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Low Carb und Metformin!
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am 23.08.2017 21:01:39 | IP (Hash): 1196880481
Guten Abend an euch alle,
ich habe das Thema am Anfang, als ich mich hier angemeldet habe, schon mal angerissen. Aber ich möchte doch noch einmal genau nachfragen:
Ist low carb in Kombination mit Metformin (!) gefährlich?
Ich habe Ketose-Teststreifen und bemerkte heute, dass ich schon leicht in Ketose bin. Jetzt mache ich mir natürlich Gedanken wegen des Metformins, dabei wollte ich meinem Körper nur Gutes tun, indem ich die Kohlenhydrate drastisch reduziere.
Ich bedanke mich im voraus für eure Hilfe.
Lieben Gruß
Gudrun
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am 23.08.2017 22:16:00 | IP (Hash): 590445953
Gudrun schrieb:
Ist low carb in Kombination mit Metformin (!) gefährlich?
Nein, so eine Kombination ist nicht gefährlich. Wenn es gefährlich wäre, dann würde es im Beipackzettel vermerkt sein. Ich kenne auch genügend Leute, die sich Low Carb ernähren und Metformin nehmen. Über Probleme mit dieser Kombination habe ich noch nie etwa gehört.
Ketonkörper im Urin sind bei Low Carb etwas ganz normales, was nichts mit der gefährlichen Ketoazidose zu tun hat. Bei eine Ketoazidose treten sehr hohe Ketonkörperkonzentrationen im Zusammenhang mit hohem BZ und Insulinmangel auf, der normal nur bei Typ1-Diabetikern und bei langjährigen Typ 2ern auftreten kann, wenn sie kaum noch Eigeninsulin haben.
Die Gefahr, die bei Metformin in besonderen Situationen besteht, ist übrigens keine Ketoazidose sondern Lactatazidose. Low Carb ist kein Risikofaktor für Lactatazidose. Die Situationen, in denen das Risiko für eine Laktatazidose erhöht ist, werden im Beipackzettel unter den Warnhinweisen ausführlich beschrieben.
Beste Grüße, Rainer
Bearbeitet von User am 23.08.2017 22:22:51. Grund: .3 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 24.08.2017 00:01:47 | IP (Hash): 1196880481
Hallo Rainer,
Dankeschön für deine Antwort.
Ab welchem Blutzuckerwert kann man eine Ketoazidose bekommen? Ich habe die letzte Zeit schlechte Werte, weil ich, was die KH angeht, geschlampt habe.
Und nun bin ich seit vergangenem Wochenende wieder hart dran, die KH stark zu reduzieren. Nun weiß ich nicht, ob die Verfärbung auf dem Ketose-Teststreifen, vom höheren Blutzuckerwert kommt oder von der low carb-Ernährung.
Noch eine Frage bitte:
Ich habe aufgrund dessen vor, mein Glimepirid von 3mg auf 4 oder gar 5mg zu erhöhen, damit der Wert sich wieder verbessert.
Muss ich die gesamte Dosis auf einmal einnehmen, so wie ich es in vielen Beipackzetteln gelesen habe oder kann man das auch auf den Tag aufteilen?
Ich war ja mal bei insgesamt 6mg Glimepird und weiß, dass ich diese Dosis nicht auf einmal genommen habe. Ich meine es waren, 3mg morgens und 3mg mittags.
WICHTIG: Kann ich 2mg auf einmal hochdosieren?
Dankeschön! :-)
LG
Gudrun
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am 24.08.2017 18:52:36 | IP (Hash): 1196880481
Rainer schrieb:
Gudrun schrieb:
Ist low carb in Kombination mit Metformin (!) gefährlich?
Nein, so eine Kombination ist nicht gefährlich. Wenn es gefährlich wäre, dann würde es im Beipackzettel vermerkt sein. Ich kenne auch genügend Leute, die sich Low Carb ernähren und Metformin nehmen. Über Probleme mit dieser Kombination habe ich noch nie etwa gehört.
Ketonkörper im Urin sind bei Low Carb etwas ganz normales, was nichts mit der gefährlichen Ketoazidose zu tun hat. Bei eine Ketoazidose treten sehr hohe Ketonkörperkonzentrationen im Zusammenhang mit hohem BZ und Insulinmangel auf, der normal nur bei Typ1-Diabetikern und bei langjährigen Typ 2ern auftreten kann, wenn sie kaum noch Eigeninsulin haben.
Die Gefahr, die bei Metformin in besonderen Situationen besteht, ist übrigens keine Ketoazidose sondern Lactatazidose. Low Carb ist kein Risikofaktor für Lactatazidose. Die Situationen, in denen das Risiko für eine Laktatazidose erhöht ist, werden im Beipackzettel unter den Warnhinweisen ausführlich beschrieben.
Beste Grüße, Rainer
Hallo,
wie macht sich diese Lactatazidose bemerkbar? Ich las, dass häufiger Durchfall ein Symptom sein kann. Aber - ich habe schon jahrelang, immer mal wieder tagelangen Durchfall. Kann ich mit Nahrungsmitteln, einer Lactatazidose vorbeugen?
Ich nehme das Metformin ja schon seit zig Jahren und habe gleich zu Anfang gelesen, dass auch eine Diat unter 1200 Kalorien gefährlich sein kann, aber ich MUSS abnehmen. Wie kann ich die Gefahr bestmöglich abwenden? -
am 24.08.2017 22:16:25 | IP (Hash): 1966707350
Hallo Gudrun,
irgendwie scheinst du dir gerne Angst einjagen zu lassen. Ich will mal versuchen, dich ein bisschen zu beruhigen und hoffe, dass mir das gelingt,
Vor einer Ketoazidose brauchst du dich wirklich nicht zu fürchten, auch wenn dein BZ manchmal zu hoch ist. Vorausetzung für eine Ketoazidose ist absoluter Insulinmangel. Als Typ2-Diabetikerin, die ihren Diabetes noch einigermaßen mit Tabletten im Griff behalten kann, hast du noch so viel Eigeninsulin, dass es bei dir zu so einem absolutem Insulinmangel gar nicht kommen kann. Du kannst das Testen auf Ketonkörper sein lassen, eine Ketoazidose ist bei dir nahezu ausgeschlossen. Wenn du trotzdem weiter testest, dann lass dich wenigstens nicht gleich durch leichte Verfärbung der Ketostix beunruhigen. Ketonkörper sind z.B. nach der nächtlichen Essenspause etwas vollkommen normales und zeigen bei dir ganz bestimmt keine Ketoazidose an.
Lactatazidose ist eine seltene, aber schlimme Stoffwechselentgleisung. Vor so etwa brauchst du grundsätzlich keine Angst zu haben. Es macht aber Sinn sich vorsichtshalber die Symptome anzusehen, um in dem relativ unwahrscheinlichen Fall gewappnet zu sein, dass sie tatsächlich mal auftritt. Wenn du einen Verdacht auf Lactatazidose hast, dann hilft nur die Notaufnahme. Die Symptome kannst du dir im Beipackzettel ansehen, z.B. hier http://www.apotheken-umschau.de/Medikamente/Beipackzettel/Metformin-AL-1000-795028.html :
"Der Beginn einer Laktatazidose kann schleichend sein und die Symptome können unspezifisch sein, wie z.B. Erbrechen, Bauchschmerzen mit Muskelkrämpfen, gestörtes Allgemeinbefinden mit starker Müdigkeit sowie Schwierigkeiten beim Atmen. Weitere Symptome ..."
Wie bereits gesagt, ist die Gefahr äußerst gering, dass so etwas bei dir jemals auftritt. Dass eine Diät unter 1000 kcal ein Risiko sein kann, stand früher mal im Beipackzettel. Wahrscheinlich hat sich das als falsch herausgestellt, auf jeden Fall steht es jetzt nicht mehr drin. Jetzt ist nur noch "längeres Fasten" als Risiko aufgeführt.
Wenn du die Glimepiriddosis ohne Absprache mit deinem Arzt erhöhen willst, dann musst du schon genau wissen, was du machst und wie du die Wirkung kontrollieren musst. Wenn du dazu in der Lage bist, dann sollte es mit keiner der von dir angedachten Varianten Probleme geben. Wenn du nicht genau weißt, was du machst, sprich die Erhöhung lieber mit deinem Arzt ab.
Glimepirid ist übrigens kein besonders gutes Diabetesmedikament. Wenn du damit nicht mehr richtig zurecht kommst, dann versuche mal, ein besseres Medikament zu bekommen. Wenn du deinen Diabetes von deinem Hausarzt behandeln lässt, dann kann ich dir nur empfehlen, einen Termin bei einem Diabetologen zu machen.
Wenn du noch weitere Fragen hast, dann stelle sie ruhig. Ansonsten wünsche ich dir alles Gute, Rainer3 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 24.08.2017 23:10:15 | IP (Hash): 1738734302
Hallo Rainer,
danke Dir für Deinen sehr kompetenten und wertvollen Beitrag, der darüber hinaus noch in wohlgesetzten Worten verfasst ist und hoffentlich auch für Gudrun die angestrebte Beruhigung bringt.
Auch für mich selbst als Low Carber und Metforminer gut strukturierte Ausführungen.
Was man vielleicht noch erwähnen sollte ist, dass trotz der grossen Seltenheit einer Laktatazidose, bei bestehendem Alkoholismus in Verbindung mit Metformin, die Möglichkeit einer solchen marginal wächst.
Aber das kann man ja dem Beipackzettel entnehmen.
Finde sowieso, dass Du hier ausgezeichnete Hilfestellung für alle Ratsuchenden uneigennützig und ohne einen Dank zu erwarten, in Hülle und Fülle bereitstellst.
Usern, die es hier natürlich auch gibt und die es sich zur Aufgabe gemacht haben, permanent Giftpfeile gegen Dich zu schiessen, kann man nur Mitleid entgegenbringen.
Also ich persönlich, obwohl bis vor kurzem nur stiller Mitleser Deiner Beiträge kann für mich feststellen, dass Deine Kenntnisse und wie Du sie rüberbringst, weit entfernt von angelesenem und auswendig gelerntem Wikipediawissen sind.
Musste mal gesagt werden.
Viele Grüße
Udo
Bearbeitet von User am 24.08.2017 23:16:52. Grund: korr.2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 25.08.2017 01:24:33 | IP (Hash): 1196880481
Rainer schrieb:
Hallo Gudrun,
irgendwie scheinst du dir gerne Angst einjagen zu lassen. Ich will mal versuchen, dich ein bisschen zu beruhigen und hoffe, dass mir das gelingt,
Vor einer Ketoazidose brauchst du dich wirklich nicht zu fürchten, auch wenn dein BZ manchmal zu hoch ist. Vorausetzung für eine Ketoazidose ist absoluter Insulinmangel. Als Typ2-Diabetikerin, die ihren Diabetes noch einigermaßen mit Tabletten im Griff behalten kann, hast du noch so viel Eigeninsulin, dass es bei dir zu so einem absolutem Insulinmangel gar nicht kommen kann. Du kannst das Testen auf Ketonkörper sein lassen, eine Ketoazidose ist bei dir nahezu ausgeschlossen. Wenn du trotzdem weiter testest, dann lass dich wenigstens nicht gleich durch leichte Verfärbung der Ketostix beunruhigen. Ketonkörper sind z.B. nach der nächtlichen Essenspause etwas vollkommen normales und zeigen bei dir ganz bestimmt keine Ketoazidose an.
Lactatazidose ist eine seltene, aber schlimme Stoffwechselentgleisung. Vor so etwa brauchst du grundsätzlich keine Angst zu haben. Es macht aber Sinn sich vorsichtshalber die Symptome anzusehen, um in dem relativ unwahrscheinlichen Fall gewappnet zu sein, dass sie tatsächlich mal auftritt. Wenn du einen Verdacht auf Lactatazidose hast, dann hilft nur die Notaufnahme. Die Symptome kannst du dir im Beipackzettel ansehen, z.B. hier http://www.apotheken-umschau.de/Medikamente/Beipackzettel/Metformin-AL-1000-795028.html :
"Der Beginn einer Laktatazidose kann schleichend sein und die Symptome können unspezifisch sein, wie z.B. Erbrechen, Bauchschmerzen mit Muskelkrämpfen, gestörtes Allgemeinbefinden mit starker Müdigkeit sowie Schwierigkeiten beim Atmen. Weitere Symptome ..."
Wie bereits gesagt, ist die Gefahr äußerst gering, dass so etwas bei dir jemals auftritt. Dass eine Diät unter 1000 kcal ein Risiko sein kann, stand früher mal im Beipackzettel. Wahrscheinlich hat sich das als falsch herausgestellt, auf jeden Fall steht es jetzt nicht mehr drin. Jetzt ist nur noch "längeres Fasten" als Risiko aufgeführt.
Wenn du die Glimepiriddosis ohne Absprache mit deinem Arzt erhöhen willst, dann musst du schon genau wissen, was du machst und wie du die Wirkung kontrollieren musst. Wenn du dazu in der Lage bist, dann sollte es mit keiner der von dir angedachten Varianten Probleme geben. Wenn du nicht genau weißt, was du machst, sprich die Erhöhung lieber mit deinem Arzt ab.
Glimepirid ist übrigens kein besonders gutes Diabetesmedikament. Wenn du damit nicht mehr richtig zurecht kommst, dann versuche mal, ein besseres Medikament zu bekommen. Wenn du deinen Diabetes von deinem Hausarzt behandeln lässt, dann kann ich dir nur empfehlen, einen Termin bei einem Diabetologen zu machen.
Wenn du noch weitere Fragen hast, dann stelle sie ruhig. Ansonsten wünsche ich dir alles Gute, Rainer
Hallo Rainer,
du hast mich tatsächlich sehr beruhigt, ich danke dir sehr herzlich dafür. Ich bin seit gestern wie ferngesteuert. Ich weiß von früher, dass die stark reduzierte Kohlenhydratmenge, eigentlich sofort greift - nur - dieses Mal, scheint mir das nicht so recht gelingen zu wollen.
Ich esse seit Montag KH unter 50mg. Besonders komisch ist, dass so gegen Nachmittag, der Wert hochschießt, obwohl ich morgens nur ein Vollkornbrötchen gegessen habe. Das ist komisch, das kannte ich bisher nicht.
Ich muss aber auch ehrlich gestehen, dass ich viele Wochen davor, gesündigt habe bis die Schwarte kracht und das ist nun die Quittung. Ich habe einfach eine Scheißangst, dass ich das nicht mehr hinbekomme, obwohl mir das immer sehr gut gelungen ist.
Welche Medikamente sind denn besser - ich kenne ausschließlich Glimepirid und Metformin.
Ich muss sagen, dass ich bei meinem ersten Diabetologen, sehr schlechte Erfahrungen gemacht habe. Ich wurde nur ausgeschimpft und ständig wurde auf eine demütigende Art und Weise auf meinem Übergewicht herum getrampelt. Deswegen gehe ich seitdem nur zu meinem Hausarzt.
Am besten ich frage den mal wegen den neuen Medikamenten, denn er kennt sich gut aus. Er ist ein junger Arzt, der auf allen Gebieten, recht kompetent ist.
Heute habe ich erstmals von der Haferkur im Internet gelesen und seltsamerweise (wegen des Zufalls), kam auch heute eine Sendung im Fernsehen. "Hauptsache gesund MDR.de"
https://www.youtube.com/watch?v=CTR7KQog5kU
Ab: 4:36
Das hat mich doch positiv überrascht. Es wurde auch hier schon mal als Thema aufgegriffen.
Ich versuche es ab morgen mal mit jeweils nur 20-30 gr., denn es sind ja dennoch Kohlenhydrate, die ich erst mal mitrechnen muss.
Nochmals vielen Dank für deine freundliche Hilfe!
Lieben Gruß
Gudrun
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am 25.08.2017 01:34:34 | IP (Hash): 1196880481
Bits&Bytes schrieb:
Hallo Rainer,
danke Dir für Deinen sehr kompetenten und wertvollen Beitrag, der darüber hinaus noch in wohlgesetzten Worten verfasst ist und hoffentlich auch für Gudrun die angestrebte Beruhigung bringt.
Auch für mich selbst als Low Carber und Metforminer gut strukturierte Ausführungen.
Was man vielleicht noch erwähnen sollte ist, dass trotz der grossen Seltenheit einer Laktatazidose, bei bestehendem Alkoholismus in Verbindung mit Metformin, die Möglichkeit einer solchen marginal wächst.
Aber das kann man ja dem Beipackzettel entnehmen.
Finde sowieso, dass Du hier ausgezeichnete Hilfestellung für alle Ratsuchenden uneigennützig und ohne einen Dank zu erwarten, in Hülle und Fülle bereitstellst.
Usern, die es hier natürlich auch gibt und die es sich zur Aufgabe gemacht haben, permanent Giftpfeile gegen Dich zu schiessen, kann man nur Mitleid entgegenbringen.
Also ich persönlich, obwohl bis vor kurzem nur stiller Mitleser Deiner Beiträge kann für mich feststellen, dass Deine Kenntnisse und wie Du sie rüberbringst, weit entfernt von angelesenem und auswendig gelerntem Wikipediawissen sind.
Musste mal gesagt werden.
Viele Grüße
Udo
Deinem Kommentar, gerade was Rainers Hilfsbereitschaft angeht, kann ich mich nur vollumfänglich anschließen.
Als ich hier her kam, war er der erste, der mir, wie auch jetzt, sehr geholfen hat und ja - das musste mal gesagt werden - und nein, es ist nicht geschleimt. Jedes Wort entspricht einfach nur der Wahrheit.
Was Alkohol angeht, da muss ich wirklich keine Angst haben, denn ich trinke absolut NIE. Ich bin keine trockene Alkoholikerin, aber meine Mutter war eine starke Alkoholikerin. So etwas möchte ich weder mir, noch einem Familienmitglied antun.
Lieben Gruß
Gudrun
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