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Gestern Diagnose Typ 2

  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 02.03.2023
    am 02.03.2023 11:05:04 | IP (Hash): 284100560
    Hallo ihr Lieben! :)
    Bei einem Blutbild im Januar hatte ich einen HA1c Wert (oder so ähnlich, schlagt mich nicht, die Begriffe sind alle neu für mich...) von 5,8 und sollte deshalb sicherheitshalber mal einen Zucker Belastungstest machen, das war dann gestern.
    Nüchtern waren es 108 und nach zwei Stunden 174.
    Ich mache demnächst so einen 5 Tage Diabetes Kurs mit und gehe alle drei Monate zum Blutabnehmen.
    Mein BMI ist bei 32,6, ich habe allerdings in den letzten zwei Jahren schon 20kg abgenommen und arbeite da auch weiter dran.
    Das ist also der momentane Stand.

    Da ich eher eine Skeptikerin bin und Ärzte mir auch schon viele Dummheiten erzählt haben, versuche ich mich immer selber möglichst gut zu informieren, deshalb auch meine Anmeldung hier. :)

    Besonders interessiert mich, was der Typ 2 für Auswirkungen aufs Abnehmen hat, was muss ich evtl. in Zukunft beachten usw.
    Auch möchte ich mir (Kontrollfreak mit Vorliebe für ausführliche Statistiken ;) ) ein eigenes Blutzucker Messgerät zulegen, um einen Verlauf und mögliche Auswirkungen im Blick zu haben.
    Macht es bei Typ 2 Sinn mehrmals am Tag zu messen oder reicht da der "nüchtern" Wert morgens?
    Was für Messungen könnten sonst noch interessant (über sinnvoll lässt sich streiten) sein, um einen Vergleich zu haben?
    Habt ihr Buchempfehlungen, um sich in des Thema einzulesen?

    Liebe Grüße
    Andrea
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    am 02.03.2023 11:21:28 | IP (Hash): 363001152
    Hallo Andrea,

    du gehst das Problem sehr gut an. Außerdem hätte dein Arzt dich von den Werten her auch noch als Prädiabetikerin diagnostizieren können und dich, wie viele andere Hausärzte es machen, abwarten lassen, bis du die Diagnosewerte für Diabetes überschritten hast. Dass dein Arzt dich sehr zeitig auf das Problem aufmerksam macht und dass du es mit großem Engagement angehen willst, ist toll.

    Ein BZ-Messgerät mit ein paar wenigen Teststreifen kannst du dir von vielen Herstellern kostenlos schicken lassen. Die Teststreifen musst du dann allerdings alleine kaufen. Evtl. gibt dir dein Arzt auch ein Rezept für die ersten 50 Streifen.

    Hier ist mal eine gute Anleitung zur BZ-Messung:
    https://www.bloodsugar101.com/_files/ugd/32a606_b02597c39b5c4f6e9b6f2291ca6c9d08.pdf
    (Quelle: https://www.bloodsugar101.com/download-the-lower-your-blood-sugar )
    Du musst nicht so häufig messen, aber dich zumindest stichprobenweise auch für die Werte nach den Mahlzeiten interessiern. Täglich den NBZ zu messen, bringt übrigens am wenigsten, der reicht vielleicht einmal pro Woche aus. Um entscheiden zu können, was für Essen bzgl. BZ für dich gut und was weniger gut ist, ist der Wert in 1 Stunde nach dem Essen am interessantesten.

    Viel Erfolg, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 02.03.2023 11:23:11. Grund: BBCodes
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    am 02.03.2023 12:07:44 | IP (Hash): 1996528358
    Für Frau Kontrollfreak hat Rainer schon super geschrieben. Für die informative Unterhaltung mit alltags-praktischer Anleitung natürlich auch zum Abnehmen und viel wissenschaftlichem Hintergrund empfehle ich https://www.amazon.de/Glukose-Trick-Stimmungstiefs-Blutzuckerspiegels-%C3%BCberraschenden-Ern%C3%A4hrungs-Hacks/dp/3453605993

    Bin jetzt schon gespannt, was du die Tage von deiner Schulung berichten wirst???

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    7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden.
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    am 02.03.2023 12:52:08 | IP (Hash): 160582365
    Hallo,
    wenn du wirklich ein Kontrollfreak bist und Statistiken liebst musst du dir das FreeStyle Libre 3 holen, da wird rund um die Uhr gemessen. Da aber die Kosten zu hoch sein werden reicht vermutlich erstmal eine Messung morgens, vor den Mahlzeiten und 1-2 Stunden danach.
    Typ 2 Auswirkungen aufs Abnehmen gibts nicht wirklich, eher umgekehrt - wenn du weiter abnimmst können sich die Werte verbessern. Low Carb + regelmäßig Sport hat bei mir super funktioniert (obwohl ich vorher auch nicht dick war - BMI 25.1, jetzt 21.8).
    Du kannst mal berichten, was bei der Schulung so erzählt wird ;)
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    am 02.03.2023 13:49:08 | IP (Hash): 363001152
    Hallo Andrea,

    auch für das Libre oder für Dexcom kannst du versuchen, einen kostenlosen Testsensor vom Hersteler zu bekommen. Dafür musst du allerdings alle Fragen so beantworten, dass du für so einen kostenlosen Sensor infrage kommst.

    Ich würde mich aber an deiner Stelle zunächst einmal mit den Teststreifen beginnen und mich damit so gut wie möglich zu orientieren. Wenn du dann später, wenn du über deinen BZ-Verlauf etwas besser Bescheid weißt, so einen kostenlosen Sensor bestellst, dann hast du mehr davon. Die teuren Sensoren für eigenes Geld zu kaufen, wäre wohl für die wenigsten Diabetiker wirklich eine Option.

    Beste Grüße, Rainer

    ____
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    Bearbeitet von User am 02.03.2023 13:49:47. Grund: BBCodes
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    am 02.03.2023 15:23:58 | IP (Hash): 284100560
    Danke für die Antworten, das ist schon mal eine gute Hilfe! :)

    Ich war eben bei der Apotheke und habe ein Testgerät mit den ersten 10 Streifen tatsächlich umsonst bekommen!
    Ich denke ich werde dann mal morgen mit dem Testen anfangen.
    Erstmal einfach 1-2 Wochen (bis zur Schulung, dann hab ich eine gute Grundlage, um Fragen zu stellen) alles testen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, danach wird sich das dann schon einpendeln.
    Kann jemand eine einfache App dafür empfehlen?
    In meiner Abnehm App (Yazio) kann man immer nur einen Wert pro Tag eintragen und das bringt mir ja nix, wenn ich morgens und nach den Mahlzeiten teste.
    Ein Blutdruckmessgerät hole ich mir am Wochenende von meinen Eltern, nur so der Vollständigkeit halber. :)

    Das Libre 3 habe ich tatsächlich auch schon im Auge, aber noch nicht so ganz verstanden, wie das funktioniert.
    Der Sensor geht auch irgendwie unter die Haut oder? Piekst das oder stört irgendwie beim Bewegen?
    Wie lange kann man so einen Sensor benutzen? Ich meine ich hätte irgendwo etwas von 14 Tagen gelesen, dafür wären die 65€ dann schon recht teuer, für einmal zum ausprobieren aber vielleicht mal ok.
    Lässt man den dauerhaft drauf, oder muss man den zum duschen etc. abnehmen?
    Kostenlos zum Testen ist der ja eigentlich nur für Leute mit Insulintherapie, um bei sowas zu lügen, habe ich zu schnelle in schlechtes Gewissen...

    Auf die Schulung bin ich auch mal gespannt, habe aber keine allzu hohen Erwartungen.
    Wenn ich zwei Wochen Zeit habe, habe ich bis dahin meist schon alles ergoogelt... ;P
    Am ersten Tag geht es um Grundlagen, was ist Diabetes, Werte, Typ1+2 etc.
    Der 2. + 3. Tag geht um Ernährung, da habe ich gar keine Erwartungen, ich hatte schon einige Ernährungsberatungen und keine hat mir was gebracht.
    Ich hasse kochen und sämtliche Küchenarbeiten, und eine Beratung, die auf Microwellenessen spezialisiert ist, habe ich noch nicht gefunden... obwohl es da mittlerweile wirklich gute Möglichkeiten gibt.
    (Das Buch kommt aber trotzdem Mal auf meine Liste, man kann nie zuviele Infos haben ;) )
    Tag 4 beschäftigt sich mit Folgeerkrankungen und Tag 5 mit Hypertonie, Blutdruck und Medikamenten.
    Und wenn es mir inhaltlich gar nichts bringt, dann genieße ich zumindest die Freistellung von der Arbeit ;)
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    am 02.03.2023 18:10:39 | IP (Hash): 1996528358
    Das Kapitel Folgekrankheiten hab ich für mich "ganz einfach erledigt", weil ich mit nur 1 Niere auf diese Welt gekommen bin und mein Fahrgestell infolge Polio als Baby schon zu den Zeiten mies funktioniert hat, als ich noch keinen Rolli brauchte : Ich mache mir meinen BZ seit um 20 Jahren wie in meiner Signatur im völlig gesunden Bereich.

    Also praktisch gesund mit Diabetes. Ohne Medis heißt das "vollständige Remission". Bis zu 4-5 Jahren nach der Diagnosereife geht das nach Prof. Taylor, Newcastle, bei den meisten Menschen mit Typ 2.

    Hintergrund: Seit Jahrzehnten wird beobachtet, dass sich bei Menschen mit Typ 2 und viel Gewicht um ne Woche nach ihrer bariatrischen OP zur Magenverkleinerung bis -umgehung der Blutzucker ohne Medikation von einem Tag auf den anderen normalisiert. Deswegen wird auch immer mal wieder mehr oder weniger laut von der Fachmedizin angedacht, möglichst viele mit Typ 2 und schon lange vor BMI 40 und mehr mit so einer OP zu beglücken.

    Das hat der Taylor gemacht, aber unblutig: Er hat OP-Kandidaten ohne OP das gleiche Futter angeboten, das die Opfer nach ihrer OP kriegen, morgens+mittags+abends je 200 kcal Optifast. Und dann hat er die Teilnehmer:innen an dem Experiment alltäglich engmaschig stoffwechselmäßig beobachtet und vermessen. Und siehe da, auch sie hatten um ne Woche nach dem Start ihrer VLCD (Very Low Calory Diet) ihren gesunden Nüchternzucker zurück, völlig ohne Medis. Ihre Lebern gaben wieder zuverlässig nur so viel Glukose und Insulin in den Kreislauf, wie darin tatsächlich verbraucht wurde.

    Und gut 4-6 Wochen weiter mit der VLCD gaben ihre Beta-Zellen auch wieder passend Insulin aus, wenn die Darmhormone (Inkretine) das beim Übergang neu gegessener Glukose durch die Dünndarmwand in den bäuchlichen Versorgungskreislauf anforderten. Damit traf/trifft die Glukose in der Pfortader auf dem kurzen Weg in die Leber sofort mit ihrem Insulin zusammen, und beide werden dann da drin direkt verarbeitet und aufbereitet.
    Wer die VLCD nach diesen um 2 Monaten nach und nach wieder mit normalem Essen auffüllt und dabei sein neues Normal(!) beachtet und die Spitzen nach dem Essen in aller Regel auf den gesunden Rahmen begrenzt, genießt dann für Jahre und vielleicht sogar für ein langes Immer eine vollständige Remission.

    Dazu durfte Taylor in 2012 die jährliche Vorlesung zu Ehren von Insulin-"Vater" Banting halten, und in GB gibt es die DiRECT-Study. Aber in die Fachmedizin nach D ist da noch nichts wirklich ernsthaft vorgestoßen. Am weitesten bis jetzt mit der populistisch ernährungsmedizinischen Aufnahme des Taylorschen Anstoßes in der "Menschenstopfleber" vom Nicolai Worm mit seiner leichten Irreführung in die Fettleber.

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    7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden.
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    am 02.03.2023 21:22:17 | IP (Hash): 2086914599
    Such mal nach Dr. Jason Fung auf YouTube.
    Oder nach Dr. Unwin ebenfalls auf YouTube.

    Beide können in leicht verständlichem Englisch erklären, wie der Weg zur Remission aussehen könnte.

    Dabei sind die Vorträge von Dr. Unwin sogar noch einen Ticken plakativer.

    Von Dr. Fung gibt es inzwischen auch Bücher, die ins Deutsche übersetzt worden sind.
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    am 03.03.2023 09:59:26 | IP (Hash): 1076129123
    und beide können nicht erklären, wie ein Schwergewicht mit Typ 2 und Nüchternzucker bei 140 mg/dl und darüber um ne Woche nach ner bariatrischen OP oder ohne OP einfach mit VLCD von einem Tag auf den anderen ohne Medis meistens gesunden Nüchternzucker unter 100 mg/dl hat.
    Denn in ner Woche nimmt niemand so viel ab, dass die Verbraucherzellen sich so gewaltig verändern, und sie erklären doch beide den krankhaft hohen Zucker mit krankhaft hohem Gewicht, oder?

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    am 04.03.2023 01:31:17 | IP (Hash): 579467325
    Nein.

    Sie erklären den Zusammenhang zwischen T2D und Fettleibigkeit und dem metabolischen Syndrom.

    Sie sagen nicht, jeder Fette Mensch hat T2D.

    Weniger KH in den Mund = weniger Glucose im Blut.

    Einfach mal anschauen.

    Und ein T2D mit einem schönen dicken Bierbauch und einem BMI um die 40 oder höher kann seine Zuckerwerte schnell verbessern obwohl er/sie immer noch fett ist.

    Weniger oft essen und weniger KH essen. Statt laufend irgendwas in den Mund zu stopfen nur 1-2 Mahlzeiten täglich und nichts zwischendurch. Kombiniert mit wenig KH kann der NBZ durchaus schnell runter gehen. Bevor das Gewicht nachzieht oder gar nicht runter geht.