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Schwangerschaftsdiabetes - Nüchternwerte trotz Insulin zu hoch

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    am 21.06.2020 07:51:26 | IP (Hash): 1587442255
    Hallo guten Morgen allerseits :)

    Ich bin noch ein wenig neu, was die ganze Thematik um Schwangerschaftsdiabetes betrifft, es ist auch nicht mehr so lang bis zur Geburt, aber ich würde gern bisschen mehr verstehen wollen, was da genau bei mir läuft.

    Zu allererst: Ich bin aktuell in der 34. SSW. Festgestellt wurde der Schwangerschaftsdiabetes in der 31. SSW. Ich war direkt beim Diabetologen und bei der Ernährungsberaterin vor Ort. Denn die Werte beim großen OGTT lagen bei 105/186/179 mg/dl. Die erste Aussage war: 4x tgl. messen (morgens nüchtern, 1h nach dem Frühstück, 1h nach dem Mittagessen und 1h nach dem Abendessen) und schauen ob man das das ganze mittels Ernährung in den Griff bekommt. Auch hieß es, dass der Nüchternwert unter 92 und die Werte 1h nach der Mahlzeit jeweils unter 140 liegen sollten. Letzteres hat bis auf die 3 Mal, als ich im Restaurant gegessen hab, gut geklappt. Der Nüchternwert lag aber immer zwischen 100 und 120. Sehr schwankend.. teilweise morgens höher als am Abend zuvor.

    Letzten Donnerstag hatte ich einen weiteren Termin beim Diabetologen und der Ernährungsberaterin. Beide waren schockiert, was und wie viel ich gegessen habe - ich habe ein ausführliches Tagebuch geführt, in dem ich angegeben hab, was ich und in welcher Menge ich es gegessen hab. Bei Fertigprodukten habe ich zusätzlich die Kohlenhydrate eingetragen. Und natürlich dann auch die Werte mit den Zeitangaben. Daher konnte ich es überhaupt nicht nachvollziehen, als es hieß ich solle trotz der guten Mahlzeitwerte nurnoch Gemüse, Gemüse und Gemüse und hin und wieder etwas Fleisch/Fisch und Käse essen. 200g Obst und etwas Haferflocken, Quark oder ein Vollkornbrot am Morgen seien auch noch drin.

    Kopf-Bauch-Umfang des Kindes seien im Normbereich. Das hat mich etwas beruhigt. Aber da die Nüchternwerte kein einziges Mal gut waren, bekam ich die Anweisung vor dem Schlafen gehen 8 Einheiten Insulin zu spritzen.

    Jetzt sind natürlich erst 3 Tage vergangen. Aber ich hab mir die Kritik/Anweisungen der Diabetespraxis zu Herzen genommen und so weit alles umgesetzt - wenn auch mit ziemlich viel schlechter Laune.
    1h nach der Mahlzeit liegen die BZ-Werte immer bei 90-110. Die Nüchternwerte liegen aber auch trotz 8 Einheiten Insulin bei 105.
    Ich finde ja, dass das schon zu wenig ist und sich eigentlich nicht rentiert, wenn ich dafür ständig das Gefühl hab ausgehungert zu sein und andererseits dann niedergeschlagen bin, wenn der morgendliche Wert schlecht ist.

    Jetzt die Frage: Habt ihr eine Idee woran es liegen könnte, dass der Nüchternwert trotz Insulin relativ hoch ist? Was kann ich noch machen? Kann es sein, dass ich "immun" gegen das gespritzte Insulin bin? Oder reicht die Dosierung einfach nicht aus? Den nächsten Termin beim Diabetologen habe ich nächsten Donnerstag, aber es lässt mir einfach keine Ruh.

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    am 21.06.2020 09:20:16 | IP (Hash): 901355275
    Hallo Jenia,

    ich habe für dich leider nur die schlechte Nachricht, dass sich die Nüchternwerte durch anderes Essen so gut wie nicht beeinflussen lassen. Damit kannst du nur für die Nachessenswerte etwas erreichen. Wenn diese Werte schon vorher gut waren, dann bräuchtest du an deiner Ernährung eigentlich nichts zu ändern. Deine Ernährungsberaterin sagt dir eigentlich nur, dass sie dein Essen zu "ungesund" findet. Du brauchst dir also die gute Laune eigentlich nicht vollständig verderben zu lassen.

    Für bessere Nüchternwerte brauchst du unbedingt das Basalinsulin am Abend. Wenn die Nüchternwerte noch zu hoch sind, dann brauchst du eben eine höhere Dosis. Besprich mal mit deinem Diabetologen, ob und in welchen Schritten du die Dosis alleine anpassen darfst, Möglich wäre z.B. eine Erhöhung um 1 oder 2 IE aller 3 Tage, so lange der Wert noch zu hoch ist.

    Alles Gute für dich und dein Baby, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 21.06.2020 09:22:10. Grund: .
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    am 21.06.2020 11:13:05 | IP (Hash): 1587442255
    Danke Rainer!

    Das hilft schon etwas weiter. Mein Diabetologe sagte ich könne den Wert nach 3-4 Tagen um bis zu 2 Einheiten mehr eigenständig anpassen, wenn der Nüchternwert noch nicht unter 90 befinden sollte. Aber machen denn 2 Einheiten mehr so viel aus? Ich kann es mir einfach nicht vorstellen. Aktuell tut sich ja am Blutzuckerwert im Vergleich von abends bis morgens trotz Insulin gar nichts. Das war aber auch vor dem Insulin der Fall. Ich gehe mal stark davon aus, dass es hierbei keinen Verzögerungseffekt geben sollte. Also, dass es nicht einfach paar Tage braucht bis der Körper sich an das zusätzlich zugeführte Insulin gewöhnt. Liege ich mit der Vermutung richtig?

    Für mich ist das Insulin spritzen mit Stress verbunden, da ich eine enorme Nadelphobie hab. Bis ich das Insulin selbst gespritzt hab, dauert es eine gute halbe Stunde und ich brauche anschließend einen neuen Satz Klamotten, da alles komplett durch geschwitzt ist. Und wenn der Nüchternwert dann so bescheiden ist, dann ist noch deprimierender. Ich mein so ein großer Akt ist es ja nicht sich dann umzuziehen oder eben ein bisschen zu warten bis man den Mut dann doch gefasst hat - wenn es denn der Gesundheit vom Baby und mir gut tun würde... oder richte ich mich da zu sehr nach den Werten? Vielleicht tut es mir ja gut, nur ich merke nichts wegen der Schwangerschaftshormone von.
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    am 21.06.2020 11:59:40 | IP (Hash): 772279811
    Aus meiner Opa-Laiensicht mit längst überstandenen Fällen von Schwangerschaftsdiabetes in den Umfeldern der KInder würde ich Deine alltäglichen BZ-Werte bislang alle im optimalen Bereich sehen. Das gilt auch für die morgendlichen Nüchternwerte, wo die 90 wesentlich die Funktion haben, den Start für's Frühstück ausreichend niedrig zu halten, damit frau überhaupt mit dem Frühstück unter den 140 in der Stundenspitze bleiben kann. Und in der 34. Woche könnte selbst dann BZ-bedingt nichts mehr in der Entwicklung Deines Kindes schief gehen, wenn Du ab sofort nur noch Werte über 200 produzieren würdest.

    Du kannst also alles weitere völlig in Ruhe und gewissermaßen sportlich angehen, so nach dem Motto: Was packe ich denn jetzt noch für die letzten paar Tage in Richtung morgens 90 oder gar 89?
    Dass mit der Einstiegsdosis vom Insulin morgens praktisch noch nix anders ist, ist völlig normal. Die passende Dosis muss in jedem Fall normal erst mehrfach ausprobiert werden, normal in mehreren Wochen. Und normal geht es bei so einer Insulineinstellung um morgens nüchtern 100-140 und mit gar keiner Berücksichtigung der Stundenspitze nach dem Essen, also völlig offen und meistens weit über 200.

    Für die normgerechte Behandlung vom Schwangerschafts-Diabetes in dem niedrigen und schwankungsmäßig kleinen BZ-Bereich hat die Diabetologie bislang noch immer herzlich wenig Erfahrung. Die macht nach wie vor jede werdende Mutter für sich. Und da hast Du’s gut, weil Dein BZ schon ohne Dein irgendwie begrenzendes Zutun fast in der Normspur läuft.

    Jetzt lese ich von Deiner Nadelphobie und der schweißtreibenden Riesenaufregung um jede Injektion. Damit wird im Vergleich zu Deinem BZ-Verlauf jede Injektion zur weitaus größeren Belastung für Dich und Dein Kind, und ich würde an Deiner Stelle drauf verzichten. Daumendrück für gutes Gelingen!

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    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen (in der Spitze etwa ne Stunde danach max 140-160 mg/dl) passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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    am 21.06.2020 14:10:09 | IP (Hash): 1587442255
    Hallo Jürgen,

    danke für deine Rückmeldung. Es hilft mir enorm. Ich hab eh das Gefühl, dass die Werte je nach Stressintensität stark variieren. Vor dem OGTT hatte ich z.B. über 12 Stunden vorher nichts gegessen und abends eine Stunde Federball gespielt. Aber allein schon der Gedanke, dass mir 3x Blut abgenommen werden soll, war für mich das Grauen pur. Zumal ich beim kleinen OGTT erst wenige Tage zuvor beim Frauenarzt 4x Blut abgenommen bekommen. Zusätzlich Schlafprobleme. Ich will es auch nicht alles auf den Stressfaktor schieben, aber da ich mich zum größten Teil auch vor der Schwangerschaft schon gesund ernährt habe, ist es für mich ein ganz großes Fragezeichen wie solche Werte zustande kommen.

    Nebenbei ist mir auch aufgefallen, dass Sport eher den BZ bei mir ansteigen lässt. Das erklärt sich mir auch nicht ganz.

    Wenn alles nach Plan läuft, sind es nur noch 5 Wochen bis zur Geburt. Gern bin ich bereit in der gebliebenen Zeit noch mehr für unsere Gesundheit rauszuholen, aber so ganz sehe ich es nicht vor mir, dass das wirklich realistisch ist. Ich werde dennoch die Insulineinheit von 8 auf 10 erhöhen. Und schauen ob sich da etwas in den nächsten Tagen gibt. Ich hoffe ja auch, dass die Diabetologin einsieht, dass die Werte nach den Mahlzeiten tippitop sind und ich nicht mehr 4x tgl BZ messen muss. Zum Glück sehe ich dabei die Nadel nicht, Spaß machen tuts trotzdem nicht. Da muss ich aber immer dran denken, dass es bei mir ja nur noch ein paar Wochen sind. Während mein Großvater jahrelang pieksen musste. Damals gab es ja diese ganzen modernen Messtechnologien mit Sensor nicht.

    Was ich erstmal auch richtig verstehen musste: Es ist wohl nicht per se so, dass die Werte 1h nach der Mahlzeit unter 140 mg/dl sein müssen. Ich dachte, solang die Werte darunter liegen, könnte ich auch etwas mehr Obst essen oder auch mal einen Keks oder etwas zuckerarmes Eis (hatte mir Sorten ausgesucht gehabt, die mit 7g Zucker auf 100g vergleichsweise zuckerarm sind). Aber laut Diabetologin und Ernährungsberaterin ist dies wohl nicht der Fall. Mehr als 2 handvoll Beeren über den Tag verteilt, sei nicht drin.
    Wassermelone soll ich generell nicht essen. Dabei hat eine Wassermelone auf 100g gerechnet gegenüber den Erdbeeren nur 1g mehr Zucker und tut meinem Wasserhaushalt enorm gut. 3 Tage ohne Wassermelone und die Wassereinlagerungen an den Füßen sind ausgeprägter wie nie zuvor. Vielleicht versucht mein Gehirn auch alles Negative auf die Thematik um den BZ zu schieben. Ich hab keine Ahnung wo die Logik ist - hatte gedacht, wenn ich alles ausführlich FÜR MICH notiere, könnte ich etwas klarer sehen..
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    am 21.06.2020 15:45:17 | IP (Hash): 587758160
    Hallo,
    ganz ehrlich... die Diabetologin und ihre Beraterin haben `nen Knall! Sind die viele aus Bremerhaven? (Nein in habe nichts gegen Menschen aus Bremerhaven...)
    Die meisten Typ1erinnen würden sich sowas sicher nicht gefallen lassen, bzw. einfach ignorieren.

    Solange deine Werte ok sind, kannst Du ruhig essen, was dir gut tut.
    Natürlich kann Obst den Blutzucker ordentlich in die Höhe treiben... kann(!)...
    Ist aber ja bei dir ja nicht so.
    Bearbeitet von User am 21.06.2020 15:49:35. Grund: .
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    am 21.06.2020 16:02:30 | IP (Hash): 1587442255
    Hallo Heike,

    ich wohne in einer Kleinstadt bei Köln, habe mir aber diese Praxis in Köln ausgesucht, weil sie eine Diabetesschwerpunkt-Praxis ist und ich von vielen Patienten mit Diabetes Typ 1/2 vernommen habe, dass das Ärzte- und Beraterteam kompetent sei. Ob das Phänomen Schwangerschaftsdiabetes da nicht mit dazu gehört ich einfach ein ungünstiges Los gezogen hab, kann ich nicht sagen. Ich versuche nicht die Fehler bei anderen zu suchen, aber hierbei fällt es mir doch etwas schwer.
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    am 21.06.2020 16:17:51 | IP (Hash): 772279811
    am 18.06.2020 12:39:12 | IP (Hash): 1547518825
    Gestern bekam ich noch einen sehr kurzfristigen Termin bei meinem Hausarzt, der hausinterne Diabetologe bei dem ich sonst bin bei Diabetis-Angelegenheiten ist in Urlaub.
    Die Ärztin hat auf mein Anliegen mir Sicherheitsnadeln / Kanülen (darf man hier Produkte verlinken oder ist sowas als Werbung verboten? ) verschrieben, welche ich bei einer Apotheke sofort bekam.
    Diese sind wie so eine Art Rohr das man auf die Haut setzt. Nach einem kleinen Druck schießt die Nadel, ohne das man das genau sieht in den Bauch / Oberschenkel. Man hört nur ein kleinen Klick, das die Nadel nun drinne ist und halt den kleinen Picks. Zudem ist durch die größere Aufsetzfläche als bei einer normalen Nadel auch das Risiko schräg ins Fleich zu gehen geringer.

    Insgesamt sind diese Nadeln für mich eine immens größe Erleichterung. (nur musste ich statt 3 Euro pro 100 Stück Eigenanteil nun 5,20 Euro bezahlen, aber diese 30 Euro Mehrkosten pro Jahr wäre es mir eindeutig wert)

    Hab ich jetzt mal aus dem Thread vom Bateriemann kopiert. Vielleicht fragst Du mal konkret nach sowas in der Apotheke und beim Diabetologen?

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    am 21.06.2020 23:27:20 | IP (Hash): 1669732400
    Hallo Jenia,

    Stress kann enorm die Werte beim OGTT nach oben verfälschen. Das zuerst.
    Auch den ganzen Stress, denn du dir mit möglichen hohen Werten, essenstechnisch, der Angst vorm Spritzen etc. machst, erhöht zum einen den Blutzucker und ist ja auch für dein Kind nicht gut.. Versuche da irgendwie ruhiger zu werden.

    Wichtig ist, dass du bei deiner Ernährung schaust, dass du unter der 140mg/dl Grenze bleibst. Dabei ist es echt egal, ob du die Menge mit gesunden oder ungesunden Lebensmittel deckst. Wenn bei dir bspw. Wassermelone gut funktioniert, spricht überhaupt nichts dagegen, dass du diese isst. Ich verstehe da deine Praxis absolut nicht. Schema F, ja nicht auf die individuelle Person schauen...

    Zu deinen Nüchternwerten, wann misst du denn den Blutzucker? Solltest du erst am Frühstückstisch messen, kannst du mal versuchen noch im Bett zu messen. Grund: durch das Aufstehen werden Hormone freigesetzt, die ebenfalls den Blutzucker steigen lassen. Vllt hast du ja im Liegen sogar gute Blutzuckerwerte. Und du machst dir gerade umsonst zu viele Gedanken.
    Man braucht einfach eine gewisse Menge Insulin, bis man irgendeine Wirkung feststellt, diese ist aber bei jedem Diabetiker verschieden. Typ2er brauchen i.d.R. deutlich mehr als Typ1er. Manche Typ1er brauchen 20 Einheiten am Tag, andere mit gleichen Gewicht 60 Einheiten... Da hilft nur vorsichtig erhöhen, bis man die richtige Menge gefunden hat.

    Sport kann den Blutzucker erhöhen. Dies passiert einerseits, wenn der Sport zu anstrengend war oder aber durch Adrenalin. Häufig sinkt der Blutzucker aber nach dem Sport ab.

    Zu deinen Messwerten, wenn du eine Mahlzeit isst, wo du schon drei-vier Mal gemessen hast und nie annähernd an die "magische" 140mg/dl Grenze gekommen bist, spricht ja eigentlich nichts dagegen, mal ausnahmsweise nicht zu messen ;) Bei Mahlzeiten, wo du es nicht einschätzen kannst, musst du natürlich messen. Genauso hin und wieder auch bei bekannten Mahlzeiten um zu schauen, ob sich was verändert.
    Ich weiß nicht, welche Stechhilfe du verwendest, ich nehme die FastClix her. Das ist in meinen Augen die beste Stechhilfe. Ich persönlich verwende nur Stechtiefe 1 von 5,5 und nur in die Seiten vom Finger, nicht direkt in die Fingerbeere und dort in die daumenabgewandte Seite. Da tut es mir am wenigsten weh. Und ganz wichtig, nach jedem Mal eine neue Nadel. Ich habe auch ziemlich Probleme mit Spritzen und Messen. Meist messe ich viel zu wenig, habe darum auch ziemlich schnell ein Libre Messsystem bekommen. Also ich kann dich da gut verstehen.
    Wenn du so Probleme mit dem Selbst-Spritzen hast, kann dir da dein Partner nicht helfen? Es gibt auch sogenannte Autocover bzw. Sicherheitsnadeln, wo man die Nadel nicht sieht. Diese kosten allerdings ein wenig mehr und werden nur Patienten mit Nadelphobie verschrieben. Wenn dir das was helfen würde, rede mal mit deinem Arzt darüber.
    Wobei du dir auch immer sagen musst, dass es halt eine begrenzte Zeit ist, wo du messen und spritzen musst. Andere Diabetiker müssen es ein Leben lang machen.. Das schaffst du diese begrenzte Zeit und du machst es ja für dein Baby.

    Alles Gute
    LG July
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    Mitglied seit: 21.06.2020
    am 22.06.2020 10:18:58 | IP (Hash): 1065972474
    Guten Morgen :)

    Danke für eure Nachrichten. Es hilft mir enorm zu wissen, dass ich vielleicht nicht grundsätzlich alles verkehrt mache. Hatte mich zum Teil auch darauf eingestellt, dass es vielleicht auch garnicht so übertrieben ist, was die Diabetologin & Ernährungsberaterin mir da alles gesagt haben. Ich versuche meinen Stress und meine Panik mit Meditationsübungen in den Griff zu kriegen. Bei so manchen Themen, wie auch dem hier um den Diabetes rum, scheitere ich jedoch. Ich schiebe es dann immer auf die bösen Schwangerschaftshormone mit den Stimmungstiefs. Hach..

    Ich bin mir nicht sicher, ob ich bei der kurzen Zeit, die mir noch bis zur Geburt bleibt, eine Alternative zu dem jetzigen System erhalten kann. Ich werde aber meinen Diabetologen diesen Donnerstag darauf ansprechen. Bei dem Messsensor im Arm hieß es direkt nein - bei Schwangerschaftsdiabetes übernimmt die KK die Kosten nicht.

    Als Stechhilfe hab ich den FastClix. Finde es zwar super toll, dass ich da die Nadel nicht sehe, aber Schmerzen tut es dennoch. Hab das Gefühl nur die Mittelfinger schmerzen garnicht. Die Stechtiefe ist bei mir auf 3 eingestellt. Und manchmal reicht das nicht aus. Gerade dann, wenn die Finger etwas geschwollen sind, will kaum Blut kommen. Mit der 2 passiert gefühlt garnichts :'D
    Aber sonst mache ich es wie du, July. Seitlich vom Finger und immer neue Nadel. :)

    Anfangs habe ich noch etwas rumprobiert, was ich essen kann und in welchen Mengen. Eine typische Mahlzeit war dann z.B. 200g Gemüse-Curry-Eintopf mit Fisch und 150g Wassermelone. Der BZ 1h später lag bei 101 mg/dl. Oder dann mal zum Frühstück 180g Magerquark mit 30g Toppings (Chia, Leinsamen, Flosamen, Kokosraspeln, Mandeln, Zimt, Birkenzucker) und 100g Apfel. Anschließend 200ml Latte Macchiato mit einem Keks. BZ lag dann bei 120 mg/dl.
    Ich hatte auch mal zusätzlich zu einer Mahlzeit statt 150g 600g Wassermelone gehabt. Da hatte ich selbstverständlich dann nen BZ, der bei 145 mg/dl lag. Aber das war nicht die Regel. Aber auch solche Mahlzeiten wie die beiden genannten wurden kritisiert obwohl die Werte gut waren.
    Jetzt esse ich gefühlt 2kg Gemüse täglich. Dazu etwas Käse und Fleisch. Das einzige, was kohlenhydratlastiger ist, ist mein Frühstück. In der Regel ca 120g Magerquark oder 30g Haferflocken mit Samen/Kernen und etwas 100-150g Beeren/Apfel. Je nachdem, wie viel Obst ich mir erlaube, schwankt der Wert zwischen 100 und 130 mg/dl. Den Latte Macchiato trinke ich jetzt erst bei einem 2. Frühstück. Nach allen anderen Mahlzeiten hab ich fast immer einen Wert unter 110 mg/dl. Gestern sogar nach einer Linsenpasta und einem zuckerarmen Eiweißriegel ein Wert von 95 mg/dl. Also wertetechnisch sollte sich da jetzt keiner beklagen können. Ich hab nur das Gefühl, dass das alles dermaßen übertrieben ist.

    Mein Mann sitzt neben mir während ich spritze. Oder mich darauf vorbereite oder wie man diesen Akt auch nennen mag. Er hat leider ein Problem mit Blut und bei mir blutet die Einstichstelle fast immer. Andererseits versuche ich mein Gewissen zu überzeugen, dass das garnicht so schlimm ist und eigentlich kaum weh tut und es einer guten Sache dient. Ich hab in der Vergangenheit schon andere Phobien (Höhenangst, Spinnenangst) eigenständig therapiert - das waren in meinen Augen im Vergleich viel schlimmere Phobien. Aber naja im Kopf spielt sich da ja immer was ganz eigenes ab und die Barrieren zu durchbrechen ist dann auch nicht immer so einfach, egal wie gut man sich zuredet.

    Wegen der Nüchternwerte: Ich messe nach dem Aufstehen, nach dem Einsetzen der Kontaktlinsen, aber vor dem Zähneputzen. Die Uhrzeit variiert zwischen 08:00 und 13:00, da ich einen sehr unregelmäßigen und oftmals schlechten Schlaf habe. Liege manchmal 5 Stunden wach bevor ich einschlafen kann. Und stehe jede Nacht mindestens 1x stündlich, manchmal auch 2x stündlich für einen Toilettengang auf. Macht es dann überhaupt Sinn morgens im Bett zu messen, wenn ich zuvor oft aufgestanden bin? Ich probiere es aber natürlich aus. Bin ja für jeden Ratschlag dankbar.

    Vorgestern und gestern habe ich es über mich gebracht zwischen zwei Schlafphasen zu messen. Da war der Nüchternwert auch zu hoch (100 mg/dl). Gestern Abend habe ich die Insulineinheit von 8 auf 10 erhöht. Nach der Abendmahlzeit war der Wert bei 106 mg/dl. Nach Gabe von Insulin und Schlaf war heute der Morgenwert bei 112 mg/dl. Wenn ich 1x wöchentlich zum Diabetologen gehe, dann sehe ich es nicht vor mir, dass wir die richtige Einheitsmenge herausbekommen, sodass es noch einen großen Unterschied machen würde.