Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
DMP Programm
-
Rainer
Rang: Gastam 11.11.2008 12:58:15
Hallo Hammy, danke für deine Nachfrage, aber ich genieße das essen - das frische knusprige halbe Brötchen gehört voll dazu, ich fühle mich wohl - besser als zu den Zeiten, wo ich noch Tabletten gegen den Diabetes nehmen musste und auf meine notwendigen Kalorien komme ich ohne Probleme. Allerdings habe ich die kcal noch nie einzeln berechnet. Ich sehe mir nur das Ergebnis an, wenn ich auf die Waage steige. Genauso wenig messe und berechne ich die KH-Menge. Hier zählt für mich nur, um wie viel eine bestimmte Speise in einer bestimmten Situation meinen BZ erhöht und wie viel ich davon essen kann, ohne die 140 zu übersteigen. Mehr KH kann ich halt nicht essen und es ist klar, dass ich deine Regel: „der Kohlenhydratanteil sollte 50-55% der Gesamtenergie betragen“ (high-carb) dabei in Frage stellen muss. Das dass ohne negative Auswirkungen auf die sonstige Gesundheit - die positive Auswirkung auf den Diabetes liegt klar auf der Hand - erfolgen kann, zeigt die Erfahrung der vielen Diabetiker, die low-carb seit Jahren erfolgreich praktizieren. In den USA hat sich die Erkenntnis schon soweit durchgesetzt, dass selbst die erzkonservative ADA nicht darum herumgekommen ist, diesen Weg als eine mögliche Behandlungsform bei Diabetes anzuerkennen.
Die low-carb-diet bzw. KH-reduzierte Ernährung (im englischen wird zwischen Diät und Ernährung nicht unterschieden) wird von den Gegnern gern als eine von vielen mehr oder weniger spinnigen Diäten abgetan, die halt bei dem einem wirkt und bei anderen nicht. Das ist sie nicht, die Reduzierung der KH ist ein Weg, den jeder Diabetiker mit Erfolg gehen kann. Ich bin zwar kein Mediziner, das ist aber auch kein rein medizinisches Problem. Wenn ich durch einfaches reduzieren der KH erreichen kann, dass der BZ weniger ansteigt, damit die Medi-Dosis verringert werden kann, der BZ-Spiegel weniger schwankt und leichter im gesunden Bereich geführt werden kann, dann ist das eher ein logisches Problem. Und bei der Logik kann ich als Mathematiker sehr wohl mitreden.
Wer die KH-reduzierte Ernährung versuchen will, der sollte möglichst seinen Doc dafür gewinnen, ihn dabei zu begleiten. Das dürfte mit vielen Ärzten ein ziemlich großes Problem sein. Wenn es aber gelingt, und nun komme ich wieder auf die Ausgangsfrage zurück, dann kann der Doc ganz bestimmt auch die dazu erforderlichen Teststreifen für 9...12 Monate verschreiben. Das lese ich so wenigstens aus den neuesten DDG-Leitlinien heraus. von Rainer -
Hammy
Rang: Gastam 11.11.2008 17:56:14
Hi, Rainer,
das ist genau das, was ich meinte! Du kannst für
dich deine low-carb-Strategie und deren Funktionieren erklären, wie du willst, es wird nichts
daran ändern, dass es nicht das Einzige ist und auch andere Sachen funktionieren. Ich habe mein
Leben lang "high"-carb (wer legt denn solche
schwachsinnigen Begriffe fest? Die DGE jedenfalls
nicht!) mit passenden Mengen Insulin, ordent-
lichen BZ-Werten und NORMALGEWICHT gelebt.
Also muss auch das funktionieren und das wäre
dann meine "Logik". Wie ich schon sagte, jeder
wie es Ihm und seiner Gesungheit passt. Dazu
braucht niemand "MIssionare". AUSGEWOGEN
ist das Schlagwort und nicht LOW-Irgendwas!
Und da stellt sich wieder die Frage: "Was ist
ausgewogen?", die der eine so, der andere so beantworten wird. Also können wir die Diskussion
vergessen (genau wie die über Human- vs.
Schweine-Insulin). Gruss Hammy -
Jürgen
Rang: Gastam 11.11.2008 18:26:32
Moin Hammy,
wenn Du einen Laden suchst, der NUR abschreibt, dann ist die DGE gerade richtig. Schau dir deren Veröffentlichungen mal genau auf die Quellen hin an :-)
Bisdann, Jürgen -
Hammy
Rang: Gastam 11.11.2008 19:13:56
Dazu bin ich zu faul!! Aber was bedeutet das:
Dass LOW-CARB "das" Allheilmittel ist? Wo doch
selbst " die erzkonservative ADA nicht darum herumgekommen ist, diesen Weg als (nur)
EINE mögliche Behandlungsform bei Diabetes anzuerkennen." Behandelt euren DM so, andere
werden es nicht so tun! Das kann doch wohl jeder
immer noch selbst für sich entscheiden (ohne
irgendwelche Vortänzer oder Missionare).
Gruss Hammy -
Jürgen
Rang: Gastam 11.11.2008 20:38:16
Moin Hammy,
Leute, die erst groß auf tolle Wissenschaft verweisen und dann zu faul zum Überprüfen sind, finde ich immer reizend ;-)
Aber mal zur Futterzusammensetzung: Du hast als ehemaliger Typ1 in Deiner Anfangszeit vor 40 oder so Jahren von allem besonders viel essen dürfen, wenn das nur Schichtkäse=Quark war. Nichts anderes ist, was man heute auf Neudeutsch Low-Carb nennt und eben mit den heutigen Mitteln ein bisschen abwechslungsreicher ausgestaltet.
Bisdann, Jürgen -
Hammy
Rang: Gastam 11.11.2008 21:06:19
1. Habe ich nicht gross auf tolle Wissenschaft
verwiesen, sondern nur geschrieben, dass die
DGE nicht festgelegt hat, was high oder low carb
ist. Aber jeder kann lesen, was er lesen will!
2. Sehe ich gerade an deinem letzten Geschreibe,
dass du nicht weisst, wovon du redest - Haupt-
sache, es passt zu deinem LOW-Carb! Woher
weisst denn du, was und wieviel ich wann ge-
gessen habe?
3. Wenn (und nur dann) die Unterscheidung der Ernährung bei 1ern und 2ern so ist, weisst gefälligst darauf hin. "DEN Diabetiker" gibt's nicht!!!
4. LOW CARB bleibt nur EINE Ernährungsform!
Ich werde mich jedoch dazu hier auch nicht mehr äussern, denn solange die "low-carber" meinen:
"Jeder sollte seine Meinung haben, wichtig ist,
dass sie unserer entspricht..." bringt eine Disk-
ussion nichts. Meine Meinung ist : siehe oben!
Gruss Hammy -
Jürgen
Rang: Gastam 11.11.2008 22:15:51
"2. Sehe ich gerade an deinem letzten Geschreibe,
dass du nicht weisst, wovon du redest - Haupt-
sache, es passt zu deinem LOW-Carb! Woher
weisst denn du, was und wieviel ich wann ge-
gessen habe? "
Wenn Du verständlich schreiben würdest, was Du auf welchen Grundlagen statt meines Geschreibes meisnt, würde ich schlauer ;-) von Jürgen -
J ürgen
Rang: Gastam 11.11.2008 22:17:42
die DGE legt nicht wirklich irgendwas fest, sondern richtet sich nach den Festlegungen anderer :-) von J ürgen -
thomas2002
Rang: Gastam 12.11.2008 01:16:46
könnten wir uns erstmal darauf einigen, daß
1. der weg das ziel ist
2. die zuckerwerte über alles gehen.
3. auch innerhalb einer ethnie die stoffwechselunterschiede hinreichend schwankend sind von thomas2002 -
Rainer
Rang: Gastam 12.11.2008 11:55:30
Die KH-reduzierte Ernährung (der Begriff low-carb ist viel griffiger, wird aber gern als Schimpfwort angesehen) entfaltet seinen Nutzen bei JEDEM Diabetiker bzw. Prädiabetiker. Man kann mit seiner Krankheit durchaus auch anders umgehen (viele KH, viel Insulin), aber das ist uneffektiv, den Stoffwechsel stärker belastend und fehleranfälliger.
Man kann low-carb so angehen, wie Doc Bernstein es vorschlägt: 6g/12g/12g KH früh/mittags/abends. Dann ist man auf der sicheren Seite und kann nie zu viele KH zu sich nehmen. Es lässt sich aber auch viel angenehmer gestalten. Im Prinzip ist alles erlaubt, was unseren BZ nicht über die 140 hinausgehen lässt. Und dafür ist nicht nur die Menge der KH und der GI ausschlaggebend, darüber hinaus gibt es unzählige Variationsmöglichkeiten durch Zusammensetzung der Mahlzeit (Fett bremst die Aufnahme), Zeitpunkt des Essens (zum Frühstück steigt der BZ schneller), Reihenfolge (Joghurt z.B. 1 Stunde nach der Mahlzeit), Einbau von Bewegung (Verdauungsspaziergang) und vieles andere mehr. Das ganze lässt sich nicht in Tabellen und Gleichungen packen, weil die einzelnen Maßnahmen bei jedem Diabetiker anders wirken, oft sogar erheblich anders.
Also hilft nur probieren und messen, bis man seinen eigenen Speiseplan abwechslungsreich gestalten kann und die erforderliche minimale Medi-Dosis raushat. Dafür braucht man vielleicht für 9 Monate eine Menge Teststreifen und sicher wäre es schön, wenn man die auf Rezept bekommen könnte. Aber wenn das nicht möglich ist, dann sollte man vor dieser Investition nicht zurückschrecken. Sie ist einmalig, nach der Lernphase sind nur noch wenige Testreifen nötig. Die Leiden und Kosten, die man für die Zukunft ersparen kann - und das nicht nur für die KK, sondern hauptsächlich für sich selbst - sind das tausendfach wert. Sicher ist das kein Weg, den jeder gehen kann, das fordert dem einzelnen großes Engagement und viel Wissen über die Krankheit ab. Aber wenn jemand dazu bereit ist, dann sollten unsere Ärzte das unterstützen und begleiten. Wenn das DMP so angelegt wäre, dann hätte es wirklich einen Sinn.
von Rainer