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Sind wir T2er schuld an unserem Diabetes?

  • Michael

    Rang: Gast
    am 04.12.2008 19:19:33
    ich vestehe Phase 1 und Phase 2 nicht

    Bitte nochmal einfacher erklären von Michael
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 04.12.2008 19:39:49
    Gesund bekommen die Beta-Zellen die Insulinbestellung für die Phase1, also den ersten Teil der Insulinausgabe für einen Glukose-Input, aus dem Darm. Diese Bestellung nennt man auch Inkretin-Effekt, weil sie von Hormonen im Darm ausgeht, die Inkretine heißen. Damit wird Insulin aktiviert, unmittelbar bevor der Blutzucker durch den Übertritt der neuen Glukose in den Blutkreislauf anzusteigen beginnt, und das hält den BZ-Anstieg von Anfang an flach & niedrig.

    In dem Maße, in dem danach der BZ noch höher als der persönliche "Leerlauf" steht, tritt dann die Phase2 der Insulinausgabe ein. Sie wird direkt vom BZ gesteuert und hält so lange an, bis dieser persönliche "Leerlauf" erreicht ist. von Jürgen
  • Michael

    Rang: Gast
    am 04.12.2008 19:50:35
    also könnte wenn der BZ sehr hoch geht aber nach 2 stunden wieder unter 140 ist auch irgendwas mit dem darm nicht stimmen???

    dann wäre das ja gar kein diabetes und keine Insulinresistenz



    die ganze Zeit habe ich anders gelesen von Michael
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 04.12.2008 20:47:59
    Das willst Du aber jetzt mutwillig missverstehen ;-)

    Selbstverständlich ist das Diabetes. Diabetes ist alles, wo die Blutzucker-Automatik nicht mehr selbständig unter allen Umständen einen BZ-Verlauf unterhalb der festgelegten Diagnose-Schwellen herstellt. Und diese Automatik ist kein einzelnes Organ oder so, sondern ein vielschichtiges Zusammenwirken einer bis heute noch nicht zuende entdeckten Vielzahl von Regelkreisen in unserem Organismus. Dazu gehören auch die angesprochenen Darmhormone.

    Da hinein gehört übrigens noch eine wundersame Insulinresistenz, nämlich die hepatische. Hepatisch heißt, die Leber betreffend. Gemeint ist damit die Beobachtung, dass die Leber (nicht nur) beim Typ2, aber bei dem besonders auffällig z.B. gegen Morgen sehr viel mehr Zucker ausgibt, als für einen gesunden BZ-Spiegel nach mehreren Stunden Nichtessen erforderlich wäre. Oder dass sie sehr Typ2-typisch auch dann noch Glukose ausgibt, wenn neue gegessen wird, und dass sie dann häufig sogar besonders viel ausgibt.
    Und besonders interessant an dem Resistenzvorwurf dafür an die Leber: Die kann gar nix dafür. Denn die richtet sich nur nach den Befehlen, die sie zur Zuckerausgabe von den Alpha-.Zellen des Pankreas bekommt, und zwar durch den Botenstoff Glukagon.

    Tatsächlich geht es bei der hepatischen Insulinresistenz also nicht um eine Fehlfunktion der Leber, sondern um eine Fehlfunktion der Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse, die eigentlich mit normal hohem BZ ihre Glukagon-Ausgabe einstellen sollten. Wenn man die Fehlfunktion also nach dem offensichtlichen Ursprung beschreiben wollte, müsste man dazu statt hepatischer Insuliresistenz logisch eigentlich so was wie alphatische Glukoseresistenz sagen ;-) von Jürgen
  • Michael

    Rang: Gast
    am 04.12.2008 21:06:26
    hast ja mehr ahnung als alle Ärzte!!!! von Michael
  • Krawehl

    Rang: Gast
    am 04.12.2008 22:36:14
    Nee, nicht pervers, trauriger Ernst. Es gibt Völker, da haben bereits 60 % der erwachsenen Bevölkerung einen diagnostizierten Diabetes. Also schon längst keinen Vorläufer mehr des Typ 2.

    Bei uns sind es so um die 10 % bereits mit der Diagnose. Und vermutlich so 15-20 % die noch nichts von dem süßen Glück(welches da in ihren Adern schlummert)wissen. von Krawehl
  • Dm

    Rang: Gast
    am 05.12.2008 07:57:15
    ...ist ja mittlerweile schon ekelerregend bis dekadent,wie immer wieder versucht wird den oder die Schuldigen woanders zu suchen...Typ 2 DiabetikerInnen müßen und sollten vor der eigenen Haustüre kehren - nicht umsonst heißt es: LIFESTYLE-Diabetes ! von Dm
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 05.12.2008 08:53:05
    Hier haben wir den Erfinder des Lifestyle-Diabetes:
    http://www.diabetesstiftung.org/diabetes-60-tage-programm.html
    Die Namensgebung war 1999 ein super Marketing-Trick für sein erstes Buch. Trotzdem hat Hans Lauber für sich und andere viel geleistet. Er hat gezeigt, dass man als Typ2 bei ausreichend früher Diagnose ohne Medis auskommen kann,
    + wenn man seinen BZ vor dem Essen misst und
    + wenn man dann nur so viel Stärke=Zucker isst, dass der BZ nur begrenzt ansteigt, und
    + wenn man den direkt nach dem Essen in ner halben bis ner Stunde wieder abläuft.

    Allerdings sieht die große Veröffentlichkeit von seinem MESSEN-ESSEN-LAUFEN immer nur das LAUFEN. Und da auch nicht, dass der Meister nach jedem Essen gelaufen ist und heute noch jedes mal läuft, wenn er mal ein paar zu viele KHs gegessen hat, so dass sein BZ über sein Limit ansteigt. Nur wenn er DANN läuft, kann er den gesund senken. Irgend wann am Tag die selbe Laufleistung kann dagegen den BZ u.U. sogar erhöhen!

    Der Mann ist schlank und sportlich und hat immer noch Diabetes. Jeder Zuckerwassertest (OGTT) kann das jederzeit belegen :-( von Jürgen
  • Michael

    Rang: Gast
    am 05.12.2008 11:37:14
    so kann und will ich mein leben nicht führen...auch noch überlegen wann ich nun schwimmen geh...bloss nicht ne stunde zu spät...hallo...nee von Michael
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 05.12.2008 13:24:35
    Dass Du geschockt bist, kann ich verstehen. Und dass Dir alle kontruktiven Bewältigungsmöglichkeiten gewaltig aufwändig erscheinen, ist normal, wenn man nach der Diagnose die ersten Male bewusst die Augen auf macht.
    Aber dann schau auch, dass es selbst unter Hochleistungssportlern Diabetiker gibt. In praktisch allen Lebensbereichen findest Du Menschen mit Diabetes, die sich den wie Du auch nicht ausgesucht haben, aber mit etwas Übung gesund viel nebenherer bewältigen, als z.B. Autofahren. Klar musst Du dir aus all den Informationen hier und vor allem aus den Messbeobachtungen und Erfahrungen mit Deinem Körper Deinen eigenen Weg machen. Und das wirst Du schaffen :-) von Jürgen