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NZ zu hoch und Blutzuckerspitzen

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    am 29.09.2019 11:36:15 | IP (Hash): 799794992
    Elfe schrieb:
    Hallo Rika, bei Nüchternblutzucker über 125 und BZ über 200 mg/dl ist der nächste Schritt zur weiteren Diagnostik der oGTT.

    Hallo Rika,

    das ist nicht ganz richtig. Bei Nüchternwerten ab 126mg/dl lautet die Diagnose Diabetes, weil das eines der Diabeteskriterien ist. Wenn solche Werte wie bei dir mehrfach als Laborwerte festgestellt wurden, dann ist auch kein Zweifel an der Diagnose möglich. Es kann sein, dass Der Diabetologe trotzdem noch einen oGTT veranlasst. Falls er das nicht tut, dann macht er aber nichts verkehrt oder nicht gründlich genug.

    Bei Verdacht auf bestimmte Diabetesformen werden bei dir wahrscheinlich weitere Untersuchungen angestellt, z.B. ein Antikörpertest zur Feststellung oder zum Ausschluss von LADA. Aber wenn du zur weiteren Behandlung deines Diabetes in ein Diabeteszentrum gehst, musst du dir darüber keine großen Sorgen machen. Dort kannst du dich darauf verlassen, das alles notwendige untersucht und du richtig behandelt wirst. Von Allegemeinärzten mit Zusatzqualifikation Diabetologe hört man leider öfter mal solche haarsträubenden Geschichten, wie du sie erlebt hast.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 29.09.2019 11:36:33. Grund: ,
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    am 29.09.2019 11:58:23 | IP (Hash): 430444416
    Eintrag im falschen Fred, sorry!
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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
    Bearbeitet von User am 29.09.2019 12:00:05. Grund: Korrektur
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    am 29.09.2019 13:03:27 | IP (Hash): 1281542164
    Ein herbstliches Hallo in die Runde
    Zunächst, nur keinen Streit.
    Ein Glukoseintolleranz Test wurde schon mehrfach gemacht. Die Ergebnisse waren immer grenzwertig. Ich habe das nie verstanden, da meine Werte sonst nach dem Essen so in die Höhe schnellen. Ich scheine ein größeres Problem mit Kohlenhydraten zu haben.
    Ich habe die Brötchen, die Rainer empfohlen hat , nun ausprobiert. Das Ergebnis hat mich positiv gestimmt. Nach 2 Stunden lag der BZ nun nur noch bei 160. Das ist schon einmal ein Sprung. Somit fallen die Spitzen nicht mehr so hoch aus. An dieser Schraube werde ich weiter drehen. Am Montag geht es dann zur Ärztin .Ich werde berichten, wie der weitere Weg aussehen wird.
    Ich wünsche Euch einen entspannten Sonntag. Liebe Grüße Rika
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    am 29.09.2019 15:28:38 | IP (Hash): 799794992
    Hallo Rika,

    wenn du die Protokolle von oGTT und Nüchternwerten noch hast, dann nimm sie zum Termin beim Diabetologen mit. Die Behauptung, dass der BZ komisch verläuft, müssen sich die Ärzte bestimmt sehr häufig anhören. Den Laborberichten schenken sie da mehr Vertrauen.

    Wenn du dann noch ein paar typische Protokolle von deinen Selbstmessungen mitnimmst, kann ein erfahrener Diabetologe schon allerhand daraus sehen, weiter zielgerichtet suchen und eine passende Therapie vorschlagen.

    Beste Grüße, Rainer
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    am 29.09.2019 16:56:30 | IP (Hash): 430444416
    Rika schrieb:
    Ich scheine ein größeres Problem mit Kohlenhydraten zu haben.


    Die Herausforderung mit den KHs kennen wir hier alle, denn die ist ja DAS Merkmal vom Diabetes mellitus. Ausschließlich daran wird der doch diagnostiziert. Der Diabetes ist mithin nichts anderes als höher als gesunder Blutzucker oberhalb der dafür definierten Höhen, also analog zu Bluthochdruck eben Bluthochzucker.
    Und zwischen Obergrenze gesund und den definierten Diagnose-Grenzwerten (nach Forgekrankheiten-Statistiken) für was ab da als Krankheit gilt ist ne Menge Luft, in der sich mit ausreichend langem Aufenthalt auch gerne schon mal die eine oder andere diabetische Folgekrankheit "ohne Diabetes" einstellt. Wesentlich befeuert von den vergleichsweise großen BZ-Schwankungen zwischen den Tälern vor und den Spitzen nach dem Essen. Gesund liegt die Differenz zwischen beiden bei meistens nicht mehr als 50mg/dl.

    Wirklich stoffwechselgesunde Menschen starten einen oGTT nüchtern deutlich unter 100mg/dl, eher noch deutlich unter 90, messen nach 1 Stunde maximal um 140 und sind nach 2 Stunden wieder zurück deutlich unter 100.
    Höhere Werte sind an sich bestimmt erstmal nicht ungesund, aber sie neigen zum Wachsen, wenn man sie lässt. Zwar erst langsam, aber mit den Jahren und dann immer weniger Monaten und gerne auch in Schüben immer höher.

    Von daher macht sich selbst was vor, wer bei deutlich höher als gesunden Werten alle viertel Jahre beim Dok die Auskunft feiert, dass der BZ zwar ein bisschen höher sei, aber noch lange kein Diabetes. Und erst recht, wer den oGTT unter 100 startet, nach 1 Stunde bei weit über 200 gipfelt und nach 2 Stunden wieder bei formal völlig gesunden 138 landet. So ein Mensch hat formal nach DEM Goldstandard nicht mal Prädiabetes, und wenn sein Mensch nix dran tut, hat da der BZ echt Spaß dran und wächst munter weiter.

    Was völlig ohne Medis an aktiver BZ-Begrenzung geht, hast Du, s.o. angesprochen, schon angefangen auszuprobieren: Die KHs reduzieren. Geht zur Not (schmeckt nicht unbedingt jedem) bis auf Null, auch für Jahre. Situativ auf jeden Fall, auch bei Typ1. Also wenn der z.B. am Tisch im Restaurant bemerkt, dass er seinen Pen Zuhause vergessen hat. Dann bestellt er eben ohne KHs oder lässt die mitgelieferten z.B. beim großen Salat mit Käse oder und Hähnchen raus :)

    So viel erst mal für ein bisschen hinteren Grund, und natürlich bin auch ich gespannt, was der nächste Fachtermin bringt.
    Übertreib ruhig mal etwas auf die Frage, was Du denn so isst. Also ganz Low Carb, schon fast LCHF, und immer noch dieser hohe Nüchternzucker. Und Sport machst Du ja auch. Sinn der Übertreibung: Bewegung und KH-Karenz sind standardmäßig die ersten Empfehlungen mit dem Wiedersehen in frühestens 6 Wochen, wenn dann mit immer noch hohem nüchtern-BZ die ersten Medis ausprobiert werden. Um die 6 Wochen kannst Du die Anamnese schon mal verkürzen. Daumendrück!

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
    Bearbeitet von User am 29.09.2019 16:58:06. Grund: Ergänzung
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    am 29.09.2019 19:17:55 | IP (Hash): 1281542164
    Guten Abend Jürgen, Guten Abend Rainer
    Zunächst einmal ganz lieben Dank für eure sehr
    verständlichen Erklärungen. Ich muss ehrlich zugeben, dass mir diese Blutzuckerspitzen , die ich ja schon seit mindestens 4 Jahren habe, nie als so riskant erschienen. Nun weiß ich es besser. Ich und übertreiben bei Ärzten. Ohjeh, das wird eine Herausforderung. Sport treibe ich nun wirklich jeden Tag und die KH habe ich nun auch angefangen zu reduzieren. Ich werde , in Anbetracht der dann eingesparten Anamnesezeit, also übertreiben. Meine sämtlichen Laborwerte ,nebst den selbst gemessenen Werten ,werde ich dann auch mitnehmen. Wenn ich vor dem richtigen Arzt sitze, wird er sich dafür interessieren. Ich werde wohl morgen mit einem Zettel zu meiner Hausärztin gehen. ;) Ich muss wohl noch lernen, ein mündiger Patient zu werden.
    Ich wünsche euch einen schönen Abend und einen entspannten Start in die Woche
    Liebe Grüße Rika
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    am 29.09.2019 21:35:45 | IP (Hash): 799794992
    Hallo Rika,

    vielleicht zum Ende des WE noch eine Einschätzung, die dich nach all den vielen Informationen und Ratschlägen vielleicht wieder etwas zur Ruhe kommen lässt.

    Ich denke, dass dein Diabetes, wenn du ihn schon mindestens 8 Jahre hast und er sich in dieser Zeit ohne Medikamente und mit nicht allzu drastischen Maßnahmen nicht wesentlich veschärft hat, dann wird das sehr wahrscheinlich auch in den nächsten Monaten nicht passieren. Du hast also die Zeit, alle notwendigen Schritte ohne Hektik und Aktionismus ganz in Ruhe zu gehen.

    Auf diesem Weg wünsche ich dir alles Gute und viel Erfolg, Rainer
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    am 30.09.2019 11:25:34 | IP (Hash): 1281542164
    Guten Morgen Rainer
    Nach dem heutigen Arztbesuch bin ich ein großes Stück gelassener. Die Ärztin fordert zunächst die Unterlagen des "Diabetologen " an. Dann geht es zum Endokrinologen, da in den alten Akten ein Hypercortisolismus auftauchte. Dafür hatte sich nie jemand interessiert. Laut Erklärung der Ärztin kann auch eine übermäßige Produktion von Cortisol für den Zucker verantwortlich sein. Der damalige Test an der Charite war 1998. Diese Ärztin macht sich wirklich Gedanken. Eine Überweisung zum Diabetologen gibt es danach. Ich soll nun eine Woche lang morgens sowie vor und nach dem Essen messen, damit Der Diabetologe etwas in der Hand hat. Dabei soll ich an 2 Tagen normal essen und an den anderen Tagen low carb. Ich bin nun im Diabetesprogramm und werde als Diabetiker geführt. Ich danke dir für deine beruhigenden Worte, die ihr Ziel erreicht haben und wünsche dir einen entspannten Montag. Liebe Grüße Rika
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    am 30.09.2019 16:33:38 | IP (Hash): 745799126
    Hallo Rika,

    Glückwunsch zu deiner Hausärztin - die scheint sich ja viele und gute Gedanken über deine Probleme zu machen.

    So ein vermutetes Cushing-Syndrom ruft tatsächlich als erstes nach einem Endokrinologen. Damit lässt sich aber auch dein BZ gut erklären. Ein Diabetologe mit Erfahrung wäre wahrscheinlich anhand deiner BZ-Verläufe schnell auf so eine Vermutung gestoßen.

    Ich wünsche dir, dass du noch an viele kompetente und engagierte Ärzte gerätst, damit du deine schlechten Erfahrungen von deinem ersten Diabetologenbesuch schnell wieder vergessen kannst.

    Beste Grüße, Rainer