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Umgang mit DEPRESSION

  • Huki

    Rang: Gast
    am 13.12.2008 18:12:17
    Hallo nochmal,

    wenn einer schreibt, es ist ihm egal, was Andere darüber denken, frage ich mich, geht alles an mir vorbei, das Interesse für den Anderen, jeder macht "sein eigenes Ding" und wir kommunzieren nur noch ganz weit oben (oberflächlich). Ich möchte nicht von Mitleid sprechen, sondern von MItgefühl, wenn es z.B. einem Kollegen nicht gut geht.

    Einer schreibt, das Depression für vieles hergehalten wird. Ich war kurz davor, mich zu verabschieden von der Welt. Deshalb bin ich in therapeutischer Behandlung. Der Therapeut meint, ich würde nicht so sehr die Grautöne sehen, sondern entweder Tiefschwarz oder Hellweiß.
    Und ich habe in der psyschosomatischen Kur Leute kennengelernt, denen es auch drecking ging oder noch geht. Tiefschwarz.
    Dann denke ich, versuchen ein Niveau zu finden und mit der Situation zurecht zukommen.
    Deshalb fehlen mir auch Menschen, mit denen ich mich austauschen oder ablenken kann.
    Ich möchte nicht die Welt verbessern. Ich arbeite an mir.

    Huki
  • Pozilei

    Rang: Gast
    am 13.12.2008 18:41:00
    Hallo Huki,

    du musst vor allem herausfinden, was es wirklich ist, was dich bedrückt.

    Nach so vielen (und bei gutem HbA1c-Wert auch scheinbar erfolgreichen) Jahren mit Dm hast du doch eine gute Routine darin.
    Ich habe eher den Eindruck, du fühlst dich einsam, auch deshalb, weil du dich als Diabetiker als Außenseiter siehst. Das muss aber nicht sein!

    Du kannst dich zum einen mit Gleichbetroffenen austauschen, entweder in einer SHG oder in Foren.

    Aber auch der unbefangene, unverkrampfte Umgang mit "Normalos" ist wichtig! Kontakte entstehen über gleiche Hobbies/Interessen.
    Dm ist nicht ansteckend (wir haben kein Aids/HIV), sind ganz normale Menschen, müssen halt zwischendurch immer ein Auge auf den BZ haben, messen, spritzen, Input abwägen.
    Aber das ist weder schlimm noch irgendwie besonders "exotisch". Und vor allem kein Grund, sich zurückzuziehen oder abgelehnt zu fühlen.

    Geh ganz normal auf andere Menschen zu: als MENSCH, der du bist, und nicht als Diabetiker! Wenn dein Dm dann irgendwann zur Sprache kommt, gib ein paar Infos dazu, beantworte ein paar Fragen, und stell deinen Dm vor allem als etwas ganz Normales dar, mit dem du ja immerhin schon seit über 2 Jahrzehnten umgehst.

    Korrigier mich, wenn ich falsch liege. Aber ich habe bei dir das Gefühl, dass dein Dm nicht wirklich dein Problem ist, sondern nur vorgeschoben. Dies machst du auch bestimmt nicht absichtlich, aber mangels anderer Erklärungen hat dein Dm vielleicht eine Alibi-Funktion übernommen, was aber -wie gesagt- deine wahren Probleme nur überdeckt und dich dann letztendlich auch nicht weiterbringen kann.

    Ich bin keine Psychologin, das kam jetzt so "aus dem Bauch raus" beim Lesen deiner Beiträge.
    Ich hoffe, du kommst bald auf die wahren Gründe, warum du dich so deprimiert fühlst und schaffst es dann besser, dich da raus zu ziehen. Wünsche dir dafür alles Gute! von Pozilei
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 14.12.2008 00:22:10
    ich habe das gefühl, daß sich dm und depri gegenseitig zwar nicht bedingen, jedoch beeinflussen.

    kontakt zu einer shg ist interessant, da man dort leute trifft, die auch ohne viele worte wissen, was sache ist.
    das problem eines depressiven ist, sofern er erstmal seine erkrankung angenommen hat, die umsetzung bzw die motivation dazu, und seltener die erkenntnis. erstrecht, wenn die therapie schon läuft. von thomas2002
  • Tom

    Rang: Gast
    am 15.12.2008 13:42:00
    Hi Huki,

    ich glaube nicht, dass Diabetes die Ursache für dein angedeutetes Verabschieden aus dem Leben ist.
    So, wie ich das herauslese, kann es vielleicht sein, dass du von deiner Umwelt zuviel erwartest? Dass du erwartest, dass sie dich auf Grund deines Diabetes in einer besonderen Situation sehen? Das bist du nicht. Ich hoffe, dass deine Psychotherapie die wahren Gründe für deine Depression ans Licht bringt.

    Ich kann Thomas nur beipflichten, ich messe und spritze auch im Büro.
    Und ich mache aus mir keinen Sonderling.

    Die Handbewegung deiner Teamleiterin hast NUR DU so interpretiert. SIE hat es mit Sicherheit nicht so gemeint, wie du es ausgelegt hast.
    Ich wünsch dir gutes Gelingen und Geduld
    Wenn ich sehr ehrlich bin (nicht böse sein), so muss ich dir sagen, mich nerven Diabetiker, die mit ihrem DM so hausieren gehen, als wäre es die schlimmste Krankheit auf Erden und wir müssten immer noch Spritzen und Kanülen auskochen.... setz dich doch mal bitte hin mit einem Blatt Papier
    hin und schreibe mal die POSITIVEN Dinge auf, die sich in der DM-Therapie geändert haben.

    Ich persönlich würde NIE in eine Selbsthilfegruppe gehen, machen die sich nicht gegenseitig noch verrückter als man selbst ist.....dann doch eher ein gute indivuell beratender Psychologe...
    von Tom
  • Huki

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 14:00:19
    @Tom

    ich gehöre zu den Diabetikern, die eine fortschrittliche Behandlung von Anfang an bekamen. Mit BZ-Meßgeräten, schon die feinen Spritzen,nicht zum Auskochen.
    Ich glaube Du verdrehst da etwas.
    Hausieren klingt abwertend. Das mache ich nicht. Ich rede nicht jeden an der Bushaltestelle oder im Geschäft an und sage ich hätte Diabetes.
    Ich mache die Umgebung darauf aufmerksam, daß ich Diabetes habe, wie z.B. während eines Gesprächs, mit Kollegen, wenn es sich daraus ergibt.
    Dein Selbstbewußtsein in allen Ehren, aber Du übertreibst es .
    In einem Film z.B. gab es jemand der in einer Rolle als Diabetiker gespielt hat.
    Als er eine Hypo hatte, sagte man, er solle Insulin bekommen, daß es ihm wieder besser geht.
    Das meinte ich z.B., daß die Leute überhaupt keine Ahnung haben, bzw. es verdrehen.

    Huki


  • Grünkohl

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 14:33:21
    @Huki: Warum sollten denn die "Leute" über DM
    Bescheid wissen? Damit es dir besser geht?
    Weisst du, wie man Menschen mit einem epilep-
    tischen Anfall behandelt oder wie man mit Leuten
    mit Tourett-Syndrom umgeht? Wenn ja, wie schön
    für dich und den Betroffenen. Das Leben ist für
    dich also mit einem Film gleichzusetzen? Durch
    solche Unwissenheitsfehler der Skriptschreiber
    wird der Diabetiker logischerweise als Exot
    dargestellt, wenn man sich dann auch noch so
    fühlt - prächtig! Ich rege mich dann auch jedesmal über die "Dummheit" der Schreiberlinge auf, da
    es genug "wissende" Diabetiker gibt, bei denen
    sie recherchieren könnten. Glaubst du tatsächlich,
    das dich im Notfall einer spritzen würde? Blödsinn!
    Was hat sich denn durch deinen DM massgeblich so verschlechtert, dass du die Flinte ins Korn
    werfen willst/wolltest? Ich glaube die richtige
    Einstellung (bzgl. DM) wäre für dich:
    "Ich habe Diabetes - na und?"
  • Tom

    Rang: Gast
    am 17.12.2008 13:10:20
    Zitat: Ich mache die Umgebung darauf aufmerksam, daß ich Diabetes habe, wie z.B. während eines Gesprächs, mit Kollegen, wenn es sich daraus ergibt.Zitatende
    DAS nenne ich Hausieren. Wenn mein unmittelbar mit im Job sitzender Mitarbeiter und mein Chef wissen, ich habe DM, reicht das aus. Erzählen oder jammern dir deine Kollegen etwas von ihren Bewschwerden vor?
    Also EINES kann ich dir versichern...
    Leute, die sich im Gespräch überwiegend mit ihren Krankheiten beschäftigen und das ihrem gegenüber dann noch AUFDRÄNGEN und das tust du, hört man schnell nicht mehr gern zu. Du machst dich wichtig.
    Mir gefile die Formulierung, die Jemand im Forum hier schrieb: Mit DM ist man bedingt gesund, aber nicht krank. oder so ähnlich..

    von Tom
  • Huki

    Rang: Gast
    am 18.12.2008 02:22:19
    @Tom:
    Wenn ich mehrmals von Kollegen etwas zuckerhaltiges angeboten bekomme, ich aber nicht riskieren will, daß der Wert steigt, erwähne ich den Diabetes nebenbei. Dann können beide damit umgehen.
    Ich dränge niemanden etwas auf.
    Du interpretierst da etwas völlig Falsches hinein. Von Jammern habe ich überhaupt nichts geschrieben.
    Außerdem schrieb ich, daß ich im Büro wechselnde Sitzplätze habe. Und dann es sein, daß man neben jemanden sitzt, den man zuvor nicht gesehen hat, weil er/sie neu ist.

    Huki
  • Tom

    Rang: Gast
    am 18.12.2008 14:32:33
    Warum MUSS ich den DM erwähnen, wenn ich dankend Süßigkeiten ablehne? Da reicht doch ein höfliches Dankesehr, aber im Moment nicht.
    Wenn mich einer aufregt, erwähne ich doch auch nicht, dass ich unter hohem Blutdruck leide.
    DM ist in meinen Augen keine Krankheit, wenn man sie in Relation zu wirklichen Krankheiten sieht.
    DM findet nicht mehr in versteckten Ecklein statt, es ist normal, wenn sich Jemand im Restaurant ganz normal das Insulin spritzt.
    Und gerade der Teil, den die Entwicklungsabteilungen der Pharmaindustrie dazu geleistet hat und auch den Service innerhalb von 24 h, den die Hersteller heute leisten, mach das handling von DM zu einer alltäglichen Sache.
    Aber eigentlich ist es egal...Jeder Jeck ist anders. Aber eins kann ich dir sagen..wäre ICH dein bester Freund, hättest du von mir schon längst ein T-Shirt oder einen Magnetaufkleber fürs Auto bekommen: ICH habe Diabetes und bitte um Bedauerung;-)
    Alles Gut. Damit klinke ich mich aus. von Tom
  • Pozilei

    Rang: Gast
    am 18.12.2008 14:35:37
    Hallo Tom,
    bitte Sätze immer schön zu Ende lesen:

    ***Zitat: Ich mache die Umgebung darauf aufmerksam, daß ich Diabetes habe, wie z.B. während eines Gesprächs, mit Kollegen, WENN ES SICH DARAUS ERGIBT. Zitatende***

    Das ist doch kein Hausierengehen! - Oder verschweigst du deinen Dm IMMER?!

    Hallo Huki,
    ich mache es (bei Gelegenheit) genauso.

    Die Frage, ob man mir im Notfall Insulin spritzen müsse, kam auch schon mal von Kollegen.
    Als T2 rechne ich zwar nicht mit einem Notfall (keine HYPER-Gefahr u. UZ bemerke ich frühzeitig), aber meine Antwort war:
    "Mein Insulin ist für euch IMMER tabu und an/mit meinem Messgerät wird auch nicht rumgefummelt. Im Notfall 112 anrufen reicht." (Krankenhaus ist hier direkt nebenan)



    von Pozilei