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Blutzucker beim Sport
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am 31.08.2022 10:48:12 | IP (Hash): 160582365
Hallo zusammen,
ich bin m/41, seit 4 Monaten mit Typ 2 Diabetes diagnostiziert worden (HbA1c 7,7). Da ich 2021 noch einen Glukosetoleranztest "bestanden" habe, besteht der Diabetes an sich seit höchstens 1 Jahr. Ich habe nun mit Ernährungsumstellung und Sport den HbA1c auf 5,6 gesenkt, nehme derzeit keine Medikamente. Habe ca. 12 kg abgenommen (von 87 kg auf 75 kg bei 185 cm, also auch vorher nicht richtig dick). Entgegen der ärztlichen Beratung ("Blutzucker messen bringt Ihnen nichts, ich würde es nicht machen") habe ich mir den Libre 3 besorgt, weil ich den BZ Verlauf nach Mahlzeiten, Sport, etc. messen will um mich noch besser einzustellen. Zu meiner Überraschung verläuft dieser beim Sport (nüchtern Joggen, Radfahren) genauso wie bei einer kohlenhydratreichen Mahlzeit - er steigt über die gesamte sportliche Betätigung von ca. 120 auf ca. 150, fällt danach wieder ab. Ich bin nun bzgl. der sportlichen Betätigung sehr verunsichert, weil das nicht Sinn der Sache ist, dass der Blutzucker da dermaßen ansteigt. Ich vermute dass die Leber unkontrolliert Glukose ausschüttet und überlege ob doch Metformin helfen könnte, dieses "Fehlverhalten" zu stoppen (will andererseits auch nicht zu früh mit Medikamenten anfangen).
Danke für eure Meinungen. -
am 31.08.2022 11:26:57 | IP (Hash): 389568799
gdmircea schrieb:
Zu meiner Überraschung verläuft dieser beim Sport (nüchtern Joggen, Radfahren) genauso wie bei einer kohlenhydratreichen Mahlzeit - er steigt über die gesamte sportliche Betätigung von ca. 120 auf ca. 150, fällt danach wieder ab. Ich bin nun bzgl. der sportlichen Betätigung sehr verunsichert, weil das nicht Sinn der Sache ist, dass der Blutzucker da dermaßen ansteigt. Ich vermute dass die Leber unkontrolliert Glukose ausschüttet und überlege ob doch Metformin helfen könnte, dieses "Fehlverhalten" zu stoppen (will andererseits auch nicht zu früh mit Medikamenten anfangen).
Hallo gdmircea,
ja, bei manchen steigt bei Sport der BZ an, weil durch Stresshormone die Ausschüttung von zusätzlicher Glukose aus der Leber angeregt wird. Langfristig ist Sport trotzdem, auch bei so einem temporär ungünstigen Einfluss auf den BZ, sehr wertvoll, um den Diabetes gut im Griff zu behalten.
Der Versuch mit Metformin wäre eine Möglichkeit. Ich würde allerdings bei deinen Werten nur deshalb nicht zum Metformin greifen. Die 150mg/dl sind ein Wert, den ich nach den Mahlzeiten durchaus akzeptieren würde. Warum dann nicht auch nach dem Sport?
Herzlichen Glückwunsch zu deinem bisherigen Erfolg, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 31.08.2022 12:59:01. Grund: BBCodes -
am 31.08.2022 11:38:00 | IP (Hash): 592156173
Hallo,
es kommt auch darauf an, wie fit man ist und wie stark die körperliche Belastung beim Sport ist.
Vielleicht solltest du einen Gang runter schalten ?!
Du kannst das ja mal testen, anstatt morgens zu Joggen einfach mal nur schnell zu gehen.
Bei zu hoher sportlicher Belastung schüttet der Körper vermehrt Stresshormone aus,
die den Blutzucker ansteigen lassen können.
Manchmal ist weniger mehr.
Viele Grüße -
am 31.08.2022 15:31:27 | IP (Hash): 1994271761
Gratuliere zum SUPER Start in Deine Typ 2 Karriere! Aber auch wenn Du Deinen Typ 2 jetzt HbA1c mäßig wieder praktisch im Lot hast, bleibt die Störung in der BZ-Steuerung.
Klar, in der Leber. Denn weder Glukose noch Insulin geht irgendwie um sie rum in den Ganzkörper-Umlauf, nur durch sie hindurch. Und auch nicht in der dicken Pipeline, sondern voll durch’s Gewebe. In dicken Pipelines gesammelt wird erst wieder am Ausgang.
Der Steuer-Defekt lässt sich mit Bewegung am wirksamsten direkt nach den Mahlzeiten ausgleichen. Die gleiche Art und Menge an Bewegung, die nach dem Essen den BZ nur zu einem kleinen Hügel ansteigen und dann wieder schön gesund absinken lässt, sorgt vor der Mahlzeit eingesetzt für nen munteren Anstieg.
Meine Erklärung: Mit dem Durchgang der Glukose durch die Darmwand wird das Insulin dafür bestellt, und dann treffen sich die Glukose und ihr Insulin auf dem kurzen Weg in die Leber in der Pfortader. In der Leber werden beide verarbeitet und aufbereitet und am Ende dieses Prozesses zur Versorgung des Organismus in den Ganzkörper-Umlauf gegeben.
Bewegung beschleunigt je nach Intensität den Umlauf im Vergleich zum Ruhemodus um bis zum Faktor 5. Aber schon mit dem Faktor 2 trifft das Insulin in seiner kurzen Wirkzeit (einmal im Blut Halbwertzeit knappe 5 Minuten) auf die doppelte Menge an Zielzellen und kann so sehr viel mehr bewirken, als im Ruhe-Modus. Und wirksam ist diese Beschleunigung auch schon und besonders in der Leber, so dass die mit der so sehr praktisch verstärkten Insulin-Wirkung in der Folge schön im gesunden Rahmen ausgeben kann :)
Klar funzt die Beschlunigung auch vor dem Essen. Aber vor dem Essen überwiegen dann offenbar die BZ-steigernden Wirkungen, und es ist nicht so schön viel Insulin zum Verstärken in Umlauf.
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 01.09.2022 08:06:03 | IP (Hash): 605225793
hjt_Jürgen schrieb:
... Mit dem Durchgang der Glukose durch die Darmwand wird das Insulin dafür bestellt, und dann treffen sich die Glukose und ihr Insulin auf dem kurzen Weg in die Leber in der Pfortader. In der Leber werden beide verarbeitet und aufbereitet und am Ende dieses Prozesses zur Versorgung des Organismus in den Ganzkörper-Umlauf gegeben. ...
Da du alles immer so wunderbar erklären kannst und auf alles eine Antwort hast, solltest du mal überlegen ob du nicht ein Buch darüber schreibst? Diese ganzen "Fachbücher" mit ihrem "Fachchinesisch" versteht doch eh keiner. Du bringst das klar und verständlich rüber! Also überleg doch mal... -
am 01.09.2022 12:59:48 | IP (Hash): 997249249
Danke für die Blumen! Aber Du hast hier bestimmt sehr häufig das völlige Gegenteil gelesen - wie ich wenigstens manchmal finde, durchaus auch zu Recht, denn ich kann auch kompliziert.
Ich bräuchte daher an solchen Stellen Hilfe, die mein Kompliziert in Einfach übersetzen hilft.
Alle Bücher, die ich bis jetzt zu Diabetes kenne, fangen bei Adam & Eva an. Das ist zwar langweilig, aber ich kann mir auch keinen anderen Einstieg vorstellen. Vielleicht überlegst Du einfach mal, wie viel Vorwissen dafür notwendig ist, die Erläuterungen hier zu verstehen, die Du da gerade belobigt hast?
Irgendwie müsste möglich sein, so einen notwendigen allgemeinen Einstieg zu ner Art Netz zu spinnen, in dem sich zu speziellen Fragen einzelne Beiträge erschließen und zu denen dann weitere usw. Ideal auf ner Mindmap, die zeigt, wo im gesamten Zusammenhang man sich gerade befindet, und was sich von dort jeweils weiter erschließen lässt, ideal mit nem Klick darauf. Bei sonem Projekt würde ich gerne mitmachen wollen :)
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.