Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Unkontrollierte Zunahme
-
am 15.03.2021 17:58:03 | IP (Hash): 47544617
Hallo zusammen,
ich mache mir grosse Sorgen um meine Oma. Also sie mit starkem Übergewicht vor ca. 20 Jahren Diabetes bekam, nahm sie zusätzlich Medikamente, die ihr dabei halfen abzunehmen. In Kombination mit einer 1000 Kalorien pro Tag Diät hat das auch ganz hervorragend geklappt.
Diese Medikamente gingen jedoch auf die Nieren. Seit ein paar Jahren kann sie diese Medikamente nicht mehr nehmen und egal wie sehr sie auf ihre Ernährung achtet, sie nimmt einfach weiterhin zu. Gleichzeitig wird sie kleiner. All das geht so auf die Gelenke und Nerven, dass sie regelmässig so starke Schmerzen hat, dass sie nicht laufen kann. Schmerzmittel gehen auch nur bedingt wegen den Nieren.
Seit 5 Jahren hat sie ihren meinen Opa verloren. Seitdem ist sie darin aufgegangen, viel zu reisen, Zeit mit Freundinnen zu verbringen, im Sommer jeden Tag schwimmen zu gehen usw.
Sie ist so ein positiver Mensch und ich möchte irgendwie helfen, sodass sie ihre restlichen Jahre auch noch aktiv geniessen kann.
Gibt es nicht irgendein Präparat, welches beim Abnehmen hilft auch ohne auf die Nieren zu gehen?
Vielen Dank für eure HIlfe! -
am 15.03.2021 19:04:25 | IP (Hash): 1398849525
Hi
vermutlich hat sie Metformin genommen. Das hilft durchaus etwas beim Abnehmen, aber wenn sie immer noch 1000kcl essen würde, würde sie nicht zunehmen.
Wahrscheinlich auch nicht bei 1400.odee 1600kcl.
Sie wird also wahrscheinlich zu viel oder das falsche Essen, kein Vorwurf nur eine Tatsache.
Es gibt ein relativ neues Medikament - Semaglutid das hilft so gut beim abnehmen das es inzwischen auch für übergewichtige nicht Diabetiker benutzt wird.
Ob es für deine Oma verträglich ist muss natürlich der Arzt entscheiden.
Es funktioniert zum großen Teiil wohl deswegen so gut weil es einem den Appetit und den Hunger nimmt. Viele leiden auch an Verdauungsstörungen oder metallischem Geschmack.
Kurz gesagt es verkleidet einem das Essen und so nimmt man weniger kcl. Zu sich und nimmt ab.
Wie gesagt am Ende sind es die Kalorien nicht das Medikament.
-
am 15.03.2021 19:53:55 | IP (Hash): 2010165096
Hallo Maud,
was nimmt denn deine Oma jetzt für Diabetesmedikamente? Wie hat sie ihren Diabetes im Griff, wie hoch ist der Langzeitwert HbA1c?
Zum Nierenschutz ist von den neuartigen Medikamenten am besten ein SGLT2-Hemmer (z.B. Xelevia) geeignet, das meines Wissens auch bei bereits geschädigten Nieren noch gegeben werden darf. Ein SGLT2-Hemmer wird eventuell auch ein bisschn beim Abnehmen helfen, forciert aber auf keinen Fall die Zunahme. Die GLP-1-RA helfen mehr beim Abnehmen, dürfen aber wahrscheinlich bei stark geschädigten Nieren nicht mehr gegeben werden. Gehe doch mal mit deiner Oma zusammen zum Arzt und besprecht mit ihm die Möglichkeiten.
Zum Metformin und den anderen Diabetesmedikamenten noch eine Klarstellung: Die Medikamente schädigen nicht die Nieren, die werden durch den hohen BZ geschädigt. Allerdings dürfen bei entsprechend geschädigten Nieren nicht mehr gegeben werden, darunter auch Metformin.
Alles Gute für deine Oma, Rainer
____
Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 15.03.2021 21:26:21. Grund: . -
am 15.03.2021 20:31:00 | IP (Hash): 866387131
Mittel zum Abnehmen werden beworben, seit die ersten Pillen gedreht wurden. Aber bis heute hat es keines davon auf ne Liste ohne mehr oder weniger fiese Nebenwirkungen geschafft. Die Idee ist eigentlich auch biologisch völlig widersinnig, denn noch vor 100 Jahren hatten selbst in den wohlhabenden Gegenden dieser Erde die meisten Menschen nicht jeden Tag satt zu essen. Und in Form von Fett in den Schwimmhilfen speichern, was von den Mahlzeiten gerade nicht zum Betrieb des Organismus ge- und verbraucht wurde, war auch für unsere Menschheit der Schlüssel zum Überleben. Und das ist es in weiten Bereichen dieser Welt auch heute noch: Wenn es weniger zu essen gibt, als der Körper verbraucht, kann er direkt auf diese Speicher zugreifen und so Tage bis Wochen und bei den Gewichtigeren unter uns auch locker Monate überbrücken.
Das ist übrigens auch die gesündeste und vom objektiven Aufwand her günstigste Art des Abnehmens: Weniger essen, als der Organismus verbraucht. Die hat Deine Oma nach Deiner Schilderung schon mal einige Zeit mit den 1000kcal/Tag mit gutem Erfolg verprobt. Das ist auch eine sehr gute "Medizin" für Diabetes.
Seeehr gemein daran: Das Abschmelzen/Verbrauchen von den Fettreserven fällt heute 20 Jahre schwerer, weil wir auf’s Alter für unseren ganz normalen Alltagsbetrieb sehr viel weniger Energie brauchen, als eben in jüngeren Jahren.
Noch gemeiner: Dass wir uns mit immer mehr Beschwerden immer weniger bewegen und so eh schon weniger verbrauchen.
Und noch viiiiel gemeiner: Dass wir praktisch jeden Tag viiiel mehr Zeit als früher für’s Genießen von leckerem Essen haben und häufig auch viel mehr Gelegenheiten und Mittel dazu.
Wenn Deine Oma wirklich auf ihre alten Tage noch ernsthaft etwas von ihren Reserve-Kilos abschmelzen=verbrauchen will, hast Du da oben ein paar Punkte zum bedenken und diskutieren. Wobei ich mich gerade frage: Wie könnte ich, wenn ich mich an Deine Stelle denke, so ein Gespräch überhaupt anfangen, ohne verletzend zu wirken?
----------------------------------------------
Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.