Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

WIE? geht keine Insulinresistenz?

  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 26.01.2024 11:07:56 | IP (Hash): 914683565
    Wenn Typ 2 deswegen höher als gesunden BZ hat, weil seine Muskelzellen die Glukose aus dem Essen nicht aufnehmen, dann müssen die Muskelzellen bei gesunden Menschen das ja machen, aber wie?
    https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar mit der blauen Kurve in der ersten Grafik als gesunder Durchschnitt nach einem KH-reichen Frühstück. Ich nehme mal von 80 g Glukose an, die mit der blauen Kurve mit den durchschnittlichen 5 Litern Blut des Durchschnittsmenschen im Organismus verteilt werden.

    Der hat mit Start 80 mg/dl in jedem seiner 5 Liter 0,8 Gramm Glukose und steigt hügelmäßig nach dem Essen an und sinkt im Zeitrahmen von 2-3 Stunden wieder auf die 0,8 Gramm ab. In der Spitze zeigt der Hügel um ne Stunde nach dem Essen für wenige Minuten ein Plus von 0,5 Gramm.

    WIE funktioniert da der gesunde Transport von 80 Gramm Glukose in die Muskelzellen?

    Und bitte jetzt nicht, "ich weiß, dass du IR" bezweielst, sondern bitte konkret, wie die Verteilung ohne IR funktioniert!

    ----------------------------------------------
    Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
    Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 26.01.2024
    am 26.01.2024 14:28:08 | IP (Hash): 72970431
    Hallo hjt_jürgen!

    wenn die Zellen aufnahmefähig für Glukose sind, weil se sich nich schützen müssen aufgrund von überernährung und keiner bewegung, dann kommen se auch viel leichter in de Zelle ;) nach dem sport kommen sie auch leichter in die zellen, weil die dann durch die kontraktionen aufnahmefähig für die ankommende glukose sind.

    und bei insulinresi muss halt immer mehr insulin produziert werden, damit die gleiche menge kohlenhydrate und zucker da reingehen und wofür der olle Rühl nur ein bissl an Insulin braucht ;)

    so zumindest meine infos dazu. bitte korrigiere mich, wenn ich schmonzes rede...

    Typ 1erin seit 1995 (damals 16 Jahre, heute 44). Ich lebe mit meinem Diabetes und das im Einklang.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 69
    Mitglied seit: 17.07.2019
    am 26.01.2024 14:43:01 | IP (Hash): 978497229
    Hallo Jürgen,
    hier ein Link, der vielleicht weiter hilft. Die Sache ist wohl recht kompliziert.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Glucosetransporter
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 277
    Mitglied seit: 14.01.2018
    am 26.01.2024 14:47:15 | IP (Hash): 2135748219
    Im Frühjahr 2018, 3 Monate nach meiner Typ2-Dagnose und 5 jahre später habe ich einen Clamp-Test machen lassen.
    Mit diesem wird die Aufnahmefähigkeit für Glukose gemessen

    2018
    M-Wert im Clamp = 6,5
    Spricht für einen gut eingestellten Diabetiker, nahezu gesunder Wert.
    Währenddessen hba1c = 7,4, kurz zuvor bei 10,3. NBZ = 6,4

    2023
    M-Wert im Camp = 9,7
    Spricht für ideal gesund, sehr sportlich.
    Währenddessen hba1c = 6,1 kurz zuvor bei 5,7, NBZ = 4,8

    Das spricht für die These, dass es sich bei der Insulinresistenz um ein Zu-Machen zum Schutz vor Überdargebot handelt, um Zellen/ Gewebe vor Schäden durch Verzuckerung zu schützen.
    Muss jetzt nicht heißen, dass sich die Zellen "wehren", sondern dass aufgrund geringen Konzentrationsunterschieds nichts mehr reingedrückt werden kann.

    Wobei der Regelkreislauf für die Insulinproduktion seinen eigenen Schwellwerten gehorcht und kräftig produziert und die Glukose doch noch reinzuprügeln versucht.
    Nach Taylor scheint die BSD zunächst , im Gegensatz zu späterem Stadium, erstmal nicht erschöpft, sondern verfettet. Was den Regelkreislauf und die Insulinausschüttung behindert. Wodurch Prä- und Diabetes im Frühstadium nachweisbar werden.


    Von daher würde ich weniger von Insulinresistenz, sondern eher von Glukosesättigung sprechen.


    ______________________
    ehemaliger Diabetiker
    Bearbeitet von User am 26.01.2024 15:01:05. Grund: Änderung
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 26.01.2024 16:22:56 | IP (Hash): 914683565
    ABER WIE kommen 80 Gramm Glukose in den gut 2 Stunden im gesunden Beispiel in die Muskelzellen?

    Ok, via Kreislauf mit seinen ca 5 Litern Blut, die das Herz in Ruhe einmal pro Minute pumpt. Aber 80 Gramm sind 8.000 mg/dl! Wie soll ich mir die auf den kleinen Hügel in der Grafik verteilt vorstellen?

    Nachtrag:
    Und die peripheren Zellen erreichen ihren höchsten Füllstand bei Nichtdiabetikern jeweils 4-5 Stunden nach dem Essen und den jeweiligen Tageshöchststand am Abend.

    ----------------------------------------------
    Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
    Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)
    Bearbeitet von User am 26.01.2024 17:00:15. Grund: Nachtrag
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 277
    Mitglied seit: 14.01.2018
    am 26.01.2024 23:25:56 | IP (Hash): 2135748219


    Bei mir gemessen folgende Verlaufslinie:
    0:00 ____90
    0:30___128
    1:00___104
    1:30____ 92
    2:00____ 83

    ABER WIE?
    Keine Ahnung.
    Was ist hier eigentlich die Frage...


    ______________________
    ehemaliger Diabetiker
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 277
    Mitglied seit: 14.01.2018
    am 26.01.2024 23:39:20 | IP (Hash): 2135748219
    Vielleicht, weil es genug "hungrige" Zellen gibt, sie einen Teil gleich verbrennen, den Großteil erstmal speichern. Eine Leber, die sich auch ihren Teil holt.

    Die alle genug Kapazität zur Aufnahme haben, weil sie nicht seit Wochen, Monaten, Jahren in Überangebot ertränkt werden.


    ______________________
    ehemaliger Diabetiker
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 55
    Mitglied seit: 25.01.2024
    am 27.01.2024 05:36:40 | IP (Hash): 229843331
    hjt_Jürgen schrieb:
    ABER WIE kommen 80 Gramm Glukose in den gut 2 Stunden im gesunden Beispiel in die Muskelzellen?

    Ok, via Kreislauf mit seinen ca 5 Litern Blut, die das Herz in Ruhe einmal pro Minute pumpt. Aber 80 Gramm sind 8.000 mg/dl! Wie soll ich mir die auf den kleinen Hügel in der Grafik verteilt vorstellen?

    Nachtrag:
    Und die peripheren Zellen erreichen ihren höchsten Füllstand bei Nichtdiabetikern jeweils 4-5 Stunden nach dem Essen und den jeweiligen Tageshöchststand am Abend.



    Das Herz hat eine Ruheleistung von 5 bis 6 Liter pro Minute. Das stimmt schon. Die Leistung steigt aber unter körperlicher Belastung auf 20 bis 25 Liter pro Minute.

    Dazu muss man zudem wissen, dass es neben den Muskeln noch einen starken Verbrauch von Glukose gibt: Das Gehrin. Das Gehirn kann Energie nur aus Glukose beziehen, nicht aus Eiweis, nicht aus Fett. Und das Gehrin braucht pro Tag zwischen 120 und 140 g Glukose. Es versorgt sich auch vorrangig. Das Gehirn hat nämlich ein Problem: Es kann keine Glukose speichern. Schon kleinste Unterbrechungen der Glukosezufuhr (etwa, wenn man unterzuckert) führen nach 10 Sekunden zu Funktionseinschränkungen und dann zu Ohnmacht und Koma. Schon nach wenigen Minuten Glukosemangel im Gehirn drohen irreversible Hirnschäden.
    Du machst an einer Stelle auch einen Denkfehler: Es ja nicht so, dass das Blut erst einmal gemächlich bis zu einer Sättigungsgrenze Glukose aufnimmt und diese dann an Gehirn und Muskeln ausliefert. Vielmehr wird die Glukose, die aufgenommen wird, sofort ausgeliefert, wenn Gehirn und Muskeln aufnehmen. Dazu wird durch die Bauchspeicheldrüse das Insulin ausgeschüttet. Sollte der Blutzuckerspiegel zu sehr sinken, steuert die Bauchspeicheldrüse mittels Glucagon dagegen.
    Vergleich es mit einer Badewanne. In der Badewanne sind 40 cm Wasser. So und jetzt drehst Du den Wasserhahn auf und führst pro Minute 200 Liter Wasser zu. Gleichzeitig drehst Du den Abfluss auf und lässt pro Minute 200 Liter Wasser ab. Wie hoch ist der Wasserspiegel nach einer Stunde? Genau: 40 cm. Sofern aber der Abfluss unter die 200 Liter pro Minute fällt, steigt der Wasserspiegel.
    Man muss sich vor Augen führen, dass Typ-2-Diabetes durch eine ungesunde Ernährungs- und Lebensweise mehr oder minder verursacht wird. Häufig kommt auch noch eine erbliche Disposition mit dazu. Letztlich ist der hohe Blutzuckerspiegel im Wessentlichen dadurch verursacht, dass die Körperzellen nur noch schlecht auf das Insulin reagieren. Dies wird auch als Insulinresistenz bezeichnet.
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 27.01.2024 09:38:23 | IP (Hash): 1015520204
    Dein Badewannen-Bild passt SUPER - für die meisten von 24 Stunden ohne Essen :)
    Auch der Hinweis auf die max um 25 Liter pro Minute an herzlicher Pumpleistung trifft zu, wenn auch nur für mehr oder weniger sehr kurze Zeiten.

    Aber wie geht das mit den doch recht vielen ZUSÄTZLICHEN mg/dls aus dem Frühstück, die bei gesunden Menschen nur so einen kleinen Hügel machen? Übrigens nicht nur nach dem Frühstück, sondern nach allem Essen zu jeder Tageszeit.

    Nachtrag:
    Da platscht mit dem Essen weit mehr als das 10fache des nomalen Inhalts rein, und das Badewasser steigt nur für wenige Minuten um die Hälfte höher. Wie geht das???

    ----------------------------------------------
    Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
    Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)
    Bearbeitet von User am 27.01.2024 11:18:13. Grund: Nachtrag
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 277
    Mitglied seit: 14.01.2018
    am 27.01.2024 21:56:25 | IP (Hash): 1066777798
    Es platscht ja nicht.

    Wenn nicht die Glukose intravenös verabreicht wird, sondern im Laufe von 30 min oder gar Stunden die Darmschleimhaut passiert.

    Das "hungrige" Gewebe hingegen verhält sich angesichts der BZ-konzentration im Promillebereich und dem Masseverhältnis gegenüber den 5...8%, die das Blut an der Körpermasse ausmacht, wie ein Schwamm.
    Allein die Leber kann sich 20% ihrer Eigenmasse Glycogen aufladen.
    Bei Muskelzellen dürfte es sich um ähnliche Größenordnung handeln.


    ______________________
    ehemaliger Diabetiker
    Bearbeitet von User am 27.01.2024 22:12:51. Grund: .
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 277
    Mitglied seit: 14.01.2018
    am 27.01.2024 22:54:24 | IP (Hash): 1066777798
    Die Badewannenmetapher find ich irreführend.

    Ich würde lieber die Metapher gebrauchen, vom pinkeln in den Badesee.
    Das Schilf ist gierig auf Stickstoffdünger.

    Nur, wenn ich die Abwässer eines Kuhstalls einleite, dann kippt das Ökosystem irgendwann um.


    ______________________
    ehemaliger Diabetiker
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 27.01.2024 23:09:59 | IP (Hash): 1015520204
    torsten1973 schrieb:
    Das "hungrige" Gewebe hingegen verhält sich angesichts der BZ-konzentration im Promillebereich und dem Masseverhältnis gegenüber den 5...8%, die das Blut an der Körpermasse ausmacht, wie ein Schwamm.


    Und wie kommt die Glukose mit dem kleinen BZ-Hügel in den Schwamm?

    ----------------------------------------------
    Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
    Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 277
    Mitglied seit: 14.01.2018
    am 27.01.2024 23:25:28 | IP (Hash): 1066777798
    hjt_Jürgen schrieb:
    torsten1973 schrieb:
    Das "hungrige" Gewebe hingegen verhält sich angesichts der BZ-konzentration im Promillebereich und dem Masseverhältnis gegenüber den 5...8%, die das Blut an der Körpermasse ausmacht, wie ein Schwamm.


    Und wie kommt die Glukose mit dem kleinen BZ-Hügel in den Schwamm?

    ----------------------------------------------
    Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
    Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)



    Indem Insulin dazukommt und sie reinlässt...
    ______________________
    ehemaliger Diabetiker
     2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 28.01.2024 11:09:18 | IP (Hash): 118067528
    torsten1973 schrieb:
    Indem Insulin dazukommt und sie reinlässt...


    Aber beide müssen erstmal zum Schwamm hin kommen. Und auf dem Weg dahin können wir die Glukose messen.

    Und die Glukose macht auf dem Weg dahin diesen kleinen gesunden Mess-Hügel in der Grafik zu Anfang mit gerade mal für ein paar Minuten 50 mg/dl mehr als vor dem Essen. Und in diesem kleinen gesunden Hügel haben keine 8.000 mg/dl Platz.

    Also wie kommt die Glukose zum Schwamm?

    ----------------------------------------------
    Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
    Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 55
    Mitglied seit: 25.01.2024
    am 29.01.2024 00:44:06 | IP (Hash): 229843331
    Ich weiß nicht, wo Dein Problem ist. Die Glukose wird über das Blut transportiert. Wie sollte sie sonst zu den Zellen kommen. Und natürlich wird die Glukose auf dem gleichen Weg ins Gehirn transportiert.

    Zudem ist es ja nicht so, dass Kohlenhydrate, die wir zu uns nehmen, auf einem Schlag verstoffwechselt werden. Ausnahme: Wir nehmen selbst reine Glukose zu uns.

    Bitte berücksichtige, dass das Gehirn etwa 75% der Glukose aus den Mahlzeiten verbraucht.

    Warum steigt dann der Blutzuckerspiegel bei Typ-2-Diabetikern stärker an? Nun, die Zellen sind unempfindlich gegen das körpereigene Insulin geworden. Das ist Folge einer jahrelangen Überernährung. Die Reduzierung der Insulinrezeptoren dient allein dem Selbstschutz der Zelle.

    Wie stellst Du Dir den den Glukosetransport vor?
    Bearbeitet von User am 29.01.2024 00:47:45. Grund: Ergänzung notwendig gewesen.
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 277
    Mitglied seit: 14.01.2018
    am 29.01.2024 00:54:12 | IP (Hash): 644958396
    Die insulinreaktion geht ja ganz schnell, schneller als die Diffusion durch die Darmschleimhaut...
    Und mit der zweiten Ausschüttung wartet ja das Insulin regelrecht auf seine Arbeit.

    Übrigens hab ich wirklich schon mal Glukose intravenös bekommen, Über den Oberarm.
    Ich würde vorher gewarnt, unterschiedliche Menschen reagieren darauf unterschiedlich. Manche haben ein "metallenes' Gefühl, anderen wird es übel mit Schweißausbruch.
    Bei mir dauerte es ungefähr 10...20 Sekunden, dann würde mir in einem kräftigen Schwall im gesamten Körper heiß, das hielt so ca. 10 Sekunden an und flachte allmählich ab, nach weiteren 30 Sekunden war es vorbei.
    Ich Versuch mich mal zu belesen, was da genau passiert...


    ______________________
    ehemaliger Diabetiker
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 55
    Mitglied seit: 25.01.2024
    am 29.01.2024 01:07:55 | IP (Hash): 229843331
    torsten1973 schrieb:
    Die insulinreaktion geht ja ganz schnell, schneller als die Diffusion durch die Darmschleimhaut...
    Und mit der zweiten Ausschüttung wartet ja das Insulin regelrecht auf seine Arbeit.
    ______________________
    ehemaliger Diabetiker



    Danke. Genau das ist der Punkt. Ich esse Kohlenhydrate. Die werden verstoffwechselt und über die Darmschleimhaut und die Leber aufgenommen. Gerade bei komplexen Kohlenhydraten braucht das Zeit, bis diese vollständig verstoffwechselt sind.

    Die Bauchspeicheldrüse gibt aber Insulin ab, sobald der Blutzuckerspiegel auch nur geringfügig ansteigt. Und beim gesunden Menschen geht dann der Blutzucker ziemlich direkt in das Gehirn und die Zellen. Der kleine Hügel ergibt sich durch eine minimale Latenz bei der Regulation des Blutzuckers.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 29.01.2024 11:37:43 | IP (Hash): 109108931
    torsten1973 schrieb:
    Die insulinreaktion geht ja ganz schnell, schneller als die Diffusion durch die Darmschleimhaut...


    Genauso, das Insulin ist schnell, schneller als der Anstieg des Blutzuckers, wie man in unserer Mustergrafik super sehen kann. Die Glukose wird in der Dünndarmwand ins Blut übergeben und via Pfortader(es gibt nur den einen Versorgungsweg aus dem Bauchraum!) fortlaufend in die Leber gestreamt. Und mit ihr das passende Insulin, das die Inkretine (Hormone in der Darmwand) mit dem Passieren der Glukose fortlaufend bei den Beta-Zellen ordern.

    Ok, die Fahrt der Glukose geht komplett durch die Leber mit etwa einem Liter Blutdurchsatz pro Minute. Und die meiste Glukose aus einer Mahlzeit mit z.B. 8.000 mg/dl muss in wenigen Minuten und Portionen von maximal 50 mg/dl wie in der Grafik da durch sein, wenn sie in den Muskelzellen aufgenommen werden soll.

    Und wie geht das konkret?

    ----------------------------------------------
    Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
    Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)
    Bearbeitet von User am 29.01.2024 11:38:55. Grund: vertippt
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 61
    Mitglied seit: 12.12.2021
    am 29.01.2024 14:05:17 | IP (Hash): 1960882582
    hjt_Jürgen schrieb:
    ....Aber 80 Gramm sind 8.000 mg/dl! Wie soll ich mir die auf den kleinen Hügel in der Grafik verteilt vorstellen?


    Hallo Jürgen,
    Ich hab hier Verständnisprobleme du mixt hier die Dimensionen.
    Meinst du die Rechnung so:
    Die 80gr Glucose die zum Frühstück gegessen wurden kommen"schlagartig" in den 5Litern Blut unseres Körpers an.
    80 gramm entsprechen 80.000mg.
    Diese verteilen sich jetzt auf 5Liter Blut.
    5 Liter entsprechen 50 deziLiter.
    Damit hätten wir einen schlagartigen Blutzuckeranstieg von
    80.000mg/50 dl=1600mg/dl.
    Und du willst wissen warum dieser Anstieg um 1600mg/dl in der Blutzuckerkurve des gesunden nicht zu finden ist? (der ist ja i.R auch beim Kranken in der Höhe nicht zu finden).

    Zum einen kommen die einverleibten 80 gr Glucose ja niemals schlagartig an (Essensdauer, Verweildauer im Mage/Darm), Zum anderen werden die 5Liter Blut mit dem Zucker ja auch pro Minute einmal komplett durch den Körper gepumpt. Dabei wird das Blut mit mehr oder weniger Insulin angereichert und dann mehr oder weniger erfolgriech an Muskel, Fett, Leber und Gehirnzellen abgeliefert, womit dann der Zuckergehalt im Blut mehr oder weniger schnell sinkt.
    Und somit hast du noch nen Zeitfaktor und nen Verbrauchsfaktor in deiner Rechnung. Und so verteilen sich die gefrühstückten 80gr Glucose über die Zeit als mehr oder weniger ausgeprägter Hügel. (Und nicht als Anstieg um 8000mg/dl.)




  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 29.01.2024 17:47:46 | IP (Hash): 109108931
    Suggardosis schrieb:
    Zum einen kommen die einverleibten 80 gr Glucose ja niemals schlagartig an (Essensdauer, Verweildauer im Mage/Darm), Zum anderen werden die 5Liter Blut mit dem Zucker ja auch pro Minute einmal komplett durch den Körper gepumpt. Dabei wird das Blut mit mehr oder weniger Insulin angereichert und dann mehr oder weniger erfolgriech an Muskel, Fett, Leber und Gehirnzellen abgeliefert, womit dann der Zuckergehalt im Blut mehr oder weniger schnell sinkt.
    Und somit hast du noch nen Zeitfaktor und nen Verbrauchsfaktor in deiner Rechnung. Und so verteilen sich die gefrühstückten 80gr Glucose über die Zeit als mehr oder weniger ausgeprägter Hügel. (Und nicht als Anstieg um 8000mg/dl.)


    Alle gegessene Glukose gelangt aus dem Dünndarm zunächst in die Leber, ebenso alles Insulin. Da geht kein Weg dran vorbei. In den Kreislauf geht nur, was die Leber ausgibt. Wenn die Muskulatur/die peripheren Zellen für die BZ-Aufnahme/Regulierung verantwortlich sind, muss die alle Glukose ausgeben, und die peripheren Zellen müssen sie aufnehmen. Und 2 Stunden nach dem Essen ist alle Glukose aus diesem Essen mit gerade mal diesem kleinen Hügel im postprandialen BZ-Verlauf durch. Und dr gesunde Mensch kann die gleiche Mahlzeit mit dem gleichen BZ-Verlauf gleich wieder essen.

    Und meine Frage hast du immer noch nicht beantwortet: Wie kommt die doch recht viele Glukose via Kreislauf mit einem geradezu unscheinbaren BZ-Hügel in die peripheren Zellen? Dass das mit Typ 2 nicht geht, wissen wir, denn bei dem sind diese Zellen ja insulinresistent. Aber wie geht das mit den nicht-resistenten gesunden Zellen?

    ----------------------------------------------
    Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
    Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 277
    Mitglied seit: 14.01.2018
    am 30.01.2024 00:10:58 | IP (Hash): 1954417091
    hjt_Jürgen schrieb:


    Und meine Frage hast du immer noch nicht beantwortet: Wie kommt die doch recht viele Glukose via Kreislauf mit einem geradezu unscheinbaren BZ-Hügel in die peripheren Zellen? Dass das mit Typ 2 nicht geht, wissen wir, denn bei dem sind diese Zellen ja insulinresistent. Aber wie geht das mit den nicht-resistenten gesunden Zellen?




    Der Fall ist doch gelöst.

    Suggardosis schrieb:

    Die 80gr Glucose die zum Frühstück gegessen wurden kommen"schlagartig" in den 5Litern Blut unseres Körpers an.
    80 gramm entsprechen 80.000mg.
    Diese verteilen sich jetzt auf 5Liter Blut.
    5 Liter entsprechen 50 deziLiter.
    Damit hätten wir einen schlagartigen Blutzuckeranstieg von
    80.000mg/50 dl=1600mg/dl.
    Und du willst wissen warum dieser Anstieg um 1600mg/dl in der Blutzuckerkurve des gesunden nicht zu finden ist? (der ist ja i.R auch beim Kranken in der Höhe nicht zu finden).

    Zum einen kommen die einverleibten 80 gr Glucose ja niemals schlagartig an (Essensdauer, Verweildauer im Mage/Darm), Zum anderen werden die 5Liter Blut mit dem Zucker ja auch pro Minute einmal komplett durch den Körper gepumpt. Dabei wird das Blut mit mehr oder weniger Insulin angereichert und dann mehr oder weniger erfolgriech an Muskel, Fett, Leber und Gehirnzellen abgeliefert, womit dann der Zuckergehalt im Blut mehr oder weniger schnell sinkt.
    Und somit hast du noch nen Zeitfaktor und nen Verbrauchsfaktor in deiner Rechnung. Und so verteilen sich die gefrühstückten 80gr Glucose über die Zeit als mehr oder weniger ausgeprägter Hügel. (Und nicht als Anstieg um 8000mg/dl.)



    ______________________
    ehemaliger Diabetiker
    Bearbeitet von User am 30.01.2024 00:12:46. Grund: .
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 30.01.2024 09:44:29 | IP (Hash): 1538924060
    torsten1973 schrieb:
    Der Fall ist doch gelöst.


    Stimmt. Der Fall ist längst gelöst:

    Die Leber gibt tatsächlich nach einer Mahlzeit nur so viel an Glucose zusätzlich zur normal fortlaufenden Ausgabe in den Kreislauf, wie der kleine Hügel in der Grafik zeigt. Ansonsten immer nur so viel, wie im Rahmen des persönlichen Nüchtern-BZ fortlaufend verteilt wird.

    Was in diesem gesunden BZ-Rahmen jeweils nicht im Organismus verteilt werden kann, wird zu einem Teil im Glykogenspeicher in der Leber zwischengespeichert und zu dem Teil, der da nicht reinpasst, in Triglyzeride umgeformt, also in Fett.
    Damit der Glykogenspeicher in der Leber wieder aufnahmefähig wird, wird aus dem nach und nach im normalen Nüchtern-BZ-Rahmen Glukose so viel an die peripheren Zellen abgegeben, wie die jeweils aufnehmen können.

    Die peripheren Zellen erreichen ihren maximalen Glykogen-Füllstand jeweils 4-5 Stunden nach einem Essen und haben mit der direkten BZ-Regelung überhaupt nichts zu tun.
    Die Idee, dass sie die meiste Glukose nach einem Essen aufnehmen und damit den BZ im gesunden Rahmen halten müssten (und das eben mit Typ 2 nicht tun, weil sie insulinresistent seien), ist eine Erfindung der Diabetologie ;)

    Nachtrag:
    Erfindung der alten Diabetologie.

    ----------------------------------------------
    Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
    Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)
    Bearbeitet von User am 30.01.2024 09:47:54. Grund: Nachtrag
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 61
    Mitglied seit: 12.12.2021
    am 30.01.2024 16:25:51 | IP (Hash): 618642561
    hjt_Jürgen schrieb:

    Alle gegessene Glukose gelangt aus dem Dünndarm zunächst in die Leber, ebenso alles Insulin. Da geht kein Weg dran vorbei. In den Kreislauf geht nur, was die Leber ausgibt.


    Aus dem Dünndarm zunächst in die Leber?????

    In der Wikpedia unter "Verdauung" finde ich folgenden Satz:
    "Im Dünndarm findet demzufolge die Resorption der Nährstoffbausteine statt. Nachdem die Nährstoffe (Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße) in ihre Einzelbestandteile zerlegt worden sind, werden diese über die Dünndarmzotten ins Blut und in die Lymphe resorbiert (übergeleitet). Durch diesen Vorgang wird der größte Teil der energiereichen Stoffe für unseren Organismus bereitgestellt."

    Also aus dem Dünndarm ins Blut und mit dem Blut in die Leber, also so verstehe ich das, und nicht vom Dünndarm zunächst in die Leber.



    ----------------------------------------------
    Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
    Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)[/quote]
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 30.01.2024 16:39:50 | IP (Hash): 1538924060
    https://flexikon.doccheck.com/de/Pfortaderkreislauf
    hatte ich eigentlich als bekannt vorausgesetzt

    ----------------------------------------------
    Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
    Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 55
    Mitglied seit: 25.01.2024
    am 01.02.2024 03:14:59 | IP (Hash): 319310392
    torsten1973 schrieb:


    Muss jetzt nicht heißen, dass sich die Zellen "wehren", sondern dass aufgrund geringen Konzentrationsunterschieds nichts mehr reingedrückt werden kann.
    ...
    Von daher würde ich weniger von Insulinresistenz, sondern eher von Glukosesättigung sprechen.
    ______________________
    ehemaliger Diabetiker



    Soweit richtig, bis auf diese beiden Punkte.

    geringere Konzentrationsunterschiede sind nicht der Grund für die Bildung der Insulinresistenz. Das sieht man schön bei nicht eingestellten Typ1-Diabetikern. Da steigt der Blutzucker kontinuierlich - unbehandelt bis zum diabetischen Koma - an, während in den Zellen kein Blutzucker mehr ankommt. Bis zur Entdeckung des Insulins war Diabetes ein sicheres Todesurteil (jedenfalls beim Typ 1). Würden Konzentrationsunterschiede eine Rolle spielen, gäbe es dieses Problem nicht, weil über diesen Mechanismus die Zellen versorgt würden.
    Um Glukose aus dem Blut in die Zelle gelangen zu lassen, muss diese dafür geöffnet werden. Dafür gibt es das Peptithormon Insulin. Es dockt an Rezeptoren, die sich auf der Zelle befinden an und öffnet so die Zelle für die Glukose im Blut. Wird der Zelle über lange Zeit kontinuierlich zuviel Glukose zugeführt, so wird die Anzahl der Rezeptoren verringer. Die Folge: Es kann weniger Insulin angedockt werden. Die Folge daraus: Die Zelle nimmt weniger Glukose auf. Die Folge daraus: Der Blutzzucker steigt an. Die Baucspeicheldrüse reagiert mit immer mehr Insulin, Irgendwann ist der Punkt erreicht, dass die Bauchspeicheldrüse nicht mehr mehr Insulin prodzieren kann und der Blutzuckerwert bleibt dauerhaft hoch. Und schon hast Du einen ausgeprägten Typ-2-Diabetes.