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Wie wollt ihr richtig behandelt werden?
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am 22.07.2016 07:51:55 | IP (Hash): 2108455638
Elfe schrieb:
Oh je, was habe ich da verursacht.
Im Prinzip ja nicht ;-))
Zeigt ja nur deutlich, dass man sich selbst um seinen Zucker kümmern muss!
Wenn man als Angehöriger in die Aufpasser-Rolle gedrängt wird, bringt das beiden nichts.
Ich persönlich finde es OK, wenn man mir wortlos eine "echte" Cola reicht wenn ich Anzeichen einer Hypo habe.
Mich darauf ansprechen ist in solchen Momenten seeeehr kontraproduktiv!
Zuhause beschränkt sich der Anteil "Partner behandelt mit" auf "in 10 Minuten ist Essen fertig" – der Rest ist dann wieder mein Problem.
@Minni-Maus
Schau doch mal in einer Forum für Dia-Kids. Da findest Du genau die Situation vor: Eltern kümmern sich um die Krankheit der Kinder. Mit all den kleinen und großen Problemen... heimliches Naschen, Probleme mit Hypowahrnehmung... -
am 22.07.2016 10:42:34 | IP (Hash): 505840041
Hallo Zusammen!
Vielen, vielen lieben Dank für eure Worte. V.a. Danke an Elfe für dein Mitgefühl!
Es ist schön zu lesen, dass es eben auch anders geht und man das alles doch mehr im Griff haben kann.
Da hat mich meine Intuition wohl doch nicht getäuscht.
Ich fürchte nur, das alle Kommunikation mit meinem Freund, sei es mit viel Verständnis oder auch mal mit klaren Worten nichts bringen wird.
Ich habe ihm inzwischen erzählt, dass ich mich hier informiere. Dachte, er hört vielleicht mehr auf andere Diabetiker. Aber Pustekuchen!
Hab ihm das mit der Wahrnehmungsschulung erzählt und ihn gefragt, ob er sich das vorstellen könnte.
Da hat er aber sofort abgeblockt. Er meinte davon schon gehört zu haben, aber dass das nix für ihn sei, weil das wohl nur für die Leute in Frage kommt, die wohl gar keine Symptome eines UZ mehr bekommen, also nicht mal mehr Kaltschweiss, zittern, krampfen usw. Anscheinend hat wohl selbst die Ärztin gesagt, dass das für ihn nix sei. Als ich dann fragte, ob das nicht vielleicht trotzdem was wäre, fühlte er sich gleich bedrängt, meinte ich will ihn irgendwo "reinstecken" und das er jetzt sowieso keinen Nerv und Zeit dafür hätte... (Er hat seit zwei Monaten ne neue Arbeit, klar das ist Stress, das kann ich auch verstehen). Dann hat er mir noch gestanden, dass er sogar seine letzte Blutabnahme nicht wahrgenommen hat. Weil er wohl Sorgen wegen der Arbeit hatte.
Also, ich renne da echt gegen ne Wand.
Dann meinte er noch dass es bei ihm schon immer so wahr, dass er den UZ gar nicht, oder viel zu spät bemerkt. Ja, was soll ich da noch sagen?
Das mit der Aufpasserrolle ist echt wahr! Die hab ich wohl, aber er checkt gar nicht, dass er mich ja eigentlich dazu treibt, und beschwert sich aber dann, wenn ich sie einnehme...
Man kann schon mit ihm reden, er ist eigentlich echt ein toller Typ, aber Diabetes ist ein no-go-Thema.
Ich glaube, er hat immer noch nicht akzeptiert, das er es hat. Er ist sehr oft richtig sauer, dass er sich damit aueinandersetzen muss und schimpft oft über den Diabetes.
Wahrscheinlich ist das das Hauptproblem. Er sieht es quasi wie eine Strafe des Schicksals, dem er sich nicht beugen möchte.
Schade finde ich, dass er gar nicht sieht, wie gut ich die Problematik eigentlich nachvollziehen kann, sondern nur dass ich mich "einmische"....
Am liebsten würde ich ihm, diese ganzen Beiträge zu meinem gestellten Thema zeigen, aber ich fürchte der Schuss würde nach hinten los gehen.
Aber nun weiß ich, es geht auh anders. Ich hoffe er würde das genaso sehen. Aber ich fürchte, ich werde es nicht schaffen ihn davon zu überzeugen...
Aber nochmal danke an euch alle! Es tut gut verstanden und ernst genommen zu werden!
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Elfe
Rang: Gastam 23.07.2016 00:35:35 | IP (Hash): 101547598
Minnie-Maus schrieb:
Hab ihm das mit der Wahrnehmungsschulung erzählt und ihn gefragt, ob er sich das vorstellen könnte.
Da hat er aber sofort abgeblockt. Er meinte davon schon gehört zu haben, aber dass das nix für ihn sei, weil das wohl nur für die Leute in Frage kommt, die wohl gar keine Symptome eines UZ mehr bekommen, also nicht mal mehr Kaltschweiss, zittern, krampfen usw. Anscheinend hat wohl selbst die Ärztin gesagt, dass das für ihn nix sei.
Hallo Minnie-Maus,
die Wahrnehmungsschulung ist für Menschen gedacht, bei denen sich UZ-Vorfälle häufen - bei mir waren das viele Werte um die 50 - 60, bei einigen 30ern bekam ich dann vom Arzt die rote Karte = Schulung. Dort wird gelehrt, daß man Werte mindestens über 60 aufspüren kann, einem Bereich, bei dem man sich selbst helfen kann.
Die geschilderte Reaktion der Ärztin halte ich für unverantwortlich.
ABER, weiß sie überhaupt von den Vorfällen ? Schreibt dein Partner seine Werte in ein Tagebuch oder nutzt eine App ? Ohne ehrliche Kommunikation kann auch ein Arzt nicht richtig helfen.
Da du gerade seine Arbeit angesprochen hast, hoffe ich mal, daß die Kollegen informiert sind.
Ihr trefft euch dann wieder zum Abendessen.
Du könntest ev. mal versuchen, die BEs abzuschätzen.
BE sind 12 g Kohlenhydrate, neuerdings wird mit KE sind 10 g Kohlenhydrate gerechnet.
Hast du ein verarbeitetes = verpacktes Lebensmittel sind Kohlenhydrate angeben, eine Null abstreichen ergeben dann die KEs.
Es gibt auch Werte für Grundnahrungsmittel
z.B. https://www.lilly-pharma.de/de/gesundheit/diabetes/infomaterial.aspx
Die gespritze Insulin-Menge bekommst du wahrscheinlich nicht zu sehen.
Aber ev. könnten dir Zusammenhänge auffallen, wann 's schief geht ?
Nudeln/Reis sind z. B. schwierig - Angaben auf der Verpackung betrifft die Trockensubstanz, erfordert nach Kochen wiegen und rechnen nach Wasseraufnahme (Salzkartoffeln sind für mich mit 65 g bei 1 KE auch als Sattmacher viel sympathischer).
Bitte nicht falsch verstehen, dein Partner sollte das wissen, aber ev. hilft dir das mit Bauchgefühl den Abend und Nacht besser zu überstehen.
Auch die Wirkungszeit des Insulins spielt eine Rolle. Nach ca. 3 Stunden ist die Wirkung zu sehen und sollte sich im besten Fall mit der aufgespaltenen Nahrung treffen und der Blutzuckerwert ok. sein.
Soll heißen, deine 'Aufpasser'-Zeit begrenzt sich, fällt aber ev. in die Nachtruhe.
Aber vielleicht kommt ihr auch über gemeinsames Kochen mit KE-Einschätzung in einen Dialog.
Du wirst dann mit einbezogen und dein Partner fühlt sich hoffentlich nicht kontrolliert.
Mit besten Grüßen
Elfe -
am 23.07.2016 08:17:53 | IP (Hash): 1617049405
Meine 2 gemeinen Cents:
Mit über 35 Jahren ist Mann in seinen alltäglichen Gewohnheiten fest eingefahren und ausgelatscht. Und mit 20 Dienstjahren Typ1 kennt Mann, was es dazu gibt, und hat davon drauf, was Mann für sein für ihn ausreichendes Auskommen damit drauf haben mag. Das schließt auch die von Dir beklagten Hypos ein.
Er weiß, dass er mit so ner Hypo zwar ne mehr oder weniger armselige Figur macht und krampft und dass auch für ein paar Minuten bis ne halbe oder auch mal ganze Stunde das Licht ausgehen klann. Und dann geht es auch wieder an. Und dann brummt zwar der Kopf, aber wenn er sich den beim Krampfen nicht ernsthaft gestoßen hat, ist auch ohne Notfallspritze und ohne Notarzt und ohne Notaufnahme weiter nix passiert.
Klar könnte Mann seinen Umgang mit seinem Diabetes SOFORT TOTAL umkrempeln, wenn das für ihn unausweichlich dafür notwendig wäre, ein Ziel zu erreichen, das er unbedingt über das hinaus erreichen wollte, was er bislang ohne solches Umkrempeln erreicht hat und täglich erreicht. Ja einschließlich der gegenwärtigen Lebenspartnerschaft.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
Elfe
Rang: Gastam 23.07.2016 16:54:00 | IP (Hash): 101547598
Hallo Minnie-Maus,
habe dir als Ergänzung noch eine Nachricht geschickt.
Die kannst du (nur) sehen, wenn du angemeldet bist.
Gruß Elfe