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Der Anti-Diabetiker stellt sich vor

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    am 31.10.2018 11:01:19 | IP (Hash): 1354558143
    Elfe schrieb:
    So ein 30 mg/dl, wie du beim oGTT beschrieben hast, ist gefährlich.



    Ja, ich war kurz vorm Kollabieren, hatte schon einen Tunnelblick. Da war eine SB-Bäckerei nebenan, da habe ich mir irgendwas Süßes geschnappt, habe es aber fast nicht in den Mund bekommen, weil ich gezittert habe wie ein Alkoholiker im Endstadium.

    Elfe schrieb:
    Genanntes Medikament 'Acarbose' hat einen anderen Wirkungspunkt - den Darm
    Gruß Elfe



    Ja, das möchte ich als nächstes probieren.

    VG
    Frank
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    am 31.10.2018 11:28:00 | IP (Hash): 942245415
    Frank183 schrieb:
    Weil es mir bei unter 85 nicht gut geht und ab unter 75 richtig schlecht. Sowohl körperlich als auch psychisch. Und das möchte ich gerne vermeiden. Außerdem führt das zu Heißhunger.


    Dem würde ich an Deiner Stelle weiter auf den Grund gehen wollen, denn 70-85 mg/dl sind sogar für INSULINER völlig normaler BZ, für Leute ohne BZ-senkende Mittel auch noch bis um 60, und was Du da an Auffälligkeiten beschreibst, kenne ich aus Bereichen unter 50.

    Ausnahmen:
    1. Bei manchen bei seeehr schnellem Absinken über einen weiteren Bereich so wie von 200 auf 80 in ner halben Stunde. Hab selbst damit überhaupt keine Schwierigkeiten.
    2. Bei Leuten, die sich die meisten von 24 Stunden BZ-mäßig im Bereich von 150-200 und darüber aufhalten. Wenn die dann mal an die 80 kommen, fühlen die sich genau wie Du's beschreibst.

    UND dann gibts auch noch die Möglichkeit, dass Dein Messer zu hoch anzeigt und Du bei 85 auf der Anzeige tatsächlich schon bei 55 bist.

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    am 31.10.2018 13:22:45 | IP (Hash): 1354558143
    Hallo Jürgen,

    ja, es ist gut möglich, dass ich Wirklichkeit tiefer bin als der angezeigte Wert. Aber wie eingangs erwähnt, war ich bei diesem 72h-Fastenversuch in der Klinik und die haben da mit ihrem Gerät regelmässig gemessen und das sollte doch ziemlich genau und verlässlich sein. Und auch da war es so, dass es mir mit 65-75 richtig dreckig ging.

    In der Tat habe ich auch beobachtet, dass es mir auch schon schlecht geht, wenn der Wert rapide absinkt, obwohl er absolut gesehen noch ok ist.

    Was mich ja auch uMTReibt: wieso bleibt mein BZ so lange so niedrig? Dass es Schwankungen gibt, klar, aber irgendwann sollte doch mal diese "Gluconeogenese" einsetzen und aus den Fettzellen neue Energie bereitstellen?
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    am 31.10.2018 14:49:44 | IP (Hash): 942245415

    Glukoneogenese läuft von Essenspausen unterbrochen immer mehr oder weniger und macht im gesunden Tagesablauf bei normal sogenannt ausgewogener Ernährung etwa 25% vom alltäglichen Gesamtumsatz an Glukose aus. Übrigens in der Hauptsache aus Eiweiß. Unser Körper ist beständig damit beschäftigt, sich zu erneuern, also Neu auf- und Alt abzubauen. Und das wie alle übrigen Funktionen möglichst sparsam. Also werden die Abbaustoffe in Glukose umgewandelt und energetisch recycelt. Auch Altfette gehen wohl zuerst dann meistens noch in den Schwimmgürtelspeicher.

    Es sieht ganz so aus, als wenn die Glukoneogenese in Leber und Nieren einigermaßen beständig durchläuft und als wenn die Glukose daraus halt wie alle Glukose, die nicht in den Ganzkörperumlauf ausgegeben wird, in Form von Glykogen in der Leber gespeichert oder in Speicherfett umgewandelt und in die Schwimmhilfen weiter gegeben wird. Und die Leber gibt halt aus ihrem Speicher fortlaufend immer so viel Glukose aus, dass der persönliche Mindest-BZ erhalten bleibt, bei den meisten gesunden Menschen irgendwo zwischen um 60 und um 90. Und bei denen mit um 60 reicht die Stundenspitze bis so um 110 und bei denen mit um 90 bis um 140.

    Wenn Deine Leber also normal für um 70 sorgt, macht sie in der Hinsicht eigentlich alles richtig. Denn auch alle Leute, von denen ich mit nüchtern meistens um 90 weiß, kennen mit 70 noch keinerlei Hypo-Anzeichen, geschweige denn Beschwerden.

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    am 31.10.2018 16:45:24 | IP (Hash): 1354558143
    Vielen Dank!

    Ist es dann so, dass während der ersten 48h die Leber das gespeicherte Glukagon verwendet hat und als das verbraucht war, hat sie dann über die Gluconeogenese gerade so viel Glukose erzeugt, dass ich überleben konnte? In diesen ersten 48h lag ich nicht im Bett, habe ich mich aber auch kaum bewegt. Könnte das hinkommen?

    Vielleicht ist es eben einfach so, dass ich mich unter 80 einfach nicht gut fühle, vielleicht ist das individuell verschieden, wer weiß...

    VG
    Frank
  • Elfe

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    am 31.10.2018 18:56:49 | IP (Hash): 550942137
    So ist das.
    Solange noch Glukose vorhanden ist, wird diese bevorzugt zur Versorgung des Organismus verwertet.
    Erst bei längeren Essenpausen und niedrigem Insulinspiegel geht es an die Fettreserven.

    Daß du dich mit 80 mg/dl persönlich schlecht fühlst, kann gut sein.
    Diese UZ-Werte, die wir dir hier nennen, sind ja auf Diabetes bezogen, speziell auf Umgang mit äußerlich gegebenen Insulin, was zu einigen Vorsichtsmaßnahmen führt.

    Daß, was wir dabei als Unwohlsein spüren, sind keine absoluten BZ-Werte, sondern der Unterschied.

    Und wenn du bei hohen BZ-Werten startest, deine hyperaktiven Inselzellen (anderes Krankheitsbild) zu viel Insulin produzieren und schnell den BZ senkt, merkst du das.

    Wenn du dich mit höheren BZ-Werten besser fühlst, kannst du das auch 'einstellen', indem du ein paar wenige schnelle Kohlenhydrate zu dir nimmst.
    Nenne das ganz gerne Titrieren. Mit
    Gummibärchen: 1 Stück = 2 g, 3 Stück wären 1/2 KHE
    Traubenzucker einzeln verpackt - runde Form: Rossmann = 2,5 g, Apotheke = 2 g
    Dextro minis (nicht einzeln verpackt): auch ca. 2 g je Stück.

    Als INSULINER liegen vorsichtshalber die BZ-Werte höher als bei Gesunden:
    Zielwert 100 mg/dl - mit besagter UZ-Grenze 60 mg/dl, ab 180 mg/dl als hoher Wert ist die Nierenschwelle (kurzzeitig höher auch kein Problem).
    Nur mal so als Bereich, auch 'Bugwelle' betreffend.

    Gruß Elfe
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    am 31.10.2018 20:40:32 | IP (Hash): 942245415
    Frank183 schrieb:
    Ist es dann so, dass während der ersten 48h die Leber das gespeicherte Glukagon verwendet hat und als das verbraucht war, hat sie dann über die Gluconeogenese gerade so viel Glukose erzeugt, dass ich überleben konnte? In diesen ersten 48h lag ich nicht im Bett, habe ich mich aber auch kaum bewegt. Könnte das hinkommen?


    Du hast bei Deinen 72 Stunden nur noch etwa 3 vom vorher Gegessenen gelebt, wenn Du vorher gut gegessen hattest, danach aus dem Speicher. Der wird auch nie leer, auch nie randvoll, denn der hat die Aufgabe zu puffern: Wenn mehr Glukose rein kommt als gebraucht wird, muss der die aufnehmen, und wenn weniger reinkommt als gebraucht wird, muss der entsprechend dem Verbrauch ausgeben. Und die ganze Zeit liefert die Glukoneogenese zu.

    Wenn länger gefastet und dabei auch noch gearbeitet wird, liefert sie halt mehr, was allerdings gemein ist, weil sie dafür Muskeln verwertet. Natürlich zuerst von denen, die gerade nicht gebraucht werden. Deswegen geht die Mehrlieferung dann von um 200g und mehr in 24 Stunden immer mehr zurück, und parallel dazu entwickeln praktisch alle Körper- und die meisten Hirnzellen die Möglichkeit, Ketone und wenige Tage weiter zum größten Teil sogar direkt freie Fettsäuren zu ihrer Energieversorgung nutzen zu können, so dass schließlich nur noch für den Verbrauch der wenigen Zellen gesorgt werden muss, die ausschließlich Glukose zu ihrer Energieversorgung nutzen können. Und für die und für den ganz normalen Blutzucker irgendwo zwischen um 60 und um 90 reichen von da an schlappe 20g Glukose.

    Wenn nach wenigen Tagen Fasten der Nüchternzucker ein bisschen sinkt, wird das generell damit erklärt, dass die Leber bei so anhaltendem Nahrungsdefizit zuallererst das Fett zum Verbrauch auflöst, das etwas deplaziert in ihr eingelagert war. Solche Einlagerungen sorgen meistens zum größten Teil für die immer höher über den Verbrauch ansteigende Blutzuckerlast beim Typ2.

    In der Umstellung von Glukose zu Fett als Hauptenergieträger fühlen sich die meisten Leute für einen Tag bis mehrere mehr oder weniger mies und ist bei solchen Fastentests am 3. Tag recht normal. Damit haben sich die Ärzte in der Klinik Deine Beschwerden erklärt. Sie haben ja nicht gewusst oder nicht geglaubt, dass Du die auch dann hast, wenn Dein BZ nach dem letzten guten Essen nur 5 Stunden zuvor und ohne jedes Fasten auf eigentlich recht normale und gesunde 80-70mg/dl absinkt.

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    am 05.11.2018 17:16:30 | IP (Hash): 1354558143
    Elfe schrieb:

    Nenne das ganz gerne Titrieren. Mit
    Gummibärchen: 1 Stück = 2 g, 3 Stück wären 1/2 KHE
    Traubenzucker einzeln verpackt - runde Form: Rossmann = 2,5 g, Apotheke = 2 g
    Dextro minis (nicht einzeln verpackt): auch ca. 2 g je Stück.



    Vielen Dank!!! Kann man das eigentlich irgendwie berechnen? Also, wieviel Gramm Zucker man benötigt, um den BZ um z.B. 10 Punkte abzuheben?

    VG
    Frank
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    am 05.11.2018 17:17:44 | IP (Hash): 1354558143
    hjt_Jürgen schrieb:
    Frank183 schrieb:

    In der Umstellung von Glukose zu Fett als Hauptenergieträger fühlen sich die meisten Leute für einen Tag bis mehrere mehr oder weniger mies und ist bei solchen Fastentests am 3. Tag recht normal. Damit haben sich die Ärzte in der Klinik Deine Beschwerden erklärt. Sie haben ja nicht gewusst oder nicht geglaubt, dass Du die auch dann hast, wenn Dein BZ nach dem letzten guten Essen nur 5 Stunden zuvor und ohne jedes Fasten auf eigentlich recht normale und gesunde 80-70mg/dl absinkt.



    1000 Dank für die Erklärung! Frage mich nur, warum die Ärzte mir das nicht erklären konnten...

  • Elfe

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    am 05.11.2018 19:33:55 | IP (Hash): 1693252663
    Frank183 schrieb:
    Elfe schrieb:

    Nenne das ganz gerne Titrieren. Mit
    Gummibärchen: 1 Stück = 2 g, 3 Stück wären 1/2 KHE
    Traubenzucker einzeln verpackt - runde Form: Rossmann = 2,5 g, Apotheke = 2 g
    Dextro minis (nicht einzeln verpackt): auch ca. 2 g je Stück.



    Vielen Dank!!! Kann man das eigentlich irgendwie berechnen? Also, wieviel Gramm Zucker man benötigt, um den BZ um z.B. 10 Punkte abzuheben? Frank


    Hallo Frank,
    erst ausprobieren und messen, dann berechnen.
    Lt. Diabetesschulung sollten wir bei 50 mg/dl per Panikmache 3 - 4 KHE einwerfen :-(
    War bei mir viel zu viel, musste hohe Werte dann mit Insulin runterspritzen.
    Bei 50 mg/dl brauche ich persönlich nur 1 KHE = 5 Gummibärchen,
    bei 30 mg/dl trinke ich lieber 200 ml Orangensaft (Tetrapack), enthält ca. 20 g,
    Getränk lässt sich schneller schlucken.

    Vielleicht fängst du mal mit 20 g Zucker an und schaust mal, wie BZ-Wert ist und wie du dich fühlst. - Und, wie da deine hyperaktiven Inselzellen darauf reagieren.
    So langsam hin tasten.

    Gruß Elfe
    Bearbeitet von User am 05.11.2018 19:37:51. Grund: x