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Umgang mit DEPRESSION

  • huki

    Rang: Gast
    am 12.12.2008 02:14:13
    Hallo,

    zurückblickend auf meine Diabeteszeit von 22 Jahren habe ich mit guten HBA1c-Werten um die 6 den Diabetes gut im Griff.
    Trotz allerdem entstehen Gefühle, daß der Kopf mit alldem Alltag (Streß etc) überlastet ist. Ich bin zwar in therapeutischer Behandlung und war zudem letztes Jahr in einer psyschosomatischen Klinik um einigermaßen wieder die Mitte in mir zu finden. Alllerdings plagen mich zur Zeit starke Gefühlsschwankungen von tiefer Traurigkeit bis hin zum alles Schwarzsehen.
    Druck, dem Ganzen nicht mehr gerecht zu werden, Gefühle, die nachlassen und zudem noch das Unverständnis von Nichtdiabetikern, die sooft gar keine Ahnung von DIabetes haben. Ich komme mir so sehr alleingelassen vor. Ich habe keine Partnerin.
    Sollten sich jetzt welche melden und mir schreiben wollten, ich solle mir in den A**** treten, bitte ich davon abzusehen, mir zu schreiben.
    Denn ich mache schon Einiges, wie Therapeutenbesuch, Sport wie Joggen, Raddfahren, etc.

    Ich habe gelernt, daß die Problem Anderer nicht gleich meiner sind. Und auch anders schlimm sind. Ich meine auch von Nichtdiabetikern.

    Ich suche die Hilfe, habe dann wiederum Angst, verletzt zu werden.
    Ich bin momentan am verzweifeln und ratlos.

    Huki



    von huki
  • joaquim

    Rang: Gast
    am 12.12.2008 09:58:03
    Hallo Huki

    Ich hatte bis vor kurzem ähnliche Probleme,bin auch in therapeutischer Behandlung gewesen.Das hat mir nix gebracht im gegenteil meine Selbstzweifel wurden nur noch größer.Ich hatte das Gefühl im Beruf alles falsch zu machen.Bei jeden Auftrag und Arbeit habe ich zichmal nachgefragt "hab ich das richtig gemacht".Über diese Aktionen habe ich dann letztendlich meinen Job verloren.Das war vor zwei Jahren.Seit Juni gehe ich auch nicht mehr zu meinem Therapeuten (das soll jezt kein "Guter Rat"sein)bis ich mich eines alten Hobbys erinnerte,den Modellbau,das habe ich wieder angefangen und habe gemerkt das je schwieriger die Sachen wurden des so Stärker wurde ich von Innen heraus.Heute stehe ich zu meiner Diabetes (kann man eh nix dran ändern),und was schlaue Nichtdiab´s von sich geben rührt mich nicht mehr an.Such dir eine Sache die dir richtig Spass macht und wachse an den Aufgaben und steck dir Ziele,und bei jeder Etappe die man erreicht belohn dich mit einem guten Essen oder so etwas.Mir hat es ein wenig geholfen.
    von joaquim
  • Tom

    Rang: Gast
    am 12.12.2008 13:20:49
    Hi Huki,

    definiere doch mal: Unverständnis von Diabetikern? Worüber? Deinem Diabetes oder deinen Depressionen?
    Ich weiß ja nicht, ob du noch andere private oder jobmäßige Probleme hast.
    Fakt ist, dass wir Dezember haben, damit die dunkle Jahreszeit, Lichtmangel,die oft Depremiertheit auslöst. -bei allen Menschen.
    Der Diabetes hat vielleicht gar nichts damit zu tun? Viel Tageslicht genießen, auch, wenn keine Sonne scheint, die besondere UV-Strahlung für bessere Stimmung ist dennoch da. Oder soone UV-Licht-Lampe kaufen oder schenken lassen.
    Und private Baustellen aufräumen.
    Alles Gute.
    P.S. Und nicht vergessen, dass es IMMER Leute gibt, denen es wesentlich schlechter als dir geht. Und ab und zu muss man eben auch einfach mal warten, bis so eine Phase vorbeigeht. von Tom
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 12.12.2008 15:03:44
    "schon Einiges, wie Therapeutenbesuch, Sport wie Joggen, Raddfahren,"

    das ist wirklich schon einiges. und ich verstehe auch, was du gerade durchmachst. oft ist ja die deptession assoziiert mit angstzuständen und die unfähigkeite, sich selbst zu motivieren. auch wenn es erst irgendwann in der zukunft möglich sein wird, mußt du in sachen gemeinsamer aktivität irgendwann unter leute.

    die besserwisserei ahnungsloser ist für depressiver schlimmer als für dmler, da denen einfach nur faulheit unterstellt wird, und faulheit ist eben halt keine krankheit. von thomas2002
  • Fotomoment - Volker Henkel

    Rang: Gast
    am 12.12.2008 19:02:35
    Der Eintrag von joaquim ist sehr gut, denke ich. Meiner Meinung nach gilt es in solchen Zuständen zu versuchen, nicht aufzugeben, nicht durchzuhängen, auch wenn das gerade schwer ist. Seelische Probleme können aber eine Katze sein, die sich in den Schwanz beißt. Sprich, ich lasse mich hängen, umso mehr erhalte ich das Gefühl nutzlos zu sein, keinen Inhalt zu sehen.

    Wichtig ist es meiner Erachtens, sich Inhalte zu suchen, so wie es joaquim beschrieben hat. Gönne Dir etwas, tue Dir etwas Gutes, auch dies sind meines Erachtens wichtige Dinge. Seelische Probleme werden dann chronisch, wenn ich es nicht schaffe, sie zu durchbrechen.

    Lieg morgens im Bett, mach die Augen zu und sage Dir, dass und das mache ich und das gehe ich an. Ich darf dabei Fehler machen, denn jeder Mensch macht Fehler. Setze Dir ein Ziel, wie bei Joaqium das Hobby, sag Dir, was für ein wichtiger Mensch Du bist und der bist Du auch. Inahalliere für Dich wie wertvoll Du bist und sehe auch die Dinge, mit denen Du etwas vollbracht hast, gutes getan hast. Es gibt diese Dinge auch bei Dir.

    Ich bin mir sicher, wenn Du versuchst Stück für Stück etwas Positives zu sehen, zu sehen, wie wertvoll Du als Mensch bist, dann können auch Depressionen verbessert werden. Das ist kein einfacher Weg, aber er ist möglich.

    LG von Fotomoment - Volker Henkel
    Der Augenblick zählt
  • Grünkohl

    Rang: Gast
    am 12.12.2008 19:35:30
    Ratschläge sind gut gemeint, aber ich glaube
    nicht, dass einer, der keine Depression am
    eigenen Leib erfahren hat, weiss oder nach-
    vollziehen kann, wie es einem Depressiven
    geht und was hilft. Deshalb ist die Meinung
    joaquims sicher hilfreich, aber auch er kann
    nur aus seiner Sicht empfehlen (was nicht
    heisst, dass es falsch wäre!). Ich denke,
    professionelle Hilfe eines "ordentlichen"
    Psychologen könnte hilfreich sein, wobei
    der DM sicher nicht die Ursache, sondern
    allenfalls ein Auslöser ist. Wenn ich "down"
    bin, kehre ich "wo Licht ist, ist auch Schatten"
    einfach um - "Wenn du im Schatten sitzt, muss
    auch irgendwo Licht sein!". Dass der Weg
    dahin nicht einfach ist, weiss ich selbst.
    @huki: Viel Glück bei DEINER Lösung!
  • Huki

    Rang: Gast
    am 13.12.2008 02:30:23
    ...danke für die guten Ratschläge.
    Einer hat allerdings geschrieben, das um diese Jahreszeit die Bedrückung stärker ausfallen kann. Ich hatte meine sehr schlimme Phase letztes Jahr im Sommer zum Herbst.
    Was ich mit Unverständnis ausdrücken wollte, hier ein kleine Beispiel:
    Ich hatte vor wenigen Tagen ein Gespräch mit meiner Teamleiterin auf der Arbeit. Ich arbeite im Büro. Es war ein Feedback-Gespräch, wie mir die Arbeit gefällt, ob ich noch Fragen habe. Ich erwähnte die Pausenzeiten in Verbindung mit Spritz-Eßabstand, sodaß ich vorher mich kurz in den med. Raum zurückziehe und BZ messe und dann spritze. Dafür vergehen 2-3 Minuten mit Erreichen des Raumes und wie gesagt der Messung und Spritzen. Ich gehe deshalb in den Raum und wasche mir vorher die Hände, weil der Arbeitsplatz jedent Tag im Büro häufig ein anderer ist, sprich wir keinen "eigenen" Platz haben.
    Die Teamleiterin machte dann, als sie mir sagte, "wenn ich wegen des Spritzens und Messens ein wenig Zeit benötige" kein Problem sei, machte aber Armbewegung, als ob ich mir die Spritze wie ein "Fixer" in den Arm stechen würde.
    Anderer Punkt ist, daß viele Nichtdiabetiker meinen, Diabetes sei leicht zu behandeln, wie z.B. eine Tablette schlucken und fertig.
    Das aber dazu Messen, Wiegen, Spritzen, körperliche Tätigkeit oder auch nicht, Emotionen den BZ beinflussen können, können Einige nicht richtig einschätzen.

    Dieses Einstellen macht mich manchmal und letzter Zeit desöfteren zu einer funktioniernen Maschine. Immer den Diabetes im Auge zu behalten. Wenn er zu hoch ist, fühle ich mich nicht gut, wenn er zu niedrig ist, auch nicht.
    Ich habe niemanden so richtig, dem ich das sagen kann. Außer dem Therapeut.
    Diese Stärke haben, die Energie zur Bewältigung trifft auf Grenzen.
    Möchte mich gehen lassen. Nein, heutzutage muß man doch das aushalten, es gibt Schlimmeres. Ich kann es langsam nicht mehr hören. Ja, es gibt Menschen, denen es mit anderen Leiden schlechter geht.

    Momentan hat kaum einer Zeit.
    Was ist los ?

    Huki
  • Fotomoment - Volker Henkel

    Rang: Gast
    am 13.12.2008 12:13:18
    Ich für mich versuche mein eigenes Schicksal nicht von anderen abhängig zu machen. Ich meine das so, dass es für mich der falsche Weg ist zu sagen, wieso hat keiner Zeit? Ich kann andere und die Welt nicht ändern, ich kann nur an mir selbst arbeiten und wie ich selbst meine Außenwelt betrachte.

    Solange ich Erwartungen habe und diese nicht erfüllt werden, bedeutet das für mich, ich kann nie glücklich werden. Ich hoffe, Du vestehst, was ich meine.

    Im Umgang mit dem Diabetes bin ich für Offenheit. Wenn ich mich im öffentlichen Raum bewege und etwas esse, ziehe ich meine Spritze und setze sie mir. Wieso auch nicht? Es gibt für mich nichts, was ich daran verstecken sollte. von Fotomoment - Volker Henkel
  • Thomas

    Rang: Gast
    am 13.12.2008 14:25:35
    Hallo Huki,

    Depressionen werden heute schnell in den Mund genommen und müssen für vieles herhalten. Ich möchte damit nicht sagen, Du hättest keine. Aus Deinem letzten Beitrag kann ich es nur nicht rauslesen.

    Was Du dort schilderst kennen fast alle Diabetiker. Es ist die "mich kotzt mein DM an" Phase. Es ist normal sie hin und wieder zu haben. Bedenklich wird es wenn sie sehr lange andauern und zum Dauerzustand werden.

    Was mich wundert ist, dass viele Diabetiker meinen ihre Umwelt müsse sich mit DM auskennen und sich damit beschäftigen.
    Meine Frage an dich, warum sollte sich ein Gesunder mit einer Krankheit befassen die ihn vermutlich nie erreichen wird? Wenn Dein Kollege zB 'ne Arthritis hätte, wüsstest Du darüber bescheid? Würdest Du ihm Arbeit abnehmen weil er nicht mehr der schnellste ist? Könntest Du verstehen das er unter starken Nebenwirkungen seiner Medikamente leidet?

    Ich kann mich noch gut an die Zeit vor meiner Diagnose (Typ1 ICT) erinnern. Auch war ich schon einige Jahre erwerbstätig. Bei uns gab es unter den Kollegen einen Insulinpflichtigen Diabetiker. Ich wusste das er morgens und abends Insulin spritzte (vermutlich CT) und das wars. Ich hatte mich nie für seinen DM interessiert und wusste über Diabetes rein gar nichts. Er wurde von uns immer völlig normal behandelt und ich glaube das war ihm auch recht so. Nun ist er schon ein paar Jahre, AFAIK ohne Folgeerkrankungen, in Rente.

    Nun war ich plötzlich selbst Diabetiker. Klar ist es nicht einfach, so eine Diagnose kann einen ganz schön aus der Bahn werfen.
    Ich kann mich noch gut an ein Gespräch mit der damaligen Schulungsleiterin erinnern. Sie vertrat die Meinung meinen DM vorläufig für mich zu behalten. Was ich überhaupt nicht verstehen konnte. Wir überlegten gemeinsam wie ich im Betrieb heimlich messen und spritzen könne. Ich verstand es überhaupt nicht. Sie meinte es könne gut sein das man als Diabetiker outet und Nachteile erleidet.

    Trotz der Warnung habe ich meinen DM nie verheimlicht. Alle im Betrieb wissen es. Ich messe und spritze in aller Öffentlichkeit, egal ob in der Firma oder privat in der Öffentlichkeit. Meine Erfahrungen waren nur positiv. Alle Fragen habe ich geduldig und sachlich beantwortet. Mein DM ist zu einem ganz normalen Begleiter geworden, zugegeben ein nerviger, aber ich habe ihn akzeptiert als das was er ist.

    Warum ich Dir das erzähle? Ich kann es immer noch nicht verstehen warum jemand zum messen oder spritzen auf Klo, oder im Sanie-Raum verschwindet. Ausser ihr habt bei euch Kundenverkehr. Selbst da geht es notfalls diskret unter der Schreibtischkannte.

    Ich glaube das viele ihren DM nicht akzeptieren können. Sonnst würden sie ihn nicht verheimlichen. Oder sich Gedanken machen was die Kollegen glauben. Die Kollegen können nicht wissen wie Du den DM behandelst, woher auch. Wenn Du damit offen umgehst werden sie schon fragen und dann erklärst Du es ihnen. Nur Bitte erzähle ihnen nicht wie unglaublich schwer Du es als Diabetiker hast.

    Ach so, noch was zum Thema keiner versteht mich. Unsere Bertiebsärztin hatte in einem Gespräch mal geäußert, "warten wir mal ein Jahr, wie es dann mit Ihrem DM aussieht"

    Gruss Thomas



  • Hajo Janse

    Rang: Gast
    am 13.12.2008 17:37:50
    Hallo Huki

    ich lese aus deine letzte Post, das du die ewige Diabetes und das alles drum LEID bist.

    Du kämpfst gegen diese Gefühle an.

    Es hilft nicht, aber die habe denke ich alle Diabetiker von Zeit zur Zeit, die von Ihre Diabetes keine Hobby gemacht haben.

    Ich wurde dich raten diese Gefühlen als NORMAL zu akzeptieren dann werden die automatisch weniger, im Sinne Ja Ich darf diese Gefühle haben, die gehören im Moment zu mir.

    Das Problem sind nicht die Gefühlen aber wieviel die Gefühlen dich stören.

    Nach Akzeptation werd den Störung schnell weniger und du wird den Gleichgeicht zurürck finden.

    (PS Ich habe eine Pumpe und nach Frage von eine Person wass dass war, antworte er : Du bist ein Insulin Junkie.
    Er hat recht, wenn mann mich meine Pumpe und Insulin nimmt reagiere Ich als ein Junkie. Aber es stört mich nicht.)

    Hajo Janse
  • Huki

    Rang: Gast
    am 13.12.2008 18:12:17
    Hallo nochmal,

    wenn einer schreibt, es ist ihm egal, was Andere darüber denken, frage ich mich, geht alles an mir vorbei, das Interesse für den Anderen, jeder macht "sein eigenes Ding" und wir kommunzieren nur noch ganz weit oben (oberflächlich). Ich möchte nicht von Mitleid sprechen, sondern von MItgefühl, wenn es z.B. einem Kollegen nicht gut geht.

    Einer schreibt, das Depression für vieles hergehalten wird. Ich war kurz davor, mich zu verabschieden von der Welt. Deshalb bin ich in therapeutischer Behandlung. Der Therapeut meint, ich würde nicht so sehr die Grautöne sehen, sondern entweder Tiefschwarz oder Hellweiß.
    Und ich habe in der psyschosomatischen Kur Leute kennengelernt, denen es auch drecking ging oder noch geht. Tiefschwarz.
    Dann denke ich, versuchen ein Niveau zu finden und mit der Situation zurecht zukommen.
    Deshalb fehlen mir auch Menschen, mit denen ich mich austauschen oder ablenken kann.
    Ich möchte nicht die Welt verbessern. Ich arbeite an mir.

    Huki
  • Pozilei

    Rang: Gast
    am 13.12.2008 18:41:00
    Hallo Huki,

    du musst vor allem herausfinden, was es wirklich ist, was dich bedrückt.

    Nach so vielen (und bei gutem HbA1c-Wert auch scheinbar erfolgreichen) Jahren mit Dm hast du doch eine gute Routine darin.
    Ich habe eher den Eindruck, du fühlst dich einsam, auch deshalb, weil du dich als Diabetiker als Außenseiter siehst. Das muss aber nicht sein!

    Du kannst dich zum einen mit Gleichbetroffenen austauschen, entweder in einer SHG oder in Foren.

    Aber auch der unbefangene, unverkrampfte Umgang mit "Normalos" ist wichtig! Kontakte entstehen über gleiche Hobbies/Interessen.
    Dm ist nicht ansteckend (wir haben kein Aids/HIV), sind ganz normale Menschen, müssen halt zwischendurch immer ein Auge auf den BZ haben, messen, spritzen, Input abwägen.
    Aber das ist weder schlimm noch irgendwie besonders "exotisch". Und vor allem kein Grund, sich zurückzuziehen oder abgelehnt zu fühlen.

    Geh ganz normal auf andere Menschen zu: als MENSCH, der du bist, und nicht als Diabetiker! Wenn dein Dm dann irgendwann zur Sprache kommt, gib ein paar Infos dazu, beantworte ein paar Fragen, und stell deinen Dm vor allem als etwas ganz Normales dar, mit dem du ja immerhin schon seit über 2 Jahrzehnten umgehst.

    Korrigier mich, wenn ich falsch liege. Aber ich habe bei dir das Gefühl, dass dein Dm nicht wirklich dein Problem ist, sondern nur vorgeschoben. Dies machst du auch bestimmt nicht absichtlich, aber mangels anderer Erklärungen hat dein Dm vielleicht eine Alibi-Funktion übernommen, was aber -wie gesagt- deine wahren Probleme nur überdeckt und dich dann letztendlich auch nicht weiterbringen kann.

    Ich bin keine Psychologin, das kam jetzt so "aus dem Bauch raus" beim Lesen deiner Beiträge.
    Ich hoffe, du kommst bald auf die wahren Gründe, warum du dich so deprimiert fühlst und schaffst es dann besser, dich da raus zu ziehen. Wünsche dir dafür alles Gute! von Pozilei
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 14.12.2008 00:22:10
    ich habe das gefühl, daß sich dm und depri gegenseitig zwar nicht bedingen, jedoch beeinflussen.

    kontakt zu einer shg ist interessant, da man dort leute trifft, die auch ohne viele worte wissen, was sache ist.
    das problem eines depressiven ist, sofern er erstmal seine erkrankung angenommen hat, die umsetzung bzw die motivation dazu, und seltener die erkenntnis. erstrecht, wenn die therapie schon läuft. von thomas2002
  • Tom

    Rang: Gast
    am 15.12.2008 13:42:00
    Hi Huki,

    ich glaube nicht, dass Diabetes die Ursache für dein angedeutetes Verabschieden aus dem Leben ist.
    So, wie ich das herauslese, kann es vielleicht sein, dass du von deiner Umwelt zuviel erwartest? Dass du erwartest, dass sie dich auf Grund deines Diabetes in einer besonderen Situation sehen? Das bist du nicht. Ich hoffe, dass deine Psychotherapie die wahren Gründe für deine Depression ans Licht bringt.

    Ich kann Thomas nur beipflichten, ich messe und spritze auch im Büro.
    Und ich mache aus mir keinen Sonderling.

    Die Handbewegung deiner Teamleiterin hast NUR DU so interpretiert. SIE hat es mit Sicherheit nicht so gemeint, wie du es ausgelegt hast.
    Ich wünsch dir gutes Gelingen und Geduld
    Wenn ich sehr ehrlich bin (nicht böse sein), so muss ich dir sagen, mich nerven Diabetiker, die mit ihrem DM so hausieren gehen, als wäre es die schlimmste Krankheit auf Erden und wir müssten immer noch Spritzen und Kanülen auskochen.... setz dich doch mal bitte hin mit einem Blatt Papier
    hin und schreibe mal die POSITIVEN Dinge auf, die sich in der DM-Therapie geändert haben.

    Ich persönlich würde NIE in eine Selbsthilfegruppe gehen, machen die sich nicht gegenseitig noch verrückter als man selbst ist.....dann doch eher ein gute indivuell beratender Psychologe...
    von Tom
  • Huki

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 14:00:19
    @Tom

    ich gehöre zu den Diabetikern, die eine fortschrittliche Behandlung von Anfang an bekamen. Mit BZ-Meßgeräten, schon die feinen Spritzen,nicht zum Auskochen.
    Ich glaube Du verdrehst da etwas.
    Hausieren klingt abwertend. Das mache ich nicht. Ich rede nicht jeden an der Bushaltestelle oder im Geschäft an und sage ich hätte Diabetes.
    Ich mache die Umgebung darauf aufmerksam, daß ich Diabetes habe, wie z.B. während eines Gesprächs, mit Kollegen, wenn es sich daraus ergibt.
    Dein Selbstbewußtsein in allen Ehren, aber Du übertreibst es .
    In einem Film z.B. gab es jemand der in einer Rolle als Diabetiker gespielt hat.
    Als er eine Hypo hatte, sagte man, er solle Insulin bekommen, daß es ihm wieder besser geht.
    Das meinte ich z.B., daß die Leute überhaupt keine Ahnung haben, bzw. es verdrehen.

    Huki


  • Grünkohl

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 14:33:21
    @Huki: Warum sollten denn die "Leute" über DM
    Bescheid wissen? Damit es dir besser geht?
    Weisst du, wie man Menschen mit einem epilep-
    tischen Anfall behandelt oder wie man mit Leuten
    mit Tourett-Syndrom umgeht? Wenn ja, wie schön
    für dich und den Betroffenen. Das Leben ist für
    dich also mit einem Film gleichzusetzen? Durch
    solche Unwissenheitsfehler der Skriptschreiber
    wird der Diabetiker logischerweise als Exot
    dargestellt, wenn man sich dann auch noch so
    fühlt - prächtig! Ich rege mich dann auch jedesmal über die "Dummheit" der Schreiberlinge auf, da
    es genug "wissende" Diabetiker gibt, bei denen
    sie recherchieren könnten. Glaubst du tatsächlich,
    das dich im Notfall einer spritzen würde? Blödsinn!
    Was hat sich denn durch deinen DM massgeblich so verschlechtert, dass du die Flinte ins Korn
    werfen willst/wolltest? Ich glaube die richtige
    Einstellung (bzgl. DM) wäre für dich:
    "Ich habe Diabetes - na und?"
  • Tom

    Rang: Gast
    am 17.12.2008 13:10:20
    Zitat: Ich mache die Umgebung darauf aufmerksam, daß ich Diabetes habe, wie z.B. während eines Gesprächs, mit Kollegen, wenn es sich daraus ergibt.Zitatende
    DAS nenne ich Hausieren. Wenn mein unmittelbar mit im Job sitzender Mitarbeiter und mein Chef wissen, ich habe DM, reicht das aus. Erzählen oder jammern dir deine Kollegen etwas von ihren Bewschwerden vor?
    Also EINES kann ich dir versichern...
    Leute, die sich im Gespräch überwiegend mit ihren Krankheiten beschäftigen und das ihrem gegenüber dann noch AUFDRÄNGEN und das tust du, hört man schnell nicht mehr gern zu. Du machst dich wichtig.
    Mir gefile die Formulierung, die Jemand im Forum hier schrieb: Mit DM ist man bedingt gesund, aber nicht krank. oder so ähnlich..

    von Tom
  • Huki

    Rang: Gast
    am 18.12.2008 02:22:19
    @Tom:
    Wenn ich mehrmals von Kollegen etwas zuckerhaltiges angeboten bekomme, ich aber nicht riskieren will, daß der Wert steigt, erwähne ich den Diabetes nebenbei. Dann können beide damit umgehen.
    Ich dränge niemanden etwas auf.
    Du interpretierst da etwas völlig Falsches hinein. Von Jammern habe ich überhaupt nichts geschrieben.
    Außerdem schrieb ich, daß ich im Büro wechselnde Sitzplätze habe. Und dann es sein, daß man neben jemanden sitzt, den man zuvor nicht gesehen hat, weil er/sie neu ist.

    Huki
  • Tom

    Rang: Gast
    am 18.12.2008 14:32:33
    Warum MUSS ich den DM erwähnen, wenn ich dankend Süßigkeiten ablehne? Da reicht doch ein höfliches Dankesehr, aber im Moment nicht.
    Wenn mich einer aufregt, erwähne ich doch auch nicht, dass ich unter hohem Blutdruck leide.
    DM ist in meinen Augen keine Krankheit, wenn man sie in Relation zu wirklichen Krankheiten sieht.
    DM findet nicht mehr in versteckten Ecklein statt, es ist normal, wenn sich Jemand im Restaurant ganz normal das Insulin spritzt.
    Und gerade der Teil, den die Entwicklungsabteilungen der Pharmaindustrie dazu geleistet hat und auch den Service innerhalb von 24 h, den die Hersteller heute leisten, mach das handling von DM zu einer alltäglichen Sache.
    Aber eigentlich ist es egal...Jeder Jeck ist anders. Aber eins kann ich dir sagen..wäre ICH dein bester Freund, hättest du von mir schon längst ein T-Shirt oder einen Magnetaufkleber fürs Auto bekommen: ICH habe Diabetes und bitte um Bedauerung;-)
    Alles Gut. Damit klinke ich mich aus. von Tom
  • Pozilei

    Rang: Gast
    am 18.12.2008 14:35:37
    Hallo Tom,
    bitte Sätze immer schön zu Ende lesen:

    ***Zitat: Ich mache die Umgebung darauf aufmerksam, daß ich Diabetes habe, wie z.B. während eines Gesprächs, mit Kollegen, WENN ES SICH DARAUS ERGIBT. Zitatende***

    Das ist doch kein Hausierengehen! - Oder verschweigst du deinen Dm IMMER?!

    Hallo Huki,
    ich mache es (bei Gelegenheit) genauso.

    Die Frage, ob man mir im Notfall Insulin spritzen müsse, kam auch schon mal von Kollegen.
    Als T2 rechne ich zwar nicht mit einem Notfall (keine HYPER-Gefahr u. UZ bemerke ich frühzeitig), aber meine Antwort war:
    "Mein Insulin ist für euch IMMER tabu und an/mit meinem Messgerät wird auch nicht rumgefummelt. Im Notfall 112 anrufen reicht." (Krankenhaus ist hier direkt nebenan)



    von Pozilei
  • Tom

    Rang: Gast
    am 18.12.2008 15:01:01
    Hi Pozi,
    dass ich DM habe, weiß mein Chef und der Mitarbeiter direkt neben mir und meine Familie, das reicht. Ich versuche, den DM so zu handeln wie das tägliche Zähneputzen. Das ist ein langer Prozess gewesen.
    Ich bin GANZ sicher, dass es hier ausreichend User gibt, die auch DM haben, ABER, für die der Diabetes das KLEINSTE aller gesundheitlicher Probleme ist in Relation zu den anderen Diagnosen, die sie AUßERDEM zu bewältigen haben.
    Denn DM kommt sehr oft leider nicht allein daher. Die, die NUR DM haben, sehen den eben als schlimmste Krankheit der Welt. Aber wie gesagt, eigentlich ist es mit schnuppe, wie er damit umgeht, ich würde es als sein Kollege einfach als lächerlich und geltungsbedürftig empfinden und ihn somit nicht mehr ganz ernst nehmen.können. Tut mir leid....Guten Rutsch und ein gutes 2009! Tschüss und wech von Tom
  • Huki

    Rang: Gast
    am 18.12.2008 21:39:10
    @Tom

    Du widersprichst Dir gerade selbst, Dein Kommentar:

    "DM findet nicht mehr in versteckten Ecklein statt, es ist normal, wenn sich Jemand im Restaurant ganz normal das Insulin spritzt."

    Du unterstellst mir, ich würde hausieren gehen. Ich sprech es an und Du schreibst Deinen o.g. Kommentar.

    "Die, die NUR DM haben, sehen den eben als schlimmste Krankheit der Welt."

    Klar, und Du bist immer und in jeder Situation perfekt, hast immer die passende Ausrede.

    Huki
  • Hammy

    Rang: Gast
    am 18.12.2008 23:40:43
    @Tom:
    Zitat:"Die, die NUR DM haben, sehen den eben als schlimmste Krankheit der Welt." Sagt wer? DU?
    Mag ja sein, dass es solche gibt, aber genau so
    gibt es genug, die DM überhaupt nicht "schlimm"
    sehen, sondern einfach damit (nicht dafür) leben.
    Mit Verallgemeinerungen kommst du hier nicht
    allzuweit. Was passiert denn mit dir, wenn du
    auf Arbeit eine "geile" Hypo hast und dein Kollege
    Urlaub und der Chef gerade auf Dienstreise ist?
    Und Freunde, mit denen du etwas unternimmst,
    hast du offensichtlich auch nicht - oder? Man
    braucht mit DM nicht "hausieren" gehen - eine
    kurze Info (á la Pozilei) reicht völlig. Das wäre
    für mich so selbstverständlich wie Zähneputzen!
  • Tom

    Rang: Gast
    am 19.12.2008 13:39:36
    DASS es so ist, dass ne Menge Leute ihren DM als schlimmste Krankheit der Welt sehen, beweist jeder neue Beitrag in den Foren. Ich bin eben nur der Meinung, dass man, wenn man nur DM hat, etwas bescheidener sein sollte. Es gibt sicher 'ne Menge Leute, die ihre Diagnose gegen den "Nur-DM" sofort eintauschen würden.

    Wie willst du absichern, dass in dem Moment, wo du -egal in welcher medizinischen Not-Situation- IMMER sofort laienhafte 1. Hilfe da ist? Dann musst du alle deine Wehwechen in der Firma ans schwarze Brett tackern, das ist doch Blödsinn.
    Ich halte bei dem modernen Stand der Dinge für DM in unserer heutigen Zeit, dem Service und auch der Kommunikation DM für KEINE schlimme Krankheit in dem Sinne, und bleibe bei meiner GANZ PERSÖNLICHEN Meinung, dass ich Leute für Wichtigtuer halte, die mit DM hausieren gehen.

    Ich wünsch euch frohe Weihnachten. Tschüssing bis 2009.

    von Tom
  • Irma

    Rang: Gast
    am 19.12.2008 14:12:33
    Anonym hat hier wieder gut draufgesetzt. Und?? Fazit?? ... Das Problem mit "DM" bleibt trotzdem: der DM ist und bleibt ein Ballast, genauso wie jede andere chronische Erkrankung auch. Man kann ihn bedingt beherrschen, aber nicht so kontrolliert, wie es viele bzw. DM'ler gerne hätten. Alles Erfahrungwerte, muss man drüber reden, sich austauschen usw. Unser Körper ist leider keine programmierbare Maschine. Einer geht besser mit um, der andere schlechter. Einfach zu handhaben ist der DM jedenfalls nicht. Wenns so wäre, gäbe es dieses Forum nicht, um Rat und andere Sichtweisen + Erfahrungen zu erhalten.
    von Irma