48:00
    Wer krank auf Nahrungsbestandteile reagiert, kriegt normal empfohlen, die für ihn unverträglichen einfach raus zu lassen. Wer z.B. Laktose nicht verträgt, sollte ganz selbstverständlich drauf verzichten. Ebenso soll Gluten raus lassen, wer Gluten nicht verträgt.

    Aber wer Glukose nicht verträgt, SOLL sich fachoffiziell unbedingt empfohlen wenigstens die Hälfte seiner alltäglichen Energie in Form von Glukose einverleiben. Ganz schön sinnbefreit, oder?

    Für die fortschrittlichste Typ2-Anfangsbehandlung müssten wir zur Zeit über den Kanal nach Newcastle reisen. An der dortigen Uni-Klinik hat Professor Taylor in 2011 zum ersten mal gewichtigere Typ2 8 Wochen lang mit VLCD behandelt, Very Low Caloric Diet, so um 600kcal/Tag. Schon nach 1 Woche verringerter Energieaufnahme normalisierte sich der Nüchtern-BZ der Diabetiker bis in den gesunden Bereich. Nach 8 Wochen funktionierten Leber und Bauchspeicheldrüse für 7 von 10 Studienteilnehmern wieder praktisch gesund. Unter einer Voraussetzung: Dass anschließend nicht für das Übergewicht, sondern nur für das Normalgewicht weiter gegessen wurde.

    Und auch wenn die Erfolgsaussicht nicht mal 7 sondern nur 5 oder 4 von 10 wäre, würde ich das Konzept heute mit einer neuen Typ2 Diagnose und etwas mehr Gewicht sofort ausprobieren :)
    Bearbeitet von User am 08.12.2014 21:49:25. Grund: Korrektur
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    am 08.12.2014 21:48:36
    hm Tina, ich weiß nicht genau, was dir fddb so rechnet. Wobei geht es dir bei 30 % Fett? Fett oder Fettkalorien? Das ist ein Unterschied.

    Ein Käse mit z. B. tatsächlichen 30 % Fett (nicht i. Tr.) bei 370 kcal hat 73 % Fettkalorien und ist denkbar ungeeignet, wenn du auf deine Ernährung achten möchtest.

    Auch bei deinem Schulterbraten kommt es nicht darauf an, ob die Soße mit Stärke angedickt ist oder nicht. Es kommt vielmehr darauf an, ob das Fleisch in Fett oder in der trockenen Pfanne angebraten wurde.

    Deinem letzten Absatz stimme ich voll und ganz zu. KH weglassen ist eine Modeerscheinung und für manche Menschen sehr gefährlich, besonders für die Nieren, wie du schon richtig erkannt hast.

    Sprich das am Besten nochmal mit deinem Arzt ab, auch die 30 %-Geschichte.
  • Kato01

    Rang: Gast
    am 09.12.2014 07:54:16
    hjt_Jürgen schrieb:
    Wer krank auf Nahrungsbestandteile reagiert, kriegt normal empfohlen, die für ihn unverträglichen einfach raus zu lassen. Wer z.B. Laktose nicht verträgt, sollte ganz selbstverständlich drauf verzichten. Ebenso soll Gluten raus lassen, wer Gluten nicht verträgt.

    Aber wer Glukose nicht verträgt, SOLL sich fachoffiziell unbedingt empfohlen wenigstens die Hälfte seiner alltäglichen Energie in Form von Glukose einverleiben. Ganz schön sinnbefreit, oder?


    GENAU SO!!!

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    Mitglied seit: 08.12.2014
    am 09.12.2014 08:03:42
    Also, wir haben auf der Schulung folgendes gelernt (ich weiß jetzt nicht, ob das neu ist, oder immer schon so war ?):

    50 % der Kalorien sollen aus KH stammen
    max. 30 % der Kalorien aus Fett
    und halt die restlichen 20 % aus EW

    Zucker, Traubenzucker sollen wir eher meiden, und auf der Zutatenliste schauen, das sie frühstens an 5. Stelle stehen. Auch die versteckten "....osen" haben wir kennengelernt.

    Bis auf Sport beherzige ich dies alles und nehme trotzdem nicht ab, bzw. sogar etwas zu.........
    Und anscheinend sind meine Werte auch manchmal (?) über dem Sollwert......

    Und nun bin ich auf Fehler suche, was mache ich falsch, wo hat sich da was eingeschlichen ? Woran könnte es liegen ? Ich habe ja noch ein paar Jahre Diabetes vor mir.....da lohnt es sich, es von Anfang an richtig zu machen...

    Das mit den KH leuchtet schon ein, aber wir sollen ja die langsamen KH aus Vollkorn nehmen, die den BZ-Spiegel nicht so drastisch hoch treiben. Und irgendwas muss man ja essen. EW ist schlecht für die Nieren. Fett schlecht zum Abnhemen und den Blutfettwerten......

    Uns wurde von solchen radikalen Hungerkuren eigentlich dringend abgeraten......haben denn die Amerikaner damit schon Langzeiterfahrungen ?

    Aus eigener Diäterfahrung kann ich nur sagen, es ist hinterher eh alles wieder drauf und noch mehr.
    Ich hatte auch schon mal mit Almased 12 Kilo abgenommen und danach direkt SiS gemacht, also nicht "normal" wieder reingehauen......und trotzdem ging die Tendenz direkt wieder nach oben :-(

    Ich hätte aber auch kein Problem (bzw. schon Übung darin) abends die KH wegzulassen, wenn dies zu einer Abnahme führt......

    Hier hatten doch sicherlich auch viele 2´er Probleme mit dem Gewicht ? Wie habt ihr abgenommen ? So wie in der Schulung empfohlen, oder habt ihr andere Sachen ausprobiert ? Hatten hier denn Leute dauerhaft Erfolg ?

    Ich wäre da für Anregungen offen........
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    am 09.12.2014 08:47:14
    Hallo Tina,

    als Anregung kann ich dir gerne LOGI und LCHF empfehlen, wobei LOGI mit seiner moderaten KH-Reduzierung wahrscheinlich für dich passender ist. Beide Ernährungsformen sind dafür geeigenet, dass du deinen Diabetes langfristig mit möglichst wenig Mediakmenten gut im Griff behalten kannst. Als Buch, in dem die Zusammenhänge zwischen der Ernährung und den BZ-Werten gut beschrieben werden, ist "Stopp Diabetes" lesenwert. Bewegung ist neben der Ernährung aber auch ein sehr wichtiger Faktor. Es muss nicht unbedingt scharfer Sport sein, aber dazu solltest du auch etwas regelmäßiges suchen.

    Viel Eiweiß schadet nicht den Nieren, die Studienlage ist dazu eindeutig. Es handelt sich dabei um Vermutungen aus früheren Jahren, die längst widerlegt sind, sich aber ganz hartnäckig halten. Fett macht zusammen mit vielen KH fett. Bei moderater KH-Reduzierung macht es dich nicht fett. Damit lässt es sich sogar sehr gut abnehmen, weil Fett viel besser sättigt und du damit nicht andauernd hungern musst. Viel Fett (bei wenig KH) lässt unter Umständen dein GesaMTCholestrin etwas ansteigen. Es verbessert aber in jedem Fall die Zusammensetzung der Lipide, weil das gute HDL-Cholesterin ansteigt und die Triglyceride sinken. Wie positiv sich gerade das beides auf deinen Diabetes auswirkt, kannst du dir hier mal durchlesen..

    Ich denke, das sind erst mal genug Anregungen. Sieh dir alles in Ruhe an und melde dich, wenn du in diese Richtung weiter vorgehen willlst und noch Fragen hast.

    Viel Erfolg, Rainer
    Bearbeitet von User am 09.12.2014 10:17:20. Grund: .