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Was heisst nun das schon wieder?
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Kiwi
Rang: Gastam 28.05.2008 15:05:22
Hallo zusammen
Mein Dia-Doc nahm bei meiner letzten Visite Blut ab, um def. abzuklären, ob ich Typ 1 LADA oder Typ 2 sei. Eben erreichte mich sein Mail mit folgendem Inhalt:
anti-IA2 negativ
anti-GAD positiv (Wert: 36900)
d.h. einer der beiden Antikörper ist stark positiv nachweisbar was für einen Typ 1 Diabetes spricht.
Wer kann mir das "übersetzen", bzw. gute Links aus dem Web geben? Er meinte zudem, wir ändern nichts an der Therapie (nehme Medis), nächste Besprechung ist im August.
Da meine grösste Sorge ist, ich muss Insulin spritzen, habe ich folgende Frage: Muss jeder Typ 1 Insulin spritzen oder reichen vorläufig Medis aus? Meine mmol-Werte sind recht gut, zwischen 5.2 und 8.9.
Danke für Eure wie immer sehr geschätzten Ratschläge! LG Kiwi -
Jürgen
Rang: Gastam 28.05.2008 15:49:27
Ich schreib mal so fies, wie ich's sehe: Ein gesunder Mensch wacht mit 3,5-MAX 5 auf und hat ne Stunde nach dem Essen von VIELEN KHs=Zucker selten für ein paar Minuten bis an 7,8. Alles über 7-8 hilft den verbliebenen Inselzellen beim Ableben.
Die Werte, die diabetisch als gesund gelten, stammen aus der Zeit, als normal war, dass Diabetiker spätestens 10-15 Jahre nach ihrer Diagnose Folgekrankheiten entwickelten. Wenn das in Deine Vorstellung von Deiner Zukunft passt und Du etwa eh in 10 Jahren die Augen für immer geschlossen zu halten gedenkst, braucht Dich ein möglicher Netzhautschaden ja nicht mehr zu kratzen ;-(
Im Ernst: ich weiß, dass Spritzen für viele Nochnichtpenner ein rotes Tuch ist. Aber Insulin ist das am besten dosierbare und bisher nebenwirkungsärmste Medikament, und die Penkanüle im Bauchfell fühlt sich wirklich sehr viel weniger unangenehm an, als die Lanzette der Steckhilfe in der Fingerkuppe. - JA, ein Typ1 muss immer spritzen, UND je früher er damit anfängt, desto länger kann er sich die eigene restliche Insulinproduktion als ne Art Fehler-Puffer erhalten :-) von Jürgen -
Kiwi
Rang: Gastam 28.05.2008 16:07:59
Hups, Jürgen, welche Saite habe ich denn bei dir geweckt?
Ich weiss schon, dass meine mmol-Werte noch nicht optimal sind, ich nehme ja erst seit 4 Wochen Medikamente. Sie sanken immerhin von 16 bis 26 mmol auf 5 bis 9 mml, Tendenz also sinkend! Bin ja ein Neuling in der Zuckerfraktion und darf mich insofern über die zwar noch grenzwertig hohen, aber sehr gesunkenen Werte freuen!
Und wenn du "alter Hase" das Insulinspritzen noch so einfach und schmerzlos empfindest - MIR macht die Aussicht Kummer. Darf es doch, oder?
Ich bin aber auch zuversichtlich, dass ich mich daran gewöhnen werde - wie an fast alles in diesem Leben...
Hatte noch Zeit, im Web zu recherchieren: Ich nehme mal an, ich bin Typ 1 LADA. Die Infos im Netz sind da unterschiedlich; es kann Monate bis 2,3 Jahre dauern, bis ich Insulin zu spritzen brauche. Ich hoffe auf JAHRE. Es reicht auch dann noch, den Rest meines Lebens davon abhängig zu sein.
Danke dir aber für dein Statement - ich bin um jeden Meinung froh!
Liebe Grüsse, Kiwi -
Tom
Rang: Gastam 28.05.2008 16:41:31
Kiwi, Jürgen hat Recht.
Die Angst ergibt sich aus dem Wort Spritzen. Und dieses Wort ist für den Vorgang mit dem Pen wirklich deplatziert, fast unsinnig. Wir sprechen von Nadeln am Pen, die einen Durchmesser von 0,23 bis 0,25 mm haben. Kiwi, darf ich fragen, wovor genau du Angst hast? von Tom -
klausdn
Rang: Gastam 28.05.2008 16:54:13
hallo kiwi,
so ganz richtig liest du nicht,
gad pos heißt t 1, lada ist auch ein t 1,
alle t 1 müssen insulin spritzen.
"und" je früher ein lada insulin spritzt desto "länger"
bleibt die restproduktion erhalten, "dieses" bisschen restproduktion, darum werden ladas von t 1 ohne jede restproduktion beneidet, -- denn so winzig der rest ist er hilft fehler auszugleichen,(jedenfalls bei den meisten) denn wer plötzlich völlig ohne da steht lernt erstmal die achterbahn kennen.
natürlich gibt es leute die ins wasser geschmissen werden und plötzlich schwimmen können, aber viele sind dabei auch schon ertrunken.
insulin beim lada ist wie schwimmen lernen mit schwimmbrett.
und das meinte jürgen.
mfg. klaus von klausdn -
Kiwi
Rang: Gastam 29.05.2008 11:20:29
Guten Morgen alle
Danke für Eure Gedanken und Hinweise!
Ja, ich denke auch, ich muss mich mit dem Gedanken anfreuden, Typ 1 LADA zu sein - und ich werde mit meinem Dia-Doc im August besprechen, ob es tatsächlich am Sinnvollsten ist, sofort mit Insulin zu beginnen. Klaus, dein Posting hat mich nachdenklich gestimmt - ich sollte also diese restliche "Funktion" möglichst schonen und das geht am besten mit Insulin...Und eigentlich kommt ja eh der Tag, an dem ich Insulin spritzen muss, also gilt es eh, sich daran zu gewöhnen.
Die Spritzerei an sich macht mir gar keine Angst, das ist es nicht. Es ist diese Abhängikeit, der Verlust von Spontaneität, von "in den Tag leben" ohne Gedanken "wann spritze ich was", "wann ess ich was" und "hab ich alles dabei"...
Ich bin zuversichtlich, dass ich mich daran gewöhnen werde. Zudem bin ich ein sehr penibler, ordnungliebender Mensch - ich glaub, ich werde dies alles sehr zuverlässig packen. Aber trotzdem stinkt es mir gewaltig und ich bin halt etwas frustriert und das Unbekannte macht halt einfach Sorgen.
Schaut, eine Schwangere, die ihren Zustand ja meist wünscht, macht sich nach Diagnosestellung wohl auch erst mal Sorgen und hat Ängste. Ein neuer "Zustand" bedeutet Veränderung, neue Gewohnheiten, ev. auch unliebsame Dinge. Das macht Angst und Kummer. Und ich (wie wir alle) habe mir MEINEN Zustand nicht gewünscht... Da kommt Frust hinzu.
Danke fürs Zulesen, LG Kiwi -
diesel
Rang: Gastam 29.05.2008 11:26:37
Hallo Kiwi,
als bei mir Typ I festgestellt wurde und mir der Doc die Spritze setzte, hatte ich schlagartig Panik bekommen. Als die dann im Bach war und ich nichts merkte, sagte er mir, dies begleitet mich nun den Rest meines Lebens. Ach du Schreck! Ich dachte mir aber, wenn du es in Zukunft immer selbst machen musst, probiere es doch mal einfach aus. Beim 2. Mal fragte ich also den Doc ob ich mal probieren darf. Und von da an mache ich es selbst. Man muss nur den inneren Schweinehund überwinden und dann geht es.
Viel Spass beim "Schwimmenlernen" wünscht
Gerd von diesel -
Tom
Rang: Gastam 29.05.2008 11:45:33
Moin Kiwi, es stinkt dir gewaltig? Das darf es auch. Du darfst sogar sagen, es kotzt mich so richtig an, dass ich Diabetes habe, denn das braucht eigentlich kein Mensch. Ich habe den Eindruck, du neigst etwas zum Perfektionismus. Bei dir muss alles gut organisiert sein:-) (Liegt sicher am Job. Denn da musst du es ja jeden Tag praktizieren.) "Ob ich alles dabei habe".. das war auch mein Problem. Mich hat die Herumschlepperei der Einzelteile richtig genervt. Mal hatte ich die Stechhilfe, mal den Pen zu Hause liegen lassen. Deshalb, wenn es mit Insulin Spritzen los geht, lass dir gleich einen 2. Pen und ein 2. Messgerät geben. (So habe ich das gemacht.) Und so ist eine Aktion zu Hause und eine Im Büro "stationiert". von Tom -
Kiwi
Rang: Gastam 29.05.2008 12:46:10
Hallo zusammen
*lach* @ Tom: Du hast mich durchschaut, bin tatsächlich sehr organisiert und habe tatsächlich einen Job, wo ich das auch sein muss :-)
Gute Idee mit den "Ersatzteilen", werde ich mir anschaffen! Die Diabetesberaterin hatte mir eh ein 2. Messgerät angeboten, ich werde davon Gebrauch machen.
Und ja, ich werde auch - wenns soweit ist - ins kalte Wasser springen und mich selber stechen, zum Glück habe ich weder Angst vor Spritzen noch vor Blut.
Und noch was: Vor 15 Jahren war ich 4 Jahre lang mit einem Diabetiker zusammen, ich kenne "es" also.. und sicher hat sich seither auch einiges verändert; der Arme musste sich damals noch "echte" Spritzen setzen, noch nix mit Pen!
Ein Gedanke tröstet mich am Ganzen - und jetzt bitte weder lachen noch schimpfen: Ich bin ja ziemlich übergewichtig und ein Sportmuffel (gewesen). Als noch eher Typ 2 im Raum stand, machte ich mir Vorwürfe und gab mir die schuld. Schliesslich hatte ich jahrelang Raubbau betrieben und KH und Zucker in mich gestopft. Bei LADA kann ich wenigstens nichts dafür...
Ich habe übr. schon 10 Kilos verloren und nähere mich der Bikini-Saison. Na, wenigstens fast :-)
Beste Grüsse, Kiwi
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Petra
Rang: Gastam 30.05.2008 10:08:17
Moin Kiwi,
willkommen im LADA Club *g*. Ich bin auch als LADA diagnostiziert, war vor kurzem auf einer sehr guten Schulung und hatte das große Glück von meinem Hausarzt gleich bei Diagnose auf Insulin *gebracht* zu werden. Der Doc auf Schulung meinte wenn ich meinen BZ in "vernünftigen Bahnen" fahre, d.h. bei ihm zwischen 70-100( sorry, mit der Umrechnerei auf mmol habe ich Probleme) kann es sein das ich eine Restproduktion Insulin evt. sogar lebenslang behalten kann. Auf die Frage was mit das nützt wenn ich sowieso mein Leben lang nix mehr essen dürfte, hat er ziemlich gelacht. Heute weiß ich auch warum. Ich kann alles essen, muß vor so häßlichen sachen wie Keto keine Angst haben und habe ein, finde ich, sehr freies Leben. Übrigens zur Zeit habe ich (lt Meßgerät) einen Durchschnitt von 86, ohne Unterzuckerung! Und du kommst mir sehr,sehr viel mehr organisiert und überlegt als ich vor!
Schönen Tag noch
Petra