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oGTT - Wirklich nötig?

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    am 19.12.2023 09:38:21 | IP (Hash): 30737097
    Hallo an alle,
    zur Nachsorge meines Schwangerschaftsdiabetes soll ich 6-12 Wochen nach der Entbindung einen oGTT machen.

    Kurz zur Vorgeschichte: Nach meiner 1. Schwangerschaft blieb, obwohl ich schlank bin und einen recht gesunden Lebensstil führe, ein Prädiabetes bestehen (bin familiär ziemlich vorbelastet). Die 2. Schwangerschaft habe ich mit viel Messen, KH sparen und Bewegung wie die erste ohne Insulin geschafft, musste mich aber schon deutlich mehr einschränken. Kurz nach der Entbindung wurde noch in der Klinik einmal der Nüchternwert gemessen (4,8 mmol/l) und 2 Stunden nach einem normalen Frühstück (7,0 mmol/l), womit erstmal alles in Ordnung war.

    Nun möchte ich aber wirklich keinen erneuten oGTT machen. Mir wird bei dem Gedanken an so viel Zucker übel, ich bin ein wenig hypochondrisch veranlagt und befürchte, dass ich wieder mit starkem Schwindel, Übelkeit usw. reagiere. Außerdem möchte ich, da ich mich jetzt eben schon viele Monate relativ bewusst und gesund ernähre, meine Bauchspeicheldrüse einfach nicht mit so viel Zucker belasten. Mir wird beim Gedanken daran schon schlecht, dort mit meinem Baby zu sitzen und dass mir dann komisch wird, weshalb ich auch vermute, dass durch die ganzen ausgeschütteten Stresshormone mein Ergebnis bestimmt auch verfälscht würde. Bisher waren meine Nüchternwerte beim Arzt auch immer deutlich höher, als die "von der Bettkante".

    Außerdem stille ich voll und die Hormone sorgen dann ja auch noch für ein verändertes Ergebnis. Ich denke mir, dass der Test eine Weile nach dem Abstillen, wenn quasi der hormonelle Normalzustand wiederhergestellt ist, sinnvoller wäre. Das wäre aber erst in ca. 2 Jahren und bis dahin sollte ich meinen Blutzucker vielleicht doch im Auge behalten?

    Hat jemand einen Rat für mich, den vielleicht auch meine Ärztin unterschreiben kann? ;-) Wie steht ihr zum oGGT?

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    am 19.12.2023 10:25:38 | IP (Hash): 1127748918
    blancanieves schrieb:
    Hat jemand einen Rat für mich, den vielleicht auch meine Ärztin unterschreiben kann? ;-) Wie steht ihr zum oGGT?

    Hallo Schneewittchen,

    eigentlich ist der oGTT eine gute Sache. Er zeigt wahrscheinlich am besten, wie gut deine BZ-Autmatik funktioniert oder auch nicht.

    Wenn du den Test jetzt nicht machen willst und mit deinen selbstgemessenen Werten sagen kannst, dass du ihn nicht unbedingt brauchst, dann sage das deiner Ärztin so. Zeige ihr ein Protokoll deiner selbst gemessenen Werte, wobei neben den Nüchternwerten auch Werte in 1 und in 2 Stunden nach der Mahlzeit dabei sein sollten, am besten nach einer relativ KH-reichen Mahlzeit. Bei den Nüchternwerten kann sie auf die Messungenauigkeiten verweisen, auch weil bei dir die Laborwerte, eventuell durch Stress, immer höher liegen als die selbst gemessenen. Bei den Nachessenswerten spielen die Messungenauigkeiten keine so große Rolle, deshalb glaubt sie dir dabei vielleicht eher.

    Du brauchst übrigrns keine Angst zu haben, dass deine BSD durch die einmalige Belastung irgendwie Schaden nimmt. Die wird dann zwar bis zum Anschlag arbeiten müssen, aber das ist für sie wirklich kein Problem und schadet ihr in keiner Weise.

    Alles Gute für dich und dein Baby, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.

    Bearbeitet von User am 19.12.2023 14:51:53. Grund: BBCodes
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    am 19.12.2023 11:16:04 | IP (Hash): 1847314436

    https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar zeigt mit der blauen Kurve den durchschnittlichen BZ Verlauf nach KH-betontem Essen bei Menschen ohne Diabetes.

    Wir mit Typ 2 Verwandtschaft haben meistens die Anlagen dazu geerbt (Taylor: “Endlich Schluss mit Diabetes”). Da gilt ganz praktisch:
    Wenn unser BZ die Kurve übersteigen will, ist die Art des Essens oder die Portionsgröße für uns ungesund, auch wenn die Art allgemein als gesund gilt.

    Und genauso gilt, dass die tatsächlichen 24/7 BZ-Verläufe deutlich über der blauen Kurve mögliche Folge-Risiken durch Diabetes machen. Wenn wir mit der Auswahl unseres Essens und der Portionierung im Rahmen der blauen Kurve bleiben, sind die Folge-Risiken praktisch ausgeschaltet, auch wenn wir einen diagnostizierten Diabetes mit “positivem” OGTT haben.

    Die Grenzwerte für den Zuckerwassertest sind wie alle Grenzwerte im Diabetes-Zusammenhang willkürlich gesetzt. Willkürlich = nach Statistiken. Für Menschen, die wie du ihren BZ beobachten und ggf. mit Essen und Bewegen (wirst du mit kleinen Kindern genug haben) begrenzen, hat ein OGTT aus meiner Sicht keinerlei sinnhafte Bedeutung.

    ----------------------------------------------
    Nur für Menschen mit T2D: Typ 2 Diabetes ist mit genetischen Speichergrenzen von Geburt an eingebaut. Unter diesen Grenzen ist er gesund ausgeschaltet und darüber diabetisch eingeschaltet. - Remission ist nach dem Abbau der Speicherinhalte unter diese individuellen(!) Grenzen und damit "wieder" der ausgeschaltete T2D.
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    am 19.12.2023 15:37:48 | IP (Hash): 2104073883
    Zum Glück hat Rainer dir als erster geantwortet und nicht dieser auf jeden Beitrag lauerte hjt_jürgen.
    Die Antwort von Rainer ist ok, und du solltest den Beitrag (so ein Blödsinn) von Jürgen einfach
    übersehen.


    das nun erweiterte 3D-Sammel-Forum
    https://3d-forum-grafikworks.forumieren.de
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    am 19.12.2023 16:01:24 | IP (Hash): 30737097
    Danke, Rainer!
    Ich hoffe, du hast recht bezüglich des ausbleibenden Schadens, ich bin mir nämlich sicher, dass ich körperliche Symptome bei dem Test haben werde (die vielleicht auch psychosomatisch sind, ja).

    Ich weiß, dass der oGTT ein wichtiges Diagnoseinstrument für (Prä-)diabetes ist. Ich vermute aber, dass ich sowieso eine gestörte Glukosetoleranz habe... Also zumindest war mein oGTT vor 3 Jahren dahingehend leicht auffällig. Wenn ich allerdings im Alltag messe, stimmen meine Werte - heute mal 2 Stunden nach dem Frühstück mit einem großen Roggenvollkorn-Brötchen, Ei, Joghurt und halbem Apfel 6,4 mmol/l (Stillen macht echt hungrig!). Ich frage mich eben, ob der oGTT deshalb wirklich nötig ist. Ich vermute, dass herauskommt, dass meine Glukosetoleranz bei extremen Belastungen weiterhin gestört ist. Sicherlich werde ich dann zum BZ-Messen zu Hause "verdonnert", wo die Werte wohl meistens passen werden, da ich mich recht gesund und... ich nenne es mal "kohlenhydratbewusst" (nicht -arm) ernähre. Einen Eisbecher, große Nudelteller oder Torte mit Limo kann und werde ich mir nicht mehr "gönnen". Das ekelt mich inzwischen sogar.
    Ich folge seit einer Weile und auch in der Schwangerschaft den "Hacks" von Jessie Inchauspee aus dem Buch "Der Glukose-Trick", die mir wirklich geholfen haben.

    Deshalb mein Gedanke... Wozu der oGTT?
    Bearbeitet von User am 19.12.2023 16:07:45. Grund: Ergänzung
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    am 19.12.2023 16:04:42 | IP (Hash): 30737097
    Hallo Jürgen, auch dir vielen Dank. Ich kenne mich nicht so gut aus, aber denke eigentlich ähnlich.
    Im Alltag belaste ich meinen Körper ja nicht so stark mit Glukose und deshalb sind doch die Messungen im "wahren Leben" für meine Laien-Logik aussagekräftiger...

    Der oGTT als Diagnoseinstrument für Menschen, die neu in der Diabetesproblematik sind, leuchtet mir ein, aber wenn bereits bekannt ist, dass die Glukosetoleranz irgendwie gestört ist (was bei mir vermutlich immer noch so sein wird), warum dann wiederholen?
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    am 19.12.2023 19:42:35 | IP (Hash): 1740085097
    Die Messung des HbA1c gilt für die Feststellung eines Gestationsdiabetes als unzureichend und daher ist während der Schwangerschaft ein oGTT Goldstandard.
    12 Wochen nach Entbindung hat man allerdings keinen Schwangerschaftsdiabetes mehr, sondern einen "richtigen" Diabetes.
    Daher wäre die Messung des HbA1c m. E. nun durchaus indiziert, insbesondere, wenn ein oGTT abgelehnt wird.

    Lg
    Hape
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    am 19.12.2023 20:05:29 | IP (Hash): 1847314436
    Hape schrieb:
    Daher wäre die Messung des HbA1c m. E. nun durchaus indiziert, insbesondere, wenn ein oGTT abgelehnt wird.


    Was wäre aus deiner Sich der konkrete Nutzen?

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    Nur für Menschen mit T2D: Typ 2 Diabetes ist mit genetischen Speichergrenzen von Geburt an eingebaut. Unter diesen Grenzen ist er gesund ausgeschaltet und darüber diabetisch eingeschaltet. - Remission ist nach dem Abbau der Speicherinhalte unter diese individuellen(!) Grenzen und damit "wieder" der ausgeschaltete T2D.
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    am 20.12.2023 09:41:54 | IP (Hash): 30737097
    Hallo Hape,

    den HbA1c bestimmt meine Ärztin auf jeden Fall im Labor mit. Nur die „offizielle“ Nachsorge bei Schwangerschaftsdiabetes sieht eben den oGTT vor…
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    am 20.12.2023 09:44:07 | IP (Hash): 525052128
    blancanieves schrieb:


    Ich frage mich eben, ob der oGTT deshalb wirklich nötig ist. Ich vermute, dass herauskommt, dass meine Glukosetoleranz bei extremen Belastungen weiterhin gestört ist. Sicherlich werde ich dann zum BZ-Messen zu Hause "verdonnert", wo die Werte wohl meistens passen werden, da ich mich recht gesund und... ich nenne es mal "kohlenhydratbewusst" (nicht -arm) ernähre.

    Deshalb mein Gedanke... Wozu der oGTT?



    Ich sehe es wie du. Man muss nicht alles machen, was möglich wäre. Wichtig wäre, was hat das für Konsequenzen.

    Im Falle vom Prädiabetes keine wirklichen, solange du selbstständig weiter ernährungstechnisch aufpasst.

    Selbst im Fall, dass die Werte Diabetes anzeigen würden, hätte es wenig Konsequenzen, auch hier erstmal diätische Behandlung. Einzig du könntest ins DMP eingetragen werden und hast vierteljährlich HbA1C Kontrollen.

    Ein weiterer Punkt, außerhalb der Schwangerschaft und ohne Insulinbehandlung, bekommt man auch keine Teststreifen verschrieben. Auch hier würde also eine Diabetesdiagnose nicht helfen.