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Zum HbA1c
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am 01.12.2021 22:42:49 | IP (Hash): 734611598
Schreib ich meistens falsch wie HBA1c oder einfach A1c, und dann auch meistens der HBA1c-Wert. Der Wert ist klar und hält mich aus der Diskussion um der oder das HBA1c raus.
HbA1c bezeichnet KEINEN Blutzuckerwert, sondern den Anteil der verzuckerten an den roten Blutkörperchen. Die sich davon schon am ersten Tag ihres Lebens eine Verzuckerung eingefangen haben, müssen damit noch 80-120 Tage schwimmen. Von denen, die am 79. verzuckern, brauchen manche nur noch einen Tag und manche noch 41 Tage und viele dazwischen.
Und immer wenn anstelle eines verzuckerten alten, das dann abgebaut wird, ein neues unverzuckertes Blutkörperchen in sein kurzes Leben schwimmt, sinkt der HbA1c-Wert um dieses winzige Teilchen, wenigstens bis das seine eigene bleibende Verzuckerung hat.
Schon damit ist praktisch ganz klar: Eine messbare Veränderung im HbA1c ist von einem Tag auf den anderen rein biologisch völlig unmöglich.
Selbst wenn man seinen Blutzucker in einem Tag nach 6 Monaten tagesdurchschnittlich 200 auf tagesdurchschnittlich 100 mg/dl absenkt und dann weiter so hält, lässt sich am Tag nach der Absenkung noch gar kein Unterschied zu vorher messen und vielleicht eine Woche weiter ein erster kleiner Ansatz. Nach 4-6 Wochen um die Hälfte usw.
Geht andersrum genauso. Es kommt immer wieder vor, dass neu erkrankte Menschen mit Typ 1 und Ketoazidose mit Blutzucker bei 300-400 mg/dl ins kranke Haus kommen und da bei den Routine-Untersuchungen ein HbA1c Wert um 5 bestimmt wird. Denn der Blutzucker kann locker in 14 Tagen von tagesdurchschnittlich um 80 oder noch weniger auf eben 300-400 und mehr ansteigen. Aber der HbA1c Wert braucht zum nachfolgen halt seine Wochen.
Deswegen heißt das Ding ja auch Langzeitwert und nicht kurzzeitlicher Durchschnitt. Und deswegen geben Ärzte ihre Blutproben für die HbA1c-Bestimmung ins Labor oder kaufen zunehmend teure Geräte zur Bestimmung in der eigenen Praxis, statt einfach die HbA1c-Berechnungen unserer Testgeräte zu nehmen oder son HbA1c-Rechner aus dem Netz.
https://de.wikipedia.org/wiki/HbA1c für noch ein bisschen mehr Info.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 02.12.2021 09:34:30 | IP (Hash): 2089709779
Schade dass er in der Diagnose so ungenau ist -
am 02.12.2021 11:53:04 | IP (Hash): 558533286
Keiner der Diagnose-Werte bezeichnet einen Punkt, an dem ein Diabetes Mellitus mit einer beobachtbaren physiologischen Veränderung beginnt.
Alle 3 sind willkürlich nach der Statistik definierte und gesetzte Werte. Alle messerschaften Schlussfolgerungen, dass darunter physiologisch gesund und darüber physiologisch krank sei, sind schlicht völlig daneben.
Historisch war als erster der morgendliche Nüchternwert. Mit dem kann jemand um 6.30 Uhr völlig gesund sein, um 7.30 Prädiabetes haben und um 8.30 Uhr voll entwickelten Diabetes. Das Dawn Phänomen macht’s möglich.
Zum Nüchterntest musste man bis in die Mitte der 80ger Jahre des vorigen Jahrhunderts ins nächste kranke Haus mit Labor. Hatte also da häufig schon ne halbe bis ne Stunde Wegs mit entsprechendem Einfluss auf den BZ hinter sich.
Der oGTT beginnt seinen allgemeinen Einsatz erst mit der BZ-Testmöglichkeit in den Praxen ab Mitte der 80ger Jahre. Damit entfielen die meisten längeren Wege zum Test.
Und schon von damals an wurde von Genauigkeits-Fans beklagt, dass einige der positiven Diagnosen mit dem morgendlichen Nüchternwert mit dem 2-Stunden-Wert noch negativ waren und ebenso einige der mit dem 2-Stunden-Wert positiven mit dem Nüchternwert noch negativ.
Klar wurde von Anfang an in Fachkreisen drum gestritten, mit welcher Methode mehr positive entdeckt wurden, aber die beobachtbaren Unterschiede hatten ja keinerlei Wirkung auf die praktische Behandlung. Denn die setzt noch heute - s. DDG Leitlinien - praktisch erst in einem Entwicklungsstadium des Diabetes ein, zu dem die Diagnose mit beiden Methoden längst positiv ist.
Und schließlich gilt DAS auch für die als letzte zur Diagnose anerkannte Methode, eben per HbA1c.
Im Grunde ist das tatsächlich die am nächsten an der Behandlungspraxis, denn die setzt bei den meisten Ärzten in D ja man gerade mit HbA1c 6,5 sehr zaghaft ein.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.