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wie Gewicht zunehmen mit Diabetes

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    Mitglied seit: 21.04.2017
    am 21.04.2017 13:51:22 | IP (Hash): 861085875
    Ich bin seit eben neu hier im Forum und möchte zunächst Alle hier begrüßen!

    Natürlich habe ich auch gleich eine Frage.
    Meine Diagnose habe ich vor ca. 6 Wochen bekommen (Typ 2).

    Mein HbA1c-Wert ist bei etwa 6% und somit gut. Ebenso sind die Nüchtern-Werte des Blutzuckers im grünen Bereich und sehr oft unter 100.

    Nach der Diagnose habe ich zunächst Panik bekommen und dann fast sämtliche Kohlenhydrate in meiner Ernährung gestrichen. Ebenso Fette und es gab z.B. abends nur noch Salat, Fisch oder Huhn sowie Gemüse.

    Durch diese (wohl recht radikale) Ernährungsumstellung habe ich nun fast 4 kg in dieser kurzen Zeit abgenommen. Nun plagt mich Schwindel und ich fühle mich schlapp. Mein Hausarzt sowie die Leiterin der Diabetes-Schulung meinten nun, dass ich bei meinen Werten ruhig die Zufuhr von Kohlehydraten wieder erhöhen kann.

    Vor allem, da ich regelmäßig 2 x die Woche im Fitness-Studio trainiere und noch 2 x in der Woche 30 Minuten Cardio auf dem Radergometer durchführe, ist es unerläßlich, auch Kohlenhydrate zuzuführen, da ich ansonsten immer weiter abnehme.

    Zur Zeit wiege ich bei 183 cm Körpergröße noch 73,5 kg.
    Mein eigentliches Normalgewicht ist immer so um die 78 kg.

    Ich möchte daher nun ca 2 - 2,5 kg zunehmen und suche nun Möglichkeiten, wie ich das schaffen kann, ohne meinen Blutzuckerspiegel wieder zu sehr zu belasten.

    Ich dachte z.B. schon an einen Eiweiß-/Kohlehydratemix, den ich dann 1-2 Mal am Tag (an den Trainingstagen dann nach dem Training) nehmen kann.

    Beispielsweise sowas hier:
    http://www.sportnahrung-engel.de/all-stars-tri-plex-fusion-1800g.html

    Dabei hätte man pro Portion rund gerechnet 25g Eiweiß, 25g Kohlenhydrate und davon rund 8g Zucker. Das ist für solche Protein-Getränke sehr wenig an Zucker...

    Wäre nach Eurer Ansicht sowas OK bei meinen Werten oder was wäre Eure Empfehlung zur Gewichtszunahme um ca. 2 - 2,5 kg?

    Danke und schöne Grüße,
    imebro
    Bearbeitet von User am 21.04.2017 13:58:22. Grund: 2
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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 21.04.2017 18:29:51 | IP (Hash): 1044496916
    imebro schrieb:
    Ich dachte z.B. schon an einen Eiweiß-/Kohlehydratemix, den ich dann 1-2 Mal am Tag (an den Trainingstagen dann nach dem Training) nehmen kann.

    Hallo imebro,

    das würde ich sir so nicht empfehlen. Sinnvoller wäre eine Aufteilung der KH-Menge auf alle Mahlzeiten, weil du ansonsten bei der einen Mahlzeit deinen BZ unnötig nach oben jagst. Genauer könntest du das sehen, wenn du dir ein BZ-Messgerät besorgst und bei solchen Experimenten beobachtest, wie weit der BZ nach der Mahlzeit ansteigt. Frag mal deinen Arzt, vielleicht bekommst du am Anfang ein BZ-Messgerät und 50 Teststreifen verschrieben.

    Ansonsten brauchst du keine Angst vor zu viel Abnahme zu haben. Eiweiß kannst du ziemlcih viel essen, ohne dass es den BZ stark beeinflusst und Fett macht noch weniger aus. Mit mehr Eiweiß und Fett kannst du dann ruhig die KH moderat reduzieren und kannst dich trotzdem noch diabetesgerecht und vor allem auch schmackhaft ernähren.

    Alles Gute, Rainer
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    Mitglied seit: 21.04.2017
    am 22.04.2017 12:37:32 | IP (Hash): 1025068885
    Hallo Rainer und danke für Deine Antwort.

    Ich habe bereits ein BZ-Meßgerät erhalten und mußte zunächst über einen Zeitraum von 1 Woche 4 x täglich messen. Die Werte waren durchweg im grünen Bereich.

    Nun soll ich (nach Absprache mit dem Diabetologen) nur noch 1 x wöchentlich die 4 Messungen durchführen und das mache ich jetzt schon die 3. Woche und die Werte sind absolut im grünen Bereich. Wie gesagt - oft nüchtern unter 100 und abends manchmal auch unter 100.

    Mir fiel gerade ein, dass ich ja auch diesen Eiweiß-/Kohlehydratemix in kleinen Mengen zu den Mahlzeiten nehmen könnte, um dann meine KH-Zufuhr etwas zu erhöhen. Wenn Du Dir das Produkt (siehe Link) mal anschaust, bzw. die Nährstoff-Angaben, dann scheint das nicht allzu problematisch zu sein (vor allem von der Zuckermenge her). Wenn ich da nur jeweils z.B. 100 ml zu mir nehme zu 3 Mahlzeiten am Tag... wäre das vielleicht eine Lösung?

    Gute Idee mit der Fettaufnahme. Ich dachte auch schon an Käse mit z.B. 30% in der Trockenmasse (der wäre dann auch nicht gleich allzu fettig).

    Danke und Gruß,
    imebro
  • Cracktros

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    am 22.04.2017 14:30:04 | IP (Hash): 1479043543
    Ich verstehe das Anliegen -Gewicht zuzulegen- nicht. Mit einem BMI von über 21 besteht kein Handlungsbedarf.

    Im übrigend verliert kein Mensch Gewicht, nur weil auf Kohlehydrate verzichtet wird. Ebenso werden die BZ Werte nicht besser, weil auf KHs verzichtet wird.

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    am 22.04.2017 16:12:25 | IP (Hash): 1927884217
    Cracktros schrieb:
    IIm übrigend verliert kein Mensch Gewicht, nur weil auf Kohlehydrate verzichtet wird. Ebenso werden die BZ Werte nicht besser, weil auf KHs verzichtet wird.


    ABER mti weniger KHs werden die Insulin-Dosen kleiner, und kleinere Schätzmengen und kleinere Dosen machen auch kleinere Irtümer mit weniger BZ-Spitzen nach oben und unten. Das gilt für alle INSULINER.

    Und wenn Du einen 2er Insuliner mit ner BZ-Führung ähnlich Deiner kennst, vergleicht einfach mal Eure KH- und Insulin-Mengen und schaumal besonders, wie lange es beim 2er bis zum Wirkauslauf einer passenden Insulindosis dauert. Da wird Dir schnell klar werden, warum für uns 2er mehr als hilfreich ist, wenn wir uns zu ner begrenzten KH-Aufnahme enschließen können.

    ----------------------------------------------
    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 22.04.2017 16:21:47 | IP (Hash): 1479043543
    Jürgen, das ist etwas, was ausserhalb meiner Vorstellung liegt.
    Mein Insulinverbrauch ist, auch bei hohen KH Mengen, sehr gering. 1 I.E. bewegt derzeit meinen BZ um knapp 120 mg/dl :-(.

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    am 22.04.2017 17:56:57 | IP (Hash): 1025068885
    Hallo und danke für Eure Antworten.

    Also ich muss dazu sagen, dass ich zur Zeit keine Tabletten nehmen muss und erst recht nicht spritzen von Insulin. Lt. Angabe meines Diabetologen kann ich die Diabetes nur durch die Ernährung im Griff halten.

    Aber ich habe es wohl übertrieben und gleich erheblich die KH-Aufnahme reduziert, bzw. fast eingestellt.
    Aber wieso nimmt man nicht ab, wenn man auf KH verzichtet? Ich bin der beste Beweis für´s Gegenteil ;-)

    Ebenso verstehe ich den Hinweis nicht, dass KH den BZ-Spiegel nicht erhöhen. Die meisten KH bestehen aus Zucker... jedenfalls hat man uns das bei der Diabetes-Schulung so beigebracht und alle Unterlagen, die wir bekamen, sagen das auch aus.

    Es ist auch nicht so, dass ich abnehmen muss oder soll!
    Ich möchte gerne wieder mein normales Gewicht erlangen von mind. 75 kg. Das ist bei 1,83 m Größe durchaus ein Gewicht, welches ideal ist. Die jetzigen 73 kg sind mir einfach zu wenig und ich fühle mich nicht wohl dabei. Das ist der Grund meiner Frage.

    Danke und Gruß,
    imebro
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    am 22.04.2017 18:14:00 | IP (Hash): 1927884217
    Unser Organismus entsorgt normal nichts, was er noch gebrauchen kann. ALLES, was er nicht sofort verbraucht, speichert er, das meiste davon in der Form von Fett. Auch das, was an Glukose und Eiweiß nicht sofort gebraucht wird.

    Wenn Du abgenommen hast, hast Du nicht einfach nur weniger KHs gegessen, sondern insgesamt weniger Nahrung aufgenommen, als Dein Organismus verbraucht hat.

    Selbstverständlich erhöhen alle Stärke-KHs den BZ, und wer keine BZ-Senker nimmt, kann mit weniger KHs und häufig auch zusätzlicher Bewegung direkt nach dem Essen den BZ-Anstieg begrenzen. - Und bitte, was wir haben, ist DER Diabetes ;)

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  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 22.04.2017 18:39:27 | IP (Hash): 1479043543
    @Jürgen, bist du nicht der, der -zurecht- kritisiert, dass beim Typ 2, bei der Diagnose, des Diabetes nur auf den BZ geachtet wir und physiologische Veränderungen, die ihn verursachen, außer acht gelassen werden. Warum sollen diese Veränderungen nicht Berücksichtigt werden in der Therapie, also warum achtest du hier nur auf den BZ und denkst nicht langfristig?

    ----'--'-----''-
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  • Elfe

    Rang: Gast
    am 22.04.2017 19:24:33 | IP (Hash): 292300910
    imebro schrieb:
    Lt. Angabe meines Diabetologen kann ich die Diabetes nur durch die Ernährung im Griff halten.
    Die meisten KH bestehen aus Zucker... jedenfalls hat man uns das bei der Diabetes-Schulung so beigebracht und alle Unterlagen, die wir bekamen, sagen das auch aus.


    Hallo,
    die meisten Kohlenhydrate, die bei einer normalen Ernährung aufgenommen werden, ist Stärke. Vorhanden in Getreideprodukten, Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln.
    Die Stärke (Mehrfachzucker) wird über den Verdauungsweg dann in Einfachzucker umgewandelt, und gelangt zeitverzögert in die Blutbahn (langsamer als bei Zuckergetränken).

    In der Antwort zu Rainers Beitrag sieht es so aus, als hättest du nicht nur an KHs gespart, sondern auch an Fett(en).
    Das musst du nicht.
    Nur übergewichtige Diabetiker sollen bes. auch auf Fette achten, ist bei dir aber nicht gegeben.
    Du könntest also wieder mehr essen im Rahmen einer vollwertigen Ernährung.
    siehe auch http://www.diabetes-ratgeber.net/Ernaehrung

    Von deiner angefragten Sportlernahrung halte ich persönlich nichts.
    Mir ist dieses Produkt zu künstlich.
    Erst wird aufwendig Milchzucker aus der Milch abfiltriert, dann das Wasser entzogen.
    Diese sogen. Ultra Carbs in dem ausgewählten Produkt werden dann zugesetzt und sind
    Malzzucker, Fruchtzucker und Maisstärke.
    Multivitamin-Komplex wird als Zugabe eingestreut,
    Das vorher entzogene Wasser füllst du dann als Verbraucher dem praktischen Pülverchen wieder auf.
    Nicht so appetitlich, oder ?
    http://www.eiweisspulver-test.com/plus/eiweisspulver-herstellung

    Ich persönlich bevorzuge da eher 'echte' Milchprodukte und Lebensmittel.
    Pulverergänzungsnahrung ist da nicht nötig.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Eiwei%C3%9Fpulver#Kritik

    Gruß Elfe
    - als INSULINER (Typ 1) von Untergewicht zu Beginn wieder auf Normalgewicht zugelegt -
    Bearbeitet von User am 22.04.2017 19:33:11. Grund: Ergänzung
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    am 22.04.2017 20:24:04 | IP (Hash): 1927884217
    Cracktros schrieb:
    @Jürgen, bist du nicht der, der -zurecht- kritisiert, dass beim Typ 2, bei der Diagnose, des Diabetes nur auf den BZ geachtet wir und physiologische Veränderungen, die ihn verursachen, außer acht gelassen werden. Warum sollen diese Veränderungen nicht Berücksichtigt werden in der Therapie, also warum achtest du hier nur auf den BZ und denkst nicht langfristig?


    Aus meiner Sicht besteht Typ2 wesentlich in einer Sammlung von Störungen einiger Regelkreise. In der Folge mutieren die meisten Betroffenen zu sehr guten Futterverwertern: Ungewöhnlich viel von der aufgenommenen Energie wird in Form von Fett gespeichert und da besonders auch an Stellen, von denen bekannt ist, dass (nicht wie!) sie die BZ-Steuerung behindern, vor allem z.B. in Leber und Pankreas.

    Habe selbst zu Anfang meiner INSULINER-Karriere bei HBA1c 7-8 einen BE-Faktor von um 10 gehabt, also 20 IE Humalog für 1 Scheibe Brot gebraucht. Und 20 IE Humalog/Apidra brauchen bei mir 4-5 Stunden bis zum Wirkauslauf, mehr gerne auch länger. Mit 2 Scheiben Brot zum Frühstück war ich dann mit dem Wirkauslauf schon im Frühen Nachmittag und hatte die entsprechend großzügige Ladung für’s Mittagessen schon gespritzt.

    Hab dann mein Mantra max 140-120-100mg/dl 1-2-3 Stunden nach dem Essen entwickelt und mir damit HBA1c 5,5 und besser gemacht, mit deutlicher Verringerung meiner KH-Aufnahme und nem BE-Faktor von 3-5.
    Die letzte Verbesserung meines BE-Faktors auf etwa 2-3 hab ich mit meiner bariatrischen OP ohne Messer nach Roy Tailor, Newcastle, erreicht, mit der gezielten Befreiung meiner Leber von eingelagertem Fett und dem Abspecken auf BMI 24.

    Und trotzdem hab ich bei meinem letzten größeren KH-Zuschlag zwar passend für ein großes Stück Apfelkuchen gespritzt, aber in der Spitze über 220 und den Auslauf erst nach gut 4 Stunden erreicht.

    Zusammengefasst: Ich sehe zwar ne Menge Verbesserungspotenzial für uns Typ2, aber KEINE zur behandlungsfreien Normalisierung. ALLES an wirklich nennenswerter Verbesserung geht zu notwendigen Maß an Medis nur mit optimal passendem Handlungs-Verhalten.

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  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 23.04.2017 12:32:57 | IP (Hash): 808681282
    Menschen benötigen, im Ruhezustand, ca 200g Glucose am Tag.
    Wird die Glucose nicht von außen zugeführt beginnt der Organismus Glucose, aus anderen -vorhandenen- Nährstoffen zu produzieren- Für Menschen, ohne eigene Insulinproduktion (zum Beispiel bei Diabetes Typ 1) , bedeutet es, dass gehungert werden kann, auf Kohlehydrate verzichtet werden kann oder was auch immer vorgenommen wird -um den BZ angeblich nicht zu erhöhen- nicht verfängt. Insulin muss immer von außen zugeführt werden, um den BZ im griff zu haben. Ein Verzicht auf Kohlehydrate bedeutet also keinen Verzicht auf Insulin.
    Das wiederum bedeutet, dass auch bei vorliegen eines Typ 2 Diabetes der BZ nicht nur durch Kohlehydrate angehoben wird, wenn die Ursache des Diabetes die Beta Zellen wären.

    Persönlich bin ich sehr Insulinsensitiv. Um eine Einheit Insulin abzugeben müsste ich 4 Scheiben Brot essen, oder eine Pizza. Dieses bedeutet, das kleinste Spritzfehler große Auswirkungen haben. Eine Herausforderung/ Problem der/dem ich mich stelle. Und um es gleich zu sagen, es ist nicht gut extrem Insulinsensitiv zu sein. Denn jeder Mensch hat einen idealen Bereich der Insulinsensitivität. Bei den meisten Menschen funktioniert dieses Automatisch. Wer aber den Diabetes als ständigen Begleiter hat muss -diese Ideale Insulinsensitiv, durch eine Up- oder Down- Regulation erzeugen. Und es darf nicht vergessen werden, dass beide Mechanismen wichtig sind.

    Oft werden allgemeinverbindliche Aussagen, besonders wenn es um Werbung für Diäten geht aber auch für Gesetzesvorhaben wie der Besteuerung von Zucker geht, gemacht die, die physiologischen Unterschiede nicht berücksichtigen. Es wundert dann nicht, dass die Produkte à la "für Diabetiker geeignet" genau das gegenteil erreicht haben.

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    Bearbeitet von User am 23.04.2017 12:40:39. Grund: -
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    am 23.04.2017 14:08:24 | IP (Hash): 813758933
    Beim gesunden Stoffwechsel und sogenannt normal gesunder Mischkost liefern Leber und Nieren etwa 25% vom alltäglichen Glukose-Umsatz aus Glukoneogenese. Also nicht erst im Hungermodus, sondern schon bei völlig normaler Ernährung.
    Reicht übrigens immer für die vollständige Versorgung ALLER Verbraucher, die sich nicht genauso gut aus Fett mit Energie versorgen können und ausschließlich auf Glukose angewiesen sind.

    Beim Typ2 kann die Menge ein munteres Vielfaches erreichen und gerne mit ansteigendem BZ auch noch zunehmen.
    Ich kann also 1 Scheibe Brot essen und für 3 spritzen müssen, weil meine Fehlsteuerung die Glukose von 2 weiteren Scheiben schlicht aus der Glukoneogenese dazu füllt.
    Super Effekt, dieses Typ2-mäßige Gasgeben, während die gesunde Steuerung die Glukoneogenese nach jeder Glukosezufuhr von außen vorübergehend in den Leerlauf fährt.

    Dazu liefern meine Typ2-Betas mit zunehmender Belastung=zunehmendem BZ immer mehr vom ausgegebenen Insulin in der Form von intaktem Proinsulin, also von der ungetrennten Produktionseinheit, die nur 10% von der Wirkung von der selben Menge ordentlich getrennten Insulins hat - praktisch also eine gewaltige Wirkungsverringerung.

    Wenn ich diesen miesen Effekten entgegen wirken will, kann ich das am einfachsten, indem ich mir weniger Glukose einverleibe.

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  • Cracktros

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    am 23.04.2017 14:49:52 | IP (Hash): 808681282
    "ABER mti weniger KHs werden die Insulin-Dosen kleiner, und kleinere Schätzmengen und kleinere Dosen machen auch kleinere Irtümer mit weniger BZ-Spitzen nach oben und unten. Das gilt für alle INSULINER.
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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung."

    Aber.... Kleinere KH Mengen führen auch zu Up-Regulation, die so extrem ausfallen kann, dass Insuliner es nicht mehr spritzen können und somit Spitzen nach oben und unten vorprogrammiert sind. Siehe extreme Insulinsensitivität.
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    Bearbeitet von User am 23.04.2017 14:51:47. Grund: -
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    am 23.04.2017 15:31:56 | IP (Hash): 813758933
    Mag sein, dass der verringerte Insulinbedarf mit weniger KHs und gesünderem BZ wenigstens auch zum Teil durch ne Up-Regulation zustande kommt. Aber eh klar, dass mit abnehmendem KH-Anteil die BE-Faktoren-Rechnerei nicht mehr so schön funzt, weil ja automatisch ein größerer FPE-Anteil berücksichtigt werden will.

    Geht aber mit etwas Üben ohne besondere Spitzen nach oben und unten, sagt meine persönliche Erfahrung und dazu auch die vieltausendfache von Doc Bernstein, dem Altmeister der kleinen Zahlen :)

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  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 23.04.2017 23:22:45 | IP (Hash): 793555221
    Ja, ja Freunde kleiner Zahlen. Warum laufen diese Freunde kleiner Zahlen immer Weg, wenn sie merken das Kleines ganz grosse Bewegungen auslösen kann?



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  • Elfe

    Rang: Gast
    am 24.04.2017 01:26:28 | IP (Hash): 292300910
    Von der Ausgangsfrage "Zunehmen bei Diabetes 2" - Anfang !!! ist die Diskussion meilenweit weg.
    Imebro ist per Definition nur fast Diabetiker.
    Zuwenig Energieaufnahme (bei vermeintlicher Diabetes-Diät) zum Verbrauch, auch ev. zur (neuen) sportlichen Betätigung - Verbrennen der Energie durch Muskelarbeit.
    So einfach - Energiebilanz, wie üblich.
    Die gemessenen Blutzuckerwerte sind kleiner/gleich 100 = Super.
    Also aus meiner Sicht ist mein Rat für Imebro, vollwertige Ernährung mit genügend kcal-Aufnahme und nur die superschnellen Zuckergetränke und Mahlzeiten lassen.
    Bearbeitet von User am 24.04.2017 01:28:46. Grund: Korrektur Text
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    am 24.04.2017 08:59:47 | IP (Hash): 861085875
    Vielen Dank "Elfe" für Deinen Hinweis.
    Vor allem der letzte Satz hat mich jetzt doch richtig positiv gestimmt :-)

    Du hast Recht... ich habe mich doch auch sehr gewundert, welche Wendung dieser Thread genommen hat. Ich verstehe nur noch "Bahnhof" und einige User scheint eher wenig zu interessieren, was das Thema dieses Threads überhaupt ist ;-)

    Heute findet die letzte Diabetes-Schulung statt und dann werde ich einen Termin mit der Ökotrophologin ausmachen für eine private Ernährungsberatung. Diese wird mir sicher helfen, mein Problem mit der ständigen Gewichtsabnahme zu lösen.

    Gestern hatte ich nochmal 100g weniger auf der Waage, obwohl ich Freitag schon mehr gegessen hatte und obwohl ich Samstag schon absichtlich die KH-Aufnahme gesteigert hatte... und am Abend gab´s sogar ne Thunfisch-Pizza im Restaurant. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, wieder ein bisschen mehr Gewicht auf der Waage zu sehen und die weiteren 100g weniger haben mich dann doch etwas durcheinander gebracht.

    Ich hoffe, dass ich das alles mit der individuellen Ernährungsberatung in den Griff bekomme...

    Bin gerne auch für Tipps aus dem Forum hier offen ;-)

    Danke und schöne Grüße,
    imebro
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    am 24.04.2017 09:37:47 | IP (Hash): 1311148595
    Bitte um Enstschuldigung f+ür die Bahnhof-Schreibe und wünsche gutes Gelingen!

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    am 24.04.2017 10:13:18 | IP (Hash): 861085875
    ...danke Dir und ich würde mich freuen, wenn Du noch was zum Thema sagen kannst ;-)

    LG
    imebro
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    am 24.04.2017 10:38:14 | IP (Hash): 1311148595
    Wenn ich mehr als bisher zur Sache beitragen soll, brauche ich mehr Info:

    Du schreibst, Du nimmst mit weniger KHs ab. Wie ich das bis jetzt verstehe, gehst Du z.B. von ner normalen Mittagsmahlzeit aus und lässt da mehr oder weniger KHs raus.

    Du ersetzt also die KHs nicht durch mehr Fett oder/und Protein? - Hab ich das so richtig verstanden?

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    Mitglied seit: 21.04.2017
    am 24.04.2017 11:42:39 | IP (Hash): 861085875
    Danke Dir...

    Vereinfacht ausgedrückt, habe ich mich vor der Diagnose Diabetes nicht so sehr gut ernährt.
    Oft Tiefkühlpizza, Nudeln mit Sauce, Reis mit Sauce, öfters Kuchen, Kaffeeteilchen, abends ab und zu ein Weizenbier, zwischendurch Schokolade, am Wochenende morgens helle Brötchen mit Nutella und Marmelade und mittags in der Pause ein belegtes Brötchen von MyBaker mit Käse nem Blatt Salat und Mayo :-))

    Nach der Diagnose habe ich dann alles umgestellt.
    Keine Fertiggerichte mehr, morgens ein paar Löffel Bio-Müsli mit etwas Joghurt und Beeren, in der Pause nur noch 2 Scheiben Vollkornbrot mit dünner Putenbrust, vielleicht mal nen Apfel oder ne Kiwi dazu und abends dann Fisch mit Gemüse oder Salat - bzw. mageres Hühnerfilet mit Salat oder Gemüse... das war´s.

    Keine Süßigkeiten, kein Kuchen, kein Bier, keine Pizza und auch am Wochenende morgens ein paar Löffel Müsli mit Joghurt und Beeren.

    Dann habe ich innerhalb von ein paar Wochen fast 5 kg abgenommen und irgendwie bekomme ich das jetzt nicht mehr gestoppt... obwohl ich seit Freitag meine KH-Zufuhr erhöht habe. Aber vielleicht braucht der Körper einfach ein paar Tage.

    Meine Hoffnung ist nun die Ernährungsberaterin.
    Ich möchte einfach wissen, was ich in welchen Mengen essen darf (und muß), um wieder 2 - 3 kg zunehmen zu können... aber ohne möglichst den BZ-Spiegel wieder zu hoch werden zu lassen.

    Ich bin wohl eher der Ausnahmefall, denn die meisten Diabetes-Patienten sollten ja eher abnehmen und müssen zum großen Teil ja auch abnehmen...

    Das soll´s zunächst mal sein an Info ;-)

    LG
    imebro
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    am 24.04.2017 12:08:41 | IP (Hash): 1311148595
    Hier hast Du mal ein Bild vom ganz normalen Blutzucker-Verlauf im Zusammenhang mit einer Mahlzeit http://www.phlaunt.com/diabetes/pics/164224951NormalBGGraphs.jpg

    Je auffälliger Deine Blutzucker-Automatik reagiert, desto höher verläuft Dein Blutzucker über dem blauen Durchschnitt und vielleicht auch schon über der braunen Obergrenze. Wenn über der braunen Obergrenze, ist hilfreich, die KH-Menge so weit zu begrenzen, dass wenigstens diese Obergrenze nicht überschritten wird.

    Allerdings nicht einfach KHs weglassen und damit insgesamt weniger essen, sondern statt der weggelassenen KHs eben entsprechend mehr Fett und mehr Protein essen! Und wie viel da zum Ausgleich passt, sagt keine noch so wissenschaftliche Rechnung, sondern ausschließlich die eigene Waage. Daumendrück :)

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    am 24.04.2017 12:25:01 | IP (Hash): 861085875
    Danke Dir...

    Werde mir den Link nachher mal in Ruhe anschauen.
    Aber das mit der zusätzlichen Fett-Zufuhr hat die Dame, welche die Diabetes-Schulung durchführt, auch schon gesagt ;-)

    Wenn ich es wenigstens mal schaffe, das immer weitere Abnehmen zu stoppen, bin ich schon beruhigt. Ich will ja nur 2 bis max. 3 kg wieder zunehmen und das sind ja keine Unmengen.
    Wenn ich wieder bei einem vernünftigen Gewicht angelangt bin, muss ich dann nur schauen, dass mein BZ im Rahmen bleibt und dann iss gut ;-)

    Habe auch schon etwas gefunden, was ich nach meinem Training (Kraftsport) einnehmen kann, um die verlorenen KH wieder aufzufüllen. Es gibt verschiedene Pulver, die zwar 50% oder etwas mehr an KH haben, aber dabei keinen oder fast keinen Zucker. Das ist dann Getränkepulver mit "Amylopektin Gerstenstärke (Vitargo®)" und zusätzlich noch Elektrolyte... Werde das mal bei der Ernährungsberatung ansprechen, ob ich sowas z.B. speziell für nach dem Sport einsetzen kann.

    LG
    imebro
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 24.04.2017 18:53:45 | IP (Hash): 1289373529
    imebro schrieb:

    Vereinfacht ausgedrückt, habe ich mich vor der Diagnose Diabetes nicht so sehr gut ernährt.
    Oft Tiefkühlpizza, Nudeln mit Sauce, Reis mit Sauce, öfters Kuchen, Kaffeeteilchen, abends ab und zu ein Weizenbier, zwischendurch Schokolade, am Wochenende morgens helle Brötchen mit Nutella und Marmelade und mittags in der Pause ein belegtes Brötchen von MyBaker mit Käse nem Blatt Salat und Mayo :-))

    Nach der Diagnose habe ich dann alles umgestellt.
    Keine Fertiggerichte mehr, morgens ein paar Löffel Bio-Müsli mit etwas Joghurt und Beeren, in der Pause nur noch 2 Scheiben Vollkornbrot mit dünner Putenbrust, vielleicht mal nen Apfel oder ne Kiwi dazu und abends dann Fisch mit Gemüse oder Salat - bzw. mageres Hühnerfilet mit Salat oder Gemüse... das war´s.

    Keine Süßigkeiten, kein Kuchen, kein Bier, keine Pizza und auch am Wochenende morgens ein paar Löffel Müsli mit Joghurt und Beeren.

    Dann habe ich innerhalb von ein paar Wochen fast 5 kg abgenommen und irgendwie bekomme ich das jetzt nicht mehr gestoppt... obwohl ich seit Freitag meine KH-Zufuhr erhöht habe. Aber vielleicht braucht der Körper einfach ein paar Tage.


    Hallo imebro,
    na so 'schlimm' war deine Ernährung gar nicht, so blutzuckermäßg..
    Pizza enthält neben den KHs aus dem Teig nun auch Belag mit Eiweiß und Fett, was die Blutzuckersteigerung abbremst,
    Nudeln (al dente) gehen auch nicht so schnell ins Blut, zumal wenn du dazu noch eine Fleisch-/oder Sahne-Soße isst, Reis ähnlich.
    Schokolade enthält auch viel Fett, genauso wie so mancher Kuchen.
    'Besser Buttercremetorte' wird heutzutage in der Schulung gesagt, nicht wie damals Obstbiskuit - viel zu schnell.
    Selbst Nutella enthält neben Zucker auch viel Fett. Und bei Brot und Brötchen gibt es unendliche Sorten, neben den üblichen Weizenbrötchen.

    Ob ein Weizenbier nach einer Grundlage klappt, könntest du ausprobieren.
    Du hast ja ein Messgerät. Und dein Körper scheint noch bestens mit KHs zurechtzukommen.

    'Probieren Sie es aus' war so einer der häufigsten Sätze, die meine Diabetesberaterin zu mir sagte, als ich sofort mit Insulin umgehen und meine Ernährung hinterfragen musste.

    Die üblichen Diabetesernährungs'diäten' nehmen einen übergewichtigen, fehlernährten, Couchpotato an. So weit die vielen vielen Vorurteile zu Diabetes.
    Aber viele Diabetiker kommen ganz wunderbar mit vollwertiger Ernährung klar mit ein wenig Sport - wie das eigentlich für jeden Menschen angeraten ist.

    Von deinem angedachten Protein-Pulver halte ich persönlich immer noch nichts.
    Bitte beachten, Eiweiß sollte bei Diabetikern nicht über 20 % der Ernährung ausmachen, da Protein die Nieren belastet. Kreatinin-Werte werden deshalb auch bei Diabetikern regelmäßig überprüft.
    Isoliertes Eiweiß halte ich deshalb für keine gute Idee.
    Protein aus natürlichen Lebensmitteln wie Milch, Milchprodukten, Ei, Fleisch, Fisch als Bestandteil der Ernährung ist da besser.

    Du könntest zur Arbeit auch Joghurt mitnehmen, statt Geflügel auch anderes Fleisch zu dir nehmen und auch Eierspeisen wie Spiegel-, Rühr-, gekochtes Ei (ev. auch als Frühstück).

    Gruß Elfe
    P.S.: Ich war zu Diagnose-Beginn (LADA + 3c) nur noch Haut und Knochen. Körperfett und Muskeln futsch, mit bereits Wassereinlagerungen als 'Ersatz'.
    Habe aber so mittlerweile auf Normalgewicht zugenommen, trotz Diabetes.






    Bearbeitet von User am 24.04.2017 23:59:56. Grund: Korrektur Schreibfehler