Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 11.03.2018 19:53:03 | IP (Hash): 621484400
    Können Unterzuckerungen tödlich verlaufen oder nicht?
    was mein ihr?
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 1870
    Mitglied seit: 14.11.2014
    am 12.03.2018 09:58:04 | IP (Hash): 2108455638
    Unterzuckerungen können tödlich verlaufen.

    Sei es durch eine heftige Überdosis, gerade in Verbindung mit Alkohol oder
    durch einen Unfall, z.B. im Straßenverkehr oder Sturz. Viele Insulinpflichtige mit schwerer Hypo sind ertrunken. Da reicht eine große Pfütze.

    Deshalb immer drauf achten was man mit dem Insulin so macht.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 1171
    Mitglied seit: 13.05.2016
    am 13.03.2018 18:18:14 | IP (Hash): 1617884848
    M.E. ist die Wahrscheinlichkeit an Unterzucker zu sterben gering.

    Wie schon beschrieben war ich Teilnehmer einer Hyposchulung - veranlasst vom Arzt bei bis zu 30er tiefen Werten.
    In der Schulung wurde besonders die Sterblichkeitsgefahr beim Angehörigentermin besprochen, beim Thema Sinn, Zweck und Handhabung der Notfallspritze (Glykagon-Spritzenset).
    Quintessenz war, die Notfallspritze dient lediglich dazu, den Blutzucker verhältnismäßig leicht zu erhöhen, um die Zeit zwischen Bewusstlosigkeit und Krankenwagen zu überbrücken, um ev. den Bewusstlosen aufwachen zu lassen.
    Mein Angehöriger hat das Geschehen mehr als kritisch hinterfragt - stirbt sie dann = nö - und sich letztendlich gegen die Spritze entschieden. °~°

    Eine heftige Überdosis an Insulin gilt es selbstverständlich zu vermeiden - trotz allem Rechnen haut mich sogar eine Einheit zuviel in den Unterzucker, bzw. habe den Verdacht, daß manche KH-Angaben auf Lebensmittel nicht stimmen.

    Sturz etc. sind eher eine Folgeerscheinung, wenn man nicht mehr Herr seiner Sinne ist (Alkohol allein u.a. kann das schon verursachen).
    Prominent ging damals der Todesfall von Thomas Fuchsberger durch die Medien, Typ 1er und ertrunken, nach angeblichen Schwächeanfall durch Hypo. Wer weiß?

    Mein Arzt redet mir nicht wegen Sterblichkeit ins Gewissen, sondern wegen erheblicher Verletzungsfahr durch Krampfanfälle bei niedrigen BZ-Werte.
    Dieser Wert zum Krampfen ist bei jedem persönlich anders. Minimum ist, Werte in den 30ern zu vermeiden.

     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 102
    Mitglied seit: 02.06.2017
    am 14.03.2018 16:15:26 | IP (Hash): 1616371194
    Gibt das "Dead in bed"-Syndrom.
    Beispiellinks:
    https://www.diabetes.co.uk/diabetes-complications/dead-in-bed-syndrome.html
    und
    https://www.medtronic-community.de/service/studien/hypoglykaemien-als-todesursache-fuer-typ-1-diabetiker/

    Man kann also scheinbar auch "direkt" an einer UZ sterben, also ohne UZ-verursachten Autounfall oä.
    Jede Zeit der Bewusstlosigkeit hat bestimmt auch ein Risiko für irgendwelche Schäden am Hirn, je länger sie andauert. Darum finde ich die Glucagonspritze schon sinnvoll.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 1171
    Mitglied seit: 13.05.2016
    am 15.03.2018 17:59:50 | IP (Hash): 453852368
    Deine Zitate sind auch kritisch zu sehen.
    Daß ausgerechnet ein Diabeteshilfsmittelhersteller damit wirbt, ist nicht zufällig.

    Untersucht wurden makabarerweise Todesfälle.
    Aber nicht 1er, die sich an Vorgaben bei BZ-Werten bei Zubettgehen halten - mit etwas höher als 100 mg/dl Zielwert als Puffer. Wobei mir Empfehlung mit bis zu 8 mmol/l = 144 mg/dl persönlich zu hoch erscheint.

    Was die Glukagonspritze angeht, habe ich heute gelesen von einer Neuentwicklung 'Ready-to-Use'
    https://www.diabetes-online.de/sprechstunde/a/schwere-unterzuckerungen-sofort-einsatzfaehiger-glukagon-pen-beweist-sich-in-studie-1858571
    Erfordert kein umständliches lösen und schütteln, sondern kann von jedem Passanten angewendet werden, der helfen kann und möchte.
    Könnte in Anwendung und Umgang die Hemmschwelle deutlich senken.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 102
    Mitglied seit: 02.06.2017
    am 01.04.2018 09:20:47 | IP (Hash): 1804918393
    Naja, Diabeteshilfsmittelhersteller bewerben auch ihre Pumpen, Messgeräte, loben die Vorteile von modernen Insuline usw. Trotzdem ist das Zeug ja nützlich.
    Klar werden die sich dabei Studien mit passenden Ergebnissen raussuchen und Studien über Krankheiten sind leider immer etwas maka̱ber.

    Das "dead in bed"-Beispiel fand ich passend weil ich denke das man da am ehesten davon ausgehen kann das diese Menschen direkt an der Unterzuckerung gestorben sind. (dass zB Autounfälle tödlich enden können ist ja klar)
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 3832
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 01.04.2018 16:13:16 | IP (Hash): 960793113
    In einem unbewühlten Bett wurden die Opfer gefunden, steht in dem uk-link, und das passt eher nicht zum Krampfen und Zucken im Verlauf einer schweren Hypo.

    ----------------------------------------------
    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 02.04.2018 00:40:53 | IP (Hash): 1511319922
    Aus Kohorten Untersuchungen, die Ursprünglich die Lebenserwartung der Typ-1-Diabetiker untersuchten, kann heraus gelesen werden werden, dass Komplikationen wie Ketoazidose und Unterzuckerung, in der Sterberate, bei jüngeren Menschen einen größeren Anteil ausmacht als bei älteren .Jedoch ist die Sterberate bei älteren insgesamt höher als bei jüngeren. Ich habe hier nur Daten für Typ-1-Diabetes, die nicht auf Typ-2-Diabetes übertragen werden können In einer Schwedischen Untersuchung ((33 402 Patienten, zu Beginn Durchschnittsalter 35 Jahre, Durchschnittserkrankungsdauer 20,4 Jahre, Beaobachtungsdauer 7-9 Jahre) sind 14.5 Prozent der Verstorbenen in Folge einer Unterzuckerung oder Ketoazdose gestorben. Bei unter 30 Jährigen betrug dieser Anteil 31,4 Prozent (1). Eine Norwegische Kohortenuntersuchung die das Forscherteam um Gagnum V machte konzentrirte man sich auf das Alter in dem die Erstdiagnose gestellt wurde (die Untersuchungsgruppe erhielt die Erstdiagnose im Alter zwischen 15 Jahren und 29 Jahren. Beobachtungszeitraum 30 Jahre). Die Sterblichkeit im Vergleich zu Normalbevölkerung war um das 4,4 fache erhöht. Über die Hälfte der Todesfälle ist auf akute oder chronische Diabetes-Komplikationen zurückzuführen, darunter Ketoazidose und Hypoglykämie mit 21 Prozent (2).
    In einer durchaus kritisch zu betrachtetenden schottischen Kohortenunteruchung, der HbA1c ist in Schottland durchschnittlich besonders hoch, machten bei unter 50 Jährigen verstorben Komplikationen wie Unterzuckerung und Ketoazidose 29,4 % bei Männern und 21,7 % bei Frauen aus. (3)



    Referenzen:
    (1) Long-term excess risk of heart failure in people with type 1 diabetes: a prospective case-control study. Lind M et alia, The Lancet Diabetes & Endocrinolog 2015 Nov;3(11):876-85
    (2) Long-term Mortality and End-Stage Renal Disease in a Type 1 Diabetes Population Diagnosed at Age 15–29 Years in Norway. Gagnum V et al. Diabetes Care 2017;40(1):38-45.
    (3) Estimated life expectancy in a scottish cohort with type 1 diabetes, 2008 – 2010. JAMA 2015; 313(1): 37 – 44


    Bearbeitet von User am 02.04.2018 00:48:19. Grund: -
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 1171
    Mitglied seit: 13.05.2016
    am 03.04.2018 18:52:37 | IP (Hash): 259775541
    Hallo Cracktros,
    sind wieder lediglich Beobachtungen, Statistiken aus anderen Ländern.

    Wie die ärztliche Behandlung in diesen Ländern aussieht, kann ich selbst nicht beurteilen.
    Selbst für Deutschland ist das schon differenziert, auch, wer welchen Facharzt zur Seite hat und wie geschult wird.

    Denn darauf kommt es an, wie man als Patient mit diesem wirklich starken Insulinpräparaten umgeht und sich nicht in eine Hypo spritzt.

    Mache mir persönlich mehr Sorgen um 2er Diabetiker, die mal so mit Spritzplan und Pen ausgestattet werden - ohne irgendwelche Grundlagen wie/was/wann/warum.
    Verharmlosung '2er brauchen sowieso mehr Insulin als 1er' finde ich unsäglich.

    Falle als LADA als zu alt sowieso aus deinen Zitaten.
    Wurde jedoch engmaschig betreut als 1er-Insulin-Anfänger, im 2er-Umfeld nicht so.

    Gruß Elfe
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 3832
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 03.04.2018 22:31:12 | IP (Hash): 993319472
    ...sind 14,5% infolge einer Unterzuckerung oder Ketoazidose gestorben.

    Die beiden Extrem-Situationen in einem Topf sind interessant. Dabei kann ne Ketoazidose noch Stunden nach dem Ableben diagnostiziert werden, ne schwere Hypo allenfalls noch ne halbe Stunde danach, kann also meistens nur angenommen, vermutet, interpretiert werden. Am Ende einfach, weil sich beim T1 kein Anzeichen für ne Ketoazidose ergeben hat. Also muss es ne Hypo gewesen sein?


    ----------------------------------------------
    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.