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Umgang mit DEPRESSION
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huki
Rang: Gastam 12.12.2008 02:14:13
Hallo,
zurückblickend auf meine Diabeteszeit von 22 Jahren habe ich mit guten HBA1c-Werten um die 6 den Diabetes gut im Griff.
Trotz allerdem entstehen Gefühle, daß der Kopf mit alldem Alltag (Streß etc) überlastet ist. Ich bin zwar in therapeutischer Behandlung und war zudem letztes Jahr in einer psyschosomatischen Klinik um einigermaßen wieder die Mitte in mir zu finden. Alllerdings plagen mich zur Zeit starke Gefühlsschwankungen von tiefer Traurigkeit bis hin zum alles Schwarzsehen.
Druck, dem Ganzen nicht mehr gerecht zu werden, Gefühle, die nachlassen und zudem noch das Unverständnis von Nichtdiabetikern, die sooft gar keine Ahnung von DIabetes haben. Ich komme mir so sehr alleingelassen vor. Ich habe keine Partnerin.
Sollten sich jetzt welche melden und mir schreiben wollten, ich solle mir in den A**** treten, bitte ich davon abzusehen, mir zu schreiben.
Denn ich mache schon Einiges, wie Therapeutenbesuch, Sport wie Joggen, Raddfahren, etc.
Ich habe gelernt, daß die Problem Anderer nicht gleich meiner sind. Und auch anders schlimm sind. Ich meine auch von Nichtdiabetikern.
Ich suche die Hilfe, habe dann wiederum Angst, verletzt zu werden.
Ich bin momentan am verzweifeln und ratlos.
Huki
von huki -
joaquim
Rang: Gastam 12.12.2008 09:58:03
Hallo Huki
Ich hatte bis vor kurzem ähnliche Probleme,bin auch in therapeutischer Behandlung gewesen.Das hat mir nix gebracht im gegenteil meine Selbstzweifel wurden nur noch größer.Ich hatte das Gefühl im Beruf alles falsch zu machen.Bei jeden Auftrag und Arbeit habe ich zichmal nachgefragt "hab ich das richtig gemacht".Über diese Aktionen habe ich dann letztendlich meinen Job verloren.Das war vor zwei Jahren.Seit Juni gehe ich auch nicht mehr zu meinem Therapeuten (das soll jezt kein "Guter Rat"sein)bis ich mich eines alten Hobbys erinnerte,den Modellbau,das habe ich wieder angefangen und habe gemerkt das je schwieriger die Sachen wurden des so Stärker wurde ich von Innen heraus.Heute stehe ich zu meiner Diabetes (kann man eh nix dran ändern),und was schlaue Nichtdiab´s von sich geben rührt mich nicht mehr an.Such dir eine Sache die dir richtig Spass macht und wachse an den Aufgaben und steck dir Ziele,und bei jeder Etappe die man erreicht belohn dich mit einem guten Essen oder so etwas.Mir hat es ein wenig geholfen.
von joaquim -
Tom
Rang: Gastam 12.12.2008 13:20:49
Hi Huki,
definiere doch mal: Unverständnis von Diabetikern? Worüber? Deinem Diabetes oder deinen Depressionen?
Ich weiß ja nicht, ob du noch andere private oder jobmäßige Probleme hast.
Fakt ist, dass wir Dezember haben, damit die dunkle Jahreszeit, Lichtmangel,die oft Depremiertheit auslöst. -bei allen Menschen.
Der Diabetes hat vielleicht gar nichts damit zu tun? Viel Tageslicht genießen, auch, wenn keine Sonne scheint, die besondere UV-Strahlung für bessere Stimmung ist dennoch da. Oder soone UV-Licht-Lampe kaufen oder schenken lassen.
Und private Baustellen aufräumen.
Alles Gute.
P.S. Und nicht vergessen, dass es IMMER Leute gibt, denen es wesentlich schlechter als dir geht. Und ab und zu muss man eben auch einfach mal warten, bis so eine Phase vorbeigeht. von Tom -
thomas2002
Rang: Gastam 12.12.2008 15:03:44
"schon Einiges, wie Therapeutenbesuch, Sport wie Joggen, Raddfahren,"
das ist wirklich schon einiges. und ich verstehe auch, was du gerade durchmachst. oft ist ja die deptession assoziiert mit angstzuständen und die unfähigkeite, sich selbst zu motivieren. auch wenn es erst irgendwann in der zukunft möglich sein wird, mußt du in sachen gemeinsamer aktivität irgendwann unter leute.
die besserwisserei ahnungsloser ist für depressiver schlimmer als für dmler, da denen einfach nur faulheit unterstellt wird, und faulheit ist eben halt keine krankheit. von thomas2002 -
Fotomoment - Volker Henkel
Rang: Gastam 12.12.2008 19:02:35
Der Eintrag von joaquim ist sehr gut, denke ich. Meiner Meinung nach gilt es in solchen Zuständen zu versuchen, nicht aufzugeben, nicht durchzuhängen, auch wenn das gerade schwer ist. Seelische Probleme können aber eine Katze sein, die sich in den Schwanz beißt. Sprich, ich lasse mich hängen, umso mehr erhalte ich das Gefühl nutzlos zu sein, keinen Inhalt zu sehen.
Wichtig ist es meiner Erachtens, sich Inhalte zu suchen, so wie es joaquim beschrieben hat. Gönne Dir etwas, tue Dir etwas Gutes, auch dies sind meines Erachtens wichtige Dinge. Seelische Probleme werden dann chronisch, wenn ich es nicht schaffe, sie zu durchbrechen.
Lieg morgens im Bett, mach die Augen zu und sage Dir, dass und das mache ich und das gehe ich an. Ich darf dabei Fehler machen, denn jeder Mensch macht Fehler. Setze Dir ein Ziel, wie bei Joaqium das Hobby, sag Dir, was für ein wichtiger Mensch Du bist und der bist Du auch. Inahalliere für Dich wie wertvoll Du bist und sehe auch die Dinge, mit denen Du etwas vollbracht hast, gutes getan hast. Es gibt diese Dinge auch bei Dir.
Ich bin mir sicher, wenn Du versuchst Stück für Stück etwas Positives zu sehen, zu sehen, wie wertvoll Du als Mensch bist, dann können auch Depressionen verbessert werden. Das ist kein einfacher Weg, aber er ist möglich.
LG von Fotomoment - Volker Henkel
Der Augenblick zählt -
Grünkohl
Rang: Gastam 12.12.2008 19:35:30
Ratschläge sind gut gemeint, aber ich glaube
nicht, dass einer, der keine Depression am
eigenen Leib erfahren hat, weiss oder nach-
vollziehen kann, wie es einem Depressiven
geht und was hilft. Deshalb ist die Meinung
joaquims sicher hilfreich, aber auch er kann
nur aus seiner Sicht empfehlen (was nicht
heisst, dass es falsch wäre!). Ich denke,
professionelle Hilfe eines "ordentlichen"
Psychologen könnte hilfreich sein, wobei
der DM sicher nicht die Ursache, sondern
allenfalls ein Auslöser ist. Wenn ich "down"
bin, kehre ich "wo Licht ist, ist auch Schatten"
einfach um - "Wenn du im Schatten sitzt, muss
auch irgendwo Licht sein!". Dass der Weg
dahin nicht einfach ist, weiss ich selbst.
@huki: Viel Glück bei DEINER Lösung! -
Huki
Rang: Gastam 13.12.2008 02:30:23
...danke für die guten Ratschläge.
Einer hat allerdings geschrieben, das um diese Jahreszeit die Bedrückung stärker ausfallen kann. Ich hatte meine sehr schlimme Phase letztes Jahr im Sommer zum Herbst.
Was ich mit Unverständnis ausdrücken wollte, hier ein kleine Beispiel:
Ich hatte vor wenigen Tagen ein Gespräch mit meiner Teamleiterin auf der Arbeit. Ich arbeite im Büro. Es war ein Feedback-Gespräch, wie mir die Arbeit gefällt, ob ich noch Fragen habe. Ich erwähnte die Pausenzeiten in Verbindung mit Spritz-Eßabstand, sodaß ich vorher mich kurz in den med. Raum zurückziehe und BZ messe und dann spritze. Dafür vergehen 2-3 Minuten mit Erreichen des Raumes und wie gesagt der Messung und Spritzen. Ich gehe deshalb in den Raum und wasche mir vorher die Hände, weil der Arbeitsplatz jedent Tag im Büro häufig ein anderer ist, sprich wir keinen "eigenen" Platz haben.
Die Teamleiterin machte dann, als sie mir sagte, "wenn ich wegen des Spritzens und Messens ein wenig Zeit benötige" kein Problem sei, machte aber Armbewegung, als ob ich mir die Spritze wie ein "Fixer" in den Arm stechen würde.
Anderer Punkt ist, daß viele Nichtdiabetiker meinen, Diabetes sei leicht zu behandeln, wie z.B. eine Tablette schlucken und fertig.
Das aber dazu Messen, Wiegen, Spritzen, körperliche Tätigkeit oder auch nicht, Emotionen den BZ beinflussen können, können Einige nicht richtig einschätzen.
Dieses Einstellen macht mich manchmal und letzter Zeit desöfteren zu einer funktioniernen Maschine. Immer den Diabetes im Auge zu behalten. Wenn er zu hoch ist, fühle ich mich nicht gut, wenn er zu niedrig ist, auch nicht.
Ich habe niemanden so richtig, dem ich das sagen kann. Außer dem Therapeut.
Diese Stärke haben, die Energie zur Bewältigung trifft auf Grenzen.
Möchte mich gehen lassen. Nein, heutzutage muß man doch das aushalten, es gibt Schlimmeres. Ich kann es langsam nicht mehr hören. Ja, es gibt Menschen, denen es mit anderen Leiden schlechter geht.
Momentan hat kaum einer Zeit.
Was ist los ?
Huki
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Fotomoment - Volker Henkel
Rang: Gastam 13.12.2008 12:13:18
Ich für mich versuche mein eigenes Schicksal nicht von anderen abhängig zu machen. Ich meine das so, dass es für mich der falsche Weg ist zu sagen, wieso hat keiner Zeit? Ich kann andere und die Welt nicht ändern, ich kann nur an mir selbst arbeiten und wie ich selbst meine Außenwelt betrachte.
Solange ich Erwartungen habe und diese nicht erfüllt werden, bedeutet das für mich, ich kann nie glücklich werden. Ich hoffe, Du vestehst, was ich meine.
Im Umgang mit dem Diabetes bin ich für Offenheit. Wenn ich mich im öffentlichen Raum bewege und etwas esse, ziehe ich meine Spritze und setze sie mir. Wieso auch nicht? Es gibt für mich nichts, was ich daran verstecken sollte. von Fotomoment - Volker Henkel -
Thomas
Rang: Gastam 13.12.2008 14:25:35
Hallo Huki,
Depressionen werden heute schnell in den Mund genommen und müssen für vieles herhalten. Ich möchte damit nicht sagen, Du hättest keine. Aus Deinem letzten Beitrag kann ich es nur nicht rauslesen.
Was Du dort schilderst kennen fast alle Diabetiker. Es ist die "mich kotzt mein DM an" Phase. Es ist normal sie hin und wieder zu haben. Bedenklich wird es wenn sie sehr lange andauern und zum Dauerzustand werden.
Was mich wundert ist, dass viele Diabetiker meinen ihre Umwelt müsse sich mit DM auskennen und sich damit beschäftigen.
Meine Frage an dich, warum sollte sich ein Gesunder mit einer Krankheit befassen die ihn vermutlich nie erreichen wird? Wenn Dein Kollege zB 'ne Arthritis hätte, wüsstest Du darüber bescheid? Würdest Du ihm Arbeit abnehmen weil er nicht mehr der schnellste ist? Könntest Du verstehen das er unter starken Nebenwirkungen seiner Medikamente leidet?
Ich kann mich noch gut an die Zeit vor meiner Diagnose (Typ1 ICT) erinnern. Auch war ich schon einige Jahre erwerbstätig. Bei uns gab es unter den Kollegen einen Insulinpflichtigen Diabetiker. Ich wusste das er morgens und abends Insulin spritzte (vermutlich CT) und das wars. Ich hatte mich nie für seinen DM interessiert und wusste über Diabetes rein gar nichts. Er wurde von uns immer völlig normal behandelt und ich glaube das war ihm auch recht so. Nun ist er schon ein paar Jahre, AFAIK ohne Folgeerkrankungen, in Rente.
Nun war ich plötzlich selbst Diabetiker. Klar ist es nicht einfach, so eine Diagnose kann einen ganz schön aus der Bahn werfen.
Ich kann mich noch gut an ein Gespräch mit der damaligen Schulungsleiterin erinnern. Sie vertrat die Meinung meinen DM vorläufig für mich zu behalten. Was ich überhaupt nicht verstehen konnte. Wir überlegten gemeinsam wie ich im Betrieb heimlich messen und spritzen könne. Ich verstand es überhaupt nicht. Sie meinte es könne gut sein das man als Diabetiker outet und Nachteile erleidet.
Trotz der Warnung habe ich meinen DM nie verheimlicht. Alle im Betrieb wissen es. Ich messe und spritze in aller Öffentlichkeit, egal ob in der Firma oder privat in der Öffentlichkeit. Meine Erfahrungen waren nur positiv. Alle Fragen habe ich geduldig und sachlich beantwortet. Mein DM ist zu einem ganz normalen Begleiter geworden, zugegeben ein nerviger, aber ich habe ihn akzeptiert als das was er ist.
Warum ich Dir das erzähle? Ich kann es immer noch nicht verstehen warum jemand zum messen oder spritzen auf Klo, oder im Sanie-Raum verschwindet. Ausser ihr habt bei euch Kundenverkehr. Selbst da geht es notfalls diskret unter der Schreibtischkannte.
Ich glaube das viele ihren DM nicht akzeptieren können. Sonnst würden sie ihn nicht verheimlichen. Oder sich Gedanken machen was die Kollegen glauben. Die Kollegen können nicht wissen wie Du den DM behandelst, woher auch. Wenn Du damit offen umgehst werden sie schon fragen und dann erklärst Du es ihnen. Nur Bitte erzähle ihnen nicht wie unglaublich schwer Du es als Diabetiker hast.
Ach so, noch was zum Thema keiner versteht mich. Unsere Bertiebsärztin hatte in einem Gespräch mal geäußert, "warten wir mal ein Jahr, wie es dann mit Ihrem DM aussieht"
Gruss Thomas
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Hajo Janse
Rang: Gastam 13.12.2008 17:37:50
Hallo Huki
ich lese aus deine letzte Post, das du die ewige Diabetes und das alles drum LEID bist.
Du kämpfst gegen diese Gefühle an.
Es hilft nicht, aber die habe denke ich alle Diabetiker von Zeit zur Zeit, die von Ihre Diabetes keine Hobby gemacht haben.
Ich wurde dich raten diese Gefühlen als NORMAL zu akzeptieren dann werden die automatisch weniger, im Sinne Ja Ich darf diese Gefühle haben, die gehören im Moment zu mir.
Das Problem sind nicht die Gefühlen aber wieviel die Gefühlen dich stören.
Nach Akzeptation werd den Störung schnell weniger und du wird den Gleichgeicht zurürck finden.
(PS Ich habe eine Pumpe und nach Frage von eine Person wass dass war, antworte er : Du bist ein Insulin Junkie.
Er hat recht, wenn mann mich meine Pumpe und Insulin nimmt reagiere Ich als ein Junkie. Aber es stört mich nicht.)
Hajo Janse