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Klausur - Zeitverlängerung bei Hyperglykämie
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matthias
Rang: Gastam 28.01.2009 17:02:06
Hallo, da bei meiner Tochter demnächst die Abiturklausuren anstehen steht die Frage nach einer optionalen Zeitverlängerung im Falle einer ÜBERzuckerung an ( Unterzuckerung wird wohl akzeptiert ). Wer hat da schon Erfahrung mit Anträgen bei Schulbehörden, besonders dem RP in BW ? Gibt es da allgemeine Richtlinien ?
Danke im voraus -
Jürgen
Rang: Gastam 28.01.2009 18:41:06
Vielleicht überlegst Du mal am Beispiel hier
http://www.diabetes-world.net/Portal-fuer-Patienten-und-Interessierte/Lebenssituationen/Prominente/Carsten-Fischer.htm?ID=3795
wo der Carsten Fischer welchen Antrag stellen müsste, wenn er im Spiel oder im ärztlichen Einsatz plötzlich zu wenig oder zu viel Zucker hätte ? von Jürgen -
Nora
Rang: Gastam 28.01.2009 22:54:01
Ich verstehe nicht ganz, warum das nötig ist. Ich habe meine Abi auch ganz normal geschrieben, hatte auch ein bisschen hohe Werte (Aufregung), habe aber trotzdem ein sehr gutes Abi geschrieben.. sie soll davor eben normal spritzen inkl. Korrektur, TZ mitnehmen zur Klausur und dann dürfte das doch passen... finde ich etwas komisch, ich würde da nichts mit Anträgen machen!! von Nora -
matthias
Rang: Gastam 29.01.2009 11:35:16
Hallo,
unsere Tochter hatte bei einer Klausur ( ca 2 Std ) bereits ein Problem mit hohem BZ. Sie dachte der höhere BZ käme von der Aufregung und nicht von dem unerkannt verrutschten Katheder. Sie hatte zwar nachgespritzt, aber das war nicht angekommen. => BZ stieg weiter. wg der kürze der Arbeit hat sie natürlich nicht mehr nachkontrolliert.
Die Schulleitung hat sich inzwischen aber kooperationsbereit gezeigt und wir sind dabei eine praktikable Regelung zu vereinbaren.
Um es klar zu sagen: es geht nicht um einen Wattebausch / Freifahrtschein. In den lezten Jahren hat sie bspw. keine Schulzeit wg Diabetes versäumt. -
Jürgen
Rang: Gastam 29.01.2009 12:07:01
Hier schreibt ab und zu ein Typ1 mit, dessen Wunschberuf davon abhängt, dass er seinen BZ auch dann zuverlässig ohne Hypo und Hyper im gesunden Bereich hält, wenn er bei wechselnder und z.T. erheblicher körperlicher Belastung in 24 Stunden keine festen oder vorher planbaren Zeiten zum Messen, Spritzen und Essen hat. Dass er das zuverlässig so hinkriegt, hat er seinem Dienstherren über längere Zeit unter enger Beobachtung unter Einsatzbedingungen nachweisen müssen.
Will sagen, solche Schwankungen, wie Du sie für Deine Abiturientin fürchtest, lassen sich mit dem passenden Verhalten von vornherein ausschließen. Frau muss allerdings willens sein, sich das weit über die normale Einstellung hinaus systematisch selbst zu erarbeiten. Könnte mir vorstellen, dass so ein Projekt so kurz vor dem Abi ein bisschen viel ist. Aber wer seinen BZ absolut sicher zu steuern gelernt hat, ist auch im Rennen um eine gute Ausbildung und einen guten Job eindeutig im Vorteil :-) von Jürgen -
Michaela
Rang: Gastam 29.01.2009 13:05:16
Also - Unglücke gibt's immer mal. Bei dem von Jürgen beschriebenen Fall werden sie durch sehr disziplinierte Lebensweise ausgeschlossen (die z.B. die Verabreichung von Basalinsulin überflüssig machen, und hier gibt's auch keine technischen Pumpendefekte mangels Pumpe).
Ich hatte auch mal eine (Uni-)Klausur, die ich mit Zystitis und zusätzlich defekt gewordenem Katheter geschrieben habe. Die hätte ich schon ganz gerne wiederholt, wobei mir eine Zeitverlängerung definitiv nichts gebracht hätte. (Den Nutzen hiervon sehe ich für eine generelle Hyperglycämie auch nicht.)
Aber - um die Frage zu beantworten: Ich wusste nicht einmal, dass es solche Anträge überhaupt gibt, und weiß von keinem Fall hierzulande (SL).
In der konkreten Situation würde ich es mal drauf ankommen lassen - die meisten Klausuren erlauben ja z.B. auch (zeitlich wie organisatorisch) eine Unterbrechung, um mal auszutreten. In der Zeit kann man auch einen BZ-Test machen und ggf. reagieren.
Viel Erfolg für Deine Tochter. :) von Michaela -
klausdn
Rang: Gastam 29.01.2009 13:35:36
hallo michaela,
der von jürgen angegebene ist t1 diabetiker und "kann"
garnicht auf basal verzichten, daher ist deine interpretation nicht richtig.
was bei den og aussagen mir auffällt, ist die blauäugigkeit (das ist beileibe nicht böse gemeint)
"nur" wer mit pumpe auf reisen geht, und keine spritze oder pen mit nimmt, dem wird schlamperei vorgeworfen.
"denn" es kann ja außer katheter auch pumpenprobleme geben.
daher ! nimmt man zu wichtigen sachen, einen pen zur reserve/korrektur mit, dann ist "ein" problem schon mal draußen.
mfg. klaus von klausdn -
Michaela
Rang: Gastam 29.01.2009 16:56:23
Hi Klaus,
falls ich den gleichen meine wie Jürgen hat der mir erklärt, dass er ohne zusätzliche Basalgabe auskommt und nur Bolus braucht, dank entsprechendem Trainingszustand. Vielleicht hat sich das ja geändert, ist schon länger her, dass ich ihn gefragt habe.
Abgesehen davon wollte ich hier nur einen Gegenpol gegen die hier gern gemachte Aussage stellen, dass die einzige Problemlöse-Strategie das Vermeiden von "Schlamperei" ist, was zwangsläufig auch immer funktionieren soll. Das tut es halt nicht.
Ich persönlich gönne jedem so viel "Schlamperei" wie er / sie verantworten will. Und klar kann man Ersatzpen und -Katheter dabei haben, aber der Anstieg auf 300 kann nur dann vermieden werden, wenn man auf der Stelle merkt, dass der defekte Katheter schuld ist, und das merkt man nicht immer gleich (und bei jedem Wert von 180 den Katheter wechseln ist Overkill, oder?)
Gruesse
Michaela -
klausdn
Rang: Gastam 29.01.2009 17:51:25
hallo ,
jürgen und ich meinen flashbang(erich) und bei dem weiß ich zu 100% daß er basis spritzt(ohne gehts beim t1 mit noch soviel training nicht).
und niemand hat vom katheterwechsel gesprochen, wenn 180 anliegen (ohne anderen grund) ist die pen methode einfach die sicherere. denn wer verhaut wegen hyper schon mit freuden eine klausur.
vor allem da es leute gibt die bei streß gen himmel schießen(die wissens im allg.)
mfg. klaus von klausdn