Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Nach Schwangerschaftsdiabetes jetzt normaler Diabetes?

  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 89
    Mitglied seit: 24.07.2014
    am 27.12.2014 13:52:39
    Hallo!

    Wie einige von euch wissen, hatte ich Schwangerschaftsdiabetes und musste viel Insulin spritzen.

    In der Schwangerschaft wurden GAD-Antikörper bei mir festgestellt, allerdings nur 40. Mein Diabetologe meinte, dass wir die AK nach der Schwangerschaft nochmal überprüfen müssen. Evtl. könnten sie wieder verschwunden sein.

    Meine Werte kurz nach der Geburt waren noch sehr hoch. Nach 3 - 4 Tagen allerdings waren sie super - nach jedem Essen und auch nüchtern am Morgen.

    Ich habe nicht täglich und nach jedem Essen gemessen. Seit paar Tagen fällt mir jedoch auf, dass der Nüchtern-BZ am Morgen etwas über 100 liegt. Nach einem sehr kohlenhydratreichen Essen hatte ich 180. Morgens auch gerne mal 160.

    Deutet das schon alles auf Diabetes hin? Nach der Schwangerschaft waren die Werte ja super, jetzt nicht mehr ganz so optimal. Kann das alles noch mit den Schwangerschaftshormonen zusammenhängen? Eine Bekannte musste noch 3 Monate nach der Geburt Insulin spritzen, jetzt ist alles weg.

    Ich weiß, ich muss zum Diabetologen, einen Termin für Januar habe ich auch schon. Ich will mich nur schon mal etwas drauf "einstellen".

    Wäre das dann Typ I oder Typ II? Worin unterscheiden sich die beiden Diabetes-Typen?

    LG
    Sternschnuppe
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 5069
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 27.12.2014 14:53:47
    Hallo Sternschnuppe,

    vergiss mal die strengen Werte aus der SS, von einem Diabetes liegen deine Werte meilenweit entfernt. Du kannst ganz beruhigt auf den Januar-Termin beim Diabetologen und dessen Einschätzung anhand der Labowerte warten.

    Spannend wird sein, ob die GAD-Antikörper tatsächlich wieder zurückgegangen sind. Aber auch da brauchst du dich nicht verrückt machen zu lassen und kannst das Ergebnis der Untersuchung abwarten. Ich drück dir die Daumen für ein gutes Ergebnis.

    Beste Grüße, Rainer
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 27.12.2014 16:31:10
    Schwangerschafts-Diabetes sagt, dass die Blutzucker-Automatik nicht normal belastbar ist. Bis zu einem individuellen Grad halt nur so weit, dass wieder alles völlig normal funktioniert, wenn die Mehrbelastung durch die Schwangerschaft weg ist, und in vielen Fällen mag das ein stabiler Dauerzustand sein. In vielen weiteren Fällen war da aber wohl auch schon eine abnehmende Belastbarkeit infolge einer Defektzunahme, die halt durch die Mehrbelastung mit dem Kind außergewöhnlich verstärkt eben früher als ohne Schwangerschaft aufgefallen ist. Sieht dann so aus, als wäre der Diabetes mit der Schwangerschaft gekommen und würde danach einfach bleiben.

    Die Typenbezeichnung sagt, ob vor allem das mehr oder weniger schnelle Absterben der Insulin-produzierenden Beta-Zellen der Grund für den Blutzucker-Anstieg über die Diagnose-Grenzwerte ist, Typ1, oder vor bzw. neben dem eher schleichenden Absterben der Betas noch eine mehr oder weniger große Anzahl von Regeldefekten, Typ2.
    Für beide Typen ist der gesunde BZ ideal, also der im Rahmen der Schwangerschafts-Vorgaben. Für Typ1 scheint das Überschreiten des idealen Rahmens bis zu HBA1c um 7 weniger Nachteile zu bringen, als für den beginnenden Typ2, der seine Progression/Verschärfung schon damit super fördern kann, dass er seinen BZ immer nur leicht erhöht hält.

    Für beide Typen gilt: Je gesünder der BZ verlaufen soll, desto mehr verschiebt sich der Anteil vom ärztlichen Behandeln auf das eigene Handeln. Bei Typ1 vorrangig mit Insulin, aber auch mit Essen-Auswahl und Bewegung. Bei Typ2 häufig vorrangig mit Essen-Auswahl und Bewegung und in jedem Fall dann aber auch mit der jeweils passenden Medikation bis hin zum Insulin wie Typ1.


    Und? Darfst Du nachts inzwischen meistens durch schlafen? Oder gehörst Du auch zu den armen jungen Muttis, die permanent müde durch den Tag schleichen müssen?
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 89
    Mitglied seit: 24.07.2014
    am 27.12.2014 16:59:49
    Danke für eure Antworten.

    Was wären denn normale Werte? Ich bin ja nur die Werte aus der Schwangerschaft "gewohnt". 180 ist doch aber auch zu hoch und nüchtern am Morgen über 100 ist auch zu viel?!

    Ich hoffe sehr, dass es nicht so schlimm verläuft. Allerdings stelle ich mich schon mal drauf ein, dass ich wohl nicht drum rum komme... :-(

    Ich darf teilweise schon durchschlafen :-) Wir haben schon öfters 7 Stunden am Stück geschafft. Schlaflose Nächte waren aber auch schon mit dabei. Die waren aber bisher - Gott sei Dank - die Ausnahme. Toi toi toi... :-)
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 80
    Mitglied seit: 01.10.2014
    am 27.12.2014 21:01:27
    nur für mein Verständnis...
    bei Schwangerschaftsdiabetes kann man also sagen, dass bereits VOR der Schwangerschaft ein gewisser geringfügiger Defekt vorhanden war, der nun aber durch die Mehrbelastung der Schwangerschaft quasi aufgedeckt wurde ?
    Oder kann man sagen, dass durch die Mehrbelastung einer Schwangerschaft die Bauchspeicheldrüse von Sternschnuppe in dieser Zeit der Schwangerschaft überlastet wurde, viell. dadurch einige Betas abgestorben sind und sie sich somit im Anschluss nicht mehr vollständig "erholt" hat, sodass Sternschnuppe etwas schlechtere Werte misst ? Also ich meine von im Sinne, dass durch die Schwangerschaft quasi der Defekt erst in Gang gesetzt worden ist ? Hmmm, klar was ich meine ? :)
    LG
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 27.12.2014 21:55:03
    Gesund beantwortet unser Organismus alle längerfristigen Mehranforderungen mit der Vergrößerung des entsprechenden Potenzials. Im Falle von Insulin und Schwangerschaft mit entsprechend mehr Beta-Zellen.

    Wenn höher als gesunder BZ vermeldet, dass die ausreichende Vermehrung ausgeblieben ist, kann frau selbstverständlich spekulieren, ob in der Tendenz schon vorher, oder erst zeitgleich mit der Schwangerschaft und mit einiger Wahrscheinlichkeit davon ausgelöst.

    Die unzulängliche Beta-Zell-Proliferation wäre ein Stück Typ2 Hintergrund, die Antikörper aus dem Eingangsbeitrag wären eher ein Stück Typ1, obwohl die manchmal auch bei Nichtdiabtikern beobachtet werden.

    Im Grunde is ja auch wurscht, wovon und welcher Typ. Wenn höher als gesunder BZ, dann gilt schlicht so verhalten, dass der BZ routinemäßig alltäglich möglichst gesund verläuft :)
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 5069
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 27.12.2014 21:57:43
    _Sterschnuppe_ schrieb:
    Was wären denn normale Werte? Ich bin ja nur die Werte aus der Schwangerschaft "gewohnt". 180 ist doch aber auch zu hoch und nüchtern am Morgen über 100 ist auch zu viel?!

    Hallo Sternschnuppe,

    Diabetes beginnt erst bei einem Nüchternwert von 126, zwischen 100 und 125 besteht Prädiabetes. Ich gehe davon aus, dass du deine 180 in 1 Stunde nach dem Essen gemessen hast. Für eine Diabetesdiagnose muss der Wert nach 2 Stunden mit der oGTT-Lösung (bzw. nach vielen KH) bei 200 und darüber liegen. Hier besteht zwischen 140 und 199 beim 2-Stunde-Wert Prädiabetes. Wenn überhaupt, dann stehst du lediglich an der Schwelle zum Prädiabetes. Du hast dann allen Grund, gut auf dich aufzupassen, aber fürchten musst du dich nicht.

    Noch meinen herzlichen Glückwunsch und alles Gute für dein Baby. :=)

    LG Rainer
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 89
    Mitglied seit: 24.07.2014
    am 19.01.2015 12:03:55
    So, ich habe die letzten Wochen viel gemessen.

    Nüchternwert ist zu hoch, liegt meist zwischen 110 und 120.

    Gestern habe ich ca. 30 Minuten nachdem ich eine Cola getrunken habe, gemessen: 180 :-(

    Allerdings habe ich öfter nach einer Portion Nudeln oder Kartoffeln (also sehr KH-reich) gemessen, da war der BZ einigermaßen okay.

    Der Termin ist Ende Januar und ich habe echt Schiss davor... :-(
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 19.01.2015 12:19:41
    Verstehe nicht, warum Du Schiss hast? Was hindert Dich dran, Dich essens-mäßig so zu verhalten, dass Dein BZ in der Spitze zuverlässig unter 140 bleibt, und zu schauen, ob damit der Nüchtern-BZ auch wieder sinkt?

    Und was wäre so schlimm dran, wenn die Diagnose tatsächlich Diabetes sagen würde? Wir sind hier so einige, die recht gesund damit zurecht kommen. Warum solltest Du nicht?

    ------------------------------------------
    Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.
  • Michaelheuer

    Rang: Gast
    am 19.01.2015 12:22:31
    Ich wäre sschon lange beim Arzt gewesen und hätte dort mal meinen hba1c Wert bestimmen lassen. Dann würdest Du wissen wo Du stehst und müsstest nicht ständig mit dem Schätzeisen herrummessen.
    Gruß Michael
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 19.01.2015 12:41:26
    Nicht rummessen, sondern sich einfach danach richten. Das kann nicht der Arzt. Das kann frau nur selbst :)

    ------------------------------------------
    Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.
  • Michaelheuer

    Rang: Gast
    am 19.01.2015 14:03:01
    sorry jürgen aber ich halte den hba1c da für sinnvoll gruß michael
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 891
    Mitglied seit: 26.02.2014
    am 19.01.2015 14:12:47
    hjt_Jürgen schrieb:

    Und was wäre so schlimm dran, wenn die Diagnose tatsächlich Diabetes sagen würde?


    das ist bei jeder krankheit am anfang erstmal schlimm. diabetes ist da keine ausnahme. vermutlich ist diese phase sogar hilfreich. denn auf schock folgt oft kampfansage und damit aktivität.
    aber wäre vielleicht auch nicht verkehrt, wenn man die erste phase gleich überspringen könnte ;-)

    Michaelheuer schrieb:
    Ich wäre sschon lange beim Arzt gewesen und hätte dort mal meinen hba1c Wert bestimmen lassen.

    der hba1c ist für die alltagskontrolle und erstellung von tagesprofielen völlig ungeeignet. sternschnuppe macht das genau richtig: gucken, welche lebensmittel wie anschlagen und sich dann, wie jürgen schon sagte, danach richten.
    der hba1c kann später mal bei der verlaufskontrolle wichtige dienste leisten.
     2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 19.01.2015 15:04:58
    @Michael
    Schwangerschafts-Diabetes is Diabetes. Sagt ganz einfach, dass die BZ-Automatik für zusätzliche Belastung nicht (mehr) ausreichend funktioniert. Verkürzt gewissermaßen die Entwicklung.)* Da muss dann kein neuer Grundsatz-Test her, wenn auffällige BZ-Werte gemessen werden, sondern da muss frau's akzeptieren und sich danach richten.

    Danach richten = schauen, welches vom normalen Essen den BZ besonders antreibt und die Portionen dann so wählen, dass 140mg/dl in der Spitze (meistens etwa 1 Stunde) danach nicht überschritten werden. Und insgesamt mengenmäßig für Normalgewicht sorgen.
    Danach richten = intensiver bewegen, wie hier im Forum auch bei DonRWetter und Werner zu sehen.

    )*Ich meine, mal gelesen zu haben, dass viele Mütter nach dem Schwangerschaftsdiabetes gleich beim Diabetes bleiben, noch mehr im Rahmen von den nächsten 5 Jahren und bis auf ganz wenige der Rest im Rahmen von etwa 10 Jahren.

    ------------------------------------------
    Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.
  • Michaelheuer

    Rang: Gast
    am 19.01.2015 15:26:58
    Hallo Jürgen
    Also bekommen die meissten die in Ihrem Leben Schwangerschaftsdiabetes hatten auch irgendwann Diabetes?

    Und das mit dem hba1c meinst Du, dass er zum Ausschluss Diabetes bei bissher undiagnostizierten Verwendung finden sollte aber nicht bei denjenigen die vorher Schwangerschaftsdiabetes hatten?
    Gruß Michael
  • Rang: Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 14
    Mitglied seit: 07.01.2015
    am 19.01.2015 15:49:11
    purea schrieb:
    hjt_Jürgen schrieb:

    Und was wäre so schlimm dran, wenn die Diagnose tatsächlich Diabetes sagen würde?


    das ist bei jeder krankheit am anfang erstmal schlimm. diabetes ist da keine ausnahme. vermutlich ist diese phase sogar hilfreich. denn auf schock folgt oft kampfansage und damit aktivität.
    aber wäre vielleicht auch nicht verkehrt, wenn man die erste phase gleich überspringen könnte ;-)

    Michaelheuer schrieb:
    Ich wäre sschon lange beim Arzt gewesen und hätte dort mal meinen hba1c Wert bestimmen lassen.

    der hba1c ist für die alltagskontrolle und erstellung von tagesprofielen völlig ungeeignet. sternschnuppe macht das genau richtig: gucken, welche lebensmittel wie anschlagen und sich dann, wie jürgen schon sagte, danach richten.
    der hba1c kann später mal bei der verlaufskontrolle wichtige dienste leisten.




    Hi Purea
    Toll und verständlich erklärt. Wie du bereits in anderen Threats schon ausführlich dargestellt hast ist der hba1c in der Diagnosestellung nicht geeignet sondern nur später als Hilfswert. (meine Mutter will dass nicht glauben, ihr arzt erzählt es ihr anders, aber alte Leute eben :) )
    Man kann ihn nutzen wenn er durch einen ogtt flankiert wird. Ansonsten würde ich alles genauso raten wie es purea hier vorgeschlagen hat, auch mit der Ernährung kann sie sicher noch gute Tipps geben. Ich habe jetzt gelesen daß Linsen vor allem den Blutzucker sinken lassen, ist dass nur ein Gerücht? Dort stand wegen der vermehrten Arbeit die der Magen zu verrichten hat. Was sagst Du dazu purea.
    Grüße
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 891
    Mitglied seit: 26.02.2014
    am 19.01.2015 16:06:08
    linsen schlagen bei mir an. vielleicht ist es ja bei dir anders :-)
    aber linsen sind halt ballaststoffreich und geben den zucker schön langsam ab. von daher schon ne gute sache :-)
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 19.01.2015 16:12:10
    Moin Michael,

    genau so meine ich das. Und vielleicht noch ein bisschen genauso-er. Denn wenn jemand öfter einen höher als gesunden BZ misst, ist die einzig sinnhafte Reaktion, sich so zu verhalten, dass der BZ in Zukunft im gesunden Rahmen bleibt. Auch dann, wenn in den ganz seltenen Fällen der HBA1c noch gesund ist.

    Nach der Diagnose Diabetes wird nichts anderes gemacht. Und die braucht nur jemand, der Medis für seinen gesunden BZ braucht, weil der Arzt bei den meisten Medis dieser Art die Diagnose als Kassen-Grundlage für die Verordnung braucht.

    Bisdann, Jürgen

    ------------------------------------------
    Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 89
    Mitglied seit: 24.07.2014
    am 19.01.2015 16:21:48
    Der Diabetologe meinte mal zu mir, dass Schwangerschaftsdiabetes Typ 2 ist.

    Wenn sich bei mir jetzt Diabetes herausstellt, ist es dann Typ 1 oder 2? Was genau ist da der Unterschied? Bei Typ 1 gibt der Körper - soweit ich informiert bin - überhaupt kein Insulin mehr ab, oder?

    Was findet bei Typ 2 im Körper statt?

    Nur mal so rein interessehalber: Wenn der Körper bei Typ 1 kein Insulin mehr abgibt, sinkt der BZ dann von selbst gar nicht mehr?
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 891
    Mitglied seit: 26.02.2014
    am 19.01.2015 16:37:20
    ja, bei typ1 gehen die insulinprodizierenden zellen meist schnell unter, daher insulinmangel. du kannst dann schon noch selber senken. durch verbrennung des zuckers, also anaerobe anstrengung, z.b. krafttraining, sprinten etc. aber das reicht realistischerweise nicht, um einen nachhaltig gesunden bz-verlauf zu erzeugen.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 19.01.2015 16:54:48
    Moin Sternschnuppe,

    zuerst mal wird das der Typ sein, zu dem Dein Diabetologe ihn ernennt. Denn das Ernennen ist Diagnose, und die stellt allein der Arzt.

    Bei beiden Typen steigt der BZ von selbst immer höher über gesund an. Beim eindeutigen Typ1 allein dadurch, dass das eigene Immunsystem die eigenen Insulin produzierenden Beta-Zellen zerstört. Braucht also zum Leben Insulin von außen, eine Grundmenge für die Versorgung aller durchlaufenden Funktionen und jeweils ne extra Menge für Essen & Trinken und da vor allem für die Kohlenhydrate und weniger für Fett und Protein.

    Das Zerstören der Betas geschieht beim Typ1 meistens innerhalb weniger Wochen, manchmal allerdings auch innerhalb einiger Jahre. Und dieses Manchmal wird dann zu Anfang häufig als Typ2 verstanden und behandelt. Denn als Typ2 wird der bezeichnet, bei dem eine Reihe von Defekten sich mit der Zeit gegenseitig verstärken und den Blutzucker immer auffälliger regeln.

    Viel von diesem Verstärken wird vor allem mit höher als gesundem Blutzucker verstärkt, so dass man einen Typ2 mehr oder weniger lange Zeit (niemand weiß bisher, wie lange?) dadurch bremsen kann, dass man seinen Blutzucker mit Essen & Bewegen im gesunden Rahmen hält.
    Wer seinen auffälligen BZ als Typ2 in Verdacht hat, kann getrost erstmal so verfahren, wie DonRWetter und Werner das beschrieben haben. Wobei die zusätzliche Bewegung nicht unbedingt am Stück und nicht unbedingt Radfahren sein muss.

    Daumendrück, Jürgen

    ------------------------------------------
    Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 106
    Mitglied seit: 05.11.2014
    am 19.01.2015 18:22:42
    hjt_Jürgen schrieb:
    Moin Michael,

    genau so meine ich das. Und vielleicht noch ein bisschen genauso-er. Denn wenn jemand öfter einen höher als gesunden BZ misst, ist die einzig sinnhafte Reaktion, sich so zu verhalten, dass der BZ in Zukunft im gesunden Rahmen bleibt. Auch dann, wenn in den ganz seltenen Fällen der HBA1c noch gesund ist.

    Nach der Diagnose Diabetes wird nichts anderes gemacht. Und die braucht nur jemand, der Medis für seinen gesunden BZ braucht, weil der Arzt bei den meisten Medis dieser Art die Diagnose als Kassen-Grundlage für die Verordnung braucht.

    Bisdann, Jürgen

    ------------------------------------------
    Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.



    Das hat schon wieder mit ner veränderten Meinung von Dir zu tun. Weil hast Du nicht immer geschrieben dass Werte über gesund bei einem hba1c gleich oder unter 5,5 ausgeschlossen sind und keine Glukosemessungen was höhreres ergeben würden? Also manchmal denke ich ich bin bei dir im falschen Film.
    Gruß Thomas
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 19.01.2015 19:24:19
    Thomas999 schrieb:

    Das hat schon wieder mit ner veränderten Meinung von Dir zu tun. Weil hast Du nicht immer geschrieben dass Werte über gesund bei einem hba1c gleich oder unter 5,5 ausgeschlossen sind und keine Glukosemessungen was höhreres ergeben würden? Also manchmal denke ich ich bin bei dir im falschen Film.
    Gruß Thomas



    Wenn der BZ öfter über gesund gemessen wird, ist ein HBA1c über 5,5 normal zu erwarten. Wofür sollte man den dann extra noch bestimmen? Um zu beweisen, dass der Zusammenhang stimmt, oder dass man vielleicht eine der seltenen Ausnahmen hat, in denen der HBA1c noch für ein paar Wochen länger gesund ist? Was hätte das nach Deiner Meinung für einen Sinn? Und wieso stößt Du dich an möglichen seltenen Ausnahmen?

    ------------------------------------------
    Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 1905
    Mitglied seit: 14.11.2014
    am 19.01.2015 23:05:11
    purea schrieb:
    ja, bei typ1 gehen die insulinprodizierenden zellen meist schnell unter, daher insulinmangel. du kannst dann schon noch selber senken. durch verbrennung des zuckers, also anaerobe anstrengung, z.b. krafttraining, sprinten etc. aber das reicht realistischerweise nicht, um einen nachhaltig gesunden bz-verlauf zu erzeugen.




    Das musst Du mir mal zeigen...

    Ohne Insulin ist nix mit "zuckersenken durch Sport".
    Eine ordentliche Versorgung mit Basalinsulin ist bei Typ 1 Voraussetzung. Und wenn Sport, dann regelmäßig. Sonst kann man sich gleich verschiedene Basalraten parat legen...
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 1905
    Mitglied seit: 14.11.2014
    am 19.01.2015 23:12:19
    [quote=Michaelah;73972
    ... ist der hba1c in der Diagnosestellung nicht geeignet sondern nur später als Hilfswert. (meine Mutter will dass nicht glauben, ihr arzt erzählt es ihr anders, aber alte Leute eben :) )
    Man kann ihn nutzen wenn er durch einen ogtt flankiert wird. Ansonsten würde ich alles genauso raten wie es purea hier vorgeschlagen hat, auch mit der Ernährung kann sie sicher noch gute Tipps geben. Ich habe jetzt gelesen daß Linsen vor allem den Blutzucker sinken lassen, ist dass nur ein Gerücht? Dort stand wegen der vermehrten Arbeit die der Magen zu verrichten hat. Was sagst Du dazu purea.
    Grüße [/quote]



    Interessant.
    Zum Hilfswert hätte ich jetzt echt gerne mal eine Erklärung.

    Und Linsen als Blutzuckersenker... probier das doch mal aus.
    Kleiner Tipp: Nach 2 Stunden wird's interessant. ..
    Zum
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 891
    Mitglied seit: 26.02.2014
    am 19.01.2015 23:35:23
    @Typeinser: das müsste theoretisch schon gehen. aber ich schränkte direkt ein, dass es realistischerweise keine option darstellt. wenn du, theoretisch angenommen, 24 stunden dich bei einem puls ab 80% veraugaben würdest, dann könnte dein bz vermutlich auch bei null-insulin-sekretion stabil laufen. jetzt mal angenommen, dass du nicht vorsätzlich 500g gelösten zucker trinkst.

    aber wie gesagt, das ist ja weit entfernt von praktikabel.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 1905
    Mitglied seit: 14.11.2014
    am 19.01.2015 23:46:16
    @purea

    Ohne Insulin kannst du am tag 30 stunden bei 80% laufen -der Blutzucker steigt.

    Die Leber ist dran schuld. Die stellt Deine Glukoseversorgung sicher. Auch wenn Du 0 Kohlenhydrate futterst und das 70 Jahre lang... ohne ausreichend Insulin im Blut wird der BZ steigen.
    Metformin ist ein Medikament, das die Glukoseausschüttung bremst. Wird mittlerweile auch bei Typ 1 mit Einstellungsproblemen genutzt.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 20.01.2015 00:27:21
    purea schrieb:
    @Typeinser: das müsste theoretisch schon gehen. aber ich schränkte direkt ein, dass es realistischerweise keine option darstellt. wenn du, theoretisch angenommen, 24 stunden dich bei einem puls ab 80% veraugaben würdest, dann könnte dein bz vermutlich auch bei null-insulin-sekretion stabil laufen. jetzt mal angenommen, dass du nicht vorsätzlich 500g gelösten zucker trinkst.

    aber wie gesagt, das ist ja weit entfernt von praktikabel.



    und wie sollte Glukose ohne Insulin zum "bei puls 80% verlaufen" in die Muskelzellen kommen?

    ------------------------------------------
    Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 891
    Mitglied seit: 26.02.2014
    am 20.01.2015 01:56:30
    Verstehe, das geht so in der Tat nicht.
  • Michaelheuer

    Rang: Gast
    am 20.01.2015 07:13:07
    eben eine frau vom fach :)
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 89
    Mitglied seit: 24.07.2014
    am 13.03.2015 10:25:06
    Hallo!

    Es ist schon länger her, dass ich beim Diabetologen war. Aber es gibt soweit erstmal gute Nachrichten. Meine GAD Antikörper sind tatsächlich weniger geworden. Zwar nicht viel und sie sind immer noch leicht erhöht, laut Diabetologe aber nicht weiter besorgniserregend.

    Mein hba1c liegt bei 5,4, der passt also auch.

    Dafür spielt meine Schilddrüse komplett verrückt. Bei der Blutentnahme hatte ich eine heftige Schilddrüsenüberfunktion, was laut Diabetologe wohl auch die teilweise leicht erhöhten BZ-Werte erklärt.

    Es wurde dann nochmal Blut abgenommen, um die kompletten Schilddrüsenwerte zu untersuchen. Plötzlich hatte ich eine Schilddrüsenunterfunktion. Meine Schilddrüse macht quasi was sie will. Laut Arzt kommt das noch von der Schwangerschaft. Das wird jetzt aber mit Tabletten behandelt und weiter überwacht.

    Wollte euch nur mal informieren. Schönes Wochenende euch! :-)

    LG
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 13.03.2015 10:29:37
    Danke für die Rückmeldung und weiter Daumendrück :)

    ------------------------------------------
    Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.