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Ketoazidose!
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am 12.02.2016 23:02:29 | IP (Hash): 1626994444
Hallo liebe Leute,
ich bin etwas verwirrt was das Thema Ketoazidose angeht. Ich weiß, dass man bei zu hohem Zuckerwert so etwas bekommen kann, aber was ich heute gelesen habe, verstehe ich nicht:
Bei drastischer Reduzierung der Kohlenhydrate, kann ein Diabetiker Typ 2, auch in diese gefährliche Ketoazidose geraten, auch wenn der Blutzuckerwert im grünen (!) Bereich ist. Wie ist das denn zu verstehen?
Ich nehme nur gut ab, wenn ich die Kohlenhydrate reduziere. Auch mein Blutzuckerwert ist dann in Ordnung.
Habe ich mich die ganze Zeit in Gefahr gebracht, weil ich als Diabetikerin Typ 2, die Kohlenhydrate drastisch reduziert habe, somit in Ketose war - und eine Ketoaszidose provoziert habe?
Auf der anderen Seite - es gibt so viele Seiten und auch Videos, in denen gerade diese kohlenhydratarme Ernährung, bei Diabetes Typ 2, empfohlen wird. Irgedwie ist das doch widersinnig, nicht wahr?
Vielen Dank für eure Hilfe! :-)
LG
Gudrun -
am 12.02.2016 23:28:40 | IP (Hash): 811271041
Hallo Gudrun,
sieh dir genau an, wer so etwas daher quatscht. Und wenn es wirklich jemand ist, dem du sonst eigentlich glauben kannst, dann fordere von ihm Fakten ein. Ich denke nicht, dass dir jemand (außer in dem unten beschriebenen Sonderfall) so etwas liefern kann. Eine Ketoazidose kann bei absolutem Insulinmangel entstehen und tritt zusammen mit hohem BZ, mindestens 250 mg/dl, auf. Ketose und Ketoazidose sind zwei vollkommen unterschiedliche Sachen, die nur das Auftreten von Ketonkörpern gemeinsam haben. Bei einer Ketoazidose werden allerdings viel mehr Ketonkörper produziert, so viel, dass eine gefährliche Übersäuerung entsteht. Das ist bei der normalen Ketose nicht der Fall, die ist ein gesunder und ganz natürlicher Zustand.
Nun zu dem Sonderfall, auf den sich eventuell auch dein Berichterstatter bezieht. Bei den ganz neuen SGTL2-Hemmern sind einige wenige Fälle von Ketoazidose bei fast normalen BZ und ohne absoluten Insulinmangel aufgetreten. Hier ist dazu z.B. ein Artikel aus dem Aertzteblatt: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/62855. Dabei handelt es sich aber um eine (ganz seltene) Nebenwirkung von dem Medikament und hat überhaupt nichts mit der normalen Ketose zu tun. Du kannst dich ganz beruhigt weiter KH-arm ernähren - für deine BZ ist das ganz bestimmt sehr gut.
Beste Grüße, Rainer
Bearbeitet von User am 12.02.2016 23:30:39. Grund: .2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 12.02.2016 23:43:53 | IP (Hash): 1626994444
Rainer schrieb:
Hallo Gudrun,
sieh dir genau an, wer so etwas daher quatscht. Und wenn es wirklich jemand ist, dem du sonst eigentlich glauben kannst, dann fordere von ihm Fakten ein. Ich denke nicht, dass dir jemand (außer in dem unten beschriebenen Sonderfall) so etwas liefern kann. Eine Ketoazidose kann bei absolutem Insulinmangel entstehen und tritt zusammen mit hohem BZ, mindestens 250 mg/dl, auf. Ketose und Ketoazidose sind zwei vollkommen unterschiedliche Sachen, die nur das Auftreten von Ketonkörpern gemeinsam haben. Bei einer Ketoazidose werden allerdings viel mehr Ketonkörper produziert, so viel, dass eine gefährliche Übersäuerung entsteht. Das ist bei der normalen Ketose nicht der Fall, die ist ein gesunder und ganz natürlicher Zustand.
Nun zu dem Sonderfall, auf den sich eventuell auch dein Berichterstatter bezieht. Bei den ganz neuen SGTL2-Hemmern sind einige wenige Fälle von Ketoazidose bei fast normalen BZ und ohne absoluten Insulinmangel aufgetreten. Hier ist dazu z.B. ein Artikel aus dem Aertzteblatt: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/62855. Dabei handelt es sich aber um eine (ganz seltene) Nebenwirkung von dem Medikament und hat überhaupt nichts mit der normalen Ketose zu tun. Du kannst dich ganz beruhigt weiter KH-arm ernähren - für deine BZ ist das ganz bestimmt sehr gut.
Beste Grüße, Rainer
Hallo Rainer, schön dich mal wieder zu lesen. :-)
Ich weiß, dass Ketose und Ketoazidose zwei paar Schuhe sind. Genau darum geht es mir. Ich habe mittels verschiedener Internetseiten gelesen, dass diese Ketoazidose auch eintreten kann, wenn man einen guten (!) Blutzuckerwert hat. Alleine aus dem Grund, weil man Diabetiker ist. Typ 1 sehr hoch, aber auch Typ 2, soll diesbezüglich betroffen sein.
Ich konnte deinen Link nicht so schnell lesen - meinst du vielleicht das Metformin? Das nehme ich.
Wieso ist es nun möglich, dass ein Diabetiker Typ 2 bei kohlenhydratarmer Ernährung in eine Ketoazidos geraten kann, obwohl der BZ-Wert okay ist.
Also der Zusammenhang zwischen Typ 2 und kohlenhydratarmer Ernährung. Das kapiere ich nicht. Jetzt bin ich seit heute so verängstigt, dass ich mir für morgen Keton-Teststreifen bestellt habe.
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am 13.02.2016 00:01:34 | IP (Hash): 811271041
Gudrun schrieb:
Ich konnte deinen Link nicht so schnell lesen - meinst du vielleicht das Metformin? Das nehme ich.
Nein, es geht nicht um Metformin, sondern um die neuen SGTL2-Hemmer (Forxiga u.ä.). Aber auch da ist es nur in ganz ganz wenigen Fällen aufgetreten. Die Wahrscheinlichkeit ist vergleichbar mit der Chance, vom Blitz getroffen zu werden. Solche Sachen werden aber von manchen gerne ausgeschlachtet. Wenn du das Medikament nicht nimmst, betrifft dich das gar nicht.
Lass dir doch nicht grundlos solche Angst einjagen. Wobei moderate KH-Reduzierung, bei der du nur selten und nicht tief in Ketose kommen wirst, für deinen BZ auch schon viel hilft.
Beste Grüße, Rainer2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 13.02.2016 00:10:12 | IP (Hash): 1626994444
Du hast mir sehr viel von meiner Angst genommen. Ich danke dir dafür. Weißt du, am Wochenende, wo man keinen Arzt um Rat fragen kann, gerade auch so speziell, ist man dann gleich so aufgeschmissen.
Ich wünsche dir eine gute Nacht.
Lieben Gruß
Gudrun :-) -
am 13.02.2016 11:23:35 | IP (Hash): 2135641381
Moin Rainer,
schon interessant, was sich in solch einem fachologisch angstmachenden Artikel an sinnbefreiter Erklärung findet:
schrieb:
Da die Glukose nicht verwertet werden kann, verbrennt der Körper sie zu Ketonkörpern. Der Blutzuckerspiegel steigt stark an.
Danke für den Link! Voll genijahl ;)
Bisdann, Jürgen
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.