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Junge Leute zum Reden gesucht!

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    am 07.07.2019 21:39:22 | IP (Hash): 777235201
    Hallöchen, ich bin Amelie, 21 Jahre alt und suche Leute in meinem Alter zum Austausch und einfach mal reden. Ich habe seit August 2016 Diabetes Mellitus Typ I.

    Also wer Lust hätte, einfach melden! :)
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    am 07.07.2019 23:20:33 | IP (Hash): 105091062
    Junge Leute wie Du sind selten in Foren wie diesem. Im insulinclub sind die meisten zwar jünger als hier, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Enkel da "reden" wollten. Meine Enkel reden über vieles, wovon ich das meiste nicht verstehe, vor allem, wenn sie dafür auch noch ihre Smartphones nutzen. Aber von denen hat auch niemand Diabetes, so dass ich - Opa-Ausrede - nicht wirklich versuchen muss zu verstehen, worüber sie grad reden.

    Obwohl Diabetes immer mehr wird, scheint der Austausch von Betroffenen in den letzten Jahren immer weniger geworden zu sein. Früher gab es mal wenigstens in jedem größeren Ort ne Selbsthilfegruppe. Gibt es nicht mehr. Und Foren wie dieses gab es auch wenigstens noch 5 oder 6 mehr und manchen Tag mit 100 neuen Beiträgen, jedes. Und alle übrigen Gruppen, die ich bis jetzt mal auf der Suche nach mehr Leben besucht hab, waren ähnlich schlapp.

    Kann natürlich sein, dass ich nicht an den richtigen Stellen gesucht hab, weil ich einfach als Oldie nicht weiß, was junge Leute heute interessiert und wo sie sich internetmäßig bewegen, wenn sie Diabetes haben?

    Deswegen nutze ich Dich jetzt einfach mal aus: Worüber wollen junge Leute wie Du mit Diabetes sich heute gern austauschen? Wenn Du schlicht anfängst, mir da was von zu erklären, kriegen das vielleicht weitere junge Leute mit und helfen Dir dabei. Und dann wärt Ihr ja wenigstens schon mal ne kleine Gruppe und könntet hier ne junge Ecke anfangen. Wenn Du magst?

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    am 08.07.2019 18:46:54 | IP (Hash): 439858319
    Hallo Amelie, ich schließe mich Jürgen an, vielleicht wäre der Insulinclub eine Idee.

    Mir ist es ebenfalls ein Rätsel, wie wenig zu dem Thema in Foren los ist. Weder in diesem hier noch in anderen tut sich viel. Von bestimmten Altersgruppen gar nicht zu reden. Betroffene gibt es ja genug, aber denen ist das wohl Hupe. :(
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    am 08.07.2019 23:20:26 | IP (Hash): 1337513115
    Ohne dort angemeldet zu sein, wuerde ich mal auf Facebook tippen. Gibt's dort nix?

    Freundlich gegrüßt und schönen Tag gewünscht!

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    am 09.07.2019 16:32:27 | IP (Hash): 1860270430
    Einzelne Gruppen mit abnehmender aktiver Teilnahme. Ebenso wie in allen internationalen Gruppen und Foren, die ich kenne. Auch die Blogger-Szene war mal sehr viel aktiver und ist in den letzten 5 Jahren gewaltig geschrumpft.

    Meine Deutung: Das Thema ist dem Twitter-Format zum Opfer gefallen. Darauf pflegen wir inzwischen sogar höchst politische Themen zu reduzieren. Aber so einfach geht das halt mit dem Diabetes und alledem nicht, was davon im individuellen Leben betroffen ist.

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    am 10.07.2019 16:00:41 | IP (Hash): 907629373
    Hallo, ich habe seid letztem Jahr November Diabetes Typ 1 und bin 28 Jahre alt. Ist dir das noch Jung genug? :D
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    am 14.07.2019 12:29:02 | IP (Hash): 777235201
    Tschuldigung, dass ich mich jetzt erst melde..
    Also, dass es hier, gerade im Internet, wenig Möglichkeiten gibt, sich auszutauschen oder Gleichgesinnte zu finden, ist wirklich schwierig. Facebook habe ich ebenfalls versucht, je doch nur zwei Gruppen gefunden, die mich ansprechen und bei denen musste ich dann irgendwelche Fragen beantworten, damit die entscheiden können, ob ich "gut" genug für die Gruppe bin.

    In erster Linie geht es mir darum, Leute zu finden, die mir vielleicht auch mal in schwierigen Situationen helfen können, die wissen worüber ich rede und sich genau oder wenigstens ansatzweise in diese Lage hineinversetzen können. Andersherum möchte auch ich helfen, Leuten mit meinen Erfahrungen eventuell ein Stück weiterbringen oder eine Meinung weitergeben - Wie sagt man so schön: "Geteiltes Leid, ist halbes Leid".
    Natürlich macht mich die Krankheit nicht dauerhaft traurig und ich bin auch sehr dankbar z.B. für meinen Freund und für meine Familie und ich bin jedes Mal "erleichtert", wenn sie sagen, dass sie mich verstehen - aber im Endeffekt tun sie es ja eigentlich nicht, weil sie nicht wissen, wie es ist.

    Es müssen ja auch nicht unbedingt "junge" Leute sein, ich bin für jeden Rat und für jede Meinung dankbar.
  • Elfe

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    am 15.07.2019 00:33:37 | IP (Hash): 1564187967
    Amelie2008 schrieb:

    Natürlich macht mich die Krankheit nicht dauerhaft traurig und ich bin auch sehr dankbar z.B. für meinen Freund und für meine Familie und ich bin jedes Mal "erleichtert", wenn sie sagen, dass sie mich verstehen - aber im Endeffekt tun sie es ja eigentlich nicht, weil sie nicht wissen, wie es ist.

    Es müssen ja auch nicht unbedingt "junge" Leute sein, ich bin für jeden Rat und für jede Meinung dankbar.


    Hallo Amelie,
    schön, daß ich dir als nicht 'jung' antworten darf.
    Mit Typ 1 wurde ich erst mit 40 Lebensjahren konfrontiert (= LADA) und musste sofort Mahlzeiteninsulin im Alltag integrieren.
    Die Herausforderungen mögen in deinen jungen Jahren anders sein, Anforderungen durch Familie und Beruf sind später auch nicht so einfach.

    Typ 1 ist für mich auch eher einsam, Typ 2 ist meinem persönlichen Umfeld vorhanden.
    Selbst für die INSULINER-Schulung war es schwierig, genügend Teilnehmer zusammenzustellen (als Anfänger war ich da mit seit Jahrzehnten betroffenen 1ern zusammen, die zur Auffrischung der ICT dahin mussten).
    Beim Hypo-Kurs waren wir zu Anfang zu viert, später zu dritt - und das in einer Schwerpunktpraxis.
    Selbst 2er verstehen nicht wirklich 1er.
    Umgekehrt auch nicht.
    Mit mehr Erkenntnissen ausgestattet bzgl. Mahlzeitenzusammenstellung und Einfluss von Sport auf BZ-Werten will mein 2er-Umfeld nichts wissen °~° und jammert 'darf nix mehr essen' °o°.

    Gruß Elfe
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    am 16.07.2019 11:45:16 | IP (Hash): 202944437
    Hey Amelie,

    mein Name ist Guido, ich habe seit meinem 10. Lebensjahr Diabetes Typ 1, bin jetzt 25 und habe mich als Ernährungscoach und Personal Trainer selbstständig gemacht, um in Zukunft vielen Diabetikern da draußen helfen, besser mit ihrer Krankheit umzugehen. Ich würde mich mega freuen eine Nachricht von dir zu bekommen. Vielleicht kann man ja mal skypen oder so - ich möchte natürlich kein Geld dafür, sondern ich möchte ebenfalls erstmal schauen, ob ich dir vielleicht mit meinen Tipps und Tricks helfen kann.

    Falls das Interessant für dich klingt, schreib mir einfach :)

    Ich hoffe dir geht es mittlerweile schon viel besser mit der Krankheit.

    Beste Grüße

    Guido





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    Mitglied seit: 07.07.2019
    am 16.07.2019 13:48:38 | IP (Hash): 777235201
    Hallo Elfe,

    ich bin so froh über die doch recht große Anteilnahme an meinem Thema.
    Wenn ich meinen Beitrag jetzt nochmal so lese, kritisiere ich meine Familie und Freunde ganz schön. Gemeint war es auf jeden Fall nicht so, ich bin unglaublich dankbar für alles, was sie für mich tun und dass sie sooft für mich da sind - bei meinem Freund (wir sind erst ein knappes Jahr zusammen) merke ich das ganz besonders, er ist wirklich da hinterher, dass ich mich gut fühle und meine Werte immer in einem optimalen Bereich sind. Was, glaube ich, dann ein bisschen auf der Strecke bleibt, ist, dass die Menschen natürlich auch mit einer gewissen Belastung und Verantwortung leben müssen.

    Also ich kenne in meinem persönlichen Umfeld keinen anderen 1er.. und viele Leute reagieren oftmals sehr zurückhaltend - viele wollen gar nicht fragen oder glotzen nur. Das finde ich ganz schrecklich. Habe letztens ein Mädchen getroffen, der das total peinlich war, mich nach dem "Ding" an meinem Arm zu fragen - ich will unbedingt, dass die Leute fragen.

    Ich habe in der Anfangszeit viele Freunde verloren, weil ihnen meine Krankheit zu anstrengend oder zu blöd war. Bei einem Schnuppertag für eine Ausbildung wurde ich auch direkt "aussortiert". aufgrund meiner Krankheit - manchmal tut das alles echt weh.

    Mein Freund ist der Meinung, dass wenn man schon "älter" ist, besser mit der Krankheit klar kommt, als in einem jungen oder kindlichen Alter. - Ich finde einfach, dass egal wie alt man ist, dass es eine gewisse Belastung ist und man nie sagen kann, nur weil man älter oder jünger ist, dass es leichter und einfacher ist.
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  • Elfe

    Rang: Gast
    am 16.07.2019 19:54:23 | IP (Hash): 1564187967
    Hallo Amelie,

    nichts muss dir peinlich sein, alles gut, verstehe dich.
    Unterstützung von Familie und Freunden ist ganz wichtig, aber wie man sich fühlt bei Hypos z.B. und Insulin mit KHs abstimmen muss, können sie trotz allem Bemühen nicht wirklich nachvollziehen.

    Die meisten Mit-Menschen kennen nur den Typ 2-Diabetes mit allen Vorurteilen und gucken, wenn ich auch mal Süßes esse: Darfst du das !?
    Andere haben zumindest mal einen Insulin-Pen gesehen - und meinen, spritzt du halt was mehr.
    Nee, so einfach ist das eben nicht.

    Tut mir sehr leid, daß du zu Beginn Freunde verloren hast.
    Für dich als Betroffene ist das anstrengend, nicht für dein Umfeld, eigentlich.
    Auf solche Leute kann man getrost verzichten, die nur oberflächlich an dir interessiert sind - auch in anderen Lebensbereichen als Diabetes.

    Aussortiert zu werden in einem Ausbildungsberuf habe ich leider auch gesehen.
    Eine Azubine im ersten Lehrjahr wurde von der Abteilung sofort aussortiert, da sie - bei vermutlich Unterzucker - die Treppe fast heruntergefallen ist.
    'Wie doof ist das denn' war mein Gedanke.
    Mich hat lediglich geschützt, daß ich schon lange in der Firma angestellt war und durch die Schwerbehindertenvertretung unterstützt wurde. Da kann man nicht so einfach herausgekegelt werden. Und doch, das Getuschel der Kollegen hinter meinem Rücken war nicht schön.

    Eine Belastung ist Diabetes in jedem Fall, denke wie dein Freund, jedoch unterschiedlich stark.
    Was ich ziemlich bedenklich finde, wenn im Kindesalter Typ 1 auftritt, vermehrt - keiner weiß warum.
    Stelle ich mir schwierig vor, mit allem, was damit zusammen hängt, auch für die Eltern, Kitaerziehern, Lehrern.
    Erwachsen hat man da schon ein weiteres Verständnis auch bzgl. der Rechnerei - einfachen Dreisatz können wir da schon ;-).

    Mir siehst du Diabetes nicht an, habe keinen Sensor am Arm, obwohl mein Diabetologe mich seit Jahren dazu drängt.
    Mir ist dieses Dings zu ungenau. Sehe durch Trendpfeil für mich keinen Vorteil, weiß ich auch so - BZ steigt und fällt.
    Die angezeigten BZ-Werte sind zu ungenau, daß man wohl besser vor Gegenregulierung blutig mit Hand-Blutzuckermessgerät nachmessen muss.
    Auch damit tue ich mich schwer mit Abweichung plus/minus 15 %, na ja, besser als nix.
    (Mit 2 % Abweichung in der Analytik wäre ich durch die Prüfung geflogen ~ deshalb so mein fremdeln).

    Eine Generationenfrage ist bestimmt der Umgang mit den heutzutage verfügbaren technischen Möglichkeiten per Sensor-Messmethoden und BE-Schätzung per App z.B.
    Meine Denke ist jedoch per Grundlagen Bio-Chemie ohne diese Helferleins auszukommen und Mahlzeiten per Augenmaß abzuschätzen und dann eher KH-haltiges separat: Die eigroße Kartoffel, halbe Scheibe Brot, Eßlöffel Nudeln/Reis usw. und für manches andere wie Soßen und Panade so ca. Pi-mal-Daumen mit ca. 1 KHE.
    Optimale Werte ? Pendel da so zwischen Unterzucker (schimpft der Arzt) und über der Nierenschwelle, mein persönliches Anliegen. Klappt so irgendwie - mit Einzelausreißern - HbA1c erstaunlich o.k.

    So eine Digital-Anzeige ist schon verführerisch, zugegeben.
    Aber wenn man sich die Technik dahinter anschaut - kleine Mengen, elektronischer Impuls irgendwie hochgerechnet !?
    Aber das ist so meine persönliche Lebenserfahrung.
    Und Basalinsulin unbedingt um 22 Uhr spritzen zu müssen, habe ich irgendwann auch nicht mehr gemacht. Wollte Pen unterwegs nicht mitnehmen (lästig) und klappt auch wirklich später zuhause kurz vor Schlafengehen.
    Kann mit so später Gabe sogar vermeiden, den Gupf morgens wegspritzen zu müssen, so eine eher Zufallserkenntnis.

    Bin eher so Old-School per Papieraufzeichnungen: Blutzuckertagebuch mit entspr. Eintragungen vom BZ-Wert bis IE/BE-Faktor und genügend Platz für eigene Bemerkungen was gegessen, unternommen, Hitze …, ohne umständlich oder gar nicht in einer Software nach einem Bemerkungsfeld für freien Text zu suchen.
    Papieraufzeichnungen lassen sich gut zusammenfassen für Arztbesuch in Excel-Tabellen z.B. jedes Quartal, aber eben nur dann, nicht unbedingt täglich ständig mehr Zeit für Technik aufwenden zu müssen als für eigentliches Anliegen.

    Gruß Elfe
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    am 16.07.2019 20:52:33 | IP (Hash): 777235201
    Guten Abend Elfe,

    habe den ganzen Tag schon auf eine Antwort gewartet! :) Genau sowas habe ich immer gesucht, einfach mal einen Menschen, mit dem man sich austauschen kann.
    Die Sätze "Darfst du das?" und " Iss bloß nicht zu viel süßes, mache genügend Sport" kenne ich nur zu gut. Das kommt aber gerade meistens von den Menschen, die Ü60 sind. - so sind meine Erfahrung. Meistens kennen diesen Menschen ja aber auch nur den Typ 2 Diabetes und den Wahnsinn mit Diät und viel Bewegung.

    Das erste , was mir geraten wurde, nach Diagnosestellung - erkundige dich über einen Schwerbehindertenausweis. Habe das nicht ganz herausgehört aus deinen Zeilen - hast du einen Schwerbehindertenausweis? Ich habe die 50 GdB nicht geschafft, je doch die 30 - mit denen man ja auch einen Kündigungsschutz und ähnliches hat.

    Ich habe meine Krankheit sehr gut aufgenommen und mir war sehr schnell klar, dass ich handeln muss, sonst hat das alles keinen guten Ausgang. Je doch fehlte es mir oftmals an Disziplin, so dass meine Werte oftmals ziemlich katastrophal waren. Vor dem Libre, sowie vor der Pumpe habe ich mich erst gestreubt - ich wollte es schlichtweg einfach nicht. Habe mich vorher viel belesen im Internet und auch viel schlechtes gefunden, war also sehr skeptisch. Erst bekam ich den Libre, und jaa! er ist nicht immer genau und manchmal spinnt das Gerät an sich und dann bin ich über eine blutige Messung auch mal sehr dankbar, aber ich möchte dieses Gerät nicht mehr missen. Ich kann jeden verstehen, der erst skeptisch ist, gerade, wenn man es nicht getestet hat und eher schlechtes hört. Aber gerade auch aufgrund arger Schmerzen an den Fingern nach blutigem Messen war ich sehr froh über diese Alternative.

    Genau wie du habe ich davor vieles schleifen lassen, nicht mehr Zeit genau gespritzt und vieles versucht mit anderen Mitteln oder mit Basalinsulin auszugleichen, leider hat das bei mir irgendwann nicht mehr funktioniert und ich blieb auf einem schlechten Level stehen.

    Ich finde es toll, dass du das alles so einigermaßen ohne die technischen Geräte am Körper hin bekommst - finde deine Disziplin und deinen Ehrgeiz erstaunlich. Und wenn man mal ehrlich ist, als Frau kommt der ästhetische Aspekt ja auch noch dazu. Ich bin ein zierlicher Mensch und zwei solche "Klopper" am Arm oder Bauch sind manchmal echt nicht schön!

    Ich glaube aber auch, dass gerade diese technischen Geräte, vieles nehmen. Also gerade dieses Abschätzen von BE´s/KH´s oder erklären zu können, warum man vielleicht unterzuckert. Vieles übernehmen halt die Geräte oder man schiebt es auf sie. Aber dieses kritische Nachdenken, warum dass jetzt so passiert ist, gibt es kaum noch. - Trotz dessen bin ich froh und dankbar diese Geräte zu haben - mein Hba1c hat sich innerhalb eines halben Jahres von 8,8% auf 7,5%. gesenkt.

    Darf ich fragen wie dein aktueller Hb1c ist?

    Liebe Grüße
    Bearbeitet von User am 16.07.2019 20:55:57. Grund: Gleiche nochmal
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 16.07.2019 23:25:03 | IP (Hash): 1053693653
    Bin eigentlich kein Diszipliner und hab schon ne ganze Menge an Buchführung zu Essen und Trinken und Messen und Spritzen ausprobiert. Mit gutem Erfolg hängen geblieben bin ich dafür seit Jahren bei meinem Planer (Titel eigentlich wurscht) als Google Doc.
    Das Doc schreibe ich fortlaufend blogmäßig mit den Datumseinträgen als Überschriften. Also das aktuelle Datum immer oben und alle BZ-relevanten Aktionen mit ihren jeweiligen Zeiten darunter in der gleichen Folge. Also das Frühstück mit dem Insulin und Essen ganz unten am Tag, darüber dann das Mittagessen usw. Und dazwischen auch wieder in und mit der Zeit der Apfel, den ich zwischendurch gegessen habe, mit dem Insulin dafür, und der Radl-Ausflug den ich zum Einkaufen oder zum Dok im nächsten Ort oder … gemacht habe, mit den entsprechenden Zeiten und wenn ich denn gemessen habe, auch Messwert(en).

    Google Doc wegen der direkten Verfügbarkeit auf jedem meiner Geräte. Also hier am Schreibtisch am Computer wie unterwegs auch am Handy, ohne dass ich dafür irgendwas umstecken oder umladen muss. Und dann hat sich dieses ganz einfache Schreibformat auch dafür bewährt, dass ich da ausführlicher drin aufschreiben kann, als in den üblichen Heften und Apps. Denn für meinen BZ ist nicht nur die Menge der BEs wichtig, sondern auch, welche ganz konkret. Apfel BEs anders als Kartoffel BEs oder Brot BEs, und bei dem Brot auch wieder deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Sorten usw.

    Und schließlich kann ich auch direkt vermerken, wenn mir was auffällt und was konkret so ausführlich, dass ich auch noch 2 Tage später verstehe, was ich da gemeint hab, und keine Stichwortraterei anfangen muss. - Und wenn ich’s schludern lasse und mal einen Tag nicht aufschreibe oder erst am Abend damit anfangen will, fällt das meistens zusammen mit einem BZ Test, der mir nicht gefällt. Ich brauch den regelmäßigen Aufschrieb halt, um mich einigermaßen zuverlässig in meiner Spur zu halten. - So weit meine 2 Cents zu meiner Disziplin. Daumendrück für Eure :)

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 17.07.2019 00:54:41 | IP (Hash): 1564187967
    Hallo Amelie,

    meine Geschichte ist schon ein wenig anders.
    Hatte irgendwann mal mit Typ 2 gerechnet, da durchaus ausgeprägt in meiner Familienlinie ab Großelterngeneration. Habe als Kind schon beobachtet, daß Tantchen eine Kartoffel beim Mittagessen weglassen musste, um nachmittags ein Obsttörtchen mit uns essen zu dürfen.

    Mit LADA-Diagnose war ich dann zuerst völlig überrumpelt, eigentlich zu früh.
    Die Ärzte haben besser erkannt als ich, daß da was nicht stimmt - Typ 2 wurde sofort am selben Tag ausgeschlossen und sofort hatte ich einen Pen mit Novorapid in die Hand bekommen mit Anfangsvorgabe 1:1 = 1 Einheit zu 1 KHE, also sofort auf IE/BE eingestellt.
    Mittlerweile sind meine IE/BE-Faktoren deutlich gestiegen: 2-1-2 + Basaleinheiten.
    Basis ist jedoch m. E. immer noch Abstimmung Insulin zu KHs, die jeder für sich selbst testen muss, da jeder Organismus anders reagiert.
    Da achte ich lieber selber drauf, als solches einem Programmierer zu überlassen, der - ev. nach Vorgaben (mir nicht unbekannt) eine Nutzeroberfläche kreiert.

    Pumpe war bei mir auch mal Thema.
    Zufällig hatte ich mal in der Praxis in der Wartezeit ein Diabetesjournal in der Hand mit Artikel in Übersicht zu Pumpen und CGM. Aufkleben, Batterien, Zugang … oh je und nö, das auch noch °~°.

    Mein aktueller HbA1c-Wert ist 5,7.
    Beginnend mit ca. 8 habe ich zugesehen, zumindest unter Diagnosegrenze von 6,5 zu gelangen.
    Unter 6 kann ich selbst kaum glauben, nach vielen Jahren - irgendwie.

    Ja, habe einen Schwerbehindertenausweis beantragt, aber alleine aus Kündigungsschutzgründen, war allerdings da schon lange im festen Beschäftigungsverhältnis.
    Hatte einen befristete Einstufung mit GdB 40 (als wenn sich sowas bessern würde) und nach neuer Überprüfung nun 70 (Diabetes + anderes).
    Mit 30 kannst du bereits einen Gleichstellungsantrag stellen
    https://www.vdk.de/deutschland/pages/teilhabe_und_behinderung/21146/gleichstellung_mit_schwerbehinderten_menschen

    Gruß Elfe
    P.S.: Die Hautärztin hat mich damals auf den Weg gebracht = überwiesen - Hausarzt - Diabetologe.
    Hautempfindlichkeit gegen alles mögliche ist geblieben, zu jeglichem Pflaster.
    Deshalb schon Angst vor den technischen Helferleins, die Zugang benötigen und aufgeklebt werden müssen.
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    Mitglied seit: 16.01.2020
    am 16.01.2020 20:04:38 | IP (Hash): 1633867395
    Hallo zusammen (:
    Ich hoffe, dass ich nicht zu spät komme mit meinem Beitrag...
    Hi, ich heiße Emma, bin 23 und habe seit ich 4, also seit 19 Jahren jetzt Diabetes Typ 1.
    Im Gegensatz zu euch allen hier, habe ich meinen Diabetes die letzten Jahre extrem schleifen lassen und bin seit nun 2 Jahren dabei ihn in der Hand zu haben. Selbst wenn man von klein auf diese Krankheit hat, sieht man immer nur gesunde Menschen um sich herum und möchte so sein wie sie und haut bzgl der Krankheit doch sehr oft auf die kacke. Jetzt ist es jedoch seit 2 Jahren so, dass ich mir selbst mehr Aufmerksamkeit gebe, den Depressionen in den Hintern getreten habe, eine Ausbildung anfangen werde und- und das ist wohl das wichtigste, den für mich besten Diabetologen gefunden habe.
    Momentan bin ich dabei abzunehmen, da sich die letzten 9 Jahre etwas mehr auf den Rippen angesammelt hat und das wäre auch das Thema, was mich hier sehr interessieren würde.
    LG E
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    am 08.05.2021 20:37:06 | IP (Hash): 696840169
    Hallo Amelie, ich bin zwar nicht dein Jahrgang aber ich kann dir im Bezug auf den Diabetes bestimmt weiterhelfen und kann dir einige Tipps mit auf dem Weg geben. Ich bin jetzt 37 Jahre alt und habe den Zucker seit über 30 Jahren und es ist eine Krankheit, die sehr berechenbar ist. Falls du noch hier aktiv bist, kannst du gerne deine Fragen stellen.

    LG
    Mirko