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Blutzuckerwerte sinken nicht - Schwangerschaft

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    Mitglied seit: 12.10.2019
    am 12.10.2019 22:21:25 | IP (Hash): 1142369402
    Hallo,
    Ich bin hier gerade kurz vorm verrückt werden. Hab schon vor meiner Schwangerschaft Diabetes Typ 1 gehabt und bis jetzt lief es an sich ganz okay mit dem Zucker. Anfangs waren da auch mal ein paar ausreißer dabei aber Der Diabetologe meinte es sei halt schwierig einen langjährigen Diabetiker perfekt einzustellen. Bin jetzt in der 32 ssw und mein blutzucker will teilweise einfach nicht runter gehen. Erst war es abends und heute ist es seid mittag so. Der BZ hält sich dann Konstant bei 8,5-10,0 und das trotz erhöhter Basalrate (ich habe eine Pumpe und die Basalrate läuft auf 115%) und stündlichen Korrektur spritzen. Meist geht der Zucker dann mal nach 5-6 Stunden runter. Aber heute ist es wirklich sehr schwierig in überhaupt unten zu halten. Ich will auch nicht zu viel korrigieren, aus Angst in eine Unterzuckerung zu kommen. Hatte jemand vielleicht auch schon mal mit so einer Situation zu tun? Ich mach mir ganz schön Gedanken, weil der kleine Mann sowieso schon zu groß ist und mit den erhöhten Werten wird das auch nicht besser. 😭
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    am 12.10.2019 23:32:58 | IP (Hash): 1390397254
    Verrückt werden ist für Dein Kind noch mieser als Dein mieser BZ. Und sooo mies ist der gar nicht.

    Dein mieser BZ tut Deinem Kind nichts wesentlich schlimmes, außer dass es ein bisschen größer und schwerer raus kommen kann, aber das ist eher Dein Problem. Noch vor 20 Jahren wurde ein Schwangerschaftsdiabetes erst nachträglich damit diagnostiziert, dass das Kind auffällig schwer und groß war. Und dann braucht es mit dem ersten Blick in die Welt nen Glukose-Zugang, damit sich seine Insulinausgabe für Deinen hohen BZ laaangsam auf die passende für seinen niedrigen einstellen kann.

    Ok, Mutter, die schon T1 hat, hat den natürlich auch während der Schwangerschaft. Und da galt noch vor 20 Jahren als super Einstellung, wenn der Urin zuckerfrei war, also grob unter 8-10. Also tu Dir Ruhe an, BITTE! Sooo weit bist Du doch da gar nicht drüber!
    Vielleicht hilft ja, wenn Du die KH-Portionen ein bisschen kleiner wählst. Denn mit niedrigeren Spitzen pflegt auch der BZ dazwischen niedriger zu verlaufen. Und bei dem BZ brauchst Du dir ja keine Sorgen um die womögliche Unterversorgung Deines Nachwuchses zu machen.

    Und für wenn alles gut verlaufen ist, nimmst Du dir vielleicht schon mal vor, dass Du statt irgend einer Einstellung zu folgen Deinen BZ direkt tagesaktuell in dem Rahmen steuerst, den Du dir selbst vorgibst, auch wenn z.B. ne Ǵrippe die Faktoren vorübergehend ändert. Also dann nicht den höheren BZ aussitzen, sondern dafür sorgen, dass der im gewählten Rahmen bleibt. Denn das ist gerade Deine Herausforderung: Deine Faktoren ändern sich, und denen müsstest Du dich fortlaufend anpassen, wenn Du den BZ besser hinkriegen wolltest. Aber das ist wenn dann Zukunftsmusik.

    Jetzt gilt erstmal RUUUU….HE und Daumendrück! Opa Jürgen

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    am 13.10.2019 08:53:42 | IP (Hash): 2047017886
    Hallo,
    um die 32ten Woche rum kann der Bedarf nochmal so richtig explodieren... 115% ist da eher ein Witz... also sei mutig und leg Traubenzucker bereit. Hast du ein CGMS?

    Und: nicht nur die Größe des Kindes ist ein Problem... Durch die hohen BZ-Werte fängt auch die Bauchspeicheldrüse deines Kindes an zu arbeiten. Das kann dann nach der Geburt zu Hypos beim Kind führen.
    Bearbeitet von User am 13.10.2019 17:27:02. Grund: .
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    am 13.10.2019 08:58:51 | IP (Hash): 2047017886
    hjt_Jürgen schrieb:
    Und da galt noch vor 20 Jahren als super Einstellung, wenn der Urin zuckerfrei war, also grob unter 8-10.



    Ähm nein. Mein Sohn ist vor 25 Jahren zur Welt gekommen. Da galten ähnliche Grenzen wie heute (nicht über 140 mg/dl)... nur nicht mit CGMS sondern mit 15 mal täglich BZ messen.
    Bearbeitet von User am 13.10.2019 09:00:31. Grund: .
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    am 13.10.2019 22:54:28 | IP (Hash): 103799831
    https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Evidenzbasierte_Leitlinien/Eb_Leitlinie_DS_16-12-14_%C3%9Cberarbeitung_Endfassung.pdf
    ALLE in den Leitlinien referenzierten Studien belegen erhöhte Risiken für irgendwelche Defekte beim Kind für die ersten Wochen der Schwangerschaft, und die bei HBA1c 8-10 und mehr. Die ersten Wochen sind durch. Und für den weiteren Verlauf lesen wir:
    "Eine zu strenge Stoffwechselkontrolle durch Überinsulinisierung ist mit einer Wachstumsretardierung, höhere Werte mit einem Anstieg der Rate an makrosomen Kindern verbunden." Makrosom heißt nichts anderes als größer und schwerer.

    Interessant auch die Entwicklung des Insulinbedarfs, die Heike bestätigt, selbstverständlich hier allgemein, und die kann individuell immer mehr oder weniger weit abweichen:
    "Im ersten Trimenon wird beim Typ 1 Diabetes mit einem Bedarf von ca. 0,7 I.E. pro kg Körpergewicht gerechnet, im zweiten Trimenon mit einem Anstieg um ca. 50% und auf bis zu 70-100% im 3. Trimenon".
    Mal einfach konkret übersetzt: Wenn die Mengen zu Anfang der Schwangerschaft gepasst haben, dann werden wahrscheinlich im zweiten Drittel 150% davon passen und im dritten Drittel 170-200%. Natürlich nicht auf blauen Dunst einfach so, sondern entsprechend dem individuellen täglichen(!!! Nix Doktor sagt, wie’s die kommende Woche werden wird) BZ-Verlauf.

    Klar muss das Neugeborene mit dem ersten Blick in die Welt an den Glukosetropf, damit sich seine völlig überhöhte Insulinausgabe für die überzuckerte mütterliche Versorgung auf die eigene normale einstellen kann. Ist aber bei bekanntem Zuckerstatus der Mutter in jeder Geburtsabteilung völlig normales Geschäft.

    Also nochmal Ruuuu….he und Daumendrück :)

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    am 14.10.2019 20:14:08 | IP (Hash): 1065786928
    Jürgen,
    ich muss dir da in einigen Punkten widersprechen. Du bist da - glaube ich - zu sehr Opa ;)

    hjt_Jürgen schrieb:
    Makrosom heißt nichts anderes als größer und schwerer.


    "Echte" fetale Makrosomie ist nicht nur zu groß und zu schwer. Einige Kinder kommen unreif zur Welt und habe zum Beispiel Probleme mit der Atmung. Ist behandelbar, muss aber nicht sein, wenn vermeidbar.
    Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass es heute noch wirklich makrosome Kinder bei gut betreuten Schwangeren gibt und bei Schwangeren mit Typ 1 schon gar nicht.

    hjt_Jürgen schrieb:
    Klar muss das Neugeborene mit dem ersten Blick in die Welt an den Glukosetropf, damit sich seine völlig überhöhte Insulinausgabe für die überzuckerte mütterliche Versorgung auf die eigene normale einstellen kann. Ist aber bei bekanntem Zuckerstatus der Mutter in jeder Geburtsabteilung völlig normales Geschäft.


    Nein, eben nicht! Hat die Mutter in den Wochen vor der Entbindung Werte im gesunden Bereich, gibt es evtl. ein Fläschchen mit Glucose-Lösung, wenn der BZ abfallen sollte. Der Tropf kommt nur, wenn das nicht funktioniert oder der Abfall zu stark ist. Erstmal wird nur stündlich gemessen...

    Sicher gibt es bei den Werten der TE keinen Grund zur Panik oder Verzweiflung - und das wäre auch evtl. schädlicher als die erhöhten Werte.
    Aber es gibt Grund zum Handeln. Und warum sollte sie nicht handeln? Das ist doch gar nicht so schwer - im Zweifelsfall den Arzt anrufen und um Rat fragen.

    Man muss doch Schwangere nicht in Watte packen... Die wollen und können Verantwortung für sich und ihr Kind und dessen bestmöglichen Start ins Leben übernehmen.
    Bearbeitet von User am 14.10.2019 20:51:02. Grund: .
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    am 14.10.2019 22:20:25 | IP (Hash): 1718229325
    Ursprünglich hab ich mal gedacht, dass die werdenden Mütter vor der größeren Herausforderung stehen, wenn sie plötzlich mit einem insulinpflichtigen Diabetes konfrontiert werden. Schließlich kann eine T-1-Frau jederzeit ohne Druck mit all den Jahren ihrer Erfahrung und vertrauten(!) Mitteln schon vor der geplanten Konzeption ihren ja deutlich engeren 24/7 gesunden Schwangerschaftsverlauf herstellen und einüben. Und wo sie mit Messen und Spritzen und Loggen vertraut ist, kann sie ihren BZ auch tagtäglich dem sich in der Schwangerschaft womöglich fortlaufend verändernden Insulin-Bedarf anpassen.

    Sorry, aber ist nicht so, und ist nicht nur Schuld der werdenden Mutter, die son Programm halt nie vorher für sich durchgezogen und nur gelernt hat, dass der Dok sie schon einstellt. Und ich tu mich schwer, der dann, wenn der Zug schon längst abgefahren ist, tolle Gebrauchsanweisungen zu geben, die sie dann doch eh alle nur halb wird umsetzen können, weil in der Situation halt wenig Zeit und Möglichkeit für ernsthaft normales Überlegen ist.

    Deswegen kann ich hier in der konkreten Situation nur wiederholen: RUUU….he ist die erste Mutterpflicht. Für alle noch möglichen Komplikationen sorgt die Klinik. Und JA, wenn Dir Dein BZ gesünder gelingt, ist das seeeehr hilfreich. Aber es wird auch gut gehen, wenn’s mit dem gesünderen BZ nicht klappt. Daumendrück :)

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