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Optimalwerte bezüglich HbA1c
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am 28.06.2018 17:47:15 | IP (Hash): 502840614
Ich habe hier ein Schulungsdokument hier, indem ein (Alternativ-)Mediziner schreibt, dass der HbA1c gemäß einer großen Studie optimalerweise bei 5 oder drunter liegen sollte und jedes Zehntel Erhöhung mit einer Zunahme der Sterblichkeit um 25 % assoziiert ist. Ich habe das jetzt nicht selbst recherchiert und wollte fragen, ob ihr das bestätigen könnt. Das würde ja heißen, dass jemand mit HbA1c von 5,8 ein dreifach erhöhtes Sterblichkeitsrisiko (+200 %) gegenüber jemandem mit HbA1c von 5,0 oder drunter hat. 5,8 ist wohl aber noch vollends im Nombereich. Daher scheint mir die Aussage des Mediziners nicht so ohne weiteres glaubhaft. -
am 28.06.2018 17:56:27 | IP (Hash): 1559309882
Na dann lies mal zu deiner Beruhigung diesen Artikel und studiere die dahinter liegende Studie:
https://www.diabetesinformationsdienst-muenchen.de/aktuelles/nachrichten/vorbeugung/vorbeugung/article/praediabetes-erhoeht-nicht-die-sterblichkeit/index.html
Die Aussage des Alternativmediziners dient der Werbung für seine Methode oder für seine Unterlagen. Wenn er für diese Behauptung eine Quelle angegeben hat, dann studiere die mal sorgfältig. Falls die Quellenangabe fehlt, dann brauchst du dich nicht weiter um so eine Aussage zu kümmern.2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 28.06.2018 20:37:02 | IP (Hash): 502840614
Er hat folgende Quelle angegeben: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15381514
Nach Lesen des Abstracts ist klar, dass das gesteigerte Mortalitätsrisiko von ca. 25 % bei einer Erhöhung von 1 % HbA1c und nicht wie in den Unterlagen angegeben bei 0,1 % HbA1c eintritt. Es erschien mir von Anfang an nicht plausibel. Scheint ein Fehler in dem Skript zu sein. Vielleicht interessiert dich die Studie ja trotzdem, ich habe die jetzt nicht durchgelesen, weil meine Frage schon durch den Abstract beantwortet wurde.
Gruß -
am 28.06.2018 23:48:43 | IP (Hash): 1559309882
Hallo Markus,
nicht schlecht, wie schnell du den Knackpunkt erkannt hast. :=)
Erst mal ein paar konkrete Zahlen, mit denen man besser das Ausmaß erkennen kann und sieht, dass es nur ein Risiko von vielen in unserem Leben ist. Von ca. 10.000 Leuten sind in den 8 Jahren ca. 500 an HKE gestorben, das macht 50 pro 1000. Wenn man zur Veranschaulichung die 50 mal auf 2 Gruppen mit HbA1c von 5,0% und 6,0% aufteilt, dann kommen auf 5,0er (grob und rund gerechnet) 24 und auf die 6,0er 6 mehr. Es geht also am Ende bei der gewaltig klingenden 25%igen Risikoerhöhung nur um ca. 6 von 1000. Zwischen 5,0% und 5,5% wären es gerade mal 3 pro 1000 - keine Zahl, wegen der du schlaflose Nächte haben müsstest.
Das andere sind die auch von den Studienautoren angeführten
"LIMITATIONS: Whether HbA1c concentrations and cardiovascular disease are causally related cannot be concluded from an observational study;"
Aus einer Beobachtungsstudie lassen sich nun mal keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen herleiten, man kann solche lediglich vermuten. Wenn man eine Gruppe von 45- bis 79-jährigen betrachtet, dann werden automatisch die älteren höhere Durchschnittswerte beim HbA1c haben als die jüngeren. Die älteren sind aber auch diejenigen, bei denen mehr an HKE sterben. Die Zahlen könnten also möglicherweise nur einen Zusammenhang zwischen Alter und HbA1c-Werten und unabhängig davon einen Zusammenhang zwischen Alter und Tod durch HKE widerspiegeln. Es ist nun mal leider bei Beobachtungsstudien so, dass zwischen den beobachteten Ereignissen möglicherweise ein strenger Zusammenhang oder gar kein Zusammenhang oder irgend etwas dazwischen besteht.
Lass erst mal das HbA1c bestimmen und mach dir dann weitere Gedanken. Die Vorstellung, dass alles über 5,0% schlecht ist, solltest du aber schnell wieder vergessen. -
am 29.06.2018 10:33:59 | IP (Hash): 502840614
Rainer schrieb:
Lass erst mal das HbA1c bestimmen und mach dir dann weitere Gedanken. Die Vorstellung, dass alles über 5,0% schlecht ist, solltest du aber schnell wieder vergessen.
In der Vergangenheit lag HbA1c mal bei 5,8 %. Wirklich Gedanken mache ich mir keine mehr nach Lesen des Abstracts, die hätte ich mir nur dann gemacht, wenn die Behauptung in den Schulungsunterlagen gestimmt hätte und dann das Thema näher recherchiert. Leider habe ich durch eine andere Erkrankung einen ganz erheblichen Risikofaktor, da sind das hier eh Kinkerlitzchen.
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am 29.06.2018 10:37:44 | IP (Hash): 502840614
Deine Ausführungen teile ich. Häufig wird Korrelation und Kausalität fälschlicherweise gleichgesetzt, was ein weit verbreitetes Problem zu sein scheint, ich denke auch unter Ärzten. -
am 29.06.2018 11:11:34 | IP (Hash): 1250642621
5,8% wären dann nach den Richtlinien der DGE (ab 5,7%) tatsächlich ein Anzeichen für weitere Untersuchungen und für verstärkte Aufmerksamkeit.
Quelle z.B. hier, Abb. 1 auf der 5. Seite:
https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Praxisempfehlungen/2017/dus_2017_S2_Praxisempfehlungen_3971961_M%C3%BCller-Wieland_Definition__2__Online-PDF.PDF
Es ist allerdings auch möglich, dass der Wert wegen Medikamenten, die du wegen anderer Erkrankungen einnehmen musstest, nur zeitweise erhöht war. Das solltest du lieber aktuell überprüfen lassen. Je zeitiger du eine Diabetesentwicklung bzw. eine Verschärfung merkst, desto erfolgreicher kann man gegensteuern.
Alles Gute, Rainer
Bearbeitet von User am 29.06.2018 13:06:35. Grund: . -
am 29.06.2018 12:31:56 | IP (Hash): 205442006
Also mein HbA1c liegt aktuell bei 5,5%. Demnach hätte ich kein Diabetes.
Mein Nüchternwert liegt manchmal bei größer 126mg/dl und mein 2h-Wert nach einer
kohlenhydrathaltigen Mahlzeit kann auch schonmal größer 200mg/dll ausfahllen.
Demnach hätte ich Diabetes.
Ja was denn nun? -
am 29.06.2018 13:10:50 | IP (Hash): 1250642621
r2d2 schrieb:
Ja was denn nun?
Ist deine Frage ernst gemeint?
Wie dir bekannt sein dürfte, gelten die verschiedenen Diagnosekriterien gleichberechtigt. Wenn du bei einem Kriterium die Diagnoseschwelle überschreitest, dann wird dein Arzt Diabetes diagnostizieren. Falls er das nicht gemacht hat, dann soll er dir das mal begründen.
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Michael74
Rang: Gastam 29.06.2018 13:34:33 | IP (Hash): 1672522331
Dass ist ja der Schwachsinn an der ganzen Sache r2d2; denn wenn jetzt dein hba1c gemessen worden wäre und hätte unter 5,7 (in anderen Ländern sogar bis 6,0) gelegen, hätte die ddg geraten keine weiteren Untersuchungen durchzuführen, da ein Diabetes ausgeschlossen wäre. Tja, aber du siehst, trotz deines niedrigen hba1c hast du Diabetes; daher ist es immer ratsam die anderen wERTE MESSEN ZU LASSEN UND SICH NICHT AUF DAS HBA!C ZU STÜTZEN; WAS NACH & JÄHRIGER Probezeit AUCH DIE DDG WIEDER RÄT: