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DMP Programm
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babs
Rang: Gastam 09.11.2008 12:10:46
Hallo - wer kann mir etwas über ein DMP Programm berichten. Ich habe gehört, wenn man an diesem Programm teilnimmt sollen die Teststäbchen auch für Typ 2 Diabetiker auf Rezept verschrieben werden.
Gruss - Babs von babs -
Barbara
Rang: Gastam 09.11.2008 12:21:19
das ist mir nicht bekannt. Teststreifen werden im allgemeinen nur verschrieben,wenn man intensiviert spritzt, also 4 mal Tag und selber das Insulin anpassen kann. Die Mischinsulin spritzen und nichts
beeinflussen können bekommen auch nicht soviel verschrieben. Das DMP hat nichts mit verschreiben zu tun.
Gruß Barbara -
Jürgen
Rang: Gastam 09.11.2008 13:49:12
Moin Barbara,
nimm's bitte nicht persönlich, aber dass man den BZ nur mit ICT und Pumpe gezielt steuern könnte, ist absoluter Schwachsinn. Der bleibt auch Schwachsinn, obwohl uns unsere Ärzte und Fachärzte diesen Schwachsinn jeden Tag erzählen und obwohl fachoffiziell damit gerechtfertigt wird, dass die meisten Diabetiker keine Teststreifen bekommen.
Kein Medikament bewegt unseren Blutzucker so schnell, wie das Essen von Stärke=Zucker, Zucker und Fruchtzucker! Natürlich nur nach oben, wenn wir davon einfüllen, aber auch eben nicht weiter hoch, wenn wir davon nichts einfüllen. Klar macht dann die Leber immer noch Zucker, wenn sie per Glukagon aus den Alpha-Zellen den Befehl dazu kriegt. Auch damit steigt dann bei zuviel unser BZ. Aber wenn es um BZ-Einfluss geht, den wir Betroffene selbst direkt haben, ist keiner schneller, als der mit Essen. Da kommt nicht einmal Turbo-Insulin mit.
Und deswegen könnten gerade diejenigen unter uns, die mit etwas gezielter Futterauswahl ihren BZ noch völlig ohne Medis im völlig gesunden Rahmen halten könnten, besonders viel von einer ausreichenden Menge Teststreifen profitieren.
Bisdann, Jürgen -
boni
Rang: Gast -
Grünkohl
Rang: Gastam 09.11.2008 16:12:58
>>Und deswegen könnten gerade diejenigen unter uns, die mit etwas gezielter Futterauswahl ihren BZ noch völlig ohne Medis im völlig gesunden Rahmen halten könnten, besonders viel von einer ausreichenden Menge Teststreifen profitieren.<<
Nehmen wir mal an, das wäre so - wieviele der
Typ 2 betrifft das denn? Und vorallem, wie willst du
mit vielen Teststreifen deine "Futtermenge" regeln?
Komm mir jetzt aber bitte nicht mit deinen "gelut-
schten" 2 halben Brötchen, sondern erkläre es
mal am Beispiel eines voll arbeitenden, aktiven
Menschen! Das die Verordnungskriterien, wie
praktiziert; nicht patientenbezogen, sondern
von Wirtschaftlichkeitskriterien bestimmt sind,
ist wohl leider allen klar, wobei es doch einige
Ausnahmen (gemäß Userberichten) gibt.
Ich gebe dir allerdings recht, was die Erklärung
Barbaras betrifft. Mir ist bekannt, dass jeder mit
DM, der Insulin spritzt, die Stix erhält (was aber
wiederum nichts mit DMP zu tun hat!) , jedoch
in differenzierten Mengen. -
Jürgen
Rang: Gastam 09.11.2008 17:57:36
Moin gelutschtes-halbes-Brötchen-ANONYM,
wer sich z.B. als Nochnittabletter oder Nurmetforniner über Hausnummer 110 mg/dl einfach nichts mehr einfüllt, was seinen BZ noch weiter ansteigen lässt, kommt damit in jedem beruflichen Alltag bestens zurecht. Dafür braucht man nicht mal halbe Brötchen zu lutschen. Denn der BZ von 110 sagt bei einem zutreffend diagnostizierten Typ2, dass er energiemäßig nicht nur völlig ausreichend, sondern sogar schon deutlich übermäßig versorgt ist. Hunger hat der nach nem halben Tag oder so ohne zu Essen nur, weil sein System zu seiner Funktion Substanzumsatz machen muss. Dazu würde bis hinunter zu BMI 18 theroretisch Futter ohne jeden Nährwert reichen, wenn das verdauungstechnisch funktionierte und wenn bei dem Spiel nicht viel mehr Eiweiß=Muskelsubstanz als Speicherfett verbraucht würde.
Bisdann, Jürgen -
Barbara
Rang: Gastam 09.11.2008 19:01:09
hallo Jürgen, wenn das alles schwachsinn ist ,dann brauchen wir die ganzen Behandlungen nicht ( ITC)
Da sind auch noch andere fakten im Spie nicht nur das Essen und KH z.b. Stress und Überbelastung
etc. Ich passe schon auf mein Essen auf und trotzdem passiert es,daß er aus irgendwelchen Gründen ,die man nicht immer weiß ,der Zucker ansteigt. Was ist da nun so schlimm dran,wenn man das mit Insulin ausgleichen kann?. da sehe ich kein Problem und empfinde es auch nicht als Schwachsinn,
Barbara -
Grünkohl
Rang: Gastam 09.11.2008 19:06:54
Gut, Jürgen, die Theorie habe ich verstanden.
Aber wie soll das in der Praxis funktionieren?
Jeder Körper hat einen Grundumsatz (entspre- chend der körperl. Tätigkeit), dem der Körper
mit Insulin in entsprechender Menge antwortet.
Der BZ steigt aber beim 2er, weil das bereit-
gestellte Insulin nicht komplett wirkt (unabhängig
von der KH-Menge) und beim 1er, weil das
Insulin fehlt. Zitat: "Denn der BZ von 110 sagt bei einem zutreffend diagnostizierten Typ2, dass er energiemäßig nicht nur völlig ausreichend, sondern sogar schon deutlich übermäßig versorgt ist." Weshalb ÜBERMÄSSIG? Nur weil sein Insulin nicht in die Zellen kommt, obwohl er eben NUR versorgt ist? Warum steigt der BZ dann bei einem nicht medikamentös behandeltem normalessendem latenten 2er an? Und nun wiederhole ich meine Frage:
Wieso braucht einer mit/ ohne Tabletten dann
mehr Stix? Ich behaupte, dass ein 2er die gleiche Menge wie ein 1er bekommen sollte! Nicht mehr und nicht weniger! -
Rainer
Rang: Gastam 10.11.2008 13:00:52
Ich gehöre zu den T2ern, die den Diabetes nur durch messen und BZ-orientiertes essen in den Griff bekommen haben. Dazu brauchte ich für ein ¾ Jahr richtig viele Teststreifen, jetzt komme ich mit wenigen aus. Eigentlich muss ich nur noch von Zeit zu Zeit prüfen, ob meine Werte im grünen Bereich liegen. Davor hatte ich allerdings schon 6 Jahre lang wild rumgemessen, ohne ein richtiges Ziel und ohne einen Weg dorthin zu haben.
Seit Anfang des Jahres habe ich nun beides:
Ziel: BZ < 140
Weg: low- und slow-carb
Und damit ist wirklich alles ganz easy. Davon könnten viele neudiagnostizierte Diabetiker profitieren, wenn sie nur diese einfachen Empfehlungen an die Hand bekommen würden. Die Teststreifen für maximal 1 Jahr würden in keiner Weise das KK-Budget sprengen.
Mein Speiseplan sieht übrigens recht abwechslungsreich und gehaltvoll aus. Allerdings würde ich zum Frühstück keine „2 Brötchenhälften lutschen“ können, es ist maximal eine Hälfte drin. Wozu müssen denn Wurst, Käse, Butter und Frühstückseier unbedingt aufs Brötchen geschmiert werden? Dafür gibt es gar keinen Grund außer, dass wir das schon immer so gemacht haben. Und natürlich spielt da noch die für uns Diabetiker so unglückselige Empfehlung eine Rolle, unseren Speiseplan fettarm und deshalb sehr KH-reich zu gestalten.
von Rainer -
Hammy
Rang: Gastam 10.11.2008 16:15:14
Hallo Rainer, ich habe dazu folgendes:
1g Kohlenhydrate = 17 kJ = 4,1 kcal
Richtwerte für die Energiezufuhr:
...Alter ......................kcal/Tag
............................. männl. weibl.
19 bis 25 Jahre : 2600 2200
25 bis 51 Jahre : 2400 2000
51 bis 65 Jahre : 2200 1800
65 Jahre + älter: 1900 1700
Der Kohlenhydratanteil sollte 50-55% der Gesamtenergie betragen. Jedoch variieren die Werte entsprechend Alter, Geschlecht und Tätigkeit. Ob die von dir verwendeten Mengen dem entsprechen, kann ich nicht beurteilen, aber man weiss ja auch nicht in welchem Verhältnis du KH, Eiweiss und Fett zur Energiezufuhr einsetzt. Ist jedoch eigentlich völlig egal. Wichtig ist, dass man sich mit seiner Ernährung, den einzusetzenden Medikamenten und seinem Gewicht wohlfühlt (und die BZ-Werte und der HbA1c sollten auch stimmen). Es gibt 1000e Diäten + Ernährungs"regeln" - wer weiss denn, welche die Richtige ist? Bei dir klappt (s.o.) low+slow-carb, aber du weisst nicht, ob das bei jedem so ist!! Das ist wohl auch eine Frage von
Alter, Geschlecht und Tätigkeit. Ich wäre z.B.
mit deinem 1/2 Brötchen früher verhungert
(ich habe über 20 Jahre 22 BE mit Normal-
gewicht gehabt) - heute esse ich kaum
Brötchen, sondern Schwarzbrot (max. 2 Scheiben) zum Frühstück. Ich gebe dir recht, man muss nicht unbedingt Wurst, Käse, Butter und Frühstückseier darauf schmieren (man kann
es auch so dazu essen *lol*). Bei mir hat Essen
nicht nur etwas mit Sättigung zu tun, sondern
auch mit Genuss! (wobei ich dir den nicht
abspreche!). Letztlich sollte wohl jeder für sich
selbst (und nicht für andere) entscheiden, was
für ihn gut und richtig ist und um das zu können,
meine ich auch, dass Messtreifen für jeden
DM egal welcher Typ unabdingbar sind und
nicht nach finanzpolitischen Grundsätzen
"verteilt" werden sollten... Gruss Hammy -
Rainer
Rang: Gastam 11.11.2008 12:58:15
Hallo Hammy, danke für deine Nachfrage, aber ich genieße das essen - das frische knusprige halbe Brötchen gehört voll dazu, ich fühle mich wohl - besser als zu den Zeiten, wo ich noch Tabletten gegen den Diabetes nehmen musste und auf meine notwendigen Kalorien komme ich ohne Probleme. Allerdings habe ich die kcal noch nie einzeln berechnet. Ich sehe mir nur das Ergebnis an, wenn ich auf die Waage steige. Genauso wenig messe und berechne ich die KH-Menge. Hier zählt für mich nur, um wie viel eine bestimmte Speise in einer bestimmten Situation meinen BZ erhöht und wie viel ich davon essen kann, ohne die 140 zu übersteigen. Mehr KH kann ich halt nicht essen und es ist klar, dass ich deine Regel: „der Kohlenhydratanteil sollte 50-55% der Gesamtenergie betragen“ (high-carb) dabei in Frage stellen muss. Das dass ohne negative Auswirkungen auf die sonstige Gesundheit - die positive Auswirkung auf den Diabetes liegt klar auf der Hand - erfolgen kann, zeigt die Erfahrung der vielen Diabetiker, die low-carb seit Jahren erfolgreich praktizieren. In den USA hat sich die Erkenntnis schon soweit durchgesetzt, dass selbst die erzkonservative ADA nicht darum herumgekommen ist, diesen Weg als eine mögliche Behandlungsform bei Diabetes anzuerkennen.
Die low-carb-diet bzw. KH-reduzierte Ernährung (im englischen wird zwischen Diät und Ernährung nicht unterschieden) wird von den Gegnern gern als eine von vielen mehr oder weniger spinnigen Diäten abgetan, die halt bei dem einem wirkt und bei anderen nicht. Das ist sie nicht, die Reduzierung der KH ist ein Weg, den jeder Diabetiker mit Erfolg gehen kann. Ich bin zwar kein Mediziner, das ist aber auch kein rein medizinisches Problem. Wenn ich durch einfaches reduzieren der KH erreichen kann, dass der BZ weniger ansteigt, damit die Medi-Dosis verringert werden kann, der BZ-Spiegel weniger schwankt und leichter im gesunden Bereich geführt werden kann, dann ist das eher ein logisches Problem. Und bei der Logik kann ich als Mathematiker sehr wohl mitreden.
Wer die KH-reduzierte Ernährung versuchen will, der sollte möglichst seinen Doc dafür gewinnen, ihn dabei zu begleiten. Das dürfte mit vielen Ärzten ein ziemlich großes Problem sein. Wenn es aber gelingt, und nun komme ich wieder auf die Ausgangsfrage zurück, dann kann der Doc ganz bestimmt auch die dazu erforderlichen Teststreifen für 9...12 Monate verschreiben. Das lese ich so wenigstens aus den neuesten DDG-Leitlinien heraus. von Rainer -
Hammy
Rang: Gastam 11.11.2008 17:56:14
Hi, Rainer,
das ist genau das, was ich meinte! Du kannst für
dich deine low-carb-Strategie und deren Funktionieren erklären, wie du willst, es wird nichts
daran ändern, dass es nicht das Einzige ist und auch andere Sachen funktionieren. Ich habe mein
Leben lang "high"-carb (wer legt denn solche
schwachsinnigen Begriffe fest? Die DGE jedenfalls
nicht!) mit passenden Mengen Insulin, ordent-
lichen BZ-Werten und NORMALGEWICHT gelebt.
Also muss auch das funktionieren und das wäre
dann meine "Logik". Wie ich schon sagte, jeder
wie es Ihm und seiner Gesungheit passt. Dazu
braucht niemand "MIssionare". AUSGEWOGEN
ist das Schlagwort und nicht LOW-Irgendwas!
Und da stellt sich wieder die Frage: "Was ist
ausgewogen?", die der eine so, der andere so beantworten wird. Also können wir die Diskussion
vergessen (genau wie die über Human- vs.
Schweine-Insulin). Gruss Hammy -
Jürgen
Rang: Gastam 11.11.2008 18:26:32
Moin Hammy,
wenn Du einen Laden suchst, der NUR abschreibt, dann ist die DGE gerade richtig. Schau dir deren Veröffentlichungen mal genau auf die Quellen hin an :-)
Bisdann, Jürgen -
Hammy
Rang: Gastam 11.11.2008 19:13:56
Dazu bin ich zu faul!! Aber was bedeutet das:
Dass LOW-CARB "das" Allheilmittel ist? Wo doch
selbst " die erzkonservative ADA nicht darum herumgekommen ist, diesen Weg als (nur)
EINE mögliche Behandlungsform bei Diabetes anzuerkennen." Behandelt euren DM so, andere
werden es nicht so tun! Das kann doch wohl jeder
immer noch selbst für sich entscheiden (ohne
irgendwelche Vortänzer oder Missionare).
Gruss Hammy -
Jürgen
Rang: Gastam 11.11.2008 20:38:16
Moin Hammy,
Leute, die erst groß auf tolle Wissenschaft verweisen und dann zu faul zum Überprüfen sind, finde ich immer reizend ;-)
Aber mal zur Futterzusammensetzung: Du hast als ehemaliger Typ1 in Deiner Anfangszeit vor 40 oder so Jahren von allem besonders viel essen dürfen, wenn das nur Schichtkäse=Quark war. Nichts anderes ist, was man heute auf Neudeutsch Low-Carb nennt und eben mit den heutigen Mitteln ein bisschen abwechslungsreicher ausgestaltet.
Bisdann, Jürgen -
Hammy
Rang: Gastam 11.11.2008 21:06:19
1. Habe ich nicht gross auf tolle Wissenschaft
verwiesen, sondern nur geschrieben, dass die
DGE nicht festgelegt hat, was high oder low carb
ist. Aber jeder kann lesen, was er lesen will!
2. Sehe ich gerade an deinem letzten Geschreibe,
dass du nicht weisst, wovon du redest - Haupt-
sache, es passt zu deinem LOW-Carb! Woher
weisst denn du, was und wieviel ich wann ge-
gessen habe?
3. Wenn (und nur dann) die Unterscheidung der Ernährung bei 1ern und 2ern so ist, weisst gefälligst darauf hin. "DEN Diabetiker" gibt's nicht!!!
4. LOW CARB bleibt nur EINE Ernährungsform!
Ich werde mich jedoch dazu hier auch nicht mehr äussern, denn solange die "low-carber" meinen:
"Jeder sollte seine Meinung haben, wichtig ist,
dass sie unserer entspricht..." bringt eine Disk-
ussion nichts. Meine Meinung ist : siehe oben!
Gruss Hammy -
Jürgen
Rang: Gastam 11.11.2008 22:15:51
"2. Sehe ich gerade an deinem letzten Geschreibe,
dass du nicht weisst, wovon du redest - Haupt-
sache, es passt zu deinem LOW-Carb! Woher
weisst denn du, was und wieviel ich wann ge-
gessen habe? "
Wenn Du verständlich schreiben würdest, was Du auf welchen Grundlagen statt meines Geschreibes meisnt, würde ich schlauer ;-) von Jürgen -
J ürgen
Rang: Gastam 11.11.2008 22:17:42
die DGE legt nicht wirklich irgendwas fest, sondern richtet sich nach den Festlegungen anderer :-) von J ürgen -
thomas2002
Rang: Gastam 12.11.2008 01:16:46
könnten wir uns erstmal darauf einigen, daß
1. der weg das ziel ist
2. die zuckerwerte über alles gehen.
3. auch innerhalb einer ethnie die stoffwechselunterschiede hinreichend schwankend sind von thomas2002 -
Rainer
Rang: Gastam 12.11.2008 11:55:30
Die KH-reduzierte Ernährung (der Begriff low-carb ist viel griffiger, wird aber gern als Schimpfwort angesehen) entfaltet seinen Nutzen bei JEDEM Diabetiker bzw. Prädiabetiker. Man kann mit seiner Krankheit durchaus auch anders umgehen (viele KH, viel Insulin), aber das ist uneffektiv, den Stoffwechsel stärker belastend und fehleranfälliger.
Man kann low-carb so angehen, wie Doc Bernstein es vorschlägt: 6g/12g/12g KH früh/mittags/abends. Dann ist man auf der sicheren Seite und kann nie zu viele KH zu sich nehmen. Es lässt sich aber auch viel angenehmer gestalten. Im Prinzip ist alles erlaubt, was unseren BZ nicht über die 140 hinausgehen lässt. Und dafür ist nicht nur die Menge der KH und der GI ausschlaggebend, darüber hinaus gibt es unzählige Variationsmöglichkeiten durch Zusammensetzung der Mahlzeit (Fett bremst die Aufnahme), Zeitpunkt des Essens (zum Frühstück steigt der BZ schneller), Reihenfolge (Joghurt z.B. 1 Stunde nach der Mahlzeit), Einbau von Bewegung (Verdauungsspaziergang) und vieles andere mehr. Das ganze lässt sich nicht in Tabellen und Gleichungen packen, weil die einzelnen Maßnahmen bei jedem Diabetiker anders wirken, oft sogar erheblich anders.
Also hilft nur probieren und messen, bis man seinen eigenen Speiseplan abwechslungsreich gestalten kann und die erforderliche minimale Medi-Dosis raushat. Dafür braucht man vielleicht für 9 Monate eine Menge Teststreifen und sicher wäre es schön, wenn man die auf Rezept bekommen könnte. Aber wenn das nicht möglich ist, dann sollte man vor dieser Investition nicht zurückschrecken. Sie ist einmalig, nach der Lernphase sind nur noch wenige Testreifen nötig. Die Leiden und Kosten, die man für die Zukunft ersparen kann - und das nicht nur für die KK, sondern hauptsächlich für sich selbst - sind das tausendfach wert. Sicher ist das kein Weg, den jeder gehen kann, das fordert dem einzelnen großes Engagement und viel Wissen über die Krankheit ab. Aber wenn jemand dazu bereit ist, dann sollten unsere Ärzte das unterstützen und begleiten. Wenn das DMP so angelegt wäre, dann hätte es wirklich einen Sinn.
von Rainer