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Schwierige Stoffwechsellage / Häufige Hypos

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 03.06.2024
    am 03.06.2024 11:46:14 | IP (Hash): 1498531260
    Hallo zusammen! Ich weiß gar nicht so recht wie oder wo ich anfangen soll.. Ich bin 27 Jahre alt und habe seit ca. 2015 Diabetes Typ 2. Ebenfalls leide ich an PCOS. Am Anfang wurde ich mit Forxiga und Metformin behandelt. Hat gut geklappt. Dann bin ich in eine sehr tiefe Depression gerutscht und habe meinen Diabetes komplett links liegen lassen. Das hat mich dann 2018 ins Krankenhaus befördert. Ein Diabetologe hat mich dann mit Insulin eingestellt. Erst mit Lispro und Lantus später dann mit Liprolog KwikPen 200 und Toujeo 300. Damit ging es mir jetzt jahrelang super gut mit einem HbA1c Wert von 6.0.

    Ich musste jeden Tag 30 Einheiten Liprolog zu den Mahlzeiten spritzen und war zwischenzeitlich bei 140 Einheiten Toujeo. Dann habe ich über die letzten zwei Jahre gute 20 Kilo abgenommen. Somit verringerte sich natürlich auch mein Insulinbedarf.

    Seit August 2023 habe ich die Pille Slinda genommen. In dieser Zeit habe ich gemerkt dass ich einen SEHR stark erhöhen Insulinbedarf habe. Zu den Mahlzeiten teilweise 50 Einheiten und die Werte waren trotzdem Katastrophal. Nachts hingegen bin ich regelmäßig unterzuckert, und habe diesen Teilweise auch mit 50g Kohlenhydrate nicht mehr über 100mg/dl bekommen. Im Januar wäre ich wegen der Pille fast verblutet, da ich eine starke, nicht mehr aufhörende Blutung bekommen habe. Am Ende bin ich mit einem Hb-Wert von 4,2 im Krankenhaus gelandet wo eine Ausschabung gemacht wurde und ich natürlich die Pille abgesetzt habe.

    So und nun zu meinem jetzigen Problem: Ich hatte eben wegen dieser Blutung eine starke Eisenmangelanämie die mit Eiseninfusionen behandelt wurde. Der Hb-Wert ist nun wieder in Ordnung. Seit März spielt mein Blutzucker allerdings total verrückt. Von 30 Einheiten Mahlzeiten Insulin bin ich wirklich innerhalb eines Tages auf 2 Einheiten runtergegangen. Ich habe eines Samstags ganz normal meine 30 Einheiten gespritzt und großzügig Kohlenhydrate gegessen. Dann ging es los, eine halbe Stunde nach der Injektion rauschte mein Blutzucker in den Keller. Mit ach und krach hab ich ihn etwas hoch bekommen. Allerdings fiel er im Laufe des Tages immer wieder stark ab, obwohl ich dann eh kein insulin mehr gespritzt habe. In dieser Nacht landete ich dann mit einem Wert von 30 im Krankenhaus. Ich wurde am nächsten Tag entlassen und seither geht es mir fast täglich so. Tagsüber habe ich gute Werte, nach dem Essen teilweise wieder Werte von 270, also ebenfalls katastrophal. Nachts habe ich immer wieder Unterzucker. Ich spritze aktuell 5 Einheiten Lispro und 10 Einheiten Toujeo um 0 Uhr. Der Nüchternwert liegt ebenfalls deutlich im hohen Bereich mit 200-230. Mein derzeitiger Diabetologe sieht das ganze irgendwie gelassen so quasi ich solle doch froh sein dass ich weniger Insulin brauche 🤦🏻‍♀️

    Habe mir einen neuen Diabetologen gesucht und jetzt am 19.06.2024 endlich einen Termin. Was mir auch aufgefallen ist, ist dass ich häufig Durchfälle habe. Ich habe aufgrund Reflux jahrelang Pantoprazol genommen. Diese habe ich nun in Absprache mit meinem Hausarzt abgesetzt. Sie vermutet dass die Durchfälle vom Pantoprazol kommen. Allerdings war auch der Calprotectin Wert im Stuhl erhöht. Am Mittwoch habe ich Magen und Darmspiegelung. Ich vermute das hängt alles irgendwie mit dem Zucker zusammen. Langsam weiß ich einfach nicht mehr weiter. Jeden Tag habe ich Angst wieder in eine starke Hypo zu fallen. Meistens so sehr dass ich hohe Werte gar nicht mehr korrigiere. Was natürlich auch schrecklich für meine Gesundheit ist. Mir schlägt das alles so sehr aufs Gemüt. Weiß von euch jemand vielleicht einen Rat ?

    Danke fürs Lesen! Liebe Grüße Laura
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    Beiträge: 5070
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 03.06.2024 12:04:08 | IP (Hash): 1189869617
    Hallo Laura,

    dann geh doch mit dem Toujeo noch weiter runter, vielleicht auf 5IE. Eventuell musst du dann das Lispro wieder erhöhen. Das kannst du aber in Ruhe und vorsichtig ausprobieren.

    Warum dein Insulinbedarf so weit gesunken ist, lässt sich von weitem nicht sagen. Allerdings wird bei starken wie z.B. bei deinen Magen-, Darmproblemen immer mehr Insulin gebraucht. So große Unterschiede lassen sich aber damit auch nicht erklären. Hast du an deine Ernährung evtl. nach dem Weglassen des Pantoprazol stark verändert?

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 03.06.2024 18:33:48. Grund: BBCodes
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    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 05.06.2024 09:34:53 | IP (Hash): 1765041129
    Hallo,

    wenn dein Magen-Darm-Trakt schlecht die Nahrung aufnehmen kann (Stichwort Durchfall und erhöhtes Calprotectin), dann passieren nach dem Essen gerne Unterzuckerungen. Sollte eine Entzündung da sein, wegen dem erhöhten Calprotectin, kann das den Blutzucker erhöhen. Eine schwierige Kombination. Hypovermeidung und etwas höhere Werte akzeptieren ist in so einer Phase sinnvoll. Und dann sollte man die Ursache - falls wirklich eine Entzündung vorliegt - behandeln, dann bessern sich i.d.R. auch die Blutzuckerprobleme.

    Wann hast du denn deine Magen-Darm-Spieglung?

    Eine Info vorab schonmal:
    Sollte eine Entzündung rauskommen und du als Behandlung "Budenofalk" oder "Prednisolon" verschrieben bekommen, beide Kortison-Präparate können ordentlich den Blutzucker erhöhen. Deshalb in diesem Fall Absprache mit dem Diabetologen halten.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 1430
    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 05.06.2024 09:34:53 | IP (Hash): 1765041129
    Hallo,

    wenn dein Magen-Darm-Trakt schlecht die Nahrung aufnehmen kann (Stichwort Durchfall und erhöhtes Calprotectin), dann passieren nach dem Essen gerne Unterzuckerungen. Sollte eine Entzündung da sein, wegen dem erhöhten Calprotectin, kann das den Blutzucker erhöhen. Eine schwierige Kombination. Hypovermeidung und etwas höhere Werte akzeptieren ist in so einer Phase sinnvoll. Und dann sollte man die Ursache - falls wirklich eine Entzündung vorliegt - behandeln, dann bessern sich i.d.R. auch die Blutzuckerprobleme.

    Wann hast du denn deine Magen-Darm-Spieglung?

    Eine Info vorab schonmal:
    Sollte eine Entzündung rauskommen und du als Behandlung "Budenofalk" oder "Prednisolon" verschrieben bekommen, beide Kortison-Präparate können ordentlich den Blutzucker erhöhen. Deshalb in diesem Fall Absprache mit dem Diabetologen halten.