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BZ längere Zeit im Griff, messen nun weglassen?!
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am 10.03.2023 17:48:51 | IP (Hash): 1710500089
Nach nun genau einem Jahr seit meiner letzten Meldung hier im Forum habe ich alles daran gelegt meinen HbA1C ohne Medis zu einem gesunden Wert einzupendeln, und bin nun seit dem letzten Test bei 5,2%.
Ich kann sagen das ich auch nun endlich weg bin von diesem bösen Unterzuckerungsgefühl die bei Werten um die 80 oder manchmal früher angefangen haben.
Nun aber zu meiner Frage ob ich trotzdem aufpassen muss nicht zu unterzuckern.
An manchen seltenen Tagen messe ich einen Wert um die 65 und verspühre nicht einen funken von Unterzuckerung, kann das gefährlich sein oder ist meine Angst unbegründet?!
Meine Ärztin sagte mir auch, wie ich bereits hier erwähnte, das eine Unterzuckerung ohne Medis quasi unmöglich ist. Aber wenn mir das Messgerät manchmal einen so niedriegen Wert anzeigt, kribbelts dann doch schon mal vor Angst.
Wenn mein Körper diesen Wert noch nicht als Alarm ansieht müsste ja alles in Ordnung sein oder befinde ich mich mit so einem Wert an einer grenzwertigen Schwelle?!
Was macht denn der Körper eigentlich wenn ihm dann kein Zucker zugeführt wird?
Produziert er dann aus Reserven selber welchen? Oder wie funktioniert das, und kann ich auf meinen Körper vertrauen?!
Ein weiteres Ziel was ich mir nämlich setzen möchte ist, das ich vom Messen ganz weg komme.
Denn ich denke ich habe meine Ernährung für mich gefunden die alles im Lot hält.
Ich habe bei den Täglichen Messungen gemerkt das ich in einem guten Verhältnis liege, aber mich verunsichern dann diese selten niedriegen Werte, was mich daran hindert das Messen komplett sein zu lassen und ventuell dann nur noch selten Stichproben zu machen inklusive natürlich dem 3 Monats-Check.
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am 10.03.2023 18:00:25 | IP (Hash): 1983084197
Dr.Bo schrieb:
Was macht denn der Körper eigentlich wenn ihm dann kein Zucker zugeführt wird?
Produziert er dann aus Reserven selber welchen? Oder wie funktioniert das, und kann ich auf meinen Körper vertrauen?!
Ja, das kannst du 100%ig.
In deinem Körper gibt es nur relativ wenig Zellen, die ihre Energie nur aus Glukose gewinnen können. Die meisten Zellen sind "Allesfresser", die können in den Mitochondrien neben Glukose auch aus Fett und Eiweiß Energie gewinnen. Für die wenigen Zellen, die unbedingt Glukose brauchen sorgt dein Körper auch sehr gut, indem er aus Eiweiß in der Glukoneogenese bei Bedarf Glukose herstellt. Die Leber sorgt dann zuverlässig dafür, dass Glukose ins Blut abgegeben wird, wenn der BZ zu weit absinkt - also alles bestens.
Wenn bei dir alles so gut klappt, dazu meinen herzlichen Glückwunsch, dann kannst du das Messen weglassen und ohne wahrscheinlich viel entspannter leben.
Alles Gute, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 12.03.2023 07:17:59. Grund: BBCodes1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 11.03.2023 12:05:43 | IP (Hash): 1710500089
Danke Rainer für die sehr flotte und detailierte Antwort!
Nicht nur das Messen wegzulassen erleichtert das Leben, sondern auch
die wenigen Fragen die ich hier im Forum in der Vergangenheit gestellt habe, ergaben aufschlussreiche Antworten
die mich positiv durch die Thematik gebracht-, und vor allem ein Stück
Angst genommen haben. Das allein hat mich stark entlastet und auch motiviert.
Ganz liebe Grüße -
am 12.03.2023 10:51:31 | IP (Hash): 105091032
Da schließe ich mich Rainer gerne an: Glückwunsch zum tollen Gelingen und Daumendrück für Weiterso!
In meiner Typ 2 Lehre galt Unterzuckerung erst ab 50 mg/dl. Beim Hospitieren bei ner Typ 1 Reha Fußballveranstaltung wurde kurz mitten in ner Halbzeit für’s Messen unterbrochen. 30 zeigte der Tacho bei einem der Spieler, der natürlich sofort Dextros kriegte - und dem erst damit auf-/einfiel, dass er sich eigentlich komisch fühlte. In der Besprechung für unsere SHG nach dem Spiel hab ich wohl zum ersten mal erfahren, dass bei Neugeborenen am ersten Tag solo auf dieser Welt 36 mg/dl als Unterzucker-Grenze gilt. Und wo bei denen die Hirn- und Nervenentwicklung weit im Vordergrund steht, sagen mir diese 36 seitdem, dass was auch immer als Unterzucker empfunden wird, jedenfalls bis dahin und auch noch darunter nichts wirklich bleibend negatives machen kann.
Aus meiner Erfahrung wird viel interessanter sein, wie gut es dir gelingen wird, die Spitzen deiner alltäglichen BZ-Verläufe im gesunden Rahmen zu halten. Denn da pflegen wir unsere Remissions-Rahmen am ehesten zu überspannen.
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7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden. -
am 13.03.2023 11:13:54 | IP (Hash): 2031216800
hjt_Jürgen schrieb:
In meiner Typ 2 Lehre galt Unterzuckerung erst ab 50 mg/dl. Beim Hospitieren bei ner Typ 1 Reha Fußballveranstaltung wurde kurz mitten in ner Halbzeit für’s Messen unterbrochen. 30 zeigte der Tacho bei einem der Spieler, der natürlich sofort Dextros kriegte - und dem erst damit auf-/einfiel, dass er sich eigentlich komisch fühlte. In der Besprechung für unsere SHG nach dem Spiel hab ich wohl zum ersten mal erfahren, dass bei Neugeborenen am ersten Tag solo auf dieser Welt 36 mg/dl als Unterzucker-Grenze gilt. Und wo bei denen die Hirn- und Nervenentwicklung weit im Vordergrund steht, sagen mir diese 36 seitdem, dass was auch immer als Unterzucker empfunden wird, jedenfalls bis dahin und auch noch darunter nichts wirklich bleibend negatives machen kann.
So ein Schmarrn.
Ich war mal mit 39mg/dl nur noch knapp von der Ohnmacht entfernt. Meine Beine konnten mich nicht mehr tragen.
Eine Bekannte hatte bei knapp über 40mg/dl einen hypobedingten Krampfanfall bekommen.
Und ich könnte noch viele weitere Beispiele nennen.
Hypos ist alles unter 60mg/dl, bei Personen mit Hypoproblemen alles unter 70mg/dl. Und zu viele Hypos können Schäden machen.
Neugeborene haben einen komplett anderen Stoffwechsel, deshalb kann man das null mit Erwachsenen vergleichen.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 13.03.2023 11:21:35 | IP (Hash): 2031216800
Dr.Bo schrieb:
Nach nun genau einem Jahr seit meiner letzten Meldung hier im Forum habe ich alles daran gelegt meinen HbA1C ohne Medis zu einem gesunden Wert einzupendeln, und bin nun seit dem letzten Test bei 5,2%.
Ich kann sagen das ich auch nun endlich weg bin von diesem bösen Unterzuckerungsgefühl die bei Werten um die 80 oder manchmal früher angefangen haben.
Nun aber zu meiner Frage ob ich trotzdem aufpassen muss nicht zu unterzuckern.
An manchen seltenen Tagen messe ich einen Wert um die 65 und verspühre nicht einen funken von Unterzuckerung, kann das gefährlich sein oder ist meine Angst unbegründet?!
Meine Ärztin sagte mir auch, wie ich bereits hier erwähnte, das eine Unterzuckerung ohne Medis quasi unmöglich ist. Aber wenn mir das Messgerät manchmal einen so niedriegen Wert anzeigt, kribbelts dann doch schon mal vor Angst.
Wenn mein Körper diesen Wert noch nicht als Alarm ansieht müsste ja alles in Ordnung sein oder befinde ich mich mit so einem Wert an einer grenzwertigen Schwelle?!
Was macht denn der Körper eigentlich wenn ihm dann kein Zucker zugeführt wird?
Produziert er dann aus Reserven selber welchen? Oder wie funktioniert das, und kann ich auf meinen Körper vertrauen?!
Ein weiteres Ziel was ich mir nämlich setzen möchte ist, das ich vom Messen ganz weg komme.
Denn ich denke ich habe meine Ernährung für mich gefunden die alles im Lot hält.
Ich habe bei den Täglichen Messungen gemerkt das ich in einem guten Verhältnis liege, aber mich verunsichern dann diese selten niedriegen Werte, was mich daran hindert das Messen komplett sein zu lassen und ventuell dann nur noch selten Stichproben zu machen inklusive natürlich dem 3 Monats-Check.
Dein Körper (insb. Bauchspeicheldrüse und Leber) geben entsprechend den aktuellen Blutzucker Insulin oder Glukagon aus. Insulin senkt den Blutzucker, Glukagon führt dazu, dass gespeicherter Zucker aus der Leber freigesetzt wird. Insulin wird ausgeschüttet, wenn der Blutzucker zu hoch ist, dabei wird die Glukagon Produktion gestoppt.
Wenn der Blutzucker zu niedrig ist, wird die Insulinproduktion gestoppt und Glukagon ausgeschüttet. Daher unterzuckern gesunde Menschen nicht, sondern der Körper hält immer ein gewisses Level (meist irgnedwo zwischen 60-99mg/dl nüchtern).
Einige Diabetesmedikamente, allen voran Insulin, können halt zu Unterzuckerungen führen, weil sie bei niedrigen Blutzuckerwerten nicht die Wirkung verlieren und trotzdem weiter wirken.
Bearbeitet von User am 13.03.2023 11:22:20. Grund: .