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Frage zu SEA mit Fiasp

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    am 20.09.2022 13:02:05 | IP (Hash): 1506965715
    Hallo zusammen,

    war jetzt schon lange nicht mehr hier, da nichts nennenswertes zu berichten oder beizutragen. Bis jetzt. Ich habe seit einiger Zeit das Phänomen, dass mein Blutzucker nach Gabe von Fiasp erst stark in die Höhe schießt und dann nach in etwa zweieinhalb Stunden so richtig schön in den Keller rutscht. Bspw. von 90 auf 175 und dann 2,5 Std später 45 mg/dl. SEA war bei gut 15 Minuten. Heute habe ich sogar ganze 30 Minuten gewartet zwischen Essen und Spritzen mit einem ähnlichen Effekt. Das war früher nicht so, sondern ist erst seit einigen Wochen der Fall. Früher hat mir der SEA von 5-10 Minuten immer gereicht, ich hatte dabei kaum Spitzen.

    Das einzige, das mir einfällt, woran das liegen könnte: ich muss seit einiger Zeit auch Kreon (35k) nehmen, da bei mir nun auch noch ein Verdacht auf die exokrine Pankreasinsuffizienz besteht. Kann es vllt damit zusammenhängen, dass die Nahrung schneller verdaut wird mit Kreon und das Insulin nicht hinterherkommt?

    Ein weitere Beobachtung: der Blutzucker geht nach dem Spritzen (auch nach 30 Minuten) nicht wirklich runter (bewegt sich immer so um die 100 mg/dl).

    Hat da jemand vllt. eine Idee? Hat es was mit Kreon zu tun oder habe ich eine Insulinresistenz entwickelt?

    Mein Gastro konnte mir dazu nichts sagen und Diabetologen sehe ich erst im November wieder.

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    LG, Ron (Diabetes Typ 1 (LADA) seit 7/2020, mit 39j)
    Bearbeitet von User am 20.09.2022 13:47:52. Grund: Wichtige Info Vergessen.
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    am 20.09.2022 16:10:53 | IP (Hash): 1209184577
    Wenn auf 45 runter, war der Bolus zu groß. Erst Bolus passend, dann Spitze ausgleichen.

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    Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 20.09.2022 16:15:26 | IP (Hash): 422506599
    Hallo Jürgen,

    vielen Dank, das beantwortet aber nur einen Teil meiner Frage. Wie kriege ich die Spitze weg? Ich meine, wenn ich den Bolus reduziere, wird der pp. Blutzucker ja noch höher gehen, bevor er absinkt. Ich rätsel' gerade, ob das mit dem SEA etwas zu tun hat bedingt durch irgendeine Resistenz oder bedingt durch schnellere Verdauung durch Kreon...

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    LG, Ron (Diabetes Typ 1 (LADA) seit 7/2020, mit 39j)
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    am 20.09.2022 18:13:48 | IP (Hash): 818745449
    Weniger Bolus macht mit selbem Essen höhere Spitze.
    Die Spitze geht meistens nur zum Teil mit SEA auszugleichen. Weiterer Ausgleich geht mit Aufteilen der Mahlzeit auf 2 Raten mit wenigstens ner halben Stunde Pause. Und dann kommen die Möglichkeiten, die hier bei Essig usw diskutiert werden.


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    Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 21.09.2022 10:29:26 | IP (Hash): 1506965715

    Das könnte ich versuchen, ist aber gerade mittags eher schwer in meinen Alltag zu integrieren, idR habe ich nur eine halbe Std Zeit zum Essen. Das mit dem Essig lese ich mal nach.

    Mich würde allerdings vor allem interessieren, ob die Einnahme von Kreon hierbei auch eine Rolle spielt.

    Hoffe, dass sich noch jemand zu Wort melden könnte, der damit Erfahrung hat (ich glaube, hier im Forum gab es mal jmd). Ansonsten versuche ich es selber einen Auslassversuch und mache dann einen Vergleich.

    Aber vor allem wundert es mich, da es ja heißt, dass Fiasp ja so schnell wirkt, dass man gar keinen SEA braucht und so war das früher auch... (also wenn dann vllt 5-10 min).
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    LG, Ron (Diabetes Typ 1 (LADA) seit 7/2020, mit 39j)
    Bearbeitet von User am 21.09.2022 10:43:23. Grund: Zusatzinfo.
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    am 21.09.2022 15:51:27 | IP (Hash): 507348091
    Verdacht auf eine EPI oder ist diese bestätigt (3x Elastase unter 200)?

    Ich persönlich halte hier einen Zusammenhang eher unwahrscheinlich. Mit Kreon wird das Essen nicht schneller, sondern überhaupt richtig verdaut, wenn wirklich eine EPI vorliegt. Wenn müsstest du vorher weniger Insulin benötigt haben, weil das Essen ohne Kreon nicht gut verdaut wurde. Jetzt mit Kreon bräuchtest du mehr Insulin. Das scheint aber ja nicht dein Problem zu sein.

    Ich könnte mir zwei verschiedene Ursachen/Gründe für deine momentanen Anstiege vorstellen:

    - du brauchst eigentlich mehr Basalinsulin. Bei Typ1 Lada mit Restfunktion zeigt sich dies z.T. durch deutlich längere SEA bzw. starke PP-Anstiege.

    Oder

    - Fiasp wirkt nicht mehr so gut bei dir. Da gab es einige Berichte, als Fiasp neu auf dem Markt kam. Erst waren alle begeistert, aber bei einigen ging nach einiger Zeit der Turbo raus. Die Theorie dahinter war soweit ich weiß, dass einige Antikörper auf Insulin Aspart (Fiasp, Novorapid) entwickeln oder jedenfalls bei denen Insulin Aspart nicht funktioniert. Damals sind diese Personen wieder auf Humalog oder ähnliches (bspw. Lispro, Apidra). Mittlerweile gibt es neben Fiasp ein zweites Turboinsulin Lyumjev, das ist sozusagen von Humalog die schnelle Variante.

    Beide Optionen könntest du ja mal mit deinem Diabetologen besprechen.

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    am 22.09.2022 09:02:42 | IP (Hash): 1506965715
    Hallo July,

    habe gehofft, dass du dich zu Wort meldest, da ich meine, du Typ 3c hast und damit Erfahrung hast.

    Ja, Elastase sogar 4x bestimmt innerhalb von 2 Monaten und war zwischen 103 und 197. Es wurde ein Verdacht auf AIP geäußert, da ich ja auch noch CU habe. Ich wurde dann zum MRCP geschickt (keine Auffälligkeiten), IGG4 wurde bestimmt (auch nicht erhöht), Blutwerde sind alle in Ordung (auch Lipase und Amylase). War sogar gestern bei der Pankreassprechstunde Rechts der Isar, aber der Arzt dort meinte, dass er nicht glaubt, dass ich was an der Pankreas habe, sondern wohl irgendwelche Lebensmittel nicht vertrage. Jetzt mache ich eine Woche lang ein Ernährungstagebuch. Kann BTW gar nicht sagen, ob es mit Kreon einen Unterschied macht oder nicht. Gefühlt macht es keinen Unterschied.

    Mehr Basalinsulin habe ich schon versucht, aber da habe ich dann nüchtern ständig Unterzucker.

    Dass Fiasp ggf. nicht mehr so gut wirkt, habe ich auch mal gelesen, habe dem aber keine Bedeutung beigemessen. Danke für den Hinweis! Dem gehe ich mal nach!

    Vielen Dank für Deine Antwort!

    ---
    LG, Ron (Diabetes Typ 1 (LADA) seit 7/2020, mit 39j)
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    am 24.09.2022 21:57:39 | IP (Hash): 1830583378
    Hallo Ron,

    mit CED kann natürlich eine Pankreaserkrankung häufiger vorkommen.
    Klassisch ist natürlich die Autoimmunpankreatitis, übrigens gibt es dort zwei Formen, AIP Typ1 (immer IGG4-positiv) und die AIP Typ2 (mit CED vergellschaftet, IGG4 ist nur bei weniger als der Hälfte der Patienten erhöht).

    Es gibt aber auch eine deutlich erhöhte Rate an Patienten mit CED und EPI ohne sonstige Pankreaserkrankung.

    Hast du denn Anzeichen für Fettstuhl? Sollte dem so sein und Kreon wirkt nicht, kann es sein, dass du zu wenig nimmst. Ich persönlich nehme für 1gr Fett = 2000 IE Kreon. Am Anfang habe ich es ausgerechnet, mittlerweile weiß ich bei der Hauptmahlzeit je nach Fettgehalt 1-3x 35.000 IE Kreon. Bei der Zwischenmahlzeit je nach Fettgehalt 1-2x 25.000 IE Kreon. Wobei ich mich aber sehr fettarm ernähre und deshalb i.d.R. mit 1-2x Kreon pro Mahlzeit gut auskomme.
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    am 26.09.2022 08:49:34 | IP (Hash): 1506965715

    Hallo July,

    ja, da habe ich mich schon hinreichend informiert. Bei mir wäre eben AIP T2 denkbar, mein Gastro hat genau den Verdacht geäußert, aber mit Pankreaszentrum haben sie das abgetan.

    Ja, Anzeichen schon, aber es ist alles so vage, auch wenn ich versuche es einem Arzt zu beschreiben - sie hören da nicht so genau hin und meinen, solang ich keinen Durchfall habe, ist alles okay.

    Ich nehme in etwa doppelt so viel wie du und merke nicht wirklich einen Unterschied. Es gibt Tage/Wochen, wo es mir gefühlt gut geht und dann ist wieder alles aus dem Lot. Ich habe mich jetzt auch die meiste Zeit fettarm ernährt, dafür aber auch wieder mehr Kohlenhydrate, daher auch diese Auffälligkeiten mit dem SEA.

    Aber das ist jetzt alles etwas off topic im Diabetes Forum ;-)
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    LG, Ron (Diabetes Typ 1 (LADA) seit 7/2020, mit 39j)