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Spritz-Ess-Abstand mit kurzwirkenden Insulin
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Elfe
Rang: Gastam 06.06.2020 19:02:47 | IP (Hash): 842816318
Zum sogenannten SEA wurde ich angefragt (#PN würde übersehen ?)
Könnte ev. für andere auch interessant sein.
*Wenn Sie sich für einen Spritz-Ess-Abstand entscheiden, können wir folgende Empfehlungen geben:
Spritz-Ess-Abstand bei kurzwirkendem Insulinanalogon:
Blutzucker vor dem Essen - empfohlener Spritz-Ess-Abstand
Unter 80 mg/dl - erst Traubenzucker essen, dann gleich essen und ! nach ! dem Essen spritzen
Unter 100 mg/dl (Normalbereich) - ! nach ! dem Essen spritzen
100-250 mg/dl - Spritzen und ! sofort ! essen
Über 250 mg/dl - 15 Minuten
Spritz-Ess-Abstand bei Normalinsulin:
Blutzucker vor dem Essen - empfohlener Spritz-Ess-Abstand
Unter 80 mg/dl - erst Traubenzucker essen, dann spritzen und gleich essen
Um 100 mg/dl (Normalbereich) - 10-15 Minuten
Über 150 mg/dl - 30 Minuten
Über 200 mg/dl - 45 Minuten
Über 250 mg/dl - 60 Minuten
Nicht länger als 1 Stunde warten. Unterzuckerungsgefahr !
*Quelle 'mein' damaliges Schulungsbuch (4. Auflage, Juli 2000):
Gut leben mit Typ-1-Diabetes
Arbeitsbuch zur Basis-Bolus-Therapie
9. Auflage aus 2018 ist verfügbar
https://shop.elsevier.de/gut-leben-mit-typ-1-diabetes-9783437457586.html
Vom Titel Typ 1 nicht abschrecken lassen,
m. E. auch für 2er interessant, die Insulin handhaben müssen.
#P.S.: Eine PN zeigt sich - manchmal - durch rotes Zeichen.
Nach Anmeldung 'Meine Nachrichten' anklicken, ob ev. jemand geschrieben hat :-) -
am 08.06.2020 11:25:32 | IP (Hash): 1590471592
In der Standard-ICT-Einstellung wird SEA meistens dann thematisiert, wenn die Erhöhung des BE-Faktors zum Senken des HBA1c zum häufigen Unterschreiten des Zielbereichs und zu Hypos führt. Dann greift die Idee, dass der BE-Faktor bei zuverlässigem Einhalten des Zielbereichs passt, die Menge an Insulin also jeweils zum Essen gepasst hat, aber der Berg auffällig hoch und breit ist, den der postprandiale BZ/Graph vom CGM beschreibt.
Wo bei sonem Graph der Anstieg weniger steil wird, fängt die merkbare Insulinwirkung an. Mit dem Gipfel ist dann das Maximum der Wirkung erreicht.
Mit ner Reihe von Fingerpieksen lässt sich so ein Graph deutlich zeitnäher improvisieren und recht exakt bestimmen, wann der Anstieg merklich weniger steil wird. Die Zeit vom Spritzen bis dahin ist dann ein guter Ansatz für den SEA.
Meinen größten SEA habe ich mit Apidra mit 40-50 Minuten zum Frühstück. Dazu habe ich zum Austesten bei nüchtern Hausnummer 120 mg/dl für das Brot vor mir auf dem Teller passend gespritzt, und dann nicht gegessen, sondern in 5-Minuten-Schritten gemessen. Als der BZ schließlich unter 100 gesunken ist, eben nach 40-50 Minuten (mehrere Tests) hab ich mit dem Essen begonnen. Passt heute noch super. Und war mit Apidra längst nicht so langweilig wie ursprünglich mit Alt und der Entdeckung meines SEA bei fast 2 Stunden :(
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Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen (in der Spitze etwa ne Stunde danach max 140-160 mg/dl) passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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am 08.06.2020 23:34:40 | IP (Hash): 1189057514
Hallo Elfe,
super, danke.
Habe deine Nachricht tatsächlich übersehen, weil sie - warum auch immer - nicht als neue Nachricht gekennzeichnet war.
Leider ist das ganze doch sehr großzügig ausgelegt, 100, 250, ... naja. Beim Normalinsulin ist es besser ausdifferenziert. Aber trotzdem danke.
LG
PS.: weil wir das in einem anderen Thread mal kurz diskutiert hatten. Ich hatte heute die Situation einige Heidelbeeren gegessen. BZ steigt durch die Decke. Total ungewöhnlich, sonst bin ich bei max. 150 nach dieser Mahlzeit. Nach etwas mehr als einer Stunde war ich bei 200. Laut Bolusrechner brauche ich hierfür 2,5 Einheiten (KF von 40 für einen Zielwert von 100). Aktives Insulin war jedoch nur noch 1,7 Einheiten. Also habe ich bereits nach 1 Stunde die Differenz also 0,8 Einheiten gespritzt. Was soll ich sagen, zum Abendessen war ich perfekt bei 95-105. Also super. Das werde ich häufiger so probieren. Ohne Libre natürlich würde ich mich sowas nicht trauen. -
Elfe
Rang: Gastam 09.06.2020 19:15:08 | IP (Hash): 486926640
Hallo July,
gerne :-)
Denke, daß die KH-Menge nur einen Teil angibt, wieviel Einheiten Insulin dafür notwendig ist - theoretisch.
Da aber alles mögliche an Enzymen, Gegenhormonen … im Organismus fließend eben auch Einfluss auf den Blutzucker hat, ist das Biochemie °~°.
Finde den beschriebenen SEA-Abstand eigentlich gut für Insulinanalogon:
Bedeutet ja eigentlich nur, daß ein SEA erst ab BZ 250 mg/dl eingehalten werden muss, ist doch schon was :-)
Ansonsten ganz normal handeln in Bezug zur Verdaulichkeit der Mahlzeit per Bestandteile Fett/Eiweiß/Ballaststoffe und Spritzzeitpunkt.
Der Vorteil der schnell wirkenden Insuline ist doch gerade, daß man im Normalfall eben keinen SEA einhalten muss, bes. um den Alltag bewältigen zu können.
Ansonsten ist bei mir auch selbstverständlich der BZ im Fokus, da alleine dieser schon für Ungemach sorgen kann.
Rechne per Messwert zur Mahlzeit eben auch ein - selbst ausgetestet (nix Rechner) - die Korrektur-Regel mit 40 = 1 Einheit senkt den BZ um 40 mg/dl.
Mein Zielwert ist auch 100 mg/dl mit durchaus Schwankungen tief als auch hoch.
Die hohen BZ-Werte gilt es doch zu vermeiden per Nierenbelastung und Nierenschwelle ab 180 mg/dl
(umso für mich unverständlich, warum ausgerechnet eine Tabletten-Sorte für 2er dieses nutzt).
0,5 Einheiten kriege auch per Demi-Pen hin :-)
So kleine Korrekturen können kaum Unsinn machen.
Auf jeden Fall habe ich mir angewöhnt, vor verlassen my Home nochmal BZ zu messen ~ mal so, mal so: + KHs (Trz.) oder kleine Insulinkorrektur.
Gruß Elfe -
am 09.06.2020 21:01:49 | IP (Hash): 299485088
Elfe schrieb:
Die hohen BZ-Werte gilt es doch zu vermeiden per Nierenbelastung und Nierenschwelle ab 180 mg/dl
(umso für mich unverständlich, warum ausgerechnet eine Tabletten-Sorte für 2er dieses nutzt).
Die Nieren filtern in 24 Stunden beim berühmten Durchschnittserwachsenen ca 180 Liter Plasma, die dem Kreislauf fortlaufend als Primärharn entnommen und auf dem Weg zurück in den Kreislauf so gefiltert werden, dass von der großen Menge nur 1-2 Liter Wasser und darin gelöst die Stoffe in die Blase entlassen werden, die der Organismus nicht mehr gebrauchen kann.
Die Arbeit und Leistung der Nieren besteht also nicht in der Entsorgung des Abfalls, sondern in der Bewahrung möglichst all dessen vor der Entsorgung in den Abfall, was der Organismus noch gebrauchen kann.
Dazu gehört selbstverständlich auch die Glukose. Und da hat die Niere eine Grenze, die eher irreführend Schwelle genannt wird. Denn Schwelle braucht in aller Regel zum Passieren zusätzlichen Aufwand. Aber dafür, dass sie Glukose über 160-180 mg/dl in die Blase entlässt, braucht die Niere nur den Aufwand des Rückfilterns dieser Glukose in den Kreislauf nicht mehr zu betreiben. Hat also überhaupt nix von zusätzlicher Belastung, sondern lässt sich praktisch wie ne Art Überlauf verstehen, also wie das Loch im oberen Bereich von Waschbecken und Badewanne, das die Überschwemmung verhindert. Das Wasser fließt da einfach ohne jede Pumpleistung raus. Wird also nix bei überanstrengt.
Und diese Mittel machen nix anderes, als den normalen Überlauf der Nieren bei 160-180 mg/dl auf irgendwo um 120-140 zu senken. Da können sich die Nieren das Zurückfiltern der Differenz sparen und dazu auch gleich noch mit jedem Gramm Glukose das von 5 Gramm Wasser, die die Glukose gebunden hält. Ist also tatsächlich keine Be- sondern eine Entlastung der Nieren, auch wenn die Betroffenen damit mehr trinken müssen ;)
UND das Mittel ist für Díabetes Typ 1 UND Typ 2 zugelassen, weil es schlicht völlig unabhängig vom Insulin funktioniert :)
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Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen (in der Spitze etwa ne Stunde danach max 140-160 mg/dl) passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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am 09.06.2020 23:02:38 | IP (Hash): 1189057514
Elfe schrieb:
Finde den beschriebenen SEA-Abstand eigentlich gut für Insulinanalogon:
Bedeutet ja eigentlich nur, daß ein SEA erst ab BZ 250 mg/dl eingehalten werden muss, ist doch schon was :-)
Ansonsten ganz normal handeln in Bezug zur Verdaulichkeit der Mahlzeit per Bestandteile Fett/Eiweiß/Ballaststoffe und Spritzzeitpunkt.
Der Vorteil der schnell wirkenden Insuline ist doch gerade, daß man im Normalfall eben keinen SEA einhalten muss, bes. um den Alltag bewältigen zu können.
Naja, ich habe z.T. schon vor der Mahlzeit manchmal 160-200. Und da will ich definitiv nicht spritzen und sofort essen, wenn schon vor der Mahlzeit mein persönlicher Zielbereich überschritten ist.
Wenn ich jetzt mit SEA experimentiere und warte bis der BZ fällt, dann warte ich meistens zu lange und ich rutsche bis in die Hypo nach der Mahlzeit... Darum wäre da eine Differenzierung gut, aber das gibt leider die Tabelle nicht her.
Trotzdem danke. -
Elfe
Rang: Gastam 10.06.2020 00:02:36 | IP (Hash): 486926640
Verstehe nicht, warum du selber lieber mit SEA experimentierst, anstatt wirklich das Insulin einsetzt.
'Warten bis der BZ fällt' °~°
Du wartest, bis das Insulin wirkt und traust dich erst, dann was zu essen.
Was da vollkommen vernachlässigt wird, daß auch die Kohlenhydrate des Essens erstmal aufgeschlossen/aufgespalten werden müssen, was auch einige Zeit braucht.
Und im besten Fall treffen sich dann externes Insulin zu den Zuckermolekülen aus dem Essen.
Für mich ist jedenfalls die Wirkung des Insulins (mit Wirkungspeak 3 h) durchaus plausibel, entsprechend BZ-Wirkung einer Hauptmahlzeit. -
am 10.06.2020 09:46:23 | IP (Hash): 1479649628
Die wesentliche Idee beim SEA ist nicht, dass die Spritzmenge zur Essmenge passt und der BZ nach Stunden wieder schön im Zielbereich ausläuft, sondern dass die postprandialen Spitzen dabei möglichst niedrig bleiben. Also dass wirklich möglichst viel von der aufgenommenen Glukose mit möglichst viel vom gespritzten Insulin zusammentrifft. Denn einmal machen weniger hohe postprandiale Spitzen wenigstens für einige von uns die BZ-Steuerung insgesamt einfacher.
Und dann gilt die Spanne zwischen präprandialem Tal und postprandialen Spitzen als eigenständiger Herz-Kreislauf Risiko-Faktor, der mit der Weite zunimmt.
Bei mir fängt die BZ-Wirkung eines Essens in aller Regel um ne halbe Stunde nach dem Essen an, ist um ne Stunde danach am stärksten und noch ne Stunde weiter wieder wech. Und zwar egal, ob KH pur oder mit viel Fett oder Protein und Fett ohne KH. Und bei mir fängt die BZ-Wirkung vom Apidra 20-30 Minuten nach dem Spritzen an, also bis auf zum Frühstück eigentlich immer passend. Das sind übrigens alles keine Vermutungen, sondern Ergebnisse aus X Nummern systematischen Messreihen.
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Elfe
Rang: Gastam 10.06.2020 19:18:15 | IP (Hash): 486926640
Hallo Jürgen,
da sind wir uns doch einig, daß die Glukose aus dem Essen möglichst mit der Wirkung des extern gespritzten Insulins zusammentrifft.
Bei Hauptmahlzeiten mit eben Eiweiß/Fett sehe ich schon einen Unterschied zu 'KH pur', z.B. Obst Apfel.
Auch dein Beispiel Brot mit Stärke dauert eine Zeit, um in messbare Glukose aufgespalten zu werden.
Als Berechnungsgrundlage finde ich die KH-Menge schon wichtig zur Einschätzung der Insulineinheiten.
Nun ja, unbedingt die 160 mg/dl als Grenzwert einzuhalten, nicht meins.
Wie schon gesagt, ab 180 als Nierenschwelle bzgl. Folge macht mich nervös,
Aber so schlimm scheint das nicht zu sein, siehe besprochene 2er-Tabletten, die genau die Nierenschwelle künstlich herabsetzen.
Aber auch sonst, mit Hypo-Problematik, sollte ich weit höhere BZ-Werte tolerieren lt. Ärzte - bis zu 270/250 °~°, um eben die körperlichen Anzeichen einer Unterzuckerung wieder wahrnehmen zu können.
Der Langzeitwert lag dann mal bei 6,3 und nun wieder 5,9.
Erste Frage der Ärztin: Wieviel UZ !?
Kleiner *60 kam schon mal vor, aber auch mal ein Ausrutscher weit über **300.
In Summe hat das weniger ausgemacht, als selbst befürchtet anhand eigen gemessener Werte.
*/** Und dann immer wieder die Fragen: Was haben Sie gegessen, gemacht, getan - als wenn ich mich dann genau an diesen Tag im Quartal erinnern könnte.
Nutze dafür mein handschriftlich geführtes BZ-Tagebuch.
Da kann ich alles Relevante notieren und fasse zum Arztgespräch dies in einem Kalenderblatt zusammen.
*Tagebuch, wenn sie denn blättern möchten, natürlich zur Vorlage dabei.
Ach ja, ein Tool habe ich dazu bisher nicht wirklich gefunden, was so alles berücksichtigt.
Und, wenn ich mir dann die Notizen anschaue und zusammenfasse, erkenne ich schon mal Zusammenhänge, die mir so täglich nicht unbedingt auffallen,
Gruß Elfe
Bearbeitet von User am 10.06.2020 19:28:03. Grund: x -
am 10.06.2020 20:12:34 | IP (Hash): 1479649628
Über der Nierenschwelle wird’s für die Niere nicht schwerer, sondern einfacher: Sie braucht von dem darüber nix mehr zurück zu filtern, sondern kann’s einfach in die Blase abfließen lassen. DAS tut der Niere auch nix und führt auch dann nicht zu Fehlfunktion oder Schäden, wenn da über Monate und Jahre 24/7 statt normal 1-2 Liter 8-10 Liter und mehr ausgeschieden werden.
Beim Beurteilen, wann was wie stark wirkt, richte ich mich "einfach" nach meinem BZ-Verlauf. Und ja, will ich gern unterschreiben: Am besten ist für den Verlauf im möglichst gesunden Schwankungsbereich, wenn Insulin und Bedarf möglichst direkt zusammentreffen!
Von den Fachleuten, die sich HBA1cs von 6 und besser nur mit immer mehr Hypos vorstellen können, kann ich gern mit Dir zusammen singen - wenigstens was meinen Gesang anbetrifft, besser nicht ;(
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Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen (in der Spitze etwa ne Stunde danach max 140-160 mg/dl) passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!