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Wie kommt Glucose bei Diabetis 2 in die Zelle?

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    Mitglied seit: 20.12.2015
    am 20.12.2015 15:22:44 | IP (Hash): 774891638
    Hallo an das forum!! Habe 2 Verständnisfragen! Wenn bei diabetis 2 die glucose nicht mehr gut in zellen gelangt! Wie bekommt die zelle bzw der körper besonders das gehirn denn dann ausreichend energie? Der fehler liegt ja bei dem übergang in die zelle und nicht beim insulin selber!? Hat mann dann nicht grundsätzlich einen energiemangel??

    Bei diabetis 2: Wenn mann einen wert von 160 hat und 2 stunden später 120- heisst das doch das die verarbeitung klappt! Aber wie denn a wenn die aufnahme nicht klappen soll?? Diabetis 2 heisst doch das die aufnahme in die zelle nicht richtig läuft! Wie kann dennoch abgebaut werden???

    Danke!

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    am 20.12.2015 15:48:17 | IP (Hash): 1993995079
    Hallo Dingo,

    die Nervenzellen nehmen Glukose insulininabhängig auf. Über die Energieversorgung des Gehirns brauchst du dir auch als Diabetiker keine Sorgen zu machen.

    Die Muskelzellen (die peripheren und die der Organe) brauchen Insulin, um die Glukose in die Zelle zu schleusen. Wenn diese Zellen beim Typ 2er insulinresistent werden, dann wird dafür mehr Insulin gebraucht. Dieses Mehr an Insulin muss deine BSD bereitstellen oder du musst es spritzen. Du sorgst mit Tabletten oder Insulin dafür, dass so viel Insulin im Blut ist, wie unter Berücksichtigung der Insulinresistenz benötigt wird, andernfalls würde dein BZ immer weiter ansteigen.
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    am 20.12.2015 17:43:04 | IP (Hash): 774891638
    Danke! Verstanden, d. H. Insulinresistent heisst nicht, da geht garnichts mehr in die zellen, sondern schlechter und dafür mehr insulin!

    Mein ansatz war halt, wenn die zellen insulinresistent sind- dann würde mehr insulin ja auch nicht helfen!! Wenn was nicht geht dann gehts halts auch nicht mit mehr insulin!

    D.h alle medikamente beziehen sich auf mehr insulin- und nicht auf " insulinresistent heilen"


    Die zweite frage war ähnlich: wenn bei diabetis 2 menschen generell doch noch blutzucker abgebaut wird- also z.b von 160 auf 120 heisst das doch- das alles noch klappt- nur ggf. Langsamer!?

  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    am 20.12.2015 18:43:52 | IP (Hash): 1993995079
    Ja, es klappt alles noch, dafür wird aber mehr Insulin benötigt. Langsamer eigentlich auch nicht. Das liegt nur daran, dass du weder mit Tabletten noch mit gespritztem Insulin das Insulin genau zum richtigen Zeitpunkt ins Blut bekommst, wie es bei Stoffwechselgesunden die BZ-Automatik hinkriegt.

    Es gibt bisher keine Medikamente, die die IR verringern außer Metformin, das wahrscheinlich ein kleines bisschen auch in diese Richtung wirkt. Die Glitazone (Actos und Avandia) haben das zu einem gewissen Teil gemacht. Die mussten aber vom Markt genommen werden, weil sie HKE gepuscht haben und die Leute davon zugenommen haben.

    Du selbst kanst aber gut etwas gegen die IR tun, indem du dich regelmäßig kräftig bewegst und bei deinem Essen die KH modert reduzierst. Die Experten sind sich noch nicht einig, ob bei der Bewegung Kraftsport oder Ausdauersport wirkungsvoller ist. Am sinnvollsten ist wohl eine Mischung aus beidem.
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    am 21.12.2015 01:22:47 | IP (Hash): 69997691
    Dingo schrieb:
    Danke! Verstanden, d. H. Insulinresistent heisst nicht, da geht garnichts mehr in die zellen, sondern schlechter und dafür mehr insulin!




    Ist ja eine Resistenz und keine Immunität :-)

    Dingo schrieb:

    Die zweite frage war ähnlich: wenn bei diabetis 2 menschen generell doch noch blutzucker abgebaut wird- also z.b von 160 auf 120 heisst das doch- das alles noch klappt- nur ggf. Langsamer!?




    jein.

    (alle(!) Zahlen rein fiktiv)

    wenn Du ein Eis ist, dann braucht ein Gesunder vielleicht 10 Insulineinheiten (IE). Die BSD gibt 1IE/6min ab. Dann sind nach einer Stunde die nötigen 10 IE da gewesen.

    Einer mit Diabetes Typ 2, der braucht vielleicht 60 IE. die BSD geht an ihre Grenzen und gibt 1,5 IE/6min ab (was auf Dauer auch nicht gut für sie ist). Dann braucht es immer noch 4 Stunden statt einer für einer um das benötigte Insulin ins Blut zu bringen.

    Dumm nur, nach 3 Stunden will er eine Cola trinken, mehr als die 1,5 / 6 min kann die BSD nicht, sie muß jetzt aber gegen den verbleibenden Zucker vom Eis UND die Cola ankämpfen ...

    Und dann kommt noch hinzu, daß die Leber auch immer mal wieder gerne Zucker neu erzeugt ... die BSD kommt also nicht oder nur seeehr langsam hinterher. Und dann schaukeln sich Werte unbehandelt auch mal auf 500er Blutzucker oder mehr auf. Nicht gut, gar nicht gut.


    Oder anders formuliert: Ein Glas kannst Du auch mit einem dünnen Strohhalm austrinken. Aber wenn dann dauernd wer mit der Karaffe nachfüllt, wird es eng für dich :-)
    Bearbeitet von User am 21.12.2015 01:24:06. Grund: .
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    am 22.12.2015 12:05:01 | IP (Hash): 1452089213
    @Tarabas,
    der Strohalmvergleich ist echt gut - den muss ich mir merken. :=)

    Hallo Dingo,

    es gibt noch eine andere Ursache dafür, dass bei Insulinresistenz die Versorgung der Zellen mit Energie nicht gestört ist. Die Muskelzellen bedienen sich ja zuerst mal der in den Glycogenspeichern gespeicherten Glukose. Die IR führt lediglich dazu, dass die Glykogenspeicher nicht so schnell wieder aufgefüllt werden. Bei normalem Energiebedarf ist das absolut kein Problem.

    Zum Problem könnete das bestenfalls bei kräftigem Sport und dem dadurch erhöhten Energiebedarf werden. Das wird es aber auch nicht, weil dann die IR nicht mehr wirkt und die Glukose wieder mit weniger Insulin in die Zellen geschleust wird. Ich glaube nicht, dass deine Vorstellung von fehlender Energie bei Insulinresaistenz richtig ist.
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