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Unterzuckerung
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Cracktros
Rang: Gastam 11.03.2018 19:53:03 | IP (Hash): 621484400
Können Unterzuckerungen tödlich verlaufen oder nicht?
was mein ihr? -
am 12.03.2018 09:58:04 | IP (Hash): 2108455638
Unterzuckerungen können tödlich verlaufen.
Sei es durch eine heftige Überdosis, gerade in Verbindung mit Alkohol oder
durch einen Unfall, z.B. im Straßenverkehr oder Sturz. Viele Insulinpflichtige mit schwerer Hypo sind ertrunken. Da reicht eine große Pfütze.
Deshalb immer drauf achten was man mit dem Insulin so macht. -
Elfe
Rang: Gastam 13.03.2018 18:18:14 | IP (Hash): 1617884848
M.E. ist die Wahrscheinlichkeit an Unterzucker zu sterben gering.
Wie schon beschrieben war ich Teilnehmer einer Hyposchulung - veranlasst vom Arzt bei bis zu 30er tiefen Werten.
In der Schulung wurde besonders die Sterblichkeitsgefahr beim Angehörigentermin besprochen, beim Thema Sinn, Zweck und Handhabung der Notfallspritze (Glykagon-Spritzenset).
Quintessenz war, die Notfallspritze dient lediglich dazu, den Blutzucker verhältnismäßig leicht zu erhöhen, um die Zeit zwischen Bewusstlosigkeit und Krankenwagen zu überbrücken, um ev. den Bewusstlosen aufwachen zu lassen.
Mein Angehöriger hat das Geschehen mehr als kritisch hinterfragt - stirbt sie dann = nö - und sich letztendlich gegen die Spritze entschieden. °~°
Eine heftige Überdosis an Insulin gilt es selbstverständlich zu vermeiden - trotz allem Rechnen haut mich sogar eine Einheit zuviel in den Unterzucker, bzw. habe den Verdacht, daß manche KH-Angaben auf Lebensmittel nicht stimmen.
Sturz etc. sind eher eine Folgeerscheinung, wenn man nicht mehr Herr seiner Sinne ist (Alkohol allein u.a. kann das schon verursachen).
Prominent ging damals der Todesfall von Thomas Fuchsberger durch die Medien, Typ 1er und ertrunken, nach angeblichen Schwächeanfall durch Hypo. Wer weiß?
Mein Arzt redet mir nicht wegen Sterblichkeit ins Gewissen, sondern wegen erheblicher Verletzungsfahr durch Krampfanfälle bei niedrigen BZ-Werte.
Dieser Wert zum Krampfen ist bei jedem persönlich anders. Minimum ist, Werte in den 30ern zu vermeiden.
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am 14.03.2018 16:15:26 | IP (Hash): 1616371194
Gibt das "Dead in bed"-Syndrom.
Beispiellinks:
https://www.diabetes.co.uk/diabetes-complications/dead-in-bed-syndrome.html
und
https://www.medtronic-community.de/service/studien/hypoglykaemien-als-todesursache-fuer-typ-1-diabetiker/
Man kann also scheinbar auch "direkt" an einer UZ sterben, also ohne UZ-verursachten Autounfall oä.
Jede Zeit der Bewusstlosigkeit hat bestimmt auch ein Risiko für irgendwelche Schäden am Hirn, je länger sie andauert. Darum finde ich die Glucagonspritze schon sinnvoll. -
Elfe
Rang: Gastam 15.03.2018 17:59:50 | IP (Hash): 453852368
Deine Zitate sind auch kritisch zu sehen.
Daß ausgerechnet ein Diabeteshilfsmittelhersteller damit wirbt, ist nicht zufällig.
Untersucht wurden makabarerweise Todesfälle.
Aber nicht 1er, die sich an Vorgaben bei BZ-Werten bei Zubettgehen halten - mit etwas höher als 100 mg/dl Zielwert als Puffer. Wobei mir Empfehlung mit bis zu 8 mmol/l = 144 mg/dl persönlich zu hoch erscheint.
Was die Glukagonspritze angeht, habe ich heute gelesen von einer Neuentwicklung 'Ready-to-Use'
https://www.diabetes-online.de/sprechstunde/a/schwere-unterzuckerungen-sofort-einsatzfaehiger-glukagon-pen-beweist-sich-in-studie-1858571
Erfordert kein umständliches lösen und schütteln, sondern kann von jedem Passanten angewendet werden, der helfen kann und möchte.
Könnte in Anwendung und Umgang die Hemmschwelle deutlich senken. -
am 01.04.2018 09:20:47 | IP (Hash): 1804918393
Naja, Diabeteshilfsmittelhersteller bewerben auch ihre Pumpen, Messgeräte, loben die Vorteile von modernen Insuline usw. Trotzdem ist das Zeug ja nützlich.
Klar werden die sich dabei Studien mit passenden Ergebnissen raussuchen und Studien über Krankheiten sind leider immer etwas maka̱ber.
Das "dead in bed"-Beispiel fand ich passend weil ich denke das man da am ehesten davon ausgehen kann das diese Menschen direkt an der Unterzuckerung gestorben sind. (dass zB Autounfälle tödlich enden können ist ja klar) -
am 01.04.2018 16:13:16 | IP (Hash): 960793113
In einem unbewühlten Bett wurden die Opfer gefunden, steht in dem uk-link, und das passt eher nicht zum Krampfen und Zucken im Verlauf einer schweren Hypo.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
Cracktros
Rang: Gastam 02.04.2018 00:40:53 | IP (Hash): 1511319922
Aus Kohorten Untersuchungen, die Ursprünglich die Lebenserwartung der Typ-1-Diabetiker untersuchten, kann heraus gelesen werden werden, dass Komplikationen wie Ketoazidose und Unterzuckerung, in der Sterberate, bei jüngeren Menschen einen größeren Anteil ausmacht als bei älteren .Jedoch ist die Sterberate bei älteren insgesamt höher als bei jüngeren. Ich habe hier nur Daten für Typ-1-Diabetes, die nicht auf Typ-2-Diabetes übertragen werden können In einer Schwedischen Untersuchung ((33 402 Patienten, zu Beginn Durchschnittsalter 35 Jahre, Durchschnittserkrankungsdauer 20,4 Jahre, Beaobachtungsdauer 7-9 Jahre) sind 14.5 Prozent der Verstorbenen in Folge einer Unterzuckerung oder Ketoazdose gestorben. Bei unter 30 Jährigen betrug dieser Anteil 31,4 Prozent (1). Eine Norwegische Kohortenuntersuchung die das Forscherteam um Gagnum V machte konzentrirte man sich auf das Alter in dem die Erstdiagnose gestellt wurde (die Untersuchungsgruppe erhielt die Erstdiagnose im Alter zwischen 15 Jahren und 29 Jahren. Beobachtungszeitraum 30 Jahre). Die Sterblichkeit im Vergleich zu Normalbevölkerung war um das 4,4 fache erhöht. Über die Hälfte der Todesfälle ist auf akute oder chronische Diabetes-Komplikationen zurückzuführen, darunter Ketoazidose und Hypoglykämie mit 21 Prozent (2).
In einer durchaus kritisch zu betrachtetenden schottischen Kohortenunteruchung, der HbA1c ist in Schottland durchschnittlich besonders hoch, machten bei unter 50 Jährigen verstorben Komplikationen wie Unterzuckerung und Ketoazidose 29,4 % bei Männern und 21,7 % bei Frauen aus. (3)
Referenzen:
(1) Long-term excess risk of heart failure in people with type 1 diabetes: a prospective case-control study. Lind M et alia, The Lancet Diabetes & Endocrinolog 2015 Nov;3(11):876-85
(2) Long-term Mortality and End-Stage Renal Disease in a Type 1 Diabetes Population Diagnosed at Age 15–29 Years in Norway. Gagnum V et al. Diabetes Care 2017;40(1):38-45.
(3) Estimated life expectancy in a scottish cohort with type 1 diabetes, 2008 – 2010. JAMA 2015; 313(1): 37 – 44
Bearbeitet von User am 02.04.2018 00:48:19. Grund: - -
Elfe
Rang: Gastam 03.04.2018 18:52:37 | IP (Hash): 259775541
Hallo Cracktros,
sind wieder lediglich Beobachtungen, Statistiken aus anderen Ländern.
Wie die ärztliche Behandlung in diesen Ländern aussieht, kann ich selbst nicht beurteilen.
Selbst für Deutschland ist das schon differenziert, auch, wer welchen Facharzt zur Seite hat und wie geschult wird.
Denn darauf kommt es an, wie man als Patient mit diesem wirklich starken Insulinpräparaten umgeht und sich nicht in eine Hypo spritzt.
Mache mir persönlich mehr Sorgen um 2er Diabetiker, die mal so mit Spritzplan und Pen ausgestattet werden - ohne irgendwelche Grundlagen wie/was/wann/warum.
Verharmlosung '2er brauchen sowieso mehr Insulin als 1er' finde ich unsäglich.
Falle als LADA als zu alt sowieso aus deinen Zitaten.
Wurde jedoch engmaschig betreut als 1er-Insulin-Anfänger, im 2er-Umfeld nicht so.
Gruß Elfe -
am 03.04.2018 22:31:12 | IP (Hash): 993319472
...sind 14,5% infolge einer Unterzuckerung oder Ketoazidose gestorben.
Die beiden Extrem-Situationen in einem Topf sind interessant. Dabei kann ne Ketoazidose noch Stunden nach dem Ableben diagnostiziert werden, ne schwere Hypo allenfalls noch ne halbe Stunde danach, kann also meistens nur angenommen, vermutet, interpretiert werden. Am Ende einfach, weil sich beim T1 kein Anzeichen für ne Ketoazidose ergeben hat. Also muss es ne Hypo gewesen sein?
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am 04.04.2018 12:16:36 | IP (Hash): 1515796631
CGM Graph von jemanden der nachts an einer Unterzuckerung gestorben ist:
http://media.springernature.com/full/springer-static/image/art%3A10.1186%2F1475-2840-12-135/MediaObjects/12933_2013_Article_724_Fig3_HTML.jpg -
am 04.04.2018 14:48:42 | IP (Hash): 1416682796
Der Graph meines aktuellen Liebre Sensors sieht mich demnach seit ner Woche ununterbrochen völlig abgelebt ;)
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am 04.04.2018 15:51:18 | IP (Hash): 1416682796
Mit der Einführung mobiler BZ-Testgeräte in den 80ger Jahren des vorigen Jahrhunderts konnten die Notfall-Ärzte und -Sanitäter bei jedem Bewusstlosen mit Alk-Fahne sofort bestimmen, ob Bewusstlosigkeit infolge Alkohol oder Unterzucker.
In der Folge wurden die alkoholisierten Hypos halt nicht mehr wie die einfach nur infolge Alkohol Bewusstlosen zum Ausnüchtern in Zellen liegen gelassen, bis die Augen von selbst wieder aufgingen, sondern sehr viel schneller mit ner Glukose Infusion geweckt.
Wenn mit diesem Wecken auffällig mehr Betroffene als mit dem einfachen Ausschlafen am Leben geblieben wären, wäre die Fachliteratur voll von so eindeutigen Belegen.
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am 04.04.2018 15:55:36 | IP (Hash): 1436297331
Moin moin,
In meinen knapp 6 Jahren Rettungsdiensterfahrung, habe ich noch niemanden an einer reinen Unterzuckerung sterben sehen.
Es geht vielmehr um die Auswirkung einer Unterzuckerung an der man sterben kann. Bei leichten unterzuckerungen kann es zum beispiel zum Kopfsturz kommen und somit zu einer Hirnblutung.
Bei schwereren Unterzuckerungen mit bewusstlosigkeit sind jegliche Schutzfunktionen des Körpers ausgesetzt, somit kann es zum Beispiel zum Ersticken durch Fremdkörper (Zunge, eigener Mageninhalt), kommen.
Weiter können Krampfanfälle die wiederum Hirnblutungen oder Verlegung der Atemwege zur Folge haben kann.
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Elfe
Rang: Gastam 05.04.2018 19:31:44 | IP (Hash): 1938838843
Hallo Hagen,
vielen Dank für deinen Beitrag mit einer ganz anderen Erfahrung - als wirklicher Retter in der Not in akuten Fällen.
Eine dritte Sichtweise zu sonst Gegenüber Einzelpatient und behandelnden Diabetologen, der ja erst im Nachhinein vom Rettungseinsatz und Krankenhaus informiert wird.
Mein Diabetologe warnt mich jedenfalls vor tiefen Hypos - glaube ihm schon die Erfahrungen in der Patientenübersicht - kommt aber eher so theoretisch herüber.
Wie ist denn deine persönliche Meinung zu Hypos als junger 1er + Rettungsdienst ?
Ich selber fand die Panikmache der Schulungsreferenten mehr als überflüssig (variierende Hypo-Grenze mal 50, mal 60 mg/dl).
Mein Diabeteloge bemängelt 30er-Werte bzgl. Krampfgefahr ~ o.k. eingesehen.
Gruß Elfe -
Cracktros
Rang: Gastam 05.04.2018 23:45:10 | IP (Hash): 785707384
Die Warscheinlichkeit, dass ein Rettungsanitäter, mit seinem 8 Jahren berufserfahrung, solch einen Fall erlebt dürfte recht gering.
1. Ist die Anzahl der Typ-1- Diabetiker sehr gering.
2. Das sterberisiko im relevanten Alter niedrig, und die Unterzuckerung ist nur 1 Grund von vielen zu sterben.
3. Die verteilung der Lebensmittelpunkte von Menschen mit Typ-1-Diabetes ist nicht über die Gesamte Republick gleich. Arbeiten also ein Sani in einem Gebiet denen wenige Menschen mit Typ-1-Diabetes leben, dann ist die Warscheinlichkeit so etwas zu erleben noch niedrieger.
Wer aber die zitierten Studien betrachtet hat, der wird festelen, das z.B. der Tod durch Unfall oder gar Suizid gesondert betrachtet wird.
Das Thema unterschiedliche Länder, unterschiedliche Gesundheitssystem ist nur von daher interessant, weill die Untersuchungen Trends aufzeigen: Unterzuckerungen können Weltweit zum Tode führen. -
am 06.04.2018 20:59:39 | IP (Hash): 2002310767
Aber in keiner dieser Studien ist ein Ableben infolge Hypo eindeutig untersucht und belegt. Sondern diese Fälle sind alle nur Annahmen.
Dagegen gibt es jede Menge gut dokumentierte Fälle, in denen nicht einmal Suizid Anstrengungen mit irrsinnigen Mengen an Insulin das Licht für immer ausgeknipst haben, sondern nur für mehrere bis viele Stunden, allerdings gewaltig zu Lasten aller verstandesmäßigen Fähigkeiten. Der Verlust muss wohl deutlich eher als der des Lebens einzutreten, findet aber indem Studien keine Beachtung, oder hab ich da was übersehen?
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Cracktros
Rang: Gastam 06.04.2018 21:21:59 | IP (Hash): 770245549
Es würde kein Mensch, an UZ Sterben, wenn jemand -rechtzeitig- Hilfe holen würde. Also gibt es keine Augenzeugen: Aber, es gibt Morde, bei denen Insulin eine Mordwaffe war. Erst jüngst Thema in den Medien. Was für eine blööööde Idee. Eine unsichere Methode, da sie nicht bei jeden Menschen Funktioniert und gut Nachweisbar ist.
Und es gibt dokumentierte erfolgreiche Suizide z.B. bei einem Häftling in einer Anstalt. Insulin wurde dort als einzige Mittel verwendet. Ergänzung: auch blöööd es hätte, leicht, dazu kommen können, dass er es überlebt hätte und schwere Hirnschäden davon trägt.
Bearbeitet von User am 06.04.2018 21:26:19. Grund: ergänzung -
Cracktros
Rang: Gastam 06.04.2018 21:30:43 | IP (Hash): 770245549
hjt_Jürgen schrieb:
...sind 14,5% infolge einer Unterzuckerung oder Ketoazidose gestorben.
Die beiden Extrem-Situationen in einem Topf sind interessant. Dabei kann ne Ketoazidose noch Stunden nach dem Ableben diagnostiziert werden, ne schwere Hypo allenfalls noch ne halbe Stunde danach, kann also meistens nur angenommen, vermutet, interpretiert werden. Am Ende einfach, weil sich beim T1 kein Anzeichen für ne Ketoazidose ergeben hat. Also muss es ne Hypo gewesen sein?
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Ich habe bewusst beide Zahlen, also Hypo und Ketoazidose, zusammengerechnet.
Hier, in diesem Forum gerät ja eh alles Durcheinander.
Nein, so einfach wie oben beschrieben ist es nicht: In einige Studien gibt es Autopsieberichte, die die tödliche UZ nachweisen. -
am 07.10.2018 23:07:26 | IP (Hash): 109105759
ein Spinner, der in nem T1 Thread von infolge künstlichem Zucker verätzten Betas bei Typ2 faselt https://www.facebook.com/linus.schlinke/videos/1935685153166077/
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