Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Phase 1 und Phase 2
-
Franziska
Rang: Gastam 23.12.2008 14:30:32
Hi Michael,
vielleicht hast Du Glück und Deine BSD kann bei so einem exzessiven KH-Konsum noch 'überschießend' reagieren. Daher relativ niedrige BZ nach den Exzessen. Manche haben sogar in dieser Phase des Prädiabetes eine gefühlte Unterzuckerung nach schnellen KH. Könnte also sein, dass Du sehr viel Insulin hast, dabei eine erhebliche Insulinresistenz hast, die irgendwann in den DM2 mündet.
Wäre nur an den Insulinwerten vor und nach dem OGTT feststellbar.
Es schadet in keinem Fall, Deine geplanten Vorhaben zu realisieren...
Gruß
F. von Franziska -
Michael
Rang: Gastam 23.12.2008 14:34:02
nein...ich nehme ab und mache sport und dann mündet da gar nix in Typ 2...so seh ich das jetzt.....und ich mache auch den bekloppten oGTT in den nächsten Monaten nicht
ich denke hier wird einiges auch heißer gegessen als es gekocht wird von Michael -
Michael
Rang: Gastam 23.12.2008 14:45:32
ich frage mich auch warum hier immer von den neuen Richtlinien gesprochen wird
anscheinend entwickelt sich die Medizin rückwärts da bei dem oGTT nach dem neuesten Standart nur noch nach 2 Stunden nach der Zuckerlösung der BZ bestimmt wird..die eine stunde scheint den Ärzten egal zu sein
alles Kurpfuscher???? von Michael -
Rainer
Rang: Gastam 23.12.2008 15:19:37
Michael, nur 75g reine Glukose aufgelöst und zügig auf nüchternen Magen/Darm getrunken gehen für den Test schnell genug ins Blut. Alles andere wird langsamer bzw. viel langsamer verstoffwechselt. Vollkornbrot ist schon recht langsam, Fett von Butter, Käse, Wurst, Eiern kann weiter verlangsamen. Die 1,5 Bananen (ca. 40g KH, davon nur ca. 20g Glukose) kommen schnell an, wenn du sie auf nüchternen Magen isst und langsam, wenn du sie zum Brot oder danach genießt.
Für einen Diabetiker, bei dem die Phase 2 fast nichts mehr leistet, macht es wirklich kaum einen Unterschied, ob er die 75g Glukose pur trinkt oder 3 trockene Brötchen isst. Wenn der BZ bei denen einmal oben ist, dann bleibt er es eine Weile. Nicht so bei dir als Prädiabetiker. Du hast ja beim messen schon festgestellt, dass deine Phase 2 noch relativ leistungsfähig ist und dein BZ recht schnell sinkt.
Du musst dein Futter nur so auswählen bzw. so langsam reinschieben, dass es den BZ nicht viel schneller ansteigen lässt, als deine BSD mit der gestörten aber doch noch recht robusten Phase 2 wegräumen kann. Dann kommst du zu den guten Werten, die du gemessen hast und das fast ohne Einschränkungen, nur mit ein paar Überlegungen beim essen.
Das bewusste essen solltest du beibehalten, mit dem messen würde ich an deiner Stelle auch erst mal pausieren. Offensichtlich regt dich jeder Wert auf, egal ob er gut oder schlecht ist - das schadet auf jeden Fall der Gesundheit und verdirbt die Stimmung beim Weihnachtsfest. Deine Werte sind ja auf keinen Fall so hoch, dass du im Augenblick akut gefährdet bist. von Rainer -
Michael
Rang: Gastam 23.12.2008 16:52:32
ok danke
wobei mir diese*Phasengeblubber*sorry...nicht böse gemeint ....irgendwie auf den Keks geht
wenn das alles soooo ist dann gibt es in deutschland bestimmt zig Tausend Diabetiker die nichts von ihrem Leid wissen.....und kein Arzt sagt was...ist der NBZ unter 110 ist bei denen alles gut....sgar der Nephrologe hat gesagt:103....ales im grünen Bereich
Verlässt man sich auf so ne aussage und stöbert nicht im Internet kann man dran verrecken...echt geil! von Michael -
Jürgen
Rang: Gastam 23.12.2008 16:54:30
Moin Michael,
gesund wird der Blutzucker vollautomatisch von einer Menge von Regelprozessen gesteuert, die nennenswert erst seit etwa 30 Jahren erforscht werden und bis heute wahrscheinlich noch nicht alle bekannt sind. Wenn einer der Prozesse in der Menge einen Defekt entwickelt, gleichen die anderen den zuerst mal so aus, dass am Blutzucker-Verlauf nichts auffällt. Erst wenn alle Mitspieler zusammen den Defekt nicht mehr ausgleichen können, beginnt der Blutzucker, immer häufiger immer länger über den gesunden Rahmen hinaus anzusteigen.
Immer wenn bei der Erforschung wieder einer der Mitspieler bei der BZ-Automatik entdeckt wurde, war das bis jetzt DER Auslöser für den Diabetes und das entsprechende Medikament dann DIE Lösung. So waren damals nach den ersten Insulinanwendungen in den 30ger und 40ger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Fachärzte fest davon überzeugt, mit Insulin das Heilmittel für Diabetes gefunden zu haben.
Den Blutzucker selbst testren dürfen INSULINER in D fachoffiziell erst seit Mitte der 90ger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Tabletter dürfen pro Quartal fachoffiziell 50mal testen, und zwar zu den Zeiten, die ihr Arzt festlegt. Dazwischen sollen sie nicht testen, weil die Zahlen sie doch nur verwirren würden. So jedenfalls die fachoffizielle Sicht der Dinge.
Hier nun meine 2 Cents zu Deiner Verwirrung:
Deine immer wieder aufstrebenden Nüchternwerte kommen wahrscheinlich von der beständig unnötig üppigen Zuckerausgabe aus Deiner Leber. Verursacht wird die von einer Fehlsteuerung der Alphazellen im Pankreas (Bauchspeicheldrüse), die die Leber per Glukagon zur Zuckerausgabe antreiben.
Deine immer wieder erstaunlich gesunden Werte nach dem z.T. gewaltigen Glukose-Input weisen auf einen bei Dir noch sehr gut funktionierenden Inkretin-Effekt hin: Die neu einverleibte Glukose bestellt schon aus dem Darm ne Sonderlieferung Insulin. - Wenn Du Glück hast, kannst Du diese Funktion ein bisschen dafür nutzen, den BZ-Anstieg ohne Essen immer mal wieder (vielleicht mit gewisser alltäglicher Regelmäßigkeit?) zu bremsen. Wenn Du z.B. normal später frühstückst, könntest Du mal schauen, ob z.B. ne Scheibe Brot nach dem Aufwachen dafür helfen kann, Deinen BZ für die nächsten 2 oder 3 Stunden unter 100 zu halten? Bei manchen Leuten funktioniert das so schon seit Jahren :-)
Mit besten Wünschen zum Fest & Jahreswechsel, Jürgen -
Franziska
Rang: Gastam 23.12.2008 17:49:22
Ja, Michael, das ist so, dass die meisten nicht wissen, dass sie bereits Diabetes haben oder kurz davor stehen. Leider wird der OGTT nicht routinemäßig gemacht, nur, wie Du ja schon gesehen hast, evtl. der Nüchternwert, und der kann Jahre gut aussehen, obwohl der OGTT eine andere Sprache spricht.
Ich habe irgendwo mal gelesen, dass bereits jeder zweite Deutsche ab 40 bereits eine gestörte Glucosetoleranz (also nach 2h > 140) hat. Könnte sein!
Da kommt also die nächsten Jahre noch was auf die Systeme zu.
Zu den erhöhten Nüchternwerten: Habe mal in einem USA-Forum etwas zum Dawn-Phänomen gelesen und wie manche damit umgehen: Das Dawn-Phänomen (erhöhte Nüchternwerte nach dem Aufwachen, Aufstehen, bedingt durch die nächtlichen WH- und Cortisolanstiege, die beim Gesunden nicht durchschlagen) scheint bei jedem anders zu reagieren. So wie Jürgen den Trick erwähnt hat mit einer gewissen Menge KH am morgen gibt es auch den Versuch, am Abend, kurz vorm zu-Bette-gehen, Varianten, die sich auf den BZ auswirken.
So schwören einige darauf, mindestens 5h nüchtern zu Bett zu gehen und nur eine große Kanne ungesüßten Tee zu trinken oder viel Wasser. Andere verzichten abends auf alle KH und essen nur einen kleinen nackten Joghurt oder ein Ei kurz vorm Einschlafen (weg. des Eiweißes) und sehen, dass der Nüchtern-BZ dann niedriger ist. Wieder andere bestehen auf eine Scheibe Vollkornbrot (langsame KH) und haben dann angeblich niedrigere Nüchternwerte. Anscheinend hilft hier nur probieren.
Bei mir hilft leider nichts von dem, nur Basalinsulin. Tagsüber kriege ich das ähnlich wie Du noch mit der BSD alleine hin, allerdings auch nur, wenn ich KH einschränke.
Irgendwann kann Basalinsulin ein ganz guter Einstieg sein, denn Nüchternwerte um 100 sind ja nach Ansicht einiger Autoren auch schon nicht mehr so gesund für die Gefäße.
Gruß
Franziska