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Trotz Schulung noch unsicher
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am 10.12.2014 11:31:04
hjt_Jürgen schrieb:
Damit es ein bisschen verständlicher wird, hab ich die Zusammenfassung zur ersten Studie von Professor Taylor laienhaft übersetzt:
schrieb:
Abstrakt
Ziel/Hypothese
Typ2 Diabetes wird als unausweichlich voranschreitend und mit unumkehrbarem Betazell-Versagen betrachtet. Die Hypothese wurde untersucht, dass sowohl Betazell-Versagen wie auch Insulinresistenz mit der Beschränkung der Energieaufnahme umgekehrt werden können.
Methoden
11 Menschen mit Typ2 (49.5 ± 2.5 years, BMI 33.6 ± 1.2 kg/m2, 9 männlich, 2 weiblich) wurden untersucht, und zwar 1, 4 und 8 Wochen nach einer 2.5 MJ(600kcal)/Tag Diät. Die basale Glukoseausgabe der Leber, die hepatische (Leber) und periphere Insulinsensitivität und die Betazellfunktion wurden gemessen. Der Fettgehalt von Pankreas und Leber wurde mit einem MRI-Verfahren bestimmt, mit dem Fett- und Wassergehalt getrennt werden können. Eine nach Alter, Geschlecht und Gewicht gleiche 8-köpfige Kontrollgruppe von Nicht-Diabetikern wurde zum Vergleich untersucht.
Ergebnisse
Nach 1 Woche verringerter Energieaufnahme normalisierte sich der Nüchtern-BZ der Diabetiker (von 9.2 ± 0.4 auf 5.9 ± 0.4 mmol/l; p = 0.003). Die Unterdrückung der Glukoseausgabe der Leber durch Insulin verbesserte sich von 43 ± 4% auf 74 ± 5% (p = 0.003 vs baseline; Kontrollgruppe 68 ± 5%). Der Fettgehalt der Leber verringerte sich bei den Diabetikern von 12.8 ± 2.4% auf 2.9 ± 0.2% in der 8. Woche (p = 0.003). Die Insulin-Erstantwort verstärkte sich während des Studiendurchgangs (0.19 ± 0.02 to 0.46 ± 0.07nmol min−1m−2; p kl. 0.001) stark in die Richtung der Werte der Kontrollgruppe (0.62 ± 0.15nmol min−1m−2; p = 0.42). Der Fettgehalt des Pankreas verringerte sich von 8.0 ± 1.6% auf 6.2 ± 1.1% (p = 0.03).
Schlussfolgerung/Interpretation
Die Normalisierung von Betazellfunktion und Insulinsensitivität der Leber wurden beim Typ2 Diabetes allein durch Verringerung der Energieaufnahme erreicht. Diese Normalisierung wird im Zusammenhang gesehen mit der Verringerung der Fettansammlungen in Pankreas und Leber. Die unnormalen Funktionen, die dem Typ2 Diabetes zugrunde liegen, lassen sich mit der Verringerung der Energieaufnahme umkehren.
Nein, keine Heilung, ABER für wenigstens 5 von 10 Betroffenen eine SUPER WIRKSAME BE-Handlung. Völlig ohne Medikamente und mit der guten Aussicht, viele weitere Jahre für den gesunden Blutzucker keine Medikamente zu brauchen :)
Und viele Menschen fasten jedes Jahr mehrere Wochen und das voll im Arbeitsleben. Schlapp sind die meisten von ihnen dabei nur die ersten 3 Tage, in denen sich der Organismus von der Versorgung vorwiegend aus Glukose auf die vorwiegend aus gespeichertem Fett umstellt. Dann liefert jedes Kilo Speicherfett 9.000kcal Energie, voll ausreichend für die meisten von uns für 3 Tage - schon voll ohne die täglich 600kcal bei der VLCD ;)
Und JA, wer nach einer Abnehm-Phase wieder wie vor der Abnehm-Phase isst, füttert halt wieder den vor der Abnehm-Phase ran :(
Also wirklich Jürgen, soll das ein Witz sein?
Eine "Studie" mit 11 Probanden?
Jedermann weiß, daß eine derartige Kalorienbeschränkung bei Menschen mit erheblichem Übergewicht (und das hatten die Teilnehmer) die Pfunde purzeln läßt - besonders in der ersten Woche. Klar erreicht man damit eine gewisse Normalisierung, das hätte ich dir auch ohne Studie sagen können. Aber was bringt das auf lange Sicht? Sobald man einigermaßen normal ißt, hat man die Pfunde wieder drauf und möglicherweise noch eins oder zwei dazu. Kein Mensch kann auf Dauer mit 600 Kalorien leben.
Der Diabetes meiner Mutter ist erst nach der Kriegs- und Nachkriegszeit ausgebrochen, logischerweise. Leider ist sie vorher fast verhungert, weil Mann und Kinder vorgingen bei den schmalen Essensrationen. Und das soll man sich freiwillig antun?
Was das für ein Leben sein soll mit 600 Kalorien pro Tag, hast du mir leider nicht beantwortet. Ich jedenfalls verzichte darauf, lebe mit meinem Diabetes, ernähre mich vernünftig und maßvoll und spritze mein Insulin.
Was versprichst du dir davon, wenn du solchen Unfug im Netz verbreitest? Machst du das aus Langeweile oder warum sonst?3 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 10.12.2014 12:43:35
Tina76 schrieb:
Ui, hier gehts aber sehr wissenschaftlich zu.
Ich hatte eher praktische Tipps von anderen Diabetikern erhofft, die bereits erfolgreich abgenommen haben, und dadurch ihre Werte verbessern konnten.
....deshalb hoffe ich auf Eure Erfahrungen/Meinungen......
habe seit Februar 15 kg abgenommen, spritze morgens 16IE Lantus, danach zum Fühstück 2 Scheiben
Eiweißbrot, (Vollkorn-Toast lässt den BZ auf 168 ansteigen) Mittags Pellkartoffel und viel Gemüse mit
Putenfleich und Salat. Abends 3 Scheiben Eiweißbrot mit Schinken oder Käse zusätzlich Apfel. Habe jetzt
mein Gewicht von 65 kg schon lange gehalten. Metformin wurde bei mir bor 8 Wochen kompl. abgesetzt.
Der BZ ist nicht mehr über 140 angestiegen.
mfG -
am 10.12.2014 13:32:45
@ EH: Da gibt es noch viel verrücktere Ideen, als nur 600 Kalorien zu essen. Ich durchforste ja gerade das Internet nach Abnehmmethoden......am beklopptesten finde ich bis jetzt immer abwechselnd einen Tag nichts zu essen, und am nächsten Tag dann 3000 Kalorien ! Machen wohl aber viele, man findet jede menge Beiträge.....für mich hieße das ein Tag lang Werte um die 100 und am nächsten um die 300....ich glaube meine Bauchspeicheldrüse würde sich bedanken.
@Wolle: Du hast ja Insulin zur Hilfe, da kannst Du ja etwas "freizügiger" sein....schmeckt Dir das Eiweißbrot ? Ich hatte das mal zu SiS Zeiten von allen möglichen Supermärkten, aber ich fand es Igitt. Was ich wohl mal esse ist ein EW-Brötchen von Lidl, die gehen. Haben aber ordentlich Kalorien.
Verfolgst Du denn ein spezielles Diätkonzept/Kalorienzahl oder einfach FDH ?
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am 10.12.2014 17:42:49
Tina76 schrieb:
@ EH: Da gibt es noch viel verrücktere Ideen, als nur 600 Kalorien zu essen. Ich durchforste ja gerade das Internet nach Abnehmmethoden......am beklopptesten finde ich bis jetzt immer abwechselnd einen Tag nichts zu essen, und am nächsten Tag dann 3000 Kalorien ! Machen wohl aber viele, man findet jede menge Beiträge.....für mich hieße das ein Tag lang Werte um die 100 und am nächsten um die 300....ich glaube meine Bauchspeicheldrüse würde sich bedanken.
gekürzt durch EH
Zum Glück hab ich es schon vor langer Zeit aufgegeben, nach Diäten zu suchen. Ich hab ja eine Menge versucht, aber von dieser Diät habe ich noch nie gehört. Einen Tag nichts essen und am nächsten 3000 Kalorien? Ich wüßte beim besten Willen nicht, wie ich 3000 Kalorien runterbringen sollte. Der einzige "Erfolg" wäre ja wohl, daß mein BZ Achterbahn fahren würde, das muß ich wirklich nicht haben.
Ich war ja sehr schlank früher, nachdem sich der Diabetes eingestellt hatte, hab ich in einem Jahr 18 kg zugenommen. Natürlich sollten die wieder weg, schließlich war ich damals noch eine junge Frau. Ich hab alles mögliche probiert, von Atkins, über Kohlsuppe bis Weizengel. Gebracht hat es nichts. Die 18 kg waren wohl meinem Stoffwechselproblem zuzuschreiben, da hilft keine Diät. Irgendwann hab ich dann aufgegeben. Seltsamerweise hab ich angefangen abzunehmen als ich in Rente kam. Gegessen hab ich übrigens immer dasselbe (bis auf die Diäten natürlich) und eher wenig. -
am 10.12.2014 18:33:56
EH schrieb:
Also wirklich Jürgen, soll das ein Witz sein?
Eine "Studie" mit 11 Probanden?
Schon ein bisschen wenige, aber ich weiß von wenigen Studien, in denen die Teilnehmer so intensiv untersucht wurden, und bei dem Aufwand ist die Anzahl dann schon ein bisschen begrenzter. Aber die britische Diabetes Gesellschaft hat voriges Jahr 3 Mio Euronen für diese größere Studie ausgelobt. Darin werden über 5 Jahre Typ2 mit traditioneller Behandlung und mit der Taylorschen aufmerksam medizinisch begleitet und verglichen und 2018 ausgewertet.
Übrigens, auch die ICT ist mal als kleiner Witz gestartet ;) -
am 10.12.2014 19:16:46
hjt_Jürgen schrieb:
EH schrieb:
Also wirklich Jürgen, soll das ein Witz sein?
Eine "Studie" mit 11 Probanden?
Schon ein bisschen wenige, aber ich weiß von wenigen Studien, in denen die Teilnehmer so intensiv untersucht wurden, und bei dem Aufwand ist die Anzahl dann schon ein bisschen begrenzter. Aber die britische Diabetes Gesellschaft hat voriges Jahr 3 Mio Euronen für diese größere Studie ausgelobt. Darin werden über 5 Jahre Typ2 mit traditioneller Behandlung und mit der Taylorschen aufmerksam medizinisch begleitet und verglichen und 2018 ausgewertet.
Übrigens, auch die ICT ist mal als kleiner Witz gestartet ;)
Naja, nun soll halt wieder mal das böse Übergewicht für alles verantwortlich sein. Das ist das Pferd von hinten aufgezäumt, ich jedenfalls kann die Idee eines einzelnen Arztes nicht als eine Offenbarung des Himmels ansehen.
Viel wird die "Studie" sowieso nicht bringen, den viele der Probanden werden nach 5 Jahren verhungert sein. Allerdings haben sie dann ja auch keinen Diabetes mehr. so gesehen......
Warum kommt eigentlich niemand auf nahenliegendste Idee: Typ2 wurde früher überhaupt nicht beachtet. Ich möchte nicht wissen wie viele Menschen an den Folgen dieser Krankheit verstorben sind, ohne daß jemand die wirkliche Ursache bemerkt hätte. Wenn dann wirklich mal ein Diabetiker Jahre nach der Erkrankung diagnostiziert wurde, dann war er natürlich dick, das ist nämlich eine Folge des Diabetes, nicht seine Ursache.
Aber das ist ja viiiiel zu einfach.2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 10.12.2014 19:49:53
Tina76 schrieb:
@Wolle: Du hast ja Insulin zur Hilfe, da kannst Du ja etwas "freizügiger" sein....s
@ Tina,
Wolle hat mit Lantus ein Langzeitinsulin, das hilft ihm zu den Mahlzeiten nur sehr wenig.
lg
Paul -
am 10.12.2014 19:51:06
EH schrieb:
Warum kommt eigentlich niemand auf nahenliegendste Idee: Typ2 wurde früher überhaupt nicht beachtet. Ich möchte nicht wissen wie viele Menschen an den Folgen dieser Krankheit verstorben sind, ohne daß jemand die wirkliche Ursache bemerkt hätte.
Trifft sich mit dem, was ich grad für nen Typ2 Guru geschrieben hab:
"Nichtinsulinpflichtiger Diabetes wurde erst seit den 40ger Jahren des vorigen Jahrhunderts sehr vereinzelt diagnostiziert und systematisch bei uns in D erst seit Ende der 90ger Jahre. Mitte der 90ger haben übrigens die diabetischen Herzinfarkte und Schlaganfälle einen Riesensatz gemacht, weil von da an auch direkt nach dem Ableben nach dem BZ geschaut wurde. Die Gesamtzahl der Todesfälle hat sich damit natürlich nicht erhöht."
EH schrieb:
Wenn dann wirklich mal ein Diabetiker Jahre nach der Erkrankung diagnostiziert wurde, dann war er natürlich dick, das ist nämlich eine Folge des Diabetes, nicht seine Ursache.
Aber das ist ja viiiiel zu einfach.
In dem Zusammenhang noch eine interessante Auffällifkeit: Wir 2er haben ja in mehreren Wellen epidemiemäßig an Zahl zugenommen - aber seit so etwa 20 Jahren sind recht stabil 8-9 von 10 Neudiagnosen Typ2. Bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass der Typ1 im selben Maße zugenommen hat und legt immer noch die Vermutung nahe, dass die beiden Typen in ihrem Ursprung gar nicht soooooo weit von einander entfernt sein könnten?
Bearbeitet von User am 10.12.2014 19:52:19. Grund: Ergänzung -
am 11.12.2014 09:54:24
Wenn ich behaupten würde, der Diabetes ist schuld an meinem Übergewicht, wäre das gelogen !
Ich war schon immer recht kräftig ! Und bin auch eine gute Esserin...da gibt es nichts schön zu reden !
Viele bei der Schulung hatten schon abgenommen und ALLE sagten, ihre Werte hätten sich deutlisch verbessert. Da MUSS es einen Zusammenhang geben !
Ich werde es aufjedenfall versuchen und dann gerne berichten..............mit welcher Methode auch immer....
Das mit den 3000 Kalorien wäre für mich ehrlich gesagt gar kein Problem. Aber der nächste Tag mit 0 Kalorien...ohoh.....aber goggle mal, das ist voll beliebt...aber ich hab noch von keinem Diabetiker gelesen, dass er das gemacht hat !
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.alternierendes-fasten-einen-tag-essen-einen-tag-fasten.e9953341-ca25-4637-bc19-ef2a604b5b0c.html -
am 11.12.2014 15:17:59
Tina76 schrieb:
Wenn ich behaupten würde, der Diabetes ist schuld an meinem Übergewicht, wäre das gelogen !
Ich war schon immer recht kräftig ! Und bin auch eine gute Esserin...da gibt es nichts schön zu reden !
Viele bei der Schulung hatten schon abgenommen und ALLE sagten, ihre Werte hätten sich deutlisch verbessert. Da MUSS es einen Zusammenhang geben !
Ich werde es aufjedenfall versuchen und dann gerne berichten..............mit welcher Methode auch immer....
Das mit den 3000 Kalorien wäre für mich ehrlich gesagt gar kein Problem. Aber der nächste Tag mit 0 Kalorien...ohoh.....aber goggle mal, das ist voll beliebt...aber ich hab noch von keinem Diabetiker gelesen, dass er das gemacht hat !
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.alternierendes-fasten-einen-tag-essen-einen-tag-fasten.e9953341-ca25-4637-bc19-ef2a604b5b0c.html
Vielen Dank für den Link. Ich hatte noch nie von dieser Methode gehört, aber ich finde, es ist eigentlich nichts neues. Es ist das übliche Kalorieneinsparen, denn ob ich an einem Tag 3000 Kalorien verzehre oder an 2 Tagen jeweils 1500, das kommt doch auf's selbe raus. Vielleicht kann man damit die Psyche täuschen, aber gesund ist es bestimmt nicht.
Klar gibt es einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und den Zuckerwerten. Wer weniger wiegt, braucht weniger Insulin und die BSD muß keine Überstunden machen.
Bei mir und meiner Schwester war es tatsächlich so, daß wir erst zunahmen, als der Diabetes sich bereits gemeldet hatte. Da meine Schwester 9 Jahre älter war als ich, tut es mir heute noch leid, daß ich ihr damals die Hölle heiß gemacht habe, daß sie abnehmen sollte. 9 Jahre später war ich dann soweit.
Bei den 2 Kuren, die ich gemacht habe, habe ich auch eine Handvoll Leute getroffen, denen es auch so ging. Daher gehe ich davon aus, daß der Grund für dieses Phänomen der Mody-Typ war.
Daß Diabetiker oft dick sind, kann aber auch dran liegen, daß viele Diabetiker erst erkannt werden, wenn die Krankheit schon monate- oder gar jahrelang manifestiert ist.
Daß dir das Abnehmen schwer fällt, kann schon daran liegen, daß du eine Insulinresistenz hast, die den Gewichtsverlust verhindert. Bekanntermaßen ist ja Insulin ein Masthormon, da kann man sich schon vorstellen, was hohe Insulinspiegel ausmachen.
Bevor jetzt wieder die "Wissenschaftler" hier über mich herfallen, das soll keine Behauptung sein, die ich beweisen kann, sondern entpringt nur den Gedanken eines Langzeitdiabetikers, der sich zeit seines Lebens seine Gedanken über seine Krankheit gemacht hat, weil die landläufigen Erklärungen überhaupt nicht auf ihn passen.
Es ist vernünftig, wenn du versuchst abzunehmen, zumal du ja meinst, deine Ernährung sei nicht optimal. Mach aber bitte keine Crash-Diäten, die bringen nichts, außer ein paar Pfunden mehr.