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Kurze Vorstellung und Frage zum Typ
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am 01.07.2022 21:56:36 | IP (Hash): 1057727648
Hallo zusammen ich bin neu hier und habe gleich mal ein paar Fragen :-)
Über mich: Mein Name ist Martin ich bin 31 Jahre alt und ich wurde im Februar 2022 mit Diabetes Typ 1 (?) diagnostiziert.
Ich bin selber zum Hausarzt hin, nachdem ich mich über eine längere Zeit schlapp fühlte und ich oft zur Toilette gehen musste und auch ein paar Kilos verloren habe und viel Durst hatte. Nachdem dann ein Nüchternblutzucker von 340 sowie Ketonkörper im Urin festgestellt wurden, ging es dann erst einmal ins Krankenhaus...
Dort wurde ich dann mit Novo Rapid und Toujeo (Basalrate beträgt 25) eingestellt.
So, 4 Monate später: Mein hb1ac ist mittlerweile bei 6,0 und ich komme eigentlich ganz gut zurecht, allerdings frage ich mich immer noch ob ich wirklich Typ 1 bin, weil die aus dem KH nachgereichten Antikörpertests (anti-gad, Zink, IA2) waren alle negativ. Das C-Peptid war bei 0,9. Meine Diabetologin glaubt ich wäre "Typ 1 B".
Folgende "Auffälligkeiten" zu meinen Diabetes sind mir noch aufgefallen:
1. Morgens geht der Blutzucker ohne Frühstück hoch, ich muss also wenn ich das Frühstück weglasse ca. die gleiche Menge an Novo Rapid spritzen, als wenn ich mein Brötchen oder Brot esse.
2. Selbst bei sehr kohlenhydratreichen Mahlzeiten brauche ich nicht mehr als 10 Einheiten Novo Rapid um unter 140 zu gelangen. Selbst wenn die Mahlzeit "rechnerisch" bei 15 Einheiten liegt.
3. Probleme mit Unterzuckerungen habe ich so gut wie nie, außer wenn ich explizit einen Fehler bei der Bolusberechnung mache. "Einfach so" bzw. nur durch das Basal unterzuckere ich nie.
4. Leider habe ich mich vor meiner Diagnose jahrelang sehr ungesund ernährt. So wurde fast jeden Tag Cola und Co. getrunken... was ja eigentlich eher für Typ 2 spricht. Zugenommen habe ich dadurch aber nie. Die süßen Getränke lasse ich jetzt selbstverständlich ganz weg.
Was würden die Expertinnen und Experten hier einschätzen? Danke schon einmal für eure Hilfe.
Bearbeitet von User am 01.07.2022 22:04:30. Grund: falsches Wort -
am 01.07.2022 22:14:20 | IP (Hash): 2074459850
Und was erwartest Du jetzt von einer neuen/anderen Typen-Einordnung?
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 01.07.2022 22:49:55 | IP (Hash): 1057727648
Hallo Jürgen,
mich würde es halt einfach interessieren vor allem das "warum", insbesondere ob meine vorherige, ungesunde Ernährung, irgendwie für meinen Diabetes verantwortlich sein könnte. Ich habe ja ein niedriges C-Peptid aber keine Antikörper, ist es möglich, dass sich die Betazellen gewissermaßen "kaputtgeschufftet" haben?
Meine Frage zielt hingegen nicht darauf ab, dass ich hoffe Tabletten wie Metformin schlucken zu können, anstatt Insulin zu spritzen. Ich habe mich mittlerweile an die Insulintherapie gewöhnt und die Typ 2 Diabetiker mit Tabletten die ich kenne haben allesamt einen schlechteren hb1ac als ich als Insulinpflichtiger. -
am 01.07.2022 23:11:16 | IP (Hash): 2074459850
Wenn Du willst, magst Du dir gern vorstellen, dass Du Deinen Diabetes mit Deiner Ernährung verbockt hast.
Die Mehrzahl aller Typ 2 ist zwar dick, NUR die weit überwiegende Mehrzahl aller Dicken hat und kriegt keinen Diabetes Typ 2. Sagt recht logisch, dass Dick eher mit Typ 2 kommt.
Ich habe Typ 2 seit über 30 Jahren und vor 8 Jahren 25 von 96 kg abgeschmolzen, ohne dafür messbarer weniger Insulin außer dem für den Bolus wg Wenigeressen einzusparen.
Und wenn ich 10 BE esse, muss ich dafür im Schnitt 30 IE Apidra reindrücken.
Dass Typ 2 sich ihren Diabetes anfressen, halte ich für die überhebliche Typ 1 basierte Sicht der Diabetologie.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
Lena8107
Rang: Gastam 01.07.2022 23:15:43 | IP (Hash): 1575046744
Die Diagnose wird schon stimmen.
Man muss nicht zwangsläufig durchgehend Antikörper haben.
Im Grunde genommen ist‘s auch egal.
Du hast einen Insulinmangel und den kann man nur mit Insulin behandeln.
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am 01.07.2022 23:23:29 | IP (Hash): 1057727648
Danke für deine Antwort.
Wollte nicht überheblich sein, falls das so geklungen hat.
Nur beim Hausarzt und im KH wurde mir halt als erstes gesagt.
"Bei Ihren Gewicht können Sie eigentlich kein Typ 2 haben"... "Außerdem haben Sie Ketonkörper, dass kommt fast nur bei Typ 1 vor".
... und dann waren die Antikörper doch negativ.
Hattest du dich denn vor deiner Diagnose irgendwie "ungesund" ernährt?
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am 02.07.2022 08:48:03 | IP (Hash): 527468597
Die Diagnose liegt jetzt ja schon einige Monate zurück. Inzwischen haben sich durch das Insulin deine Betas wieder etwas erholt (der C-Peptid war doch vom Zeitpunkt der Diagnose, oder?) und helfen jetzt mit.
Und jetzt zu deinen Fragen:
Martin115 schrieb:
1. Morgens geht der Blutzucker ohne Frühstück hoch, ich muss also wenn ich das Frühstück weglasse ca. die gleiche Menge an Novo Rapid spritzen, als wenn ich mein Brötchen oder Brot esse.
Das mit dem morgendlichen Anstieg kennen vielen:
Da gibt es das Dawn-Phänomen, dass den Blutzucker in den ganz frühen Morgenstunden ansteigen lässt (durch Hormonausschüttungen wie z.B. Cortisol) und den Get-Up-Effekt nach den Aufstehen (z.B. Adrenalin).
Das plus die Kohlenhydrate schaffen deine Betas nicht mehr. Bei Unterstützung mit Insulin klappt es noch ganz gut.
Martin115 schrieb:
2. Selbst bei sehr kohlenhydratreichen Mahlzeiten brauche ich nicht mehr als 10 Einheiten Novo Rapid um unter 140 zu gelangen. Selbst wenn die Mahlzeit "rechnerisch" bei 15 Einheiten liegt.
Deine Betas helfen im Moment wahrscheinlich wieder/noch mit.
Martin115 schrieb:
3. Probleme mit Unterzuckerungen habe ich so gut wie nie, außer wenn ich explizit einen Fehler bei der Bolusberechnung mache. "Einfach so" bzw. nur durch das Basal unterzuckere ich nie.
Genau so soll es sein! Super!
Martin115 schrieb:
4. Leider habe ich mich vor meiner Diagnose jahrelang sehr ungesund ernährt. So wurde fast jeden Tag Cola und Co. getrunken... was ja eigentlich eher für Typ 2 spricht. Zugenommen habe ich dadurch aber nie. Die süßen Getränke lasse ich jetzt selbstverständlich ganz weg.
Deine Ernährung hat den Diabetes evtl. etwas in seiner Entwicklung beschleunigt, aber höchstwahrscheinlich nicht verursacht...
Bearbeitet von User am 02.07.2022 08:51:02. Grund: Korrektur1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 02.07.2022 14:38:30 | IP (Hash): 1493976318
Hallo Heike, danke für deine Antwort.
Das C-Peptid von 0,9 war bei der Diagnose.
Morgens wache ich meistens nüchtern im Bereich zwischen 120-140 auf. Ist das noch "akzeptabel" oder sollte ich die Basalrate erhöhen? Wenn ich dann anschließend nicht frühstücken würde, steigt der Blutzucker ohne zusätzlichen Bolus in den nächsten zwei Stunden auf 170 an.
Abends beträgt der Nüchternwert vorm Abendbrot so bei 100-110.
Meine Urgroßmutter und Großmutter hatten übrigens im Alter alle insulinpflichtigen Diabetes. Wurde damals als Typ 2 eingestuft. -
am 02.07.2022 14:38:30 | IP (Hash): 1493976318
gelöscht
Bearbeitet von User am 02.07.2022 14:39:26. Grund: doppelt. -
am 02.07.2022 17:35:07 | IP (Hash): 1817223270
Was für mich akzeptabel ist, entscheide ich. Allerdings hab ich "ein paar" Jahre bis zu dieser Einstellung gebraucht ;)
Mein BZ ist über viele Jahre auch morgens immer munter angestiegen, auch bei HbA1c 5,2 und bei der Nacht um 70 mg/dl so ab 4-5 Uhr immer munterer bis auf 150 um 8 und bis 9 noch mehr. Basal erhöhen schien mir bei um 70 in der Nacht nicht mehr sicher. Also hab ich morgens um 6 noch auf der Bettkante 4 IE Bolus gespritzt, wird allgemein Gupf genannt, und damit ging’s in der Folge auch ohne Essen nicht mehr über 100 :)
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 06.07.2022 21:17:56 | IP (Hash): 2101874685
Danke noch einmal für euren Input:
Ich habe mir nun einen Free Style Libre 3 zum kostenlosen Testen geholt.
Was mir aufhält:
Der Sensor zeigt bei mir leider stets ca. 20-30 zu hoch an und schießt beim Absinken nach dem Essen gerne mal übers Zeil hinaus und gibt bei 70 Alarm obwohl ich blutig bei 100 bin. Teilweise erkennt wohl der Sensor dann selber, dass dieser Wert unlogisch war und löscht den Wert später wieder aus der Kurve raus.
In der Nacht ist meine Kurve sehr stabil, mit Schwankungen von max. +/-15.
Was mir nicht gefällt ist meine Kurve direkt nach dem Essen. Diese erinnert mich eher an den ersten Drop einer Achterbahn mit Werten von teilweise 220. Vielleicht sollte ich doch einen SEA einhalten?
Nochmal eine Frage zur den Unterzuckerungen: Mich wundert es wirklich dass ich sie nur bei fehlerhafter Bolusberechnung habe. Ich habe nach der Diagnose so viel im Internet gelesen von Leute die mehr oder weniger permanent "grundlos" unterzuckern bzw. schon nach einem kleinen Spaziergang und schon mehre Notarzteinsätze deswegen hatten oder sich Glucagon spritzen (lassen) mussten. Und ich habe da wirklich nur bei "Selbstverschulden" Probleme mit.
Danke schon einmal.
Bearbeitet von User am 06.07.2022 21:21:25. Grund: Rechtschreibung