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HbA1c. Möglichst gering, oder im Zielkorridor der Nationalen Versorgungsleitlinie?. Ja was denn nun?

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    am 24.06.2024 21:13:46 | IP (Hash): 1880813950
    Zuckermann schrieb:
    Dir scheint dabei nicht bekannt zu sein, dass bei einer nichtmehr (TYP-1) oder nur noch teilweise (Typ-2) funktionierenden Bauchspeicheldrüse dem Körper ohnehin Insulin von aussen zugefügt werden muss, um überleben zu können (Typ-1 und Typ-2 Insulinpflichtig und Sonderformen).

    Wie gesagt, der Thread bezieht sich auf Typ 2. Die nur noch teilwiese funktionierende Bauchspeicheldrüse ist doch die Ursache für Diabetes. Deshalb tummeln wir uns alle hier im Forum.
    Und woher kommt die Insulinpflicht? Weil man (wer auch immer) mehr KH zu sich nimmt, als der Körper verarbeiten kann.
    Und wie löst man das? Entweder mittels Medikamenten / Insulinzufuhr. Oder durch REDUKTION der KH (= Ernährungsumstellung).
    Nur, wenn man halt weiterfuttert, wie früher, als man sich noch gesund fühlte, bleibt nur die Insulinpflicht.

    Zu dem zitierten Satz schrieb ich ja einleitend "provozieren". Also nicht gleich schnappatmen.

    ---

    Bei mir gab es keine Vereinbarungen. Mein Arzt sagte einleitend nur: "Buttermilch, das wird kein gutes Jahr für Sie. Es schaffen nicht viele, aber ich gebe Ihnen noch drei Monate. Wenn Sie es bis dahin nicht hinkriegen, Ihre Ernährung umzustellen, muss ich die Therapie beginnen. Die Chance ist erfahrungsgemäß gering, aber wir sollten es versuchen."
    In Details sind wir nicht gegangen, aber ich konnte mir ungefähr ausrechnen, was "Therapie" bedeutet:
    Rumplagen mit unausgegorener Auslesesoftware, mit Sensoren, die eher nach Prinzip Pi mal Daumen funktionieren, Panikattacken aus Furcht vor Unterzuckerung oder eben dem Gegenteil. Nebenwirkungen der Tabletten. Etc.
    Ich wusste, dass ich mich bei den erforderlichen Hochrechnungen verzetteln würde.
    Das war mein Antrieb, künftig auf das Frühstücksbrötchen zu verzichten.


    -- Typ DM 2 - aktuell keine und bisher noch nie Medikamente - HbA1c unter 5,7 -- Stand: 05/2024
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    am 24.06.2024 21:39:42 | IP (Hash): 1715854303
    Boah eh, eigentlich wollte ich ja nichts zu dem Blödsinn schreiben, den man hier lesen muss...
    aber beim Typ 1 hat die BSD den Dienst NICHT komplett quittiert. Lediglich die Beta-Zellen (Insulin) als Teil der endokrinen BSD sind beim Typ 1 komplett hinüber, im weiteren Verlauf möglicherweise noch die Alpha-Zellen (Glucagon). Der Rest der endokrinen und exokrinen BSD funktioniert weiterhin.
    Der Typ 3c kann u.U. durch Komplettversagen/Entfernung der BSD verursacht sein.

    _______________________________________________________
    juveniler Typ 1 seit 1979; xdrip+ und AAPS im FCL mit Dana-i und Dexcom G6
    Bearbeitet von User am 24.06.2024 22:00:03. Grund: Korrektur
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    am 24.06.2024 21:56:08 | IP (Hash): 1593243830
    Ich hab mal ne eifrige und wohl auch recht erfolgreiche Insulinresistenzbloggerin gerfragt, warum sie son Quatsch zum Übergang der Glukose aus dem Darm in den Kreislauf verzapft, praktisch direkt ohne Leber und ohne die Insulinbestellung durch die Inkretine usw. "So genau wollen die Leute das doch gar nicht wissen," war die zugegeben recht einleuchtende Antwort ;)

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    Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002. Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein ungewollt engster Lebenspartner und unerwartet bester Gesundheits-Coach :)
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    am 24.06.2024 23:05:46 | IP (Hash): 1593243830
    Henrie schrieb:
    Vereinbaren Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welchen HbA1c-Wert Sie anstreben. Bedenken Sie dabei auch Begleiterkrankungen, Lebenserwartung oder mögliche Nebenwirkungen der Behandlung.


    Tolles Plädoyer für die nach allen Seiten offenen Leitlinien ;)

    Vielleicht schaust du mal ein bisschen auf die alltägliche Wirklichkeit dahinter? Wenn höher als gesunder BZ entdeckt wird und in der Folge höher als gesunder HbA1c, wird weniger essen und mehr bewegen vermahnt. Das sei zwar noch lange kein Diabetes, aber man müsse das beobachten.

    DAS wäre die BESTE Gelegenheit, alternativ den von da aus noch super einfachen Weg in die Remission aufzuzeigen und direkt dazu anzuleiten, wenn der Patient diese Möglichkeit wählt.
    ABER Prädiabetes ist bislang keine behandlungsbedürftige Krankheit, und für die Umkehr-Anleitung und Begleitung in die Remission kann der Dok keinen Cent mit der kranken Kasse abrechnen.

    Zum Diabetes wird mit Erreichen von HbA1c 6,5 ernannt, und damit hat man eine Krankheit und ist nicht nur ein bisschen, sondern wirklich krank und kann ärztlich behandelt und z.B. in das DMP aufgenommen werden. Dazu gibt es Metformin UND DAMIT SCHON DIE ERSTE WARNUNG VOR UNTERZUCKER! Und selbstverständlich ist dann Unterzucker, wenn man sich das nächste Mal schwächlich fühlt, und dann muss man sofort was Süßes einfüllen ;)

    Von da an haben die Quartals-Checks mit den HbA1c-Tests die Qualität von Schülerlein bei der Zeugnisausgabe. Schließlich weiß man ja nicht, was da vielleicht gelungen ist oder auch nicht, denn offiziell kann man seinen BZ ja nicht selbst messen, und die weitaus meisten Betroffenen halten sich dran.
    Und bei 7 bietet der Dok eine Medi zusätzlich. Häufig in der Art, dass gefragt wird, ob man die ab sofort nehmen oder sich für die nächsten 3 Monate kräftig am Riemen reißen und ohne auskommen will. Tatsächlich ist egal, ob man sich sofort für ne weitere Medi entscheidet oder ein Quartal weiter vertagt, denn T2-Progredienz und Therapie-Eskalation gehen einfach weiter.
    Das Blinde-Kuh-mit-dem-BZ-Spiel geht in der Art über Jahre, bis zum weiteren Einhalten von 7,5 eigentlich ICT notwendig wäre. Und wenn der Patient dann schon älter ist und partout kein Insulin will, wird der Arzt mit HbA1c 8-8,5 oder sogar 9 auf den Wunsch seines Patienten eingehen.

    Das ist der übliche Typ 2 Weg, der meistens bei HbA1c 7,5-8 in die ICT mündet und mit den Jahren häufig 200 Einheiten und mehr an Insulin pro Tag braucht. Eine Station zum Abzweig in die Remission ist da nirgendwo eingebaut.

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    am 01.07.2024 16:59:59 | IP (Hash): 1007550654
    Vor “einigen” Jahren hab ich dem Sinn nach gedacht und geschrieben wie Zuckermann.
    Den Remissionär Hans Lauber (Fit wie ein Diabetiker) habe ich damals in seinem eigenen Kirchheim Blog mehrfach zur Schnecke argumentiert - allerdings immer sachlich und nicht persönlich herabwürdigend.

    Das Sekundärversagen der T2D-Betazellen war mein Argument. Danach stirbt die Restfunktion der Betas meistens nach 8-10 Jahren im diabetologisch ordentlichen Behandlungsbereich um HbA1c 7 ab und macht den T2 praktisch zum T1.
    So hatte mein Diabetologe mir in 1991 meinen T2 und die Behandlung mit Euglucon erklärt: “Ihre Betazellen sterben sowieso ab, und bis dahin ist es doch sehr vernünftig vernünftig, wenn wir da herausholen, was noch herauszuquetschen geht. Und wenn in 8-10 Jahren nichts mehr geht, nehmen Sie Insulin wie T1. Sie haben dann praktisch T1."

    Dazu passte die vorgetragene Laubersche Erfahrung und Schreibe natürlich überhaupt nicht, und das hab ich dann ja wohl auch recht eifrig vertreten.
    Bis Roy Taylor schließlich auch mir die Augen geöffnet hat: Wenn die vom Fett ausgeschalteten Betazellen einige Jahre ausgeschaltet waren, sterben sie tatsächlich ab. Und dann bleibt auch für uns mit Typ 2 nur noch das Insulin aus dem Pen.

    Allerdings haben wir in vielen Jahren vorher jeden Tag die Möglichkeit, die weitere Verfettung in den Betazellen zu beenden und die schon bestehende zurückzudrehen. Je später wir damit anfangen, desto weniger Betas funktionieren noch, desto weniger lassen sich mit der Entfettung noch wieder einschalten und desto mehr sind tot und aus dem System entfernt.


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    am 02.07.2024 09:14:23 | IP (Hash): 1600124445
    hjt_Jürgen schrieb:
    Zum Diabetes wird mit Erreichen von HbA1c 6,5 ernannt, und damit hat man eine Krankheit und ist nicht nur ein bisschen, sondern wirklich krank und kann ärztlich behandelt und z.B. in das DMP aufgenommen werden.



    Sag ich doch.
    Deshalb ist das vom Arzt genannte Therapieziel für Diabetiker immer mindestens ein nicht besonders gesunder HbA1c von 6,5%.
    Logisch, denn darunter ist der Patient ja kein Diabetiker (mehr) und muss, aus ärztlicher Sicht, nicht behandelt werden. ^^

    Seit Langem ist eine nicht-medikamentöse Therapie lt NVL "in Arbeit" .
    Ohne Ergebnis, interessiert offenbar ja niemanden, finanziert auch keiner, bringt nix.

    Deshalb führt an Eigenverantwortung kein Weg vorbei, wenn man sich denn nicht-medikamentös therapieren will. Das selbstgesetzte Therapieziel sollte im Interesse von uns selbst im gesunden Bereich liegen, also in einem Bereich wie Gesunde ihn haben:
    HbA1c = 4,6% - 5,4%
    NBZ 70-100 mg/dl
    Postprandial bis 140 mg/dl

    Aber wem erzähle ich das. :)


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    DM2 in Remission ohne Medikamente
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    am 02.07.2024 20:02:15 | IP (Hash): 1321970517
    Interessantes wissenschaftliches Fundstück in unserem Denkzusammenhang, aber noch um Welten von der Übersetzung in die alltägliche Praxis entfernt :(

    Zitat:
    Aktuell besteht die Behandlung des Prädiabetes in einer Gewichtsreduktion und Verbesserung des Lebensstils, um den Ausbruch des Typ-2-Diabetes hinauszuzögern – allerdings ohne, dass glukosebasierte Zielwerte zur Verfügung stehen, an denen sich der Behandlungsprozess orientieren könnte. Diese Lücke schließt die neue Analyse des DZD: „Basierend auf den neuen Daten sollte die Remission das neue Therapieziel bei Menschen mit Prädiabetes sein. Dies hat das Potenzial, die Behandlungspraxis zu verändern und die Komplikationsrate für unsere Patientinnen und Patienten zu minimieren“, sagt Co-Erstautor Prof. Dr. Reiner Jumpertz-von Schwartzenberg.
    Von einer Remission bei Prädiabetes ist der Studie zufolge auszugehen, wenn der Nüchternblutzucker unter 100mg/dl (5,6 mmol/l), die 2-Stunden-Glukose unter 140mg/dl (7,8 mmol/l) und der HbA1c-Wert unter 5,7 Prozent sinkt.
    Quelle:
    https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/pressemeldungen/meldung/596#:~:text=Mittlerweile%20ist%20bekannt%2C%20dass%20Typ,einen%20Typ%2D2%2DDiabetes.


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    am 02.07.2024 21:02:06 | IP (Hash): 2044061942
    meine Hausärztin hat mir letztes Jahr mal den Satz mitgegeben "ich behandle hier Patienten, Menschen - keine Regelwerke. Jeder Patient ist ja anders".
    Hab ich mir gemerkt, den Satz weil er mir gefallen hat.

    Was sie damit gemeint hat ist das der "Patient A" mit Freiheiten klarkommt, die geradezu verlangt und "sein Ding" schon macht aber der "Patient B" will nichts denken und überlegen müssen, der ist träge, phlegmatisch und will nur sein Schema, seinen Pillenplan, seine Ruhe und sein Rezept und keine Eigenverantwortung haben.
    Und dann gibt es auch noch viele "Patienten C" die schon kognitiv beeinträchtigt sind, Demenz oder ähnliches haben und überhaupt nicht mehr in der Lage sind selber etwas zu optimieren oder zu überdenken, die kann man nicht mit Ernährungsumstellung und ähnlichem überfordern.

    Ich bin sicher die Mehrzahl der Patienten in der Hausarztpraxis ist Kategorie B und C. Kenne selber genug Beispiele aus diesen Gruppen, denen brauchst du nicht mir Ernähungsumstellung, Bewegung oder so etwas kommen......
    Die Richtlinie ist das Maß der Dinge für diese Patienten B und C und es dürfte bei manchen von denen schwer genug sein diese Ziele der Richtlinie zu erreichen.

    Nur die Gruppe A hat überhaupt eine Chance eine Remission zu erreichen und gute Ärtze unterstützen und fördern das.
    Die weniger engagierten Ärzte gehen da den einfachen Weg und folgen streng der Richtlinie und streben keine gesunden HbA1c an weil es nach der Richtlinie nicht unbedingt notwendig ist.

    Da Ärzte sehr oft gnadenlos überlastet sind und mit Formularen und Papierkrieg geradezu gequält werden habe ich sogar Verständnis wenn die sich an die Vorschriften halten und für die 15 Euro pro Quartal auch nicht mehr tun als genau das. Auch wenn das sehr bedauerlich ist weil so viel verloren geht.


    https://www.aerzteblatt.de/archiv/57768/Heilkunst-oder-Leitlinienmedizin-Verantwortung-braucht-die-Freiheit



    DM Typ 2 - 1x täglich Metformin 1000 / Sitagliptin 50
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    am 02.07.2024 21:50:23 | IP (Hash): 1524968520
    @Gunter21,
    klingt ziemlich plausibel, was Du schreibst.
    Danke auch für des Artikel, auch wenn er schon über 15 Jahre alt ist (2007).
    Ich habe es schon in anderem Kontext erwähnt: ich finde, dass die von Dir definierte "Patientengruppe A" leider oft alleine gelassen oder in die falsche Richtung geführt wird.
    Entweder leitlinienkonform (Tabletten) oder Empfehlung zur Diät (Gewichtsverlust).
    Mit Entsetzen lese ich zu oft vom Reduzieren der kcal anstelle der KH.
    Wer so weit ist, wie ich und andere, wie Du, der wird schnell merken, dass bei der für uns sinnvollen Ernährung, eher der Kampf besteht, bei Verzicht auf Brot und den klassischen Sättigungsbeilagen, genügend Energie (kcal) aufzunehmen.
    Die Bereitschaft zur gründlichen Ernährungsumstellung haben meiner Erfahrung nach (der letzten 12-18 Monate) aber leider die wenigsten. Liest man ja gerade bei zwei, drei neuen aktiven Usern.


    -- Typ DM 2 - aktuell keine und bisher noch nie Medikamente - HbA1c unter 5,7 -- Stand: 05/2024
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    am 02.07.2024 22:07:32 | IP (Hash): 1321970517
    Gunter21 schrieb:
    Ich bin sicher die Mehrzahl der Patienten in der Hausarztpraxis ist Kategorie B und C.


    Die Geschichte lässt sich aus der Betroffenen-Perspektive aber auch ganz anders denken. Denn ein gewaltiger Anteil von Betroffenen, bei denen Prädiabetes diagnostiziert werden kann, ist noch viele Jahre im sehr aktiven Alter und gewöhnt, Herausforderungen konsequent anzugehen. Mit entsprechender Info machte sich da wenigstens 1 von 10 auf den Weg in die Remission, und wenn nur 1 von 2 die dann auch erreichen und mit etwas Anleitung auch halten würde, wären 20 Behandlungen für 1 Erfolg notwendig. Sogar völlig ohne Medikamente!

    Medikamente werden nach der Anzahl der Behandlungen beurteilt, die für 1 Erfolg notwendig sind, NNT=Numbers Needed to Treat. Und 20 gilt da als wahnsinnig guter Erfolg! - Nur, wie könnten wir dahin kommen? Und nicht wir allgemein, sondern die mit Interesse daran von denen, die morgen als ein Ergebnis ihrer Blutuntersuchung zu hören bekommen, dass ihr Blutzucker ein bisschen hoch ist, aber kein Grund zur Besorgnis, weil noch lange kein Diabetes (und damit praktisch keine Herausforderung)?

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