Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
CGM - 2016
-
am 22.11.2016 16:54:40 | IP (Hash): 2124741072
Hallo zusammen!
Meine Frau ist Diabetikerin Typ 1 (Seit 10+ Jahren) und ich interessiere mich sehr für ihr Wohlergehen.
Auch wenn für die meisten Diabetiker das Fingerstechen zum Alltag gehört, ist es manchmal auch eine Last, die vor allem in der Phase der Nachwuchsplanung und der vermehrten Messungen zu Frustrationen führen kann.
Da wir uns aktuell in besagter Phase befinden und der Glukosespiegel meiner Frau zuletzt gerne Achterbahn gefahren ist, habe ich mich über die Möglichkeiten informiert.
Ich bin vor ca 1,5 Jahren schonmal bei einem Kollegen auf das FreeStyle Libre gestoßen und war gleich davon fasziniert.
Eine Nachfrage bei meiner Krankenkasse (AOK NW) ergab aber, das diese aufgrund von Misständen in den Prüfverfahren, sowie Datenschutzbedenken nicht finanziert werden.
Man sagte mir aber, das die Krankenkasse gerne eine Verordnung von Realtime-Geräten (CGM) entgegennimmt.
Eine Recherche via Google ergab leider nur mäßig viel interessante Informationen. (DexCom G4, ...)
Gerade weil man sich mit dieser Krankheit "abgeben" muss, verstehe ich umso mehr das Verlangen nach Normalität. Eine Insulinpumpe und Geräte die unmittelbar und kontinuierlich mit dem Körper verdrahtet sind kommen für uns also nicht in Frage. ein CGM Gerät, welches aber Kabellos Informationen austauscht wäre eine wahnsinnige Erleichterung.
Gibt es hier CGM Benutzer, die mit Erfahrungen aushelfen können?
Viele Grüße aus dem Norden,
dym -
am 22.11.2016 17:50:49 | IP (Hash): 1315654326
schauma http://www.insulinclub.de/index.php?page=Board&boardID=72
----------------------------------------------
Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 22.11.2016 21:44:40 | IP (Hash): 1638492774
dym schrieb:
Eine Nachfrage bei meiner Krankenkasse (AOK NW) ergab aber, das diese aufgrund von Misständen in den Prüfverfahren, sowie Datenschutzbedenken nicht finanziert werden.
huch? Kannst Du da näheres sagen? Davon hab ich noch gar nix gehört!? Mißstände, Datenschutzbedenken beim Libre? -
am 23.11.2016 09:03:38 | IP (Hash): 397711354
Gewäsch. Dass Prüfverfahren manipuliert würden, wird gerne genommen, wenn sich um eine Leistung gedrückt werden soll. Soll heißen, dass das Teil dann halt auf dem Markt ist, obwohl es nicht funzt. Aber mein Libre funzt prima, wie bislang jeder Vergleich mit dem Messgerät gezeigt hat, nach dem ich mich seit Jahren richte.
Der Vorwurf der Daten-Unsicherheit betrifft die App. Die holt die Daten nicht nur auf’s Smartphone, sondern via Smartphone auch zu Abbott. Vielleicht z.B. dazu zu beobachten, in welchem Rahmen sich die Messungen über die 14 Tage beim Sensor verändern.
Was mich oder meine kranke Kasse daran verunsichern sollte, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.
----------------------------------------------
Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 23.11.2016 19:17:06 | IP (Hash): 692382678
Poth schrieb:
Das Libre bzw. die Kostenübernahme u./od. Bezuschussung wird von der AOK (in meinem Fall die AOK Hessen) zunächst mit fadenscheinigen Gründen abgelehnt - Habe meinen Widerspruch bis zum sog. "Widerspruchsauschuss der Krankenkassen" aufrechterhalten u. auch dieser sieht keine Gründe für einen Rechtsanspruch - Dieses mal allerdings mit einer (für mich!) nachvollziehbaren Begründung.
In dem Schreiben des sog. "Widerspruchsauschuss der Krankenkassen" heißt es (sinngemäß!).:
"Laut Urteil des Bundessozialgerichtes (sog. "CGM-Urteil") liegen die in SGB V §2 Abs. 1a genannten Gründe bei Diabetikern nicht vor u. daher muss ein Hilfsmittel durch den G-BA bewertet werden.".
Das Libre wurde vom G-BA bei seiner Bewertung der rtCGM vom 16.06.2016 eindeutig ausgeklammert. Das Libre wurde somit nicht bewertet u. es besteht kein Rechtsanspruch auf eine Kostenübernahme.
Die TK u. die DAK übernehmen die Kosten aufgrund einer Satzungsänderung - Die Frage ist allerdings ob sie ihre Satzung nicht auch wieder ändern...
Mein Favorit ist das Dexcom G5 - Denn dieses ist im Gegensatz zum Dexcom G4 für "Therapieentscheidungen" zugelassen!
Unter https://www.nintamed.eu/p/products/dexcomg4/faq heißt es nämlich.:
schrieb:
Kann ich auf die Blutzuckermessungen mit den Teststreifen verzichten...
Nein! Das Dexcom G4 Platinum–System ist nicht als Ersatz für ein Blutzuckermessgerät konzipiert. Entscheidungen in Bezug auf die Behandlung dürfen nicht ausschließlich aufgrund von Ergebnissen des Systems getroffen werden. Sie müssen die Ergebnisse der Gewebezuckermessung durch ein Blutzuckermessgerät bestätigen, bevor Sie therapeutische Anpassungen vornehmen.
Unter https://www.nintamed.eu/p/products/dexcomg5/therapie heißt es.:
schrieb:
Um Therapieentscheidungen treffen zu können, war es bisher zur Kontrolle der rtCGM-Werte notwendig eine Blutzuckermessung durchzuführen. Das Dexcom G5 Mobile CGM-System ermöglicht Ihnen über den gesamten Glukosemessbereich (40-400 mg/dl, 2,22-22,2 mmol/l) unter folgenden Voraussetzungen eine Anpassung Ihrer Therapie auf Basis Ihrer angezeigten rtCGM-Informationen durchzuführen.
Das das Libre jemals in den Hilfsmittelkatalog aufgenommen wird bezweifel ich (u. viele andere) da das Verfahren langwierig u. kostenintensiv ist -Abbott hat m.M. nach beim Libre darauf gehofft das der G-BA es mit durchwinkt.
Es wird also in absehbarer Zeit dabei bleiben das das Libre eine freiwillige Leistung der Krankenkasse ist. Einen Rechtsanspruch darauf hat man nicht u. wenn die Krankenkasse die Kosten nicht übernehmen will, dann hat man nur die Möglichkeit ein rtCGM zu beantragen od. Die Krankenkasse zu wechseln.
Desweiteren scheint die Nachfrage nach dem Libre (od. man hat sich als die neue Produktionstätte gebaut wurde gehörig verkalkuliert?!) schon wieder rückläufig zu sein, denn im Moment erhalten viele TK- u. DAK-Versicherten mit ihrer "Quartalslieferung" nur noch Sensoren die bereits in 8 Wochen ablaufen... -
am 23.11.2016 21:04:41 | IP (Hash): 397711354
auf en Päckchen, die ich vorige Woche via tk gekriegt hab, steht 2017-2-28
----------------------------------------------
Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 24.11.2016 14:16:37 | IP (Hash): 1437922638
Also in Bezug auf das Thema "um die Leistung drücken" kann ich für die AOK nur sagen, dass es da keineswegs stimmt. Eine FreeStyle Libre kostet in der Anschaffung mit 2 Sensoren 169,90 €. Ein Sensor kostet dann 59,90 (also ca. 120 € im Monat). Das Lesegerät bekommt der Arzt kostenlos und kann das dann an den Patienten weitergeben. Ein Dexcom G5 kostet in der Anschaffung mehr als das 20 fache. Darüber hinaus sind die monatlichen Kosten auch weitaus höher als die des Libre. Das Libre wird nicht übernommen, weil es keine Alarme an den Patienten sendet und weil es nicht für Therapieentscheidungen herangezogen werden kann. Das Dexcom G5 hingegen schon. Ich habe das Dexcom G 5, ohne, dass es zu Diskussionen mit der Krankenkasse kam, innerhalb eines Monats nach Beantragung bekommen. Ich musste der AOK NW lediglich mein Blutzuckertagebuch der letzten 6 Monate vorlegen und habe eine medizinische Stellungnahme meines Arztes beigelegt.
Fazit: Die AOK NW (in meinem Fall jedenfalls) hat das Libre abgelehnt, weil keine sinnvolle Therapieverbesserung zu erwarten ist. Das Dexcom G5 muss 2 mal täglich kalibriert werden (mit externem Bz Messgerät Wert messen und dann das Dexcom G5 bzw. Iphone kalibrieren. So ist auch sichergestellt, dass die Messwerte des Dexcom stimmen). Ich bin sehr zufrieden mit der Krankenkasse, denn mir ist damit sehr geholfen worden. -
am 24.11.2016 23:41:52 | IP (Hash): 692093039
AndreLe schrieb:
Das Libre wird nicht übernommen, weil es keine Alarme an den Patienten sendet und weil es nicht für Therapieentscheidungen herangezogen werden kann.
keine Alarme ist klar, aber warum keine Therapieentscheidungen? -
am 25.11.2016 13:57:14 | IP (Hash): 1963794204
Libre und Dexcom messen im Gewebe und deswegen beide mit wenigstens 15-20 Minuten Nachlauf zum Glukosestand im Blut. Denn so lange dauert das nun mal, bis im Gewebe der selbe Stand wie in den Pipelines erreicht ist.
Wenn ich also Fingerpieks und CGM miteinander vergleichen will wie z.B. zwei verschiedene Fingerpieks-Geräte, oder wenn ich das CGM gar damit kalibrieren will, dann muss ich schon eine Zeit wählen, zu der der BZ wenigstens ne halbe Stunde einigermaßen waagerecht verlaufen ist. Denn nur dann haben beide Geräte den selben Glukosestand.
Bei solchen Vergleichen habe ich mit meinem angestammten Messgerät und inzwischen dem dritten Libre Sensor im Rahmen von plusminus 3mg/dl praktisch identische Werte getroffen und kann mir beim besten Willen keinen Grund denken, warum ich das Spiel jeden Tag 2mal wiederholen sollte.
Und klar richte ich mich seit mehr als 4 Wochen nun in allen meinen therapeutischen Entscheidungen so wie ich mich bislang nach der vom Fingerpieks gerichtet habe nach der Anzeige vom Libre. Wieso auch nicht?
Und wenn Abbott das Libre irgendwann mal von NFC auf Bluetooth aufrüstet, lässt sich der Sensor nicht nur wie heute schon mit dem Smartphone lesen, sondern kann dann auch via Smartphone beim Über- oder Unterschreiten gewählter Grenzen warnen.
Hab übrigens irgendwo gesehen, dass ne kleine Firma das praktisch schon macht, indem sie ne Smartwatch praktisch auf den Sensor bindet, die den in kleinen Intervallen ausliest und ans Handy sendet.
----------------------------------------------
Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 26.11.2016 16:26:54 | IP (Hash): 1489319818
hjt_Jürgen schrieb:
Hab übrigens irgendwo gesehen, dass ne kleine Firma das praktisch schon macht, indem sie ne Smartwatch praktisch auf den Sensor bindet, die den in kleinen Intervallen ausliest und ans Handy sendet.
Das ist der Bluereader - Siehe z.B. http://www.diabetes-kids.de/artikel/crowdfunding-aktion-fur-den-bluereader-zum-kontinuierlichen-auslesen-des-FreeStyle-libre-sensors-auch-uber-nacht-4964
Desweiteren gibt es Personen die via Smartwatch u. div. Drittanbieter-Software eine Alarmfunktion "gebastelt" haben.
Sind zwar nette "Versuche", allerdings löst das immer noch nicht das Problem das diese "Geräte" nicht von Abbott kommen ("eine weitere Fehlerquelle da der Algorithmus den Abbott verwendet nicht bekannt ist") u. eine Kostenübernahme wird immer noch eine Einzelfallentscheidung bleiben bzw. nur im Rahmen der Satzung (DAK u. TK) erfolgen. -
am 26.11.2016 18:32:00 | IP (Hash): 536901431
Abbott hat ja für Leute mit diagnostiziertem Alarmbedarf ein ganz normales CGM-Angebot. Das Libre soll das ja nicht ersetzen, also nicht von dem Kuchen abbeißen, sondern einen weiteren erschließen. Und in dem Maße, in dem dieses weitere Erschließen gelingt, wird ja vielleicht auch mal die Funktion erweitert.
----------------------------------------------
Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.