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  • Gerald

    Rang: Gast
    am 24.09.2010 12:11:54
    Hallo zusammen,

    ich bin bald 44 Jahre alt und in der Überlegung, mir eine Pumpe anzutun.
    Ich bin seit 2004 Typ 1 und das ganze Messen und Spritzen nervt mich an.
    Wie ich auch weiß, gibt es auch Pumpen, die das alles automatisch machen.
    Frage:
    Welche Pumpe ist empfehlenswert?
    Wie ist das mit den KK?
    Wie bekommt man sie problemlos?
    Gibt es in D gute Adressen?

    Fragen über Fragen, alle fallen mir momentan nicht ein.
    Wäre für einen Tipp dankbar.

    Viele Grüße und immer nen guten HbA1c von Gerald
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 24.09.2010 12:58:48
    Moin Gerald,

    die Pumpen, die alles automatisch machen, sind noch Zukunftsmusik. Denn wie Du sicher schon bei Dir selbst bemerkt hast, ist es nicht damit getan, den BZ zu messen und entsprechend dem Futter auf dem Teller dann nach BE-Faktor die passenden IEs zu spritzen. Die entsprechenden Programme, die für das passendere Spritzen einstweilen den BZ- und Spritzverlauf bis zu 5 Stunden zurück berücksichtigen, sind noch immer in der Entwicklung. Erste erfolgreiche Versuchsläufe hat es inzwischen mehrfach mit Anwender-Gruppen gegeben, die letzten sogar nach einem üppigen Mahl.


    Was inzwischen funzt, sind Pumpen und genau so beständig eingepopelte Dauertestgeräte, die mit einenander so funktionieren, dass Du 1 Display hast, mit dem Du Deine BZ-Werte siehst und die Pumpe entsprechend steuern kannst. Und es gibt Verwaltungsprogramme, die Dir entsprechend dem jeweiligen BZ-Wert einen Spritzvorschlag machen, wenn Du sie für Dich angelernt hast.

    Aber ne Pumpe alleine macht ca 1 Tausi Kosten pro Monat, und das Dauertestgerät will mit teuren Sensoren bestückt werden, die auch ein Mehrfaches der normalen Teststreifen kosten - und diese Test ja keineswegs überflüssig machen, weil sie ja immer wieder mit dem normalen Fingerpieks gewissermaßen nachgestellt werden müssen.
    Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die Gesundheitskosten kann ich mir nicht vorstellen, dass die kranken Kassen sich in Zukunft noch viele Pumpen leisten können und daher Pumpenverordnungen noch restriktiver als jetzt schon behandeln werden.

    Bisdann, Jürgen

    Danke für den 1c-Wunsch, aber ein guter BZ-Verlauf ist mir lieber ;-)
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 24.09.2010 22:22:58
    Hallo Gerald,

    das mit dem Messen musst Du leider beibehalten, es gibt zwar Systeme, die kontinuierlich messen, die Sensoren sind aber sauteuer...

    Auf dem Markt sind derzeit 2 gute Pumpen, die Veo von Medtronic und die Combo von Roche (ich habe die Roche, hatte mal eine Medtronic-Pumpe, die war auch super zuverlässig).
    Achte bei Deiner Wahl drauf, dass Du das Reservoir (Behältnis, in dem das Insulin ist) sehen kannst.
    Eine gute Adresse für die Pumpeneinstellung ist Doc Teupe in Althausen, da bekommst Du auch eine ausführliche Pumpenschulung und lernst worauf Du bei der Katheterauswahl berücksichtigen musst ^^

    Die Kassen zahlen eine Insulinpumpe wenn die Notwendigkeit besteht...
    Du musst dann Protokoll führen und das der Kasse vorlegen, mit und ohne Pumpe.
    Ich brauchte das nicht da ich Depotinsulin nicht vertrage..

    LG, Daniela
  • Joa

    Rang: Gast
    am 25.09.2010 12:46:11
    > Jürgen schrieb:

    > Aber ne Pumpe alleine macht ca 1 Tausi Kosten
    > pro Monat

    Monatliche Kosten kann man so zwischen 200 und 300 ¤ mtl. veranschlagen, bei einer Nutzungszeit der Pumpe über 48 Monate.

    Gruß
    Joa

  • Icone

    Rang: Gast
    am 25.09.2010 19:56:52
    Hallo!
    Ich bin seit 6 Monaten Pumpenträger, habe viele Jahre diese Möglichkeit der Insulinversorgung aussen vor gelassen, weil ich mir nicht vorstellen konnte so ein "Ding" an mir zu tragen. Jetzt bereue ich mein spätes Handeln, denn seit ich die Pumpe habe ist mein Hba1c von über 8 auf 6,2 gesunken. Hohen Zucker über 250 sind absolute Seltenheit geworden. Azetone sind ebenso seit dem nie mehr vor gekommen!
    Der Insulinbedarf ist fast um 50% gesunken und unerklärliche hohe BZ-Werte sind so gut wie nie mehr! Du kannst durch die Pumpe deinen Zucker (wenn z.B. einen Basalratentest machst) den ganzen Tag auf konstant 100 halten ohne viel zu tun - vorausgesetzt du hast deine Pumpe perfekt eingestellt.
    Meine Pumpe (ComboSpirit) rechnet dir deinen genauen Bedarf an Insulin perfekt aus. Als Beispiel:
    du isst ein Stück Kuchen dieses hat 36 KH. Pro BE brauchst 2 Einheiten und dein Zucker ist auf 130 (zum Senken um 30 brauchst z.B. 0,5 Einheiten), hast vor ca 1,5 Stunden noch ein
    Mittagessen gehabt und auch KH gegessen:

    6 Einheiten für den Kuchen
    0,5 Einheiten für das Senken
    2,5 Einheiten sind noch aktiv vom Mittagessen
    ------------------------------------
    Pumpenvorschlag: 4,0 Einheiten
    (die Pumpe zieht 2,5 ab, da diese ja noch aktiv
    sind)

    Das schöne an der ComboSpirit ist, dass die
    Pumpe nie gesehen werden muss oder in die
    Hand genomen werden muss, da das
    Messgerät per Bluetooth alles überträgt und dir
    auch genau anzeigt was gerade abgegeben wird
    oder welchen Bolus du zuletzt abgegeben hast,
    um auch nach kontrollieren zu können, ob das
    was du eingegeben hast, auch abgegben wurde.

    Du kannst bei der Combo zwischen Schlauch-
    längen, Katetherarten und Nadelarten wählen,
    was für dich einfach am angenehmsten ist.

    Arbeitest du Schichtdienst? Oder machst du Sport? somit kannst du
    verschiedene Basalraten programieren.

    Isst du mal Pizza oder fetthaltige Lebensmittel,
    kannst du den Multiwave wählen - hier wird das
    Insulin nicht sofort auf einmal abgegeben,
    sondern verzögrt: z.B. 2/3 sofort und 1/3 über
    2 Stunden, da das viele Fett die KH aufhält...

    Wenn noch Fragen sind, frag einfach ;)

    Grüsse aus dem Allgäu
    Nicole


    von Icone
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 26.09.2010 00:57:32
    Genau deswegen mag ich diese Pumpe so sehr :-) von Daniela
  • Icone

    Rang: Gast
    am 26.09.2010 01:41:45
    du benötigst zwar mehr an "Hilfsmitteln" also Nadeln bzw. Katheter, Ampullen, Aufziedingsda, Batteriene, Deckel usw, jedoch kostet dich das ebenso die 10 oder 5 Euro NICHT, wenn deine Rezepte online einreichst, denn beim Versand - den Namen darf ich sicher hier net nennen - bezahlst keine Rezeptgebühr, was die normalen Apotheken natürlich verlangen müssen!
    Vielleicht gibt es in deiner Nähe z.B. auch ein MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum), denn dort wirst du rundum betreut und das mal richtig genial! Hier wird auch alles überprüft - wie Schilddrüse, Nieren, Blase usw. was oft beim Diabetiker vergessen wird, da er ja "sowiso schon relativ oft in
    die Praxis muss".

    Grüsse von Icone
  • Jasmine

    Rang: Gast
    am 26.09.2010 20:12:32
    Hallo,

    ich bin auch Pumpenträger. Ohne Pumpe wäre meine Tochter ( 3,5 Jahre) sicher nicht ohne Problem und völlig Gesund auf die Welt gekommen. Die Schwangerschaft hätte ich mit ICT wahrscheinlich nicht so gut geschafft wie mit Pumpe.

    Anfangs hatte ich die Spirit jetzt die Combo. Ich liebe die verschiedenen Bolusarten sehr.
    Ich kann mich meinem Essen super anpassen.

    Als ich die Pumpe bekam hatte ich einen ausgeprägten "Dorn" der nur relativ gut mit Semilente in den Griff zu bekommen war. Semilente gibt es ja nicht mehr. Dann Kamm die Pumpe und die hat meinen ausgeprägten Dorn super unter Kontrolle.
    Ich war schon lange Übergewichtig, mit der Pumpe habe ich 25 kg abgenommen.

    Der Vorteil derComboo ist das man sie auch nicht unbedingt sehen muß da man sie auch mit dem Messgerät bedienen kann.

    LG Jasmine
  • Gerald

    Rang: Gast
    am 28.09.2010 16:09:00
    Hallo zusammen,

    erstmal recht herzlichen Dank für eure Antworten.
    Mir fehlt irgendwie noch der Einstieg in die ganze Sache.
    Wie beginne ich?
    Wer entscheidet, ob eine Pumpe bewilligt wird?
    Diese Zusatzkosten, wie Katheder usw..., müssen die selbst bezahlt werden?

    Wäre toll wenn ich hier noch eine Hilfe bekommen würde. von Gerald
  • Icone

    Rang: Gast
    am 28.09.2010 19:36:40
    Die Hilfsmittel wie Nadeln, Schläuche Ampullenset usw. müssen von dir genau so mit den 5 Euro oder 10 Euro Rezeptgebühr in der Apotheke bezahlt werden. Das ist im Gesamten etwas mehr als bei der ICT. Jedoch ein Tip: Wenn du Deine Hilfmittel online bestellst, bezahlst gar nix ;)
    Ich denke ich darf hier keine Werbung machen, denshalb schreib mir per Mail icone-buying@gmx.de

    Den Einstieg musst Du über Deinen Diabetologen machen. Der muß dir die Pumpe beantragen, jedoch sollte es dafür einen Grund geben. z.B. schlechter Hba1c, Schichtarbeit usw. Bei Frauen ist immer Kinderwunsch gut :)
    Die Einstellung der Pumpe sollte auf alle Fälle von einem Diabetologen erfolgen der sich damit auskennt - das sind nicht alle - achte auf alle Fälle darauf!!!


    von Icone
  • Gerald

    Rang: Gast
    am 30.09.2010 20:39:53
    Hallo,

    habe mal eine pauschale Anfrage bei der KK gemacht.

    Folgendes wirde geschrieben:

    wir übernehmen für Sie die Kosten einer Insulinpumpe ersteinmal für eine Probephase von 4 Monaten.

    Hierfür benötigen wir jedoch eine ärztliche Verordnung (rosa Kassenrezept) und einen Kostenvoranschlag

    von Ihrer Apotheke.



    Für die Prüfung einer dauerhaften Kostenübernahme senden Sie uns nach Ablauf der Probephase folgende Unterlagen bzw. Angaben zu:



    § Diabetikertagesprotokolle (Diabetestagebücher)

    § Blutzucker- und HbA1c-Werte

    § Größe/ Gewicht

    § Ggf. Ernährungsplan



    Diese Angaben sind für einen Zeitraum von 3 Monaten vor der Erprobungsphase und während der gesamten Erprobungsphase erforderlich.

    Kennt ihr das so auch? von Gerald
  • Icone

    Rang: Gast
    am 01.10.2010 22:18:32
    Nein, das kenne ich so nicht.
    Alles was die KK schreibt, ist ganz normal, aber
    eigentlich sollte die Beantragung dein Diabetologe machen und dann auch die Einreichung der Werte nach er "Erprobunsphase". Denn dieser weiss auch, was er schreiben und angeben muss, dass Dir die Pumpe nach den 3 Monaten auch weiterhin genehmigt wird!!!

    Ich würde das nicht selber machen, da das Risiko viel zu groß ist, dass Du was falsches sagst/schreibst... Denn die Kosten für die Pumpentherapie ist wesentlich höher für die KK als die ICT. Logischer Weise wird die KK sich das schon gut durchrechnen, ob sie das für Dich weiter bezahlen... von Icone
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 04.10.2010 15:26:26
    Moin Joa,

    hast Recht: Ich hab mich vertan, gute 12k für 4 Jahre und nicht für 1. Also pro Monat wie Du schon schreibst um die 250-300 Euronen.

    Wo allerdings die kranken Kassen zusammen mit der Politik bei Insulinpatronen schon um nen Fuffie pro Monat feilschen, seh ich die Zukunft für Pumpis eher unter den Selbstzahlern :-(

    Bisdann, Jürgen
  • Gerald

    Rang: Gast
    am 29.10.2010 22:20:57
    Hallo,

    wer hat Erfahrung mit der mylive omnipad? von Gerald
  • Ronny

    Rang: Gast
    am 06.11.2010 20:21:29
    Hallo Gerald,

    ich habe sie schon mehrmals getragen und bin sehr zufrieden. Hast du bestimmte Fragen zum OmniPod? Einen guten Eindruck erhälst du auf der Homepage des Anbieters.

    www.mylife-diabetescare.de

    Besonders das Video ist sehr anschaulich. Die Pumpe macht zwar nicht "Alles" automatisch, aber sehr viele Schritte, die man mit den herkömmlichen Pumpen machen muss und die Fehlerquellen sind, macht sie automatisch.

    besten Gruß
  • Gerald

    Rang: Gast
    am 08.11.2010 14:50:58
    Hallo,

    nochmals danke für éure Antworten.

    Aber gibt es bei den Pumpen nicht die EierlegendeWollMilchSau?

    Die alles alleine macht?
    Blutzucker messen und dann die Insulinmenge abgibt?
    Das wäre doch mal ne Erleichterung. von Gerald
  • Heiner

    Rang: Gast
    am 09.11.2010 09:01:29
    Hallo Gerald,
    1. Wenn du auf deine Situation zugeschnittene Antworten haben willst, solltest du etwas mehr von dir selbst an Infos herausrücken, z.B. wie du versichert bist. Könnte ein wichtiger Faktor sein bei deiner Überlegung.
    2. Nutze das Netz um dich zu informieren. Die wesentlichen Informationen über die auf dem Markt befindlichen Pumpenmodelle bekommst du leicht im Netz.
    3. Finde dich damit ab, dass du Diabetes hast und dieser gewisse Anforderungen mit sich bringt. Mein Arzt hat mir damals, als ich ins Krankenhaus kam, gesagt "Ein Bein ab ist schlimmer." Er hatte recht damit und wenn ich etwas im Zusammenahang mit dem Diabetes nicht so angenehm finde, denke ich wieder an den Spruch und alles relativiert sich plötzlich.
    Was deine Frage bezüglich Pumpe incl. Messgerät und Abgabe der Verantwortung von dir an das oder die Geräte hast du schon genug Antworten bekommen. Ich vermute mal, das werden wir beide in diesem Leben nicht mehr präsentiert bekommen.
    Allein die Pumpe - egal welche - ist eine tolle Sache und erleichtert einem das Leben erheblich. Ich habe leider viel zu spät mich vor drei Jahren ebenfalls dafür entschieden und mir die inzwischen nicht mehr auf dem Markt befindliche Cozmo zugelegt. Ich würde mir an deiner Stelle eine lange Checkliste anlegen mit Vorgaben, die durch eine Pumpe in deinem Fall abgedeckt sein sollten. Dann mußt du alle Modelle anhand dieser Liste abarbeiten und das für dich beste Ergebnis ermitteln. Nur: verabschiede dich von deinen Wunschvorstellungen und nähere dich schnell der Realität an, dann wirst auch du eine erheblicher Erleichterung und Verbesserung deines Lebens mit Diabetes erreichen können.
    Gruß und viel Erfolg
    Heiner