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    am 13.09.2023 14:14:24 | IP (Hash): 72970431
    Darüber wurde hier im Forum schon ein paar Mal diskutiert. Hast Du Links zu einschlägigen Studien die eindeutig belegen können, was Du hier über Theorie und Praxis schreibst?
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    am 14.09.2023 09:02:48 | IP (Hash): 369799287
    Dr Neal Barnard hat wohl einige recht überzeugende Belege/Studien dafür gesammelt, dass High Carb Low Fat auch zum Senken des BZ-Verlaufs funktionieren kann.
    Mit meinem alten Typ2 seit um die 20 Jahre bei HbA1c unter 5,5
    habe ich auch das mal um die 3 Monate ausprobiert. Dabei habe ich zu meinem Erstaunen messen können, dass ich den gleichen Insulinbedarf hatte, wie mit HFLC und meiner Vorliebe, LC mit max 6 KH pro Tag und 100% TIR. Allerdings musste ich regelmäßig direkt nach dem Essen um die 20 Minuten intensive körperliche Bewegung einschieben, damit der postprandiale Anstieg um 140 mg/dl herum aufhörte und nicht bis um 200 weiter lief.

    ----------------------------------------------
    Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :)
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    am 14.09.2023 19:17:09 | IP (Hash): 1685476011
    ich habe ein Problem mit diesen Studien, es gibt für jede denkbare Kombination von Nahrung garantiert 100 Studien die angeblich eine Wirksamkeit belegen. Und mindestens 300 die das wiederlegen und eine völlig andere Kombination bevorzugen.
    High carb, low fat. Low carb, high fat. Gar kein Carb. , Proteine, 16-8. Viele kleine Mahlzeiten. Eine Grosse mahlzeit oder 2 oder 3. Haferflockentage, Obsttage, Gemüsetage.....

    Vermutlich finde ich auch eine Studie die puren Zucker oder Honig als Diät empfiehlt wenn ich nur lange genug das Internet absuche.

    Ich kann nur warnen, jede Studie hat ihre Tücken und Schwächen, zu entdecken nur über die methodik und die Statistik. Falls die nicht manipuliert ist. Und bedenken das die Daten zu viele Studien, egal welcher Prof. Dr. seinen Namen hergibt ,letztenendes von den Studenten oder Assistenten zusammengestellt wurde oder teilweise irgendwelche Erhebungen da ausgewertet wurden...

    Was auch immer davon am Ende funktioniert - die beste Studie (und einzige der ich wirklich vertraue) ist meine eigene an mir selbst, aber auch da bin ich mir der Schwächen bewusst (Statistik, Datenmenge, Reproduzierbarkeit, etc.).


    DM Typ 2 - 2x täglich Metformin 1000 / Sitagliptin 50
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    am 14.09.2023 21:57:23 | IP (Hash): 1530339615
    Wenn es nach dem geposteten Link geht, dann stützt sich die Empfehlung zum HC-LF Ansatz auf 85 Jahre Erfahrung damit und daher auf viele Studien die immer wieder zum gleichen Schluss kommen. Ich denke aber eher, dass die Empfehlungen kontextabhängig betrachtet werden sollten. Denn bei Fettleibigkeit und anderen Stoffwechselproblemen ist Low Carb oder
    Lower Carb denke ich die bessere Wahl. Ich kann nur mitteilen, was bei mir NACH! dem Abnehmen funktioniert hat und ich scheine unter Berücksichtigung der Ergebnisse die viele Diabetiker damit weltweit erzielt haben nicht der Einzige zu sein.
    Bearbeitet von User am 14.09.2023 21:58:21. Grund: Ergänzt
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    am 15.09.2023 19:26:13 | IP (Hash): 49422395
    Ich verlinke mal eine Studie. Hier geht es um den Vergleich von Blutzucker und Insulinspiegel nach dem Verzehr von verschiedenen Arten von Brot:

    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22474577/

    Ich nehme hier mit, dass Sauerteig zwar beim Blutzuckerspiegel nicht das beste ist, aber die geringste Menge an Insulin braucht - so ist der Sauerteigbrot das Brot meiner Wahl geworden.

    Ich habe sogar ein Sauerteigstarter gezüchtet - wenn mal ein anständiges Brot hierbei rauskommt, poste ich ein Bild :)
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    am 15.09.2023 21:51:59 | IP (Hash): 523369835
    Interessant Studie aber das lässt sich nicht 1:1 auf unser Brot übertragen.
    Sind vermutlich Sorten aus den USA, die haben teilweise andere Bestandteile als die hiesigen (z.B. Proteingehalt). Sauerteig - wenn die das Sauerteigbrot aus der San Francisco Gegend meinen - das ist ganz schön hell, hat wohl einiges an Weizen. Fast ein wenig wie das italienische Sauerteigweizenmischbrot.
    Da müsste man ins Detail gehen was genau die da verglichen haben.

    Beim Mehl kommt es viel auf die Feinheit an, je feiner gemahlen ,desto schneller geht das ins Blut.
    Wenn es gröber ist (geschrotet) und mehr Schalenbestandteile enthält dann geht es langsamer ins Blut, der Ansteig ist nicht so steil.
    Den Zucker hochtreiben tun bei mir eigentlich alle Mehlsorten, Vollkorn, Weizen, Roggen, Dinkel, Hafer. Am schlimmsten sind feine Weizenbackwaren (Pizzateig, Weissbrot, Semmeln) und Mais.
    Vollkorn (Roggen) geht deutich besser. Ebenso sind Vollkornspaghetti deutlich verträglicher als normale Spagehtti. An guten tagen passiert mit Vollkorn nicht viel beim BZ, auf alle Fälle aber weniger als mit normalen Nudeln.
    Was ich komischerweise schlecht vertrage ist Hafer, egal ob die feinen Flocken oder die groben, das geht massiv hoch.

    DM Typ 2 - 2x täglich Metformin 1000 / Sitagliptin 50
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    am 17.09.2023 07:20:11 | IP (Hash): 1973798362
    Ich habe nachgesehen, es ist tatsächlich ein helles Sauerteigbrot, was in der Studie verwendet worden ist (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3317179/).

    Spannend, dass der helle Sauerteig die beste Insulinantwort hatte.
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    am 17.09.2023 10:00:06 | IP (Hash): 895026249
    Ginnie schrieb:
    Spannend, dass der helle Sauerteig die beste Insulinantwort hatte.

    Hallo Ginnie,

    du bringst da wohl etwas durcheinander. Der helle Sauerteig hat nach der Studie nicht die beste, sondern die schlechteste Insulinantwort (siehe Figure 2). Bei diesem Brot wird weniger Insulin ausegegeben als bei den anderen Brotsorten und deshalb steigt der BZ höher an. Weniger Insulin und dafür höheren BZ in Kauf zu nehmen, ist keine gute Strategie zur Reduzierung einer Insulinresistenz.

    Wenn man die anderen Grafiken betrachtest, dann kann man sehen, dass bei dem hellen Sauerteigbrot weniger Darmhormone GLP1 und GIP ausgegeben werden und deshalb weniger Insulin angefordert wird. Da bei vielen Typ2Ddiabetikern die Achse Darmhormone, Insulin noch relativ gut funktioniert, was man sich bei den GLP1-RA und DPP4-Hemmern zunutze macht, wäre das helle Sauerteigbrot das schlechteste. Die Vollkornvarianten schneiden dabei nach dieser Studie günstiger ab.

    Aber wie es schon in der Studie heißt: "..., but the mechanism is complex and requires further investigation."

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.

    Bearbeitet von User am 17.09.2023 10:09:47. Grund: BBCodes
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    am 17.09.2023 12:24:47 | IP (Hash): 671153004
    Hi Rainer,

    ich würde deiner Analyse zustimmen, wenn der BZ Spitze bei dem hellen Sauerteigbrot deutlich höher wäre als bei allen anderen Broten. Das sehe ich aber nicht. Die BZ Spitzen liegen nahe beieinander.

    Da bei dem Sauerteig weniger Insulin benötigt wird um die selbe Menge KH zu verstoffwechseln, bedeutet das letztendlich weniger Belastung für den Körper Insulin zu produzieren und ggf. weniger benötigte Medikamente.

    Aber klar, die Studie hat nur einen kleinen Teilnehmerkreis und war das erste, der in dieser Richtung geht. Trotzdem finde ich bringt dieser frische Anreize rein.

    Wie sehr die BZ Spitzen bei jedem Einzelnen zwischen Vollkorn und Sauerteig unterscheidet, kann wohl keine Studie vorhersagen - man kann’s aber sehr einfach selbst ausprobieren und nachmessen.

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    am 17.09.2023 15:00:21 | IP (Hash): 2089453783
    Ich finde das schon sehr interessant aber im Grunde ist es genau das was ich weiter oben über die Studien geschrieben habe. Das ist alles schon richtig aber es kommt ganz auf die Rahmenbedingungen der Studien an. Theoretisch müssten bei solchen Vergleichen exakt identische Rahmenbedingungen zwischen allen Vergleichspersonen herrschen (unmöglich, jeder Mensch ist entscheidend anderes) oder man müsste eine riesige Anzahl Testpersonen haben.
    Würde mich nicht wundern wenn es doch vielleicht noch andere solche Studien gibt die ein ganz anderes Ergebnis bekommen.

    Ich glaube die Forschung und Ernährungswissenschaft wäre schon erheblich weiter , wenn die Krankenhäuser und Diabetesstationen solche Werte erheben würden. Die wissen ja was an "Futter" verabreicht wird, die kennen die dazugehörigen Biodaten ihrer Patienten und die Blutwerte nehmen die sowieso regelmässig.
    Dann gäbe es genug Daten.

    Vermutlich spielt es - für jeden einzelnen bezogen - auch eine grosse Rolle was denn dazugegessen wird.
    Ist das Brot eher Grundlage für viel Butter und fettige Wurst oder wird Becel drübergekratzt und ein paar Scheiben Gurke draufgelegt. Oder mit Käse. Oder ist es vielleicht eine Beigabe ohne alles (Brotkorb im Restaurant).
    Ein und das selbe Brot wird sich komplett anders verhalten, je nachdem wie man es isst und was man dazu isst.
    Dann hängt es auch von der Tagesform der Menschen ab und ob man sich bewegt danach und noch viele andere Kleinigkeiten die die Verdauung und den Stoffwechsel beeinflussen.
    Ich befürchte, da kommt niemand drumherum das für sich zu testen.

    Aber wenn Sauerteig bei dir gut funktioniert - dann ist das super. Schmecken tut das sowieso.



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