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Typ I- Sind nur die Beta- Zellen defekt?

  • Ralf

    Rang: Gast
    am 05.09.2008 08:55:43
    Hallo
    Bei einem Typ I spricht man doch davon, dass die Beta- Zellen zerstört sind. Wenn nur die zerstört sind, würde ich meinen, reagiert der Körper wie bei einen Stoffwechselgesunden auf zuviel Insulin (oder zu wenig KH) selbständig. Das macht er doch bei einen Süssen nur sehr begrenzt. Kann es sein, das gerade bei einen Typ I noch mehr als nur die Beta- Zellen defekt ist? Sonst würde der Körper doch ein wenig zuviel Insulin ausgleichen können?! Oder mache ich hier einen Denkfehler?

    Ralf
  • Hajo Janse

    Rang: Gast
    am 05.09.2008 14:44:52
    Hallo Ralf,

    Wenn die BSD kein Insulin mehr liefert wird extern Insulin zugefürht.

    Somit kan die BSD die zuviele Insulin nicht ausgleichen und sein produktion herunterfahren. Eigene produktion war schon 0.

    Deswegen kann der Körper kaum eingreifen und gibt es in Notfall die Glukagon Spritze die den Leber anregt Zucker aus zu schütten.

    LG/

    Hajo von Hajo Janse
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 05.09.2008 15:00:15
    1. die BZ-Automatik ist ein hochkomplexes System ineinander greifender Regelkreise mit der Beteiligung vieler Organe. Davon ist längst noch nicht alles bekannt und nur ein Bruchteil einigermaßen erforscht.
    Der Typ1 bezeichnet darin nur eine sehr einfach beobachtbare Defektkonstellation auf der Grundlage ihres wesentlichen Defektes - was keineswegs eine mehr oder wenigere Beteiligung einiger oder sogar aller übrigen ausschließt.

    2. die zusätzliche Zuckerausgabe, die bei Gesunden ein Zuviel an Insulin ausgleicht, funktioniert auch bei Diabetikern, auch bei Typ1. Deswegen führen Hypos im Rahmen von doppelten Bolus- oder Basalgaben zwar manchmal zum Blackout, aber der geht von selbst vorüber, wenn man ihn lässt, und hinterlässt auch außer nem Brummschädel keine negativen Reste.

    Dass beim Stoffwechselgesunden keine solchen Bläckauts zu beobachten sind, liegt nicht an der unterschiedlichen Zucker-, sondern an der unterschielichen Insulinausgabe. Denn das körpereigene Insulin wird fortlaufend sehr fein dosiert ausgegeben, also nicht alles für eine Mahlzeit auf einmal, sondern nach und nach, und wenn der BZ etwa unter Hausnummer 80 sinkt, wird die Ausgabe eingestellt. Dann kann nur noch wirken, was gerade im Umlauf ist, und das ist schon nach 10 Minuten nur noch zur Hälfte wirksam, nach weiteren 10 Minuten nur noch zu einem Viertel und nach einer halben Stunde nur noch zu einem Achtel.
    Auf diesen Wirkrahmen ist die bremsende Zuckerausgabe der Leber ausgelegt: Sie muss also nicht für ein oder zwei Stunden für mehrere BEs überschüssig wirksames Insulin ausgleichen, sondern eher das im Rahmen von ner Viertel oder weniger und für weniger als ne halbe Stunde.

    Und wenn wir INSULINER eine Hypo spüren, können wir in aller Regel sicher sein, dass unsere Leber längst auf vollen Touren anarbeitet gegen unsere schon deutlich viel zu große Überdosis :-) von Jürgen
  • WUn

    Rang: Gast
    am 05.09.2008 15:39:03
    Tolle Erklärung!!

    Danke Jürgen. Manchmal lernt man auch als Diabetiker ( 10 Jahre Typ I) noch etwas...
    ;-)
    von WUn
  • Sabine

    Rang: Gast
    am 05.09.2008 21:10:21
    Ja Jürgen, tolle Erklärung!!

    Du bist soooo schlau, ich will ein Kind von dir!! von Sabine
  • Ralf

    Rang: Gast
    am 06.09.2008 10:34:32
    Hallo Jürgen,
    danke für deine Erklärung.
    War doch aber mal interessant darüber zu "reden".

    Ralf