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Vollkorn
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am 29.05.2023 15:12:55 | IP (Hash): 1218691709
Ich habe mal so einige Brot und und Brötchen Sorten mit Vollkorn, Mehrkorn, Roggenbrot mit Natursauerteig etc. ausprobiert und gemessen. Mein Fazit ist, das fast alles davon hohe Blutzuckerwerte auslöst, selbst das gesunde Roggenbrot vom Bäcker, was mir die Ernährungsberatung empfohlen hatte.
Ich kann dazu sagen das bei mir nur Vollkornbrot mit ganzen Körnern wie zum Beispiel das Whole und Pur einen niedrigen Blutzuckeranstieg hatte. Alles andere hat fast die selbe Wirkung wie Weißbrot gehabt. Alternativ gehen auch Eiweißbrote und Eiweißbrötchen. Was habt Ihr so Erfahrungen mit Vollkorn gemacht ? -
am 29.05.2023 20:08:20 | IP (Hash): 1250624209
Hallo Marcus,
Ich mache die genau gleiche Erfahrung. Egal welches Brot, ob Vollkorn oder Körner, mein Blutzuckerwert steigt zu stark an.
Ich habe eine Alternative gefunden die mir gut schmeckt. Bei den üblichen Drogerien gibt es mittlerweile immer mehr Ernährungs-Produkte. Da kaufe ich jetzt immer eine Mischung für Saatenbrot (bei meinem Markt gibt es mehrere zur Auswahl) Die ist zum selber backen. Schmeckt annähernd so wie richtiges Brot; ich finde es auf jeden Fall viel schmackhafter als Eisweissbrot.
Vielleicht für dich auch eine Alternative?
Guten Appetit ;-) -
am 30.05.2023 09:27:33 | IP (Hash): 72970431
die erfahrungen die ihr gemacht habt entsprechen denen, die auch viele andere diabetiker gemacht haben und machen. wirft man mal einen blick auf den glykämischen index wird man feststellen, dass vollkornbrot, oder zumindest als solches bezeichnetes brot, den blutzucker nicht oder nur marginal retardierter ansteigen lässt. der gi ist allerdings nur ein richtwert, wie sich der bz vermutlich verhalten wird, denn schließlich sind wir keine roboter und somit ist unser verhalten nicht exakt vorhersagbar. insofern bleibt hier nur das selbsttesten übrig. ich bevorzuge auch eiweißbrot, denn es schmeckt nicht nur gut, sondern sorgt auch für eine raschere sättigung.
Bearbeitet von User am 30.05.2023 09:28:08. Grund: korrektur; gi nicht glyx1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 30.05.2023 11:05:03 | IP (Hash): 2099588454
Marcus schrieb:
Ich habe mal so einige Brot und und Brötchen Sorten mit Vollkorn, Mehrkorn, Roggenbrot mit Natursauerteig etc. ausprobiert und gemessen. Mein Fazit ist, das fast alles davon hohe Blutzuckerwerte auslöst, selbst das gesunde Roggenbrot vom Bäcker, was mir die Ernährungsberatung empfohlen hatte.
Ich kann dazu sagen das bei mir nur Vollkornbrot mit ganzen Körnern wie zum Beispiel das Whole und Pur einen niedrigen Blutzuckeranstieg hatte.
Meine Beobachtung ist, dass es ganz genau auf den Kohlenhydratgehalt des Brotes ankommt. Ein Brot mit 44 g/ 100g läßt den BZ natürlich deutlich mehr ansteigen als ein Brot mit 22 g/100g.
Daher lohnt immer ein Blick auf die Nährwertinformationenen, auch bei Brot. -
am 10.09.2023 04:46:20 | IP (Hash): 1654253562
Hallo!
Ich bin wirklich kein Fachmann für Diabetes.
Aber soweit ich verstanden habe, sollten dem Körper (deutlich überwiegend) nur Fette und Eiweiß zugeführt werden (Diabetes 2).
Keine Mehlspeisen, keine Stärke, kein Industriezucker bzw. von allem sehr wenig.
Ich lasse das Brot weg (überhaupt alle Mehlspeisen, grundsätzlich Süßigkeiten, außer Erd-, Heidel-, Him- oder Brombeeren. Obst mit hohem Zuckeranteil esse ich selten).
Deshalb muss ich nicht spritzen, nicht ständig messen oder mit dem Rechenschieber hantieren, keine Pumpe tragen oder Medikamente einnehmen.
Mein BMI sank innerhalb von acht Monaten u.a. damit von 42 auf 27.
Mein HbA1c-Wert von aufgerundet 10 auf leicht abgerundet 5.
Nur als Anregung gemeint. Fiel mir persönlich wesentlich leichter, als gedacht.
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 11.09.2023 14:42:43 | IP (Hash): 72970431
"Aber soweit ich verstanden habe, sollten dem Körper (deutlich überwiegend) nur Fette und Eiweiß zugeführt werden (Diabetes 2)"
Ja, so die Annahme. Aber mit dieser Methode kratzt du nur an der Oberfläche und verbesserst nicht die Ursache des Problems nämlich die Insulinresistenz, eigentlich im Gegenteil. Wenn du nur fett und Eiweiß statt kohlenhyderaten isst wirst du den zucker auch nicht in die zellen bekommen sondern auf der stelle treten weil dann nur diese makros verstoffwechselt werden und keine kohlenhydrate. auch stoffwechselgesunde haben ein höheres risiko, wenn sie viel fett und eiweiß und wenig kohlehydrate essen - nicht umgekehrt! siehs einfach so: Du bist 30 jahre nicht mehr hinterm steuer eines wagens gesessen. wirst du den dann noch genauso fahren können wir vorher, selbst dann wenn du noch im besitz deiner geistigen und körperlichen Fähgikeiten bist bzw. wärst? Wohl eher nicht.
Ist ein einfaches Prinzip, das leider von den meisten diät-docs, fachzeitschriften, usw. völlig ignoriert wird. Wer mir nicht glaubt und das werden doch die meisten sein, darf mal hier reinschauen: https://www.masteringdiabetes.org/high-carb-foods-reverse-insulin-resistance/
cu
Bearbeitet von User am 11.09.2023 14:48:22. Grund: . -
am 11.09.2023 21:58:55 | IP (Hash): 1250273699
Robert2007 schrieb:
Ist ein einfaches Prinzip, das leider von den meisten diät-docs, fachzeitschriften, usw. völlig ignoriert wird. Wer mir nicht glaubt und das werden doch die meisten sein, darf mal hier reinschauen: https://www.masteringdiabetes.org/high-carb-foods-reverse-insulin-resistance/
Deine verlinkte Info passt in keiner Weise zu meiner:
Nach meiner ist der Hauptjob vom Insulin das Fettmanagement. Unbehandelt stirbt man mit Typ 1 nicht an zu hohem Blutzucker, sondern an der ungebremsten Lipolyse = Verflüssigung allen eingelagerten Fettes. Eben weil kein Insulin da ist.
Weil Menschen mit Typ 2 immer noch ausreichend eigenes Insulin für das notwendigste Fettmanagement haben, wird immer mal wieder von Betroffenen berichtet, die mit 1000 mg/dl und mehr noch selbst den Weg ins kranke Haus schaffen.
Nach meiner können sich ALLE Zellen, die Insulin zur Aufnahme von Glucose brauchen, statt aus Glukose genauso gut mit Energie aus Fett versorgen.
Und ALLE Zellen, die sich einzig aus Glukose mit Energie versorgen können, brauchen für die Aufnahme kein Insulin. Top Bsp: Wenige Stunden bei Zimmertemperatur gelagerte super diabetische Blutproben sind dann völlig gesund, weil die roten Blutkörperchen die Glukose schlicht "weggefressen" haben.
Nach meiner ist die Vorstellung einfach irrwitzig, dass Glukose aus dem Darm aufgenommen erst in den Ganzkörper-Kreislauf gehe und praktisch im Rücklauf daraus durch den Pankreas kommt und dort ihr Insulin bestellt! Was müssten nach der Aufnahme von 100 Gramm Glucose für irre Mengen von mg/dl gemessen werden?
Schließlich sind 100 mg/dl gerade mal 1 Gramm pro Liter - bei den Standard-5-Litern also ganze 5 Gramm!
Und schließlich haben Taylor, Newcastle, und viele weitere in seiner Folge gemessen, wie die Glykogen-Aufnahme der peripheren Zellen ihren Höhepunkt etwa 4 Stunden nach dem jeweiligen Essen erreicht - völlig anders, als der normale Blutzucker-Verlauf.
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Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :)1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 12.09.2023 11:20:36 | IP (Hash): 1268908334
Robert2007 schrieb:
Auch stoffwechselgesunde haben ein höheres risiko, wenn sie viel fett und eiweiß und wenig kohlehydrate essen - nicht umgekehrt! siehs einfach so: Du bist 30 jahre nicht mehr hinterm steuer eines wagens gesessen. wirst du den dann noch genauso fahren können wir vorher, selbst dann wenn du noch im besitz deiner geistigen und körperlichen Fähgikeiten bist bzw. wärst? Wohl eher nicht.
Hallo Robert,
warum vergleichst du den Stoffwechsel denn mit Autofahren? Fahrradfahren ist gesünder und passt hier auch viel besser hin. Fahrradfahren verlernt man nie, wenn man es einmal gelernt hat. Nach 30 Jahren ohne Fahrrad wirst du zwar die ersten 100 Meter etwas hin und her wackeln, aber dann läuft es bald wieder wie gechmiert.
Ganz genauso ist es übrigens mit dem Glukosestoffwechsel. Ziemlich genau weiß man das von der Vorbereitung zum oGTT, Wenn man eine Weile KH-reduziert gegessen hat, dann muss man unbedingt 3 Tage vorher mindestens 150g KH pro Tag zu sich nehmen. Diese 3 Tage reichen vollkommen aus, um einen runter gefahrenen Glukosestoffwechsel wieder voll zu aktivieren - ganz ähnlich wie bei Fahrradfahren.
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 12.09.2023 11:24:37. Grund: BBCodes -
am 13.09.2023 11:26:11 | IP (Hash): 160582365
Dieses Verlernen der Betazellen Insulin zu produzieren bei einer fett- und proteinreichen Ernährung ist ziemlicher Humbug. Es geht vielmehr darum ein System das überlastet ist (manifester Diabetes Typ 2) zu schonen und dafür eignet sich low carb high fat.
Dass ersteres nicht stimmt zeigt auch einfach was passiert wenn jemand unbemerkt den Diabetes über 10 Jahre hat und dann plötzlich die Symptome kommen. Man isst ja die 10 Jahre oder auch davor nicht low carb, sondern der Diabetes wird immer schlimmer, weil man am Kohlenhydrate-Konsum nichts ändert. Und der Unterschied gute vs schlechte Kohlenhydrate ist für das Insulin nicht relevant, die Betazellen reagieren immer auf Glukose.
Ich möchte den ersten Diabetiker sehen, der durch high carb in Remission geht und dort auch bleibt.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 13.09.2023 14:05:19 | IP (Hash): 72970431
Wenn Kohlenhydrate das Problem im Sinne einer Ursache für Diabetes wären, hätten wir jedes Jahr sehr viel mehr Neudiagnosen. Aber der Trend steigt natürlich, übrigens auch bei den jüngeren Generationen, tendenziell immer weiter an, weil es immer mehr Leute gibt, die schlichtweg zu viel Gewicht auf die Waage bringen, sich nicht bewegen und insgesamt einfach zu ungesund leben. Und das hat halt auch vor allem damit zu tun, dass wir dem Körper zu viel Fett, also Körperfett oder Nahrungsfett, anbieten. Der Körper kann halt nur verstoffwechseln, was wir ihm geben. Fett wird bevorzugt verstoffwechselt und wenn wir halt jetzt stetig Fett zunehmen, also als Reserven horten ODER über die Nahrung zuführen, sorgen wir dafür, dass weniger Carbs verstoffwechselt werden, weil ja Fett als Hauptnahrungsquelle herhält. Dann ist es auch kein Wunder, dass der Blutzucker nach einem Teller Nudeln oder Reis mit exorbitanten Steigungen reagiert. Einfach weil der Körper dann nach dem Motto "Was ist das?" reagiert. Dabei ist doch ein auf Kohlenhydratverstoffwechselung gepolter Körper genau das, was jeder will, sofern! eine Person lean ist und sich bewegt. Es gibt Studien die zeigen, dass genau die Empfehlungen die überall gegeben wird, nämlich Low Carb zu essen zu einer verringerten Carb-Toleranz führt und nur zur Symptombehandlung taugt, damit der Blutzucker nicht zu stark ansteigt. Wie gesagt kratzen wir damit an der Oberfläche aber dringen nicht zum Kern vor.
Ich hatte selber meine Diagnose im Jahr 2010 (Typ 2) mit 43 Jahren und gemäß den Empfehlungen nach dem Abnehmen von 25 kg jahrelang Low Carb gelebt. Damals hatte ich mir erhofft, dass der Diabetes irgendwann weg wäre, wenn ich denn nur richtig esse und ordentlich abnehme. Meine Werte 2 Stunden nach dem Essen waren nach einem Wachrütteln in dem Bereich, der zwar laut meinem damaligen Arzt gut sei, aber nicht da war, wo ich ihn haben wollte, denn der lag immer zwischen und 170 und 200, HbA1c bei ca. 5,9 % bis 6,4 %. Vor ein paar Jahren lernte ich dann mal dank eines Freundes einen Biomediziner kennen, der meinte, um meine Insulinresistenz zu verringern, solle ich doch nach dem "Whole Food"-Konzept essen, also viele Ballaststoffe, wenig tierisches Fett, viel Gemüse und! - ich war geschockt - Kohlenhydrate und auch Obst; dabei müsse ich mir auch um DIE Sorten Obst keine Sorgen machen, die nach den Empfehlungen meines Arztes tabu sind, sofern wirklich weitgehend unverarbeitete Lebensmittel auf dem Teller landen. Damals war ich sehr skeptisch und durchaus etwas ängstlich, habe mir Links zu Studien geben lassen, die zeigen wollen, dass eine Ernährung mit wenig Kohlenhydraten und viel Fett eher dazu führe, an Diabetes zu erkranken als kervehrt. Seitdem hatte ich KEINEN HbA1c-Wert oberhalb der 5,3er-Grenze mehr. Nachessenswerte üblicherweise zwischen 110 und 130!!!
Also wenn es Leute gibt, die damit gut fahren, dann bin ich auf jeden Fall einer davon. Aber auch wenn ich mir den Risiko-Test der DIFE so anschaue, wo explizit nach dem Verzehr von Vollkornbrötchen und rotem Fleisch betreffend Risikoverringerung bzw. -erhöhung gefragt, denke ich nicht, dass das Prinzip zur Prophylaxe und Behandlung der zugrundeliegenden Stoffwechselstörung so falsch sein kann.
Bearbeitet von User am 13.09.2023 14:10:38. Grund: ergänzung/änderung1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 13.09.2023 14:14:24 | IP (Hash): 72970431
Darüber wurde hier im Forum schon ein paar Mal diskutiert. Hast Du Links zu einschlägigen Studien die eindeutig belegen können, was Du hier über Theorie und Praxis schreibst? -
am 14.09.2023 09:02:48 | IP (Hash): 369799287
Dr Neal Barnard hat wohl einige recht überzeugende Belege/Studien dafür gesammelt, dass High Carb Low Fat auch zum Senken des BZ-Verlaufs funktionieren kann.
Mit meinem alten Typ2 seit um die 20 Jahre bei HbA1c unter 5,5
habe ich auch das mal um die 3 Monate ausprobiert. Dabei habe ich zu meinem Erstaunen messen können, dass ich den gleichen Insulinbedarf hatte, wie mit HFLC und meiner Vorliebe, LC mit max 6 KH pro Tag und 100% TIR. Allerdings musste ich regelmäßig direkt nach dem Essen um die 20 Minuten intensive körperliche Bewegung einschieben, damit der postprandiale Anstieg um 140 mg/dl herum aufhörte und nicht bis um 200 weiter lief.
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Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :) -
am 14.09.2023 19:17:09 | IP (Hash): 1685476011
ich habe ein Problem mit diesen Studien, es gibt für jede denkbare Kombination von Nahrung garantiert 100 Studien die angeblich eine Wirksamkeit belegen. Und mindestens 300 die das wiederlegen und eine völlig andere Kombination bevorzugen.
High carb, low fat. Low carb, high fat. Gar kein Carb. , Proteine, 16-8. Viele kleine Mahlzeiten. Eine Grosse mahlzeit oder 2 oder 3. Haferflockentage, Obsttage, Gemüsetage.....
Vermutlich finde ich auch eine Studie die puren Zucker oder Honig als Diät empfiehlt wenn ich nur lange genug das Internet absuche.
Ich kann nur warnen, jede Studie hat ihre Tücken und Schwächen, zu entdecken nur über die methodik und die Statistik. Falls die nicht manipuliert ist. Und bedenken das die Daten zu viele Studien, egal welcher Prof. Dr. seinen Namen hergibt ,letztenendes von den Studenten oder Assistenten zusammengestellt wurde oder teilweise irgendwelche Erhebungen da ausgewertet wurden...
Was auch immer davon am Ende funktioniert - die beste Studie (und einzige der ich wirklich vertraue) ist meine eigene an mir selbst, aber auch da bin ich mir der Schwächen bewusst (Statistik, Datenmenge, Reproduzierbarkeit, etc.).
DM Typ 2 - 2x täglich Metformin 1000 / Sitagliptin 501 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 14.09.2023 21:57:23 | IP (Hash): 1530339615
Wenn es nach dem geposteten Link geht, dann stützt sich die Empfehlung zum HC-LF Ansatz auf 85 Jahre Erfahrung damit und daher auf viele Studien die immer wieder zum gleichen Schluss kommen. Ich denke aber eher, dass die Empfehlungen kontextabhängig betrachtet werden sollten. Denn bei Fettleibigkeit und anderen Stoffwechselproblemen ist Low Carb oder
Lower Carb denke ich die bessere Wahl. Ich kann nur mitteilen, was bei mir NACH! dem Abnehmen funktioniert hat und ich scheine unter Berücksichtigung der Ergebnisse die viele Diabetiker damit weltweit erzielt haben nicht der Einzige zu sein.
Bearbeitet von User am 14.09.2023 21:58:21. Grund: Ergänzt -
am 15.09.2023 19:26:13 | IP (Hash): 49422395
Ich verlinke mal eine Studie. Hier geht es um den Vergleich von Blutzucker und Insulinspiegel nach dem Verzehr von verschiedenen Arten von Brot:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22474577/
Ich nehme hier mit, dass Sauerteig zwar beim Blutzuckerspiegel nicht das beste ist, aber die geringste Menge an Insulin braucht - so ist der Sauerteigbrot das Brot meiner Wahl geworden.
Ich habe sogar ein Sauerteigstarter gezüchtet - wenn mal ein anständiges Brot hierbei rauskommt, poste ich ein Bild :)1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 15.09.2023 21:51:59 | IP (Hash): 523369835
Interessant Studie aber das lässt sich nicht 1:1 auf unser Brot übertragen.
Sind vermutlich Sorten aus den USA, die haben teilweise andere Bestandteile als die hiesigen (z.B. Proteingehalt). Sauerteig - wenn die das Sauerteigbrot aus der San Francisco Gegend meinen - das ist ganz schön hell, hat wohl einiges an Weizen. Fast ein wenig wie das italienische Sauerteigweizenmischbrot.
Da müsste man ins Detail gehen was genau die da verglichen haben.
Beim Mehl kommt es viel auf die Feinheit an, je feiner gemahlen ,desto schneller geht das ins Blut.
Wenn es gröber ist (geschrotet) und mehr Schalenbestandteile enthält dann geht es langsamer ins Blut, der Ansteig ist nicht so steil.
Den Zucker hochtreiben tun bei mir eigentlich alle Mehlsorten, Vollkorn, Weizen, Roggen, Dinkel, Hafer. Am schlimmsten sind feine Weizenbackwaren (Pizzateig, Weissbrot, Semmeln) und Mais.
Vollkorn (Roggen) geht deutich besser. Ebenso sind Vollkornspaghetti deutlich verträglicher als normale Spagehtti. An guten tagen passiert mit Vollkorn nicht viel beim BZ, auf alle Fälle aber weniger als mit normalen Nudeln.
Was ich komischerweise schlecht vertrage ist Hafer, egal ob die feinen Flocken oder die groben, das geht massiv hoch.
DM Typ 2 - 2x täglich Metformin 1000 / Sitagliptin 50 -
am 17.09.2023 07:20:11 | IP (Hash): 1973798362
Ich habe nachgesehen, es ist tatsächlich ein helles Sauerteigbrot, was in der Studie verwendet worden ist (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3317179/).
Spannend, dass der helle Sauerteig die beste Insulinantwort hatte. -
am 17.09.2023 10:00:06 | IP (Hash): 895026249
Ginnie schrieb:
Spannend, dass der helle Sauerteig die beste Insulinantwort hatte.
Hallo Ginnie,
du bringst da wohl etwas durcheinander. Der helle Sauerteig hat nach der Studie nicht die beste, sondern die schlechteste Insulinantwort (siehe Figure 2). Bei diesem Brot wird weniger Insulin ausegegeben als bei den anderen Brotsorten und deshalb steigt der BZ höher an. Weniger Insulin und dafür höheren BZ in Kauf zu nehmen, ist keine gute Strategie zur Reduzierung einer Insulinresistenz.
Wenn man die anderen Grafiken betrachtest, dann kann man sehen, dass bei dem hellen Sauerteigbrot weniger Darmhormone GLP1 und GIP ausgegeben werden und deshalb weniger Insulin angefordert wird. Da bei vielen Typ2Ddiabetikern die Achse Darmhormone, Insulin noch relativ gut funktioniert, was man sich bei den GLP1-RA und DPP4-Hemmern zunutze macht, wäre das helle Sauerteigbrot das schlechteste. Die Vollkornvarianten schneiden dabei nach dieser Studie günstiger ab.
Aber wie es schon in der Studie heißt: "..., but the mechanism is complex and requires further investigation."
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 17.09.2023 10:09:47. Grund: BBCodes -
am 17.09.2023 12:24:47 | IP (Hash): 671153004
Hi Rainer,
ich würde deiner Analyse zustimmen, wenn der BZ Spitze bei dem hellen Sauerteigbrot deutlich höher wäre als bei allen anderen Broten. Das sehe ich aber nicht. Die BZ Spitzen liegen nahe beieinander.
Da bei dem Sauerteig weniger Insulin benötigt wird um die selbe Menge KH zu verstoffwechseln, bedeutet das letztendlich weniger Belastung für den Körper Insulin zu produzieren und ggf. weniger benötigte Medikamente.
Aber klar, die Studie hat nur einen kleinen Teilnehmerkreis und war das erste, der in dieser Richtung geht. Trotzdem finde ich bringt dieser frische Anreize rein.
Wie sehr die BZ Spitzen bei jedem Einzelnen zwischen Vollkorn und Sauerteig unterscheidet, kann wohl keine Studie vorhersagen - man kann’s aber sehr einfach selbst ausprobieren und nachmessen.
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am 17.09.2023 15:00:21 | IP (Hash): 2089453783
Ich finde das schon sehr interessant aber im Grunde ist es genau das was ich weiter oben über die Studien geschrieben habe. Das ist alles schon richtig aber es kommt ganz auf die Rahmenbedingungen der Studien an. Theoretisch müssten bei solchen Vergleichen exakt identische Rahmenbedingungen zwischen allen Vergleichspersonen herrschen (unmöglich, jeder Mensch ist entscheidend anderes) oder man müsste eine riesige Anzahl Testpersonen haben.
Würde mich nicht wundern wenn es doch vielleicht noch andere solche Studien gibt die ein ganz anderes Ergebnis bekommen.
Ich glaube die Forschung und Ernährungswissenschaft wäre schon erheblich weiter , wenn die Krankenhäuser und Diabetesstationen solche Werte erheben würden. Die wissen ja was an "Futter" verabreicht wird, die kennen die dazugehörigen Biodaten ihrer Patienten und die Blutwerte nehmen die sowieso regelmässig.
Dann gäbe es genug Daten.
Vermutlich spielt es - für jeden einzelnen bezogen - auch eine grosse Rolle was denn dazugegessen wird.
Ist das Brot eher Grundlage für viel Butter und fettige Wurst oder wird Becel drübergekratzt und ein paar Scheiben Gurke draufgelegt. Oder mit Käse. Oder ist es vielleicht eine Beigabe ohne alles (Brotkorb im Restaurant).
Ein und das selbe Brot wird sich komplett anders verhalten, je nachdem wie man es isst und was man dazu isst.
Dann hängt es auch von der Tagesform der Menschen ab und ob man sich bewegt danach und noch viele andere Kleinigkeiten die die Verdauung und den Stoffwechsel beeinflussen.
Ich befürchte, da kommt niemand drumherum das für sich zu testen.
Aber wenn Sauerteig bei dir gut funktioniert - dann ist das super. Schmecken tut das sowieso.
DM Typ 2 - 2x täglich Metformin 1000 / Sitagliptin 50 -
am 17.09.2023 18:39:58 | IP (Hash): 895026249
Ginnie schrieb:
Die BZ Spitzen liegen nahe beieinander.
Hallo Ginnie,
vielleicht ist es deiner Aufmerksamkeit entgangen, aber auch die Insulinspitzen liegen nahe beieinander. Um dein Plädoyer für Sauerteigbrot, also für ganz normales Bäckerbrot, zu unterstützen, müsste man zunächst mal untersuchen, ob ein kleines bischen höherer BZ oder ein kleines bischen mehr Insulin stärker schaden. Vielleicht fällt die Antwort auf diese Frage sogar bei jedem etwas anders aus, auf jeden Fall müsste man zwischen Diabetikern und Nichtdiabetikern unterscheiden
Ich persönlich halte mich an die Empfehlung, die Menge entsprechend einzuschränken. Das Gleiche gilt übrigens auch für Kartoffeln, die du etwas weiter oben als komplexe KH bezeichnest. Gekochte Kartoffeln bestehen fast ausschließlich aus schnell ins Blut gehender Stärke. Da gibt es keinen großen Unterschied zu fein ausgemahlenen Weißmehl. Lediglich gekochte und dann erkaltete Kartoffeln sind wegen der dann gebildeten resistenten Stärke etwas anders.
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 17.09.2023 18:42:04. Grund: BBCodes -
am 17.09.2023 18:41:57 | IP (Hash): 252430920
Na dann auch noch ein bisschen von meinem Geschwätz:
Ich neige sehr zu der These, dass nicht der BZ-Verlauf im höher als normal gesunden Rahmen schadet, sondern vor allem der Insulin-Verlauf im höher als normal gesunden Rahmen.
Meistens verlaufen beide recht parallel, auch bei uns mit Typ 2. Allerdings bei uns mit Typ 2 infolge der sogenannten Insulinresistenz praktisch immer mit beständig deutlich mehr Insulinumsatz, als bei Nichtdiabetikern bei gleichem BZ, auch im völlig gesunden BZ-Bereich.
Deswegen denke ich, dass wir mit Typ 2 umso besser mit unserem Diabetes fahren, je mehr von 24 Stunden wir unseren BZ mit möglichst wenigen und weniger weit aufragenden Spitzen im völlig gesunden Rahmen halten. Und wenn ich bei etwas, das ich gerne essen wollte, wie Ginnie vor der Wahl zwischen einer Version mit mehr und einer mit weniger Insulinumsatz stünde, würde ich selbstverständlich die mit weniger Insulinumsatz vorziehen.
Wenigstens in der Theorie. Denn ich kann da ja selbst außer dem BZ nix messen. Und damit bin ich wieder zurück bei meinem BZ möglichst viele von 24 Stunden mit möglichst wenigen und weniger weit aufragenden Spitzen im völlig gesunden Bereich.
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Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :)1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 17.09.2023 19:01:13 | IP (Hash): 671153004
Hi Rainer,
ich sehe nicht, dass die Insulinspitzen „nahe“ beinander liegen. Die Insulinspitzen der anderen Broten liegen von c. 20% bis 60%(!) höher.
Ich mache kein Plädoyer für Sauerteigbrot, weise lediglich auf eine Studie hin, die aktuell ist, das auf die Frage passt und ein paar neue Denkanstöße gibt. Ich sage nicht, esst alle Sauerteigbrot und misst keinen BZ danach.
Bei einem annehmbaren BZ Spitzen Unterschied würde ich immer zu Lebensmittel mit dem geringen Insulinbedarf greifen. Ich stimme dir zu, dass sich die BZ Spitzen von Mensch zu Mensch bei verschiedenen Lebensmittel unterscheidet, und vielleicht auch zwischen Diabetiker und Nichtdiabetiker, doch das ist etwas, was jeder sehr leicht herausfinden kann, wenn er offen dafür ist neue Lebensmittel auszuprobieren.