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Unterschiede insulinpflichtiger Typ 1/Lada/Typ 2

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    Mitglied seit: 01.07.2022
    am 23.08.2022 23:51:16 | IP (Hash): 85778258
    Hallo zusammen,


    mich würde mal interessieren, ob es irgendwelche konkreten "Unterschiede" bei der Handhabung von insulinpflichtigen Typ 1, Lada und Typ 2 gibt, von einer etwaigen Restproduktion mal abgesehen?

    Sind manche Typen "stabiler", also ohne größere Schwankungen von der Einstellung her oder ist es letztendlich kein großer Unterschied wenn man Insulin spritzen muss?
    Frage weil mich es doch verwundert, dass viele so einen unterschiedlichen Verlauf zu haben scheinen. Manche schwanken täglich extrem von Unterzucker bis über 300, manche (zum Glück auch ich), haben einen relativ stabilen Verlauf und maximal kleine Ausreißer nach den Mahlzeiten nach oben.
    Bearbeitet von User am 23.08.2022 23:54:24. Grund: Rechtschreibung.
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    am 24.08.2022 10:48:05 | IP (Hash): 782501515
    Typ2 haben meist dauerhaft, Typ1 Lada noch eine zeitlang eine Restfunktion. Damit ist der Blutzucker deutlich stabiler. Bei einigen mit Typ1 Lada kommt es aber auch dazu, dass mal die Restfunktion mithilft, mal nicht. Und es deshalb auch etwas schwierig wird.

    Hat man gar keine Restfunktion mehr (Typ1), dann wirkt sich vieles viel stärker im Blutzucker aus, wie schlechter Schlaf, Stress, Schmerzen, Zyklusphasen, Jahreszeit, ...
    Auch bei Fehlern bspw. Insulin vergessen oder verschätzt, kann eine vorhandene Restfunktion noch helfen. Bei Typ1 werden solchen Fehler viel deutlicher sichtbar.

    Typ2 hat die Insulinresistenz, so dass Betroffene deutlich höhere Mengen Insulin benötigen. Darum sind Typ1 und Typ2 auch zwei komplett unterschiedliche Krankheiten mit unterschiedlichen Anforderungen, auch wenn sie beide mit Insulin behandelt werden.
    Du brauchst nur im Forum zu lesen, bei einigen Themen gab es ziemlich Streit zwischen Typ1 und Typ2 Fraktionen, weil es einfach starke Unterschiede gibt.
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    am 24.08.2022 12:41:21 | IP (Hash): 346895096
    Mein Arzt hatte mir das damals so erklärt. Für ihn spielt der Typ gar keine Rolle mehr, weil die Behandlung mit Insulin auch individuell ist und nicht vom Typ abhängig ist.

    Denn auch beim Typ 2 kann es von voller Insulinproduktion bis gar keiner Insulinproduktion reichen. Der Grund ist nur ein anderer. Im späteren Verlauf kann es aber beim Typ 2 auf Grund der Resistenz noch zu höheren Einheiten kommen, die ein Patient braucht, aber auch beim Typ1/ Lada soll sich eine Art Gewöhungseffekt einstellen.

    Es gibt für mich auch keine Fraktion Typ1 oder Typ2.. Typ 2 wird nur nachgesagt, den Diabetes eher selbst verschuldet zu haben. Wobei das Blödsinn ist.

    Das Gewicht und der Blutdruck oder das Cholesterin kann auch bei Typ 2 völlig normal sein. Und auch das Alter ist kein Indiz.
    Bei mir sind es nur noch die Cholesterinwerte, die noch für Typ 2 sprechen Aber die waren auch schon vor dem Diabetes so hoch... Weiterhin fehlen mir die Antikörper für Typ1 oder Lada. Wenn ich irgendwo den Diabetes angebe, muß ich immer die Leute oder Ärzte korrigieren, weil die immer von Typ1 bei mir ausgehen.. :D

    Grüße
    Laurana
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    am 24.08.2022 13:40:42 | IP (Hash): 1109753274
    Praktisch wie Laurana: Aus meiner Sicht gibt es unter uns INSULINERn nur graduelle Unterschiede.
    So brauchen die meisten mit Typ 1 und Lada, die ich kenne, 0,5 bis 3 IE pro BE, und die meisten mit Typ 2 in meinen Umfeldern 3 bis 10 IE pro BE.

    Bei uns allen hat die Menge vom Insulin zum Essen gepasst, wenn nach dem Auswirken von beidem wieder etwa der BZ von vor dem Essen erreicht und gehalten wird.
    An der Stelle scheiden sich nach meiner Erfahrung viele Geister. Denn viele pochen auf die Wirkzeiten, mit denen z.B. die Bolus-Insuline beworben werden. Die sind nun mal mit kleinen Mengen bei Menschen mit Typ 1 vergleichsweise kurz. Dass sie sich schon mit Typ 1 mit größeren Mengen verlängern, wird selten dargestellt. Und wo noch immer in aller Regel nur vor dem Essen gemessen wird, kommt ne Hypo 3 Stunden nach dem Essen schon aus heiterem Himmel, wo man doch ein Bolus-Insulin verwendet, das mit dem Wirkeintritt sofort nach dem Essen und mit nur 2 Stunden Wirksamkeit beworben wird.

    Dabei haben wir mit Typ 2 schon mit gleichen Mengen an IEs die längeren Wirkzeiten. Wenn beim Typ 1 Kollegen die 5 IE Apidra schon in einer schönen waagerechten Linie am Libre auslaufen, sind die bei mir noch immer langsam am Sinken. Dabei hat der dafür 1 dicke Scheibe Rosinenstuten gegessen und ich vom gleichen nur ne halbe.

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 24.08.2022 19:35:18 | IP (Hash): 489062786
    @ Laurana: Ja Danke für deinen Beitrag,

    im Grunde fast wie bei mir: Keine Antikörper aber ansonsten alles was für Typ 1 oder Lada sprechen würde (niedriges C-Peptid siehe auch Vorstellungsthread).

    @ Jürgen: Brauche momentan relativ wenig Insulin. 1 BE = 1 IE plus 25 Basal Toujeo. Die Wirkdauer von Novo Rapid kann ich sehr gut am free style libre nachverfolgen. Bei mir ist der Höhepunkt 1-1:30 h nach dem Spritzen, spätestens nach 2 h ist es, zumindest bei mir, "raus".

    Edit:

    Da fällt mir aus meiner Schulung gerade noch eine junge Frau ein: 20 Jahre jung, schlank und insulinpflichtiger Diabetes Typ 2. Leider scheinen viele in der Tat noch das Vorurteil Typ 2 = Fett, alt und ungesunde Ernährung, am besten alles zusammen, im Kopf zu haben...


    Bearbeitet von User am 24.08.2022 19:54:14. Grund: .
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    am 27.08.2022 00:24:51 | IP (Hash): 1682505950
    Es gibt mittlerweile auch Ansätze, statt Typ1, 2 und 3 Diabetes das ganze in 5 Formen einzuteilen

    - schwerer Autoimmun-Diabetes (klassische Typ1 und Typ1 LADA mit Antikörpernachweis)
    - schwerer Insulinmangel-betonter Diabetes (in meinen Augen müssten hier verschiedene Diabetesformen hineingeordnet werden, Insulinmangel bei Typ3 Diabetes, aber auch Typ1 ohne Antikörpernachweis (Typ1b) genauso wie Personen, wo etliches für Typ1 Lada spricht, die aber keine Antikörper nachgewiesen haben können und deswegen entweder die Diagnose Typ1 Lada oder Typ2 bekommen haben, je nach Arzt)
    - schwerer Insulinresistenz-betonter Diabetes (Typ2)
    - moderater Übergewichtsdiabetes (Typ2)
    - moderater Altersdiabetes (Typ2)

    Übersicht siehe auch bspw. hier:
    https://www.diabinfo.de/nachrichten/article/gelingt-die-einteilung-in-5-diabetes-subtypen-mit-klinischen-routinedaten.html

    Übrigens noch was, bei Typ1/Typ1 Lada stellt sich kein Gewöhnungseffekt ein. Sondern auch Patienten mit Typ1 bzw. Typ1 Lada können genauso wie alle anderen Menschen auch (zusätzlich) an Typ2 Diabetes erkranken, insb. beim Vorliegen der allgemeinen Typ2 Risikofaktoren. Dann haben diese einen sogenannten Doppeldiabetes, brauchen sehr hohe Insulindosen und können von einigen Typ2 Medikamenten zusätzlich profitieren, neben dem Insulin.

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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 28.08.2022 23:26:10 | IP (Hash): 196415975
    July95 schrieb:
    Es gibt mittlerweile auch Ansätze, statt Typ1, 2 und 3 Diabetes das ganze in 5 Formen einzuteilen
    - schwerer Autoimmun-Diabetes (klassische Typ1 und Typ1 LADA mit Antikörpernachweis)
    - schwerer Insulinmangel-betonter Diabetes (...)
    - schwerer Insulinresistenz-betonter Diabetes (Typ2)
    - moderater Übergewichtsdiabetes (Typ2)
    - moderater Altersdiabetes (Typ2)
    Übersicht siehe auch bspw. hier:
    https://www.diabinfo.de/nachrichten/article/gelingt-die-einteilung-in-5-diabetes-subtypen-mit-klinischen-routinedaten.html

    Und hier noch ein Artikel, der für verschiedenen Gruppen auch unterschiedliche Risikoprofile für Folgeerkrankungen aus statistischen Daten ermittelt;
    https://www.medmedia.at/diabetes-forum/eine-neue-diabetesklassifikation-fuer-praeziseres-management/

    Hier die Kurzfassung aus der Legende zur Abb. 2:
    Die Endotypen weise unterschiedliche Grade der Therapieintensität und der Risikoprofile auf:
    - schwerer Autoimmun-Diabetes (SAID): Autoimmunität;
    - schwerer Insulinmangel-betonter Diabetes (SIDD): Neuropathie, Retinopathie, erektile Disfunktion;
    - schwerer Insulinresistenz-betonter Diabetes (SIRD): NAFLD, Nephropathie, erektile Disfunktion, und evtl. kardiovaskuläres Risiko;

    Das ist ein interessanter Versuch, die verschiedenen Formen von Diabetes in ein besseres Behandlungsschema zu bekommen. Allerdings erscheint er noch nicht ausgereift, MODY (moderat, meistens ohne Übergewicht, bereits in jüngeren Alter) lässt sich z.B. nirgends nicht einordnen.

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 28.08.2022 23:32:30. Grund: BBCodes
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    Mitglied seit: 12.08.2022
    am 29.08.2022 07:19:24 | IP (Hash): 929424554
    Typ 2 hat genügend Insulin, das wirkt aber nicht mehr.
    Typ 1 ist ein Insulinmangeldiabetes, Auslöser ggfs. Virusinfektion.
    Bei mir war es eine Gürtelrose, ca. 1,5 Jahre später die Diagnose LADA.
    Vergangenes Jahr hohe BZ-Werte mit einer Dauer-Ketoazidose (Aceton lässt sich mit Ketosticks nachweisen.
    Der Insulinbedarf ist deutlich gestiegen : Basal von 4 auf 12 i.E., die Faktoren auf 3, 2, 3,5..
    Typ 3 ist, wenn die
    Bauchspeicheldrüse komplett versagt, bei mir liegen vermutlich leigen die Gänge für die Verdauungsenzyme so ungünstig, daß die sich quasi selbst verdaut hat.
    Kreon muss ich deswegen einnehmen, das ist ein Fettverdauungsenzym
    Bearbeitet von User am 29.08.2022 07:20:43. Grund: Korrektur