Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Schwangerschaftsdiabetes und viele Fragen
-
am 20.11.2018 13:47:44 | IP (Hash): 815002610
Hallo zusammen!
Mich hat auf den letzten Metern (38.ssw) noch ein Schwangerschaftsdiabetes erwischt, bzw. per definitionem bin ich knapp daran vorbei gerauscht (Werte beim OGTT 66, 152 und 150). Der Test wurde zum dritten Mal in dieser Schwangerschaft durchgeführt, weil mein letztes Kind bei der Geburt sehr schwer war und auch dieses Baby ein Schwergewicht zu werden scheint. Die anderen beiden OGTTs waren weit unter den Grenzwerten, darum hat mich das aktuelle Ergebnis stutzig gemacht und ich habe einfach mal meine Werte im Alltag gemessen. Ich esse gerne mal drei Vollkornbrötchen, 200 g Vollkornpasta oder 500 g Kartoffeln auf einmal und dafür dann nur zwei oder drei Mahlzeiten am Tag und habe festgestellt, dass ich das tunlichst bleiben lassen sollte. Das beschert mir Werte nach einer Stunde von 145 oder höher und nach zweien von 155 und der Wert braucht dann ewig, um runterkommen. Einmal hab ich sogar einen Wert von 190 nach einer Stunde gemessen. 😱
Ich bekomme leider kurzfristig keinen Termin mehr beim Diabetologen und da die Schwangerschaft ja nur noch ca. 3 Wochen dauern wird, versuche ich mich da nun selbst durchzuwurschteln und würde mich über etwas Hilfe sehr freuen. Ich weiß, dass in der Schwangerschaft der Nüchternwert unter 95, der Wert eine Stunde nach dem Essen unter 140 und der Wert nach zwei Stunden unter 120 liegen soll. Ich hab meine Ernährung nun schon recht deutlich umgestellt, aber komme gerade nicht wirklich weiter.
Der Nüchternwert morgens ist nicht mein Problem. Der liegt immer bei ca. 82. Ein typischer Tag sieht im Moment so aus:
6:30 Uhr Milchkaffee mit 150 ml fettarmer Milch
8:00 Uhr Milchkaffee (Blutzucker liegt in dieser Zeit immer so bei 100)
9:30 Uhr Müsli mit 500 g 1,8% Joghurt, kleinem Apfel, 40 g Haferflocken, 40 g Nüssen (Wert nach 1h ca. 125,nach 2h ca. 118)
12:30 Uhr Vollkornbrötchen mit Putenschinken, zwei Möhren, Milchkaffee (nach 1h ca. 125)
16 Uhr Obst und Nüsse
18 Uhr das gleiche Müsli wie beim Frühstück (Wert nach 1h ca. 125)
So und nun zu meinen Fragen / Problemen. Abends hab ich festgestellt, dass der Wert nach 2h hoch geht auf ca. 135 und dann ewig braucht, um wieder runterkommen (nach 3h immer noch deutlich über 125,nach 4h bei über 115 und erst vor dem Schlafengehen um 23 Uhr endlich wieder etwas unter 100). Kann mir jemand erklären, woran das liegen könnte, dass ich abends so stark auf dieses Müsli reagiere? Ich bin mir nun unsicher, was ich tun soll. Mal die Haferflocken weglassen? Oder lieber abends was ganz anderes essen wie z. B. Rührei ohne große Kohlenhydrate? Ich bin mir nicht sicher, ob ich unterm Strich die Kohlenhydrate noch weiter reduzieren sollte, da nach dem, was ich gelesen habe, man in der Schwangerschaft eine gewisse Menge an Kohlenhydraten braucht. Und wenn ich tagsüber mehr davon esse, reiße ich dann die Grenzwerte.
Heute hab ich mal nach dem Frühstück auch nach 3h gemessen und der Wert war 105. Also auch streng genommen zu hoch für einen Schwangerschaft-Nüchternwert. Vielleicht ist dieses Müsli wirklich nicht optimal...
Würde mich über Tipps sehr freuen! Mich belastet es sehr, das ich nach allem, was ich bisher gelesen habe, beim Diabetologen wahrscheinlich "Ärger" für meine Werte bekommen würde, aber ich keine Ahnung habe, wie ich gegensteuern kann, dass der Wert nach 2h oft höher ist als der nach 1h und ich dann auch tagsüber strenggenommen immer über dem Nüchter-Grenzwert liege, auch wenn ich drei Stunden Abstand zwischen den Mahlzeiten habe.
Vielen Dank schon mal und liebe Grüße,
Ini
-
am 20.11.2018 16:06:44 | IP (Hash): 1955652674
Hallo Ini,
gehe runter mit den KH, so wie viele andere Schwangere das auch tun. Fraglich ist lediglich, ob man sich in der SS ketogen ernähren darf oder ob man das lieber nicht tun sollte. Aber eine Reduzierung auf 80 ... 100g KH wäre absolut kein Problem. Wenn du mit dem Abendessen am meisten BZ-Probleme hast, dann iss zum Abend weniger KH.
Die andere Möglichkeit wäre, den BZ mit Basalinsulin und Mahlzeitinsulin passend zu senken. Ich befürchte allerdings, dass du es in der kurzen verbleibenden Zeit kaum hinbekommen wirst, die passende Insulineinstellung zu finden.
Alles Gute für dich und dein Baby, Rainer
____
Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen. -
Elfe
Rang: Gastam 21.11.2018 01:53:26 | IP (Hash): 971389618
Hallo Ini,
du machst deine Ernährungsanpassung schon recht gut.
Grundsätzlich kannst du den BZ-Anstieg beeinflussen durch verlangsamende Wirkung von Fett, Eiweiß und auch Ballaststoffen.
Konkret:
Warum fettarme Milch statt Vollmilch ?
Bestandteil meines Morgenmüslis ist auch Haferflocken, aber eben auch als Ballaststoff Leinsamen (Kleie als Alternative), als Verdauungshelfer und Sattmacher außerdem.
Auf dein mittägliches Vollkornbrötchen auch mal was fetteres als Geflügel drauf, Scheibe Käse z.B.
Für abends durchaus etwas anderes als Morgenmüsli möglich, auch Rührei.
Mit deinen BZ-Werten liegst du durchaus im empfohlenen Rahmen.
Nüchternwerte heißt wirklich morgens nach dem Wachwerden auf Bettkante messen.
Heißt aber nicht, daß diese anzustrebenden Werte auch über Tag so sein sollen.
Du liegst mit eigenen gemessen Werten tagsüber unter den empfohlenen 140 mg/dl, sowohl per 1h als auch 2h-Wert.
https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Patientenleitlinien/GDM_Patienten_LL_END_2012_04_17.pdf
Daß sich BZ-Werte nach deiner eigenen Erwartung nicht auf 100 senken, zeigen eigentlich auch, daß der BZ-Verlauf doch sehr gleichmäßig verläuft, ohne BZ-Spitzen.
Alles Gute! wünscht dir Elfe -
am 21.11.2018 10:16:24 | IP (Hash): 296646209
Manno, noch 3 Wochen bis zum ordentlichen Stapellauf! Selbst wenn Du dir für die restlichen Tage 24/7 voll über 200mg/dl leisten würdest, würde das Dein Kind nicht mehr nennenswert beeinträchtigen. Das Bäuchlein könnte im Ultraschall noch ein bisschen dicker aussehen, aber an Substanz würde da in dieser kurzen Zeit selbst bei sehr hohem Mutterzucker nicht nennenswert mehr wachsen.
Auch mancher Mutter mit dem Blutzucker immer im völlig gesunden Bereich sind schon schwere Kinder gewachsen. Und wirklich infolge Diabetes deutlich schwerer werden die Kinder erst bei Müttern, die ihren Blutzucker die meisten Stunden vom Tag nicht unter die Nierenschwelle gedrückt bekommen, also nicht unter 160-180, und da ist Deiner doch weit drunter.
Und wenn frau schließlich sieht, dass sie sich mit vielen KHs mehr BZ macht, als sie haben will, ist doch eigentlich völlig logisch, dass sie sich dann für die paar Tage mit entsprechend kleineren Portionen begnügt, oder?
Also weiter ruhiges Durchwurschteln! Daumendrück! - Was sagt den Dein älteres Kind zu der Aussicht auf ein neues Geschwister? - Werde mich immer an die Zeit kurz vor unserer zweiten Geburt erinnern, als wir versucht haben, den Bruder (damals 3) da möglichst mit einzubeziehen - und ihn mit unseren Namensüberlegungen fürchterlich genervt haben: "Wartet doch einfach ab! Wenn's raus kommt, wird es euch schon sagen, wie es heißt!"
----------------------------------------------
Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 22.11.2018 09:04:17 | IP (Hash): 50821501
Ich danke euch herzlich für eure beruhigenden Antworten! Ich war gestern noch mal beim Hausarzt, der die Zusatzbezeichnung Diabetologe hat, und er fand meine Werte nach der Umstellung auch völlig in Ordnung. Ich hab noch mal Blut für den Hba1c abnehmen lassen und hoffe, dass der auch im Rahmen ist.
Zwei Fragen hab ich noch an euch. Wenn ich ein Vollkornbrötchen plus ein Rührei aus drei Eiern (plus etwas Schinken und Käse) esse, geht mein Blutzucker durch die Decke. Er steigt auf jeden Fall höher als wenn ich nur ein Brötchen esse. Rührei alleine juckt meinen BZ gar nicht, da hatte ich gestern nach einer Stunde einen Wert von unter 90. Das eine Mal, als ich einen Wert von 190 hatte, war auch nach Kartoffeln (ok 450g 😱) und Rührei. Das Ei scheint also in Kombination mit den KH irgendwie negativ zu wirken. Habt ihr dafür eine Erklärung?
Messt ihr eigentlich manchmal mehrfach? Wenn ich Werte hab, die mir komisch hoch vorkommen, messe ich manchmal direkt noch mal und die Werte schwanken so extrem und sind dann wirklich meistens 10 Einheiten oder so niedriger als bei der ersten Messung. Daraufhin hab ich mal gegoogelt und anscheinend ist der Wert von diesen kleinen Blutzuckermessgeräten nur auf +- 15% genau 😳 ist ja ein Riesenunterschied, ob ich 150 nach dem Essen habe oder 128! Aber man kann ja auch schlecht jedes Mal eine Messserie machen, um den Wert genauer zu bestimmen...
Der Tipp mit den Leinsamen ist echt super! Ich meine nur mal gelesen zu haben, dass man die in der Schwangerschaft nicht essen soll. Ich werde das mal versuchen rauszufinden. Wenn ich darf, kommen die auf jeden Fall auch ins Müsli.
Die Geschichte mit dem Namen vom Baby ist ja echt göttlich :-)
LG Ini
-
am 22.11.2018 12:12:15 | IP (Hash): 745799312
Ini schrieb:
Wenn ich ein Vollkornbrötchen plus ein Rührei aus drei Eiern (plus etwas Schinken und Käse) esse, geht mein Blutzucker durch die Decke. Er steigt auf jeden Fall höher als wenn ich nur ein Brötchen esse. Rührei alleine juckt meinen BZ gar nicht, da hatte ich gestern nach einer Stunde einen Wert von unter 90. ... Habt ihr dafür eine Erklärung?
Hallo Ini,
auch wenn man eine mögliche Erklärung zurecht zimmern könnte, würde dir das nicht viel helfen. Die Reaktion auf verschiedene Speisen und Zusammenstellungen kann individuell verschieden sein. Wenn du eine Zusammenstellung kennst, die für deinen BZ nicht gut ist, dann vermeide die. Ich würde an deiner Stelle die Rühreier nur mit einem halben Brötchen ausprobieren, vielleicht passt das gut und du musst auf das Brötchen nicht komplett verzichten.
Das mit den Messfehlern ist bekannt, wobei die Markengeräte die +/-15% eigentlich nicht ausreizen. Aber mit Unterschieden von 10mg/dl musst du auf jeden Fall rechnen. Eigentlich müsste man das jeder Schwangeren sagen, die von Ihrem Arzt die 95 bzw. 140mg/dl als Grenze angesagt bekommen. Damit würde man sie aber noch mehr verunsichern, deshalb lässt man das lieber sein. Da du es selbst heraus gefunden hast, kann man dir nur empfehlen, bei gelegentliche etwas höheren Werten ruhig zu bleiben. Gelegentlich Überschreitungen sind auch wirklich kein Problem und um Muster zu erkennen, ist die Genauigkeit ausreichend. Außerdem hat Jürgen recht, dass du in der kurzen verbleibenden Zeit nicht mehr allzu viel falsch machen und auch nicht mehr viel rausreißen kannst. Also kannst deine Versuche schön ruhig angehen.
Alles Gute, Rainer
____
Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 22.11.2018 16:28:48. Grund: . -
am 22.11.2018 12:34:36 | IP (Hash): 1499851572
Ini schrieb:
... ist ja ein Riesenunterschied, ob ich 150 nach dem Essen habe oder 128!
0,22 Gramm Glukose pro Liter Blut - ganz schön RIESIG ;)
----------------------------------------------
Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;) -
am 22.11.2018 16:28:35 | IP (Hash): 50821501
Hallo Rainer,
vielen Dank nochmals für die Tipps und Erklärungen! Dass das Kind in den Brunnen gefallen ist und ich wieder ein 4 kg Kind bekommen werde (hoffentlich nicht zu sehr Richtung 5 kg), denke ich auch. Es gibt aber noch ein anderes Risiko. Es besteht die Gefahr, dass das Kind nach der Geburt massiv unterzuckert, wenn es vor der Entbindung gewohnt war, mit hohen Werten geflutet zu werden. Dann droht frühes Zufüttern mit Flasche (ich möchte stillen) bis hin zur Intensivstation und somit Trennung von der Mutter. Das wäre mein absoluter Horror. Ich kann halt nicht einschätzen, wie schnell so was passiert. Mein 4,6 kg Baby lag bei der letzten routinemäßigen Blutzuckermessung (12 Stunden nach der Entbindung? Ich weiß es nicht mehr) genau auf dem Grenzwert von 45 mg/dl, unterhalb dessen sie weitere Maßnahmen ergriffen hätten.
LG Ini -
am 22.11.2018 16:32:28 | IP (Hash): 50821501
hjt_Jürgen schrieb:
Ini schrieb:
... ist ja ein Riesenunterschied, ob ich 150 nach dem Essen habe oder 128!
0,22 Gramm Glukose pro Liter Blut - ganz schön RIESIG ;)
Da musste ich lachen - ist wahrscheinlich zu viel verlangt von so einem kleinen Gerät, noch genauer zu messen. Bei den engen Grenzen bei Schwangerschaftsdiabetes ist das aber echt ein Dilemma.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 22.11.2018 17:46:27 | IP (Hash): 993221226
Ini schrieb:
Bei den engen Grenzen bei Schwangerschaftsdiabetes ist das aber echt ein Dilemma.
Ich sehe das Problem darin, dass man den Patientinnen und Patienten nicht klar zu sagen bereit ist, dass solche Abweichungen auftreten können und nicht ungewöhnlich sind. Der normale Mensche verbindet den Begriff "Messgerät" üblicher Weise mit "Genauigkeit". Wer bereits im Vorfeld wüsste, dass es sich mehr um eine Schätzung oder Annäherung an den realen Wert handelt, bliebe vielleicht etwas gelassener. -
Elfe
Rang: Gastam 23.11.2018 00:59:49 | IP (Hash): 971389618
Doch, wurde bei mir schon darauf hingewiesen, allerdings nicht in so Prozenten.
Besprochen wurde, daß eigene Handmessgerät in der Praxis gegenmessen zu lassen.
Vor Fingerpieksen in der Praxis das Gerät vorbereiten und aus dem gleichen Blutstropfen für BZ- und HbA1c-Bestimmung auch in den Sensor des Handgerätes einziehen lassen.
Dann kann man sehen, in wie weit Praxis-Wert und Handgerät auseinanderliegen.
Wenn zu arg, neues Messgerät erhalten (bzw. verschreiben lassen) bzw. Abweichung einrechnen (+/-)
Wenn dieses in der Praxis nicht besprochen/angeboten wird, kann man selber mit einer Testlösung (passend zum Messgerät) aus der Apotheke kontrollieren
https://www.diabetes-ratgeber.net/Blutzucker/So-kontrollieren-Sie-Ihr-Messgeraet-54134_6.html
Hier wird darauf hingewiesen, daß dabei der angegebene Bereich auf dem Sensorenbehältnis eingehalten wird:
Bei meinem steht drauf - Zielwert 130 mg/dl mit Zielbereich 116-144 ~ 10 % +/-
Um den Zielwert, den wir einhalten sollen, genauer - bei bes. tiefen oder hohen kann die Abweichung in % größer ausfallen. Aber dann nicht so wichtig, weil bei UZ bzw. zu hohen Werten dann auch so zu erkennen. Also die DIN Norm +/- 15 % Abweichung ist da relativ zu sehen.
Ich selber finde es jedenfalls erstaunlich, daß wir überhaupt so ein Messgerät für zuhause zur Verfügung haben.
Wenn man sich vor Augen führt:
Auf kleinstem Raum findet ein biochemischer Prozess statt, mit wenigen Mikrolitern Blut, die dann noch auf Deziliter hoch gerechnet werden
https://flexikon.doccheck.com/de/Blutzuckermessgerät
@Ini bzgl. Brötchen mit Rührei
So'n Mehrkornbrötchen ist z.T. Augenwischerei, rechne jedenfalls Brötchen mit Schätzwert 20 g = 1 BE
Kennst du "Strammer Max" ?
Scheibe Brot (+ Streichfett) mit gekochtem Schinken und Spiegelei(ern).
Lecker, zu jeder Tageszeit, geht fix, auch BZ-mäßig durch mehr Schinken (auch andere Wurstsorten möglich). -
am 23.11.2018 01:37:16 | IP (Hash): 145430705
...mit jeder neuen Dose Teststreifen ist der "Abgleich" hinfällig...
Ratschlag #2 von Rainer sagt schon alles.
So kann der BZ schön im Rahmen gehalten werden, steht da Mal ne 175 ist das eben so.
Eingreifen muß man wenn man nach ein paar Messungen einen deutlichen Trend nach oben sieht - drücke die Daumen dass es so nicht kommt. -
Elfe
Rang: Gastam 23.11.2018 02:24:45 | IP (Hash): 971389618
TypEinser schrieb:
...mit jeder neuen Dose Teststreifen ist der "Abgleich" hinfällig...
Wieso diese Skepsis ?
Sensoren unterliegen dem Qualitätsmanagements des Herstellers, also Zielwert/Bereich ist aufgedruckt.
Man selber muss natürlich auch auf Umgang mit Sensoren achten - entnehmen, Behältnis sofort schließen.
Die Innenwand hat eine dicke Schicht, um Luftfeuchtigkeit abzufangen.
Blutzuckermessung ist Vertrauen auf ein gesamtes Meßsystem - Gerät + Sensoren + ggfs. Testlösung. -
am 23.11.2018 04:20:00 | IP (Hash): 145430705
Keine Skepsis - sondern Erfahrung!
Früher gab's zu jeder Dose einen Kalibrierungschip für das Testgerät, mittlerweile hat selbst Roche mit dem "schwarzen Chip" eine weitere Fehlerquelle ausgeschlossen - dann zeigt die Testkiste eben mal mehr oder weniger. Ist ja auch erlaubt und reicht für unsere Zwecke und wirklich aus.
Und genau aus diesen Gründen sind die BZ-Testgeräte nicht zu Diagnosezwecke geeignet. -
am 23.11.2018 06:34:48 | IP (Hash): 575933667
Elfe schrieb:
Wieso diese Skepsis ?
Stell dir vor, ich möchte messen, wie groß mein Sohn ist. Ich gehe zur Schublade, hole zwei Zollstöcke, das Kind stellt sich gerade aufrecht in den Türrahmen und ich messe: Mit dem ersten Zollstock 100 cm und mit dem zweiten Zollstock 106 cm. Ich weiß nicht wie es dir ginge, aber mich würde es misstrauisch machen.
Sinngemäß genau das habe ich mit zwei BZ-Teststreifen gemacht. Ein mal den Finger angestochen und mit dem selben Gerät mit zwei Teststreifen aus der selben Dose aus dem selben Bluttropfen den BZ bestimmt: Abweichung von 6 mg/dl.
Darum diese Skepsis. Oder besser gesagt, daher die Einsicht, dass es sich bei dem angezeigten Ergebnis nicht um einen exakten, die Realität widerspiegelnden Messwert, sondern eher um eine Annäherung handelt.
Bearbeitet von User am 23.11.2018 06:39:27. Grund: Ergänzung -
am 23.11.2018 08:48:22 | IP (Hash): 558768233
Carlos2 schrieb:
Darum diese Skepsis. Oder besser gesagt, daher die Einsicht, dass es sich bei dem angezeigten Ergebnis nicht um einen exakten, die Realität widerspiegelnden Messwert, sondern eher um eine Annäherung handelt.
Genau die Annäherung ist die Realität. Selbst im Labor bei der BZ-Bestimmung ist das dann nicht die Realität, weil auf dem Weg dahin die roten Blutkörperchen von der Glukose gefressen haben. Zwar bei zeitlich kurzem und gut gekühltem Transport wenig, aber bestimmt messbar und nicht für alle einheitlich.
Ok, die Menge für's Labor ist größer, so dass die äußeren Einflüsse von was auf oder an der Haut geringer sind, aber wenn z.B. der morgentliche Nüchternwert bestimmt werden soll, so kann der beim selben Menschen, auch beim selben gesunden, im Zeitraum von ner halben bis ner Stunde um 10-20% schwanken. Bei Menschen mit Prädiabetes oder Diabetes noch sehr viel weiter. Also welcher Wert ist dann der reale Nüchternwert, der um 6 oder der um 7 oder der um 8 oder der um ...?
----------------------------------------------
Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;) -
Elfe
Rang: Gastam 23.11.2018 18:00:19 | IP (Hash): 971389618
TypEinser schrieb:
Keine Skepsis - sondern Erfahrung!
Früher gab's zu jeder Dose einen Kalibrierungschip für das Testgerät, mittlerweile hat selbst Roche mit dem "schwarzen Chip" eine weitere Fehlerquelle ausgeschlossen - dann zeigt die Testkiste eben mal mehr oder weniger. Ist ja auch erlaubt und reicht für unsere Zwecke und wirklich aus.
Und genau aus diesen Gründen sind die BZ-Testgeräte nicht zu Diagnosezwecke geeignet.
Ja, TypEinser, da hast du vollkommen recht !
Zu Diagnosezwecke sind die Handgeräte nicht geeignet, aber dennoch geeignet, für BZ-Wertbestimmung bzw. Steuerung für zuhause.
Auch für Schwangere, wenn wir uns an Fragestellerin Ini erinnern.
Selbst bei Schwangerschaften ist ein gewisser Bereich angegeben, also nicht per Punkt eine definierte Zahl.
Der Kalibrierungssensor ist in der weiteren Entwicklung wohl nicht mehr notwendig.
Zumal die damalige DIN Norm noch +/- 20 % Abweichung erlaubt hatte.
Transport in ein externes Labor beeinhaltet Risiken.
Deshalb bin ich froh, daß direkt in der Praxis Blut- und Langzeitwert direkt gemessen werden kann.
Mit einer HPLC, nicht so ein verkapseltes Gerät.
Für mich ist der vierteljährliche HbA1c-Wert ganz wichtig (und natürlich ausschließen von Folgeschäden).
Dann kann ich nicht so viel falsch gemacht haben, trotz schwankender Werte im Bereich von ca. 40 bis paar 300er.
Habe mal ein altes Messgerät, solange die Testsensoren reichten, gegen das neue gegen gemessen.
Auweia, da war ein Unterschied von bis zu 30 mg/dl zu sehen.
Da wurde mir im Nachhinein noch mulmig, obwohl auch damit die Wertekontrolle gut gelang.
Was man nicht vergessen darf, daß jeder Wert nur eine Momentaufnahme ist, mit anderen Einflussgrößen (Hormone z.B. wie Adrenalin - lässt BZ und Blutdruck steigen).
P.S.: Die 'blutige' Messung scheint noch immer genauer zu sein als mit Libre. Entnehme das aus Gespräch mit meinem Arzt, der bei meinen dokumentierten Werten nachfragte: Blutig oder Libre-Sensor ? Und sagte auch, das Libre ist im unteren Bereich ungenau. Soso, angepriesen immer wieder und dann das. Bleibe skeptisch, auch zum Libre 2.
Bearbeitet von User am 23.11.2018 18:03:45. Grund: Korrektur Schreibfehler -
am 25.11.2018 13:09:35 | IP (Hash): 1084405609
Ich muss noch mal was fragen... Ich esse nun seit 4 Tagen jeden Abend als letzte Mahlzeit nur Rührei mit etwas Obst, weil abends mein Blutzucker bei einer kohlenhydratreicheren Mahlzeit immer viele Stunden im Bereich um die 115-120 geblieben ist. Jetzt hab ich um 20 Uhr Werte um die 85 und mein Nüchternwert morgens ist auch etwas niedriger (ca. 77 statt 82). Das kann ich ja auch alles nachvollziehen. Aber plötzlich sind meine Werte auch tagsüber viel besser? Eine Stunde nach den Mahlzeiten bei 120 und nach zwei Stunden teilweise schon wieder auf Nüchternniveau. Ist das Zufall oder liegt das wirklich daran, dass ich abends kaum mehr Kohlenhydrate esse?
LG Ini -
am 25.11.2018 14:55:42 | IP (Hash): 33628159
Mit niedrigeren Spitzen nach den Mahlzeiten wird häufig auch ein deutlich niedrigerer Verlauf über Nacht und zwischen den Mahlzeiten beobachtet. Gratuliere und weiter Daumendrück :)
----------------------------------------------
Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 26.11.2018 09:07:44 | IP (Hash): 1121917051
Ich noch mal... Hab gerade meinen Hba1c von letzter Woche bekommen. Der liegt bei 4,5%. Ist das nicht sogar extrem / zu niedrig? 🙈 Zumindest kann ich wohl davon ausgehen, dass ich vor der Ernährungsumstellung (ca. 2-3 Wochen vor der Blutentnahme) nicht schon wochenlang mit zu hohen Blutzuckerwerten rumgelaufen bin? -
am 26.11.2018 11:22:51 | IP (Hash): 455308169
Keine Angst, zu niedrig gibt es nicht (Edit: gibt es nicht ohne BZ-Senker oderund ohne sehr große BZ-Schwankungen). Es sei denn, Du würdest den ganzen Tag unterzuckern, aber länger anhaltenden Unterzucker ohne die entsprechenden akuten Beschwerden gibt es auch nicht.
Wichtig: Dein Kind kommt bis zum Stapellauf und auch noch direkt danach mit sehr wenig Blutzucker aus (Unterzucker erst ab 36mg/dl), weil es die meiste Energie aus Fett gewinnt.
Daumendrück für den Endspurt :)
----------------------------------------------
Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
Bearbeitet von User am 26.11.2018 16:01:58. Grund: Ergänzung1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.