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Diabetes mellitus Typ 2- Fühlen und allein gelassen
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am 17.08.2024 20:05:01 | IP (Hash): 496971413
Ulla67 schrieb:
Hallo Melly,
Die Verbesserung ist bereits enorm! Das ist doch toll! Dein Mann hat zwar mehrere Baustellen, dadurch aber auch mehrere Hebel, die er bewegen kann: Die Menge, die er isst, das was er isst, das was er trinkt und wieviel er sich bewegt. Ihr habt diese Spielräume bestimmt noch nicht ausgeschöpft, daher ist sehr wahrscheinlich noch eine weitere Verbesserung möglich, wenn ihr so weiter macht.
Bei der Frage, was er isst, kannst du ihn natürlich sehr unterstützen. Es gibt tolle Rezepte für KH-reduzierte Gerichte. Gesundes Essen muss nicht langweilig schmecken! Und auch bei der Bewegung kannst du mitmachen, zusammen macht es mehr Spaß!
Liebe Grüße Ulla
Hallo Ulla
Ich danke dir. Komplett ausgereizt ist das alles sicher noch nicht. Mein Mann war seit Anfang der Woche erstmals wieder arbeiten. Er hatte da echt Respekt davor, da er als Kraftfahrer die ganze Woche nicht zuhause ist und somit die Ernährung auch nicht immer 100%ig kontrollieren lässt.
Aber- er hat augenscheinlich viel richtig gemacht. Die Werte sind weiter gefallen und bewegen sich aktuell zwischen 104 mg/dl und wenn es mal viel ist 130 mg/dl. Meist eher etwas darunter.
Dafür, dass wir außer hier im Forum dahingehend noch keinerlei Hilfe oder Anleitung diesbezüglich bekommen haben ist das Ergebnis absolut mega und ich bin sehr stolz auf meinen Mann, dass er das so konsequent durchzieht. Durch die Arbeit hat er jetzt auch wieder deutlich mehr Bewegung- was natürlich bei der Hitze Anfang der Woche für ihn nicht leicht war. Aber es geht ihm körperlich inzwischen wieder sehr gut. Beschwerden hat er aktuell keine und es fällt ihm nicht mehr schwer, verschiedene Lebensmittel einfach durch andere zu ersetzen. Es ist für ihn eine Challenge, der er sich stellt und ich bin mir ziemlich sicher, dass er das auch künftig gut hinbekommt.
Nochmal vielen lieben Dank euch allen für eure Unterstützung.
Liebe Grüße,
Melanie -
am 22.08.2024 14:03:06 | IP (Hash): 1308801593
Hallo zusammen
Wieder ein kleines Update:
Wir waren gestern beim Diabetologen. Zuvor auch noch zur Blutabnahme.
Beim Diabetologen wurde u.a. unser Messgerät geprüft (keine Abweichung- alles gut), und die üblichen Untersuchungen durchgeführt. Mit Blick auf die aktuellen BZ-Werte hat er meinen Mann sehr gelobt, weil er das aus der Praxis halt auch anders kennt.
Stand jetzt bleibt die aktuelle Medikation erstmal. HbA1c ist von 12,9 runter auf 11,3. Sicher noch lange nicht im gesunden/normalen Bereich, aber die Abwärtstendenz ist deutlich. Auf die Aussagen von Hausarzt bzw dessen Vertretung hat er nur den Kopf geschüttelt.
Er soll zur Kontrolle in 4 Monaten noch einmal wieder kommen und hat auch eine Überweisung zum Augenarzt bekommen, um eine diabetische Retinopathie auszuschließen.
Termin beim Hausarzt haben wir erst nächste Woche. Mal sehen, wie sein eigentlich behandelnder Arzt sich äußert.
Ansonsten hat sich das mit dem regelmäßigen Messen und auch der Ernährung unterwegs inzwischen recht gut eingespielt.
Nächstes Update nach dem nächsten Termin.
Viele Grüße,
Melanie -
am 22.08.2024 22:21:52 | IP (Hash): 901355093
Melly1878 schrieb:
Termin beim Hausarzt haben wir erst nächste Woche. Mal sehen, wie sein eigentlich behandelnder Arzt sich äußert.
Hallo Melanie und Mann,
das klingt alles schon sehr gut. Schön dass Der Diabetologe euch das auch so bestätigt hat.
Der behandelnde Arzt für deinen Mann bzgl. seinem Diabetes ist übrigens der Diabetologe. Es ist vollkommen klar, dass sein Hausarzt weniger Fachwissen auf diesem Fachgebiet hat. Wenn er also etwas anderes als der Diabetologe zum Diabetes und der Behandlung hat, dann braucht ihr nichts darauf zu geben. Aber höchstwahrscheinlich wird er das nicht tun und die Meinung des Facharztes akzeptieren. Bestimmt wird er deinen Mann ebenfalls für das Erreichte loben.
Über den HbA1c-Wert habt ihr wahrscheinlich nicht die richtige Vorstellung. Es ist der Langzeitwert, der innerhalb der letzten 8 ... 10 Wochen gebildet wird. Eure Bemühungen um möglichst gute BZ-Werte laufen erst seit wenigen Wochen, deshalb konnten sie das HbA1c noch gar nicht erheblich beeinflussen. Deshalb könnt ihr die Senkung von 12,9 auf 11,3% schon als Erfolg verbuchen. )nteressant wird aber erst der Wert nach weiteren 2 ... 3 Monaten.
Alles Gute und weiter so viel Erfolg, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 23.08.2024 09:53:31. Grund: BBCodes -
am 24.08.2024 10:58:14 | IP (Hash): 1443216907
Hallo Rainer,
Danke für deine Nachricht. Uns ist das mit dem HbA1c schon klar. Der erreichte Wert ist für uns auch absolut in Ordnung. Ist im Grunde sogar mehr, als ich in der kurzen Zeit erwartet hätte.
Den Diabetologen haben wir auf eigenen Wunsch aufgesucht und natürlich ist für uns auch maßgeblich, was er verordnet. Über den Hausarzt wiederum läuft das DMP und dieser hat schlussendlich die Diagnose gestellt. Die Aussagen da vor Ort müssen aber nochmal geklärt werden, da wir das so absolut nicht stehen lassen können und wollen. Denn das, was mein Mann jetzt erreicht hat, wurde durch eigene Recherche und entsprechende Konsequenz erlangt, nicht nur durch das Verschreiben von Metformin. Es wurde nunmal sehr schnell abgetan mit ein paar laschen Aussagen trotz expliziter Nachfrage. Ich finde es nach wie vor grob fahrlässig, wenn ein Arzt einen Neu-Diabetiker mit den Werten (Hba1c 12,9 und BZ zwischen 320 und 340) nur sagt, er bräuchte nicht zur Feldsalat-Kolonne wechseln, und es wär alles gut, solange er nicht abends nen Eimer Nutella isst. Das müssen wir klarstellen, damit das auch da in Zukunft anders läuft und man uns ernst nimmt.
Grüße,
Melanie -
am 24.08.2024 20:30:21 | IP (Hash): 283199147
Melly1878 schrieb:
Ich finde es nach wie vor grob fahrlässig, wenn ein Arzt einen Neu-Diabetiker mit den Werten (Hba1c 12,9 und BZ zwischen 320 und 340) nur sagt, er bräuchte nicht zur Feldsalat-Kolonne wechseln, und es wär alles gut, solange er nicht abends nen Eimer Nutella isst. Das müssen wir klarstellen, damit das auch da in Zukunft anders läuft und man uns ernst nimmt.
Nach so einer Sache hätte ich auch kein Vertrauen mehr. Habt ihr die Möglichkeit den HA zu wechseln?
Generell ist die Behandlung nun bei den Spezialisten, der HA ist zwar der DMP Verantwortliche aber die eigentiche Behandlung und Mediaktion übernimmt da eigentlich Der Diabetologe. Sehr unwahrscheinlich das der HA den Diabetologen "überstimmt".
Der HA wird sich um den Rest kümmern - regelmässige Blutkontrollen, euch an den jährlichen Augenarzttermin erinnern, die Füsse untersuchen....und natürlich alle Rezepte und Überweisungen.
Grundsätzlich ist das alles natürlich hilfreich und wichtig - aber um das Problem anzugehen, da ist man ganz schön selber gefordert und muss auf sich selber aufpassen und an seinem eigenen Leben herumoptimieren. Aber das läuft ja bei euch, die ersten Ergebnisse sind super und das wird noch viel besser werden wenn ihr am Ball bleibt.
Ich schreibe übrigens mit Absicht "ihr" weil es so klingt als würdest du voll mitziehen und ihm da helfen.
Ich meine, das ist sehr wichtig und macht es ihm leichter.
Mir hat es sehr geholfen das meine Frau sofort nach der Diagnose alles Süsse , die Cola und den Haushaltszucker genau so verbannt hat wie den Orangensaft. Und dankenswerterweise bei jedem Einkauf und beim Kochen immer auch meinen DM im Hinterkopf behält.
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am 25.08.2024 12:44:16 | IP (Hash): 1443216907
Hallo Gunther
Ich danke dir. Ja- wir ziehen da als Familie an einem Strang. Wenn mein Mann zuhause ist, wird auch nur DM-freundlich gekocht und gegessen. Da müssen dann alle mitziehen, aber das macht die Familie auch gerne. Letztlich schmeckt es ja nach wie vor gut- wir haben nur ein wenig umgestellt und angepasst.
Der Arzt, der diese Aussagen getätigt hat, war nur der mit in der Praxis praktizierende Bruder des HA meine Mannes. Daher wollen wir das nochmal ansprechen. Von HA sind wir an sich anderes gewohnt, werden im Zweifel aber unsere Konsequenzen ziehen, sollte der da auch nicht besser reagieren. Eigentlich hat mein Mann ein sehr gutes Vertrauensverhältnis zu ihm und daher denke ich auch, dass sich das regelt und einspielt.
Wir haben zum Glück einen guten Diabetologen, der sehr gründlich arbeitet (ich kenne ihn über Jahre aus meiner vorherigen beruflichen Tätigkeit) und auch nur verordnet, was wirklich sein muss. Da habe ich vollstes Vertrauen, dass mein Mann da auf jeden Fall sehr gut aufgehoben ist.
Alles weitere wird die Zeit zeigen. Wir fiebern mit Spannung den Werten in 2-3 Monaten entgegen, und hoffen, dass der HbA1c bis dahin eher fällt.
Viele Grüße und einen schönen Sonntag,
Melanie -
am 10.10.2024 21:59:44 | IP (Hash): 1443216907
Hallo
Ich wollte mal ein kurzes Update geben.
Die BZ-Werte meines Mannes haben sich inzwischen gut reguliert. Morgens nüchtern manchmal noch zwischen 110 und 120. Im Tagesverlauf selten über 130. Im Schnitt liegt er aktuell bei 106.
Wir hatten eine Woche mit deutlich erhöhten Werten wegen einer schweren Wurzelentzündung zu kämpfen (in der Spitze bis knapp 190). Nach erneuter Antibiose war das aber wieder ok.
Dementsprechend ist zwischenzeitlich auch der HbA1 gesunken und (Stand Anfang der Woche) runter auf 7,3. Zuletzt war der Wert Mitte August bei 11,3.
Wir und vor allem auch sein Arzt sind sehr zufrieden mit der Entwicklung. Er ist sehr diszipliniert- schafft es auch unterwegs sehr gut sein Essen zu steuern. Von Zeit zu Zeit erlaubt er sich auch mal eine Kleinigkeit. Aber er hat auch damit keinen Wert höher als 130-135. Also alles absolut im Rahmen.
Im Dezember haben wir wieder Termin beim Diabetologen. Im Januar im Rahmen des DMP auch wieder beim Hausarzt. Wir sind guter Dinge, dass die Werte sich weiter stabilisieren.
Daher Euch noch einmal lieben Dank für die Unterstützung und die vielen guten Ratschläge.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 10.10.2024 22:09:27 | IP (Hash): 774137526
Danke für die Info. Ihr seid ein SUPER TEAM! Daumendrück für weiter so tolles Gelingen :)
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Gestartet mit mehr als HbA1c 15,5 in 01.1991, ärztlich eingestellt Basal-Bolus ab 1998 mit Hba1c um 7 und um 140 IE/Tag Insulin. Gegen vielfachen ärztlichen Rat seit 2002 mit wenigen Ausnahmen 7/24 zwischen 60 und 140 mg/dl und HbA1c um 5 mit aktuell um 20 IE/Tag Insulin. - Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :) -
am 11.10.2024 07:55:13 | IP (Hash): 1117170034
Hallo Melly und Mann,
ihr macht das toll - herzlichen Glückwunsch. 😊
Ich komme mal auf die Überschrift zurück: Dadurch, dass ihr euch am Anfang allein gelassen gefühlt habt, habt ihr sehr schnell erkannt, dass ihr euch selbst kümmern müsst. Genau das ist das beste Erfolgsrezept für den Umgang mit dem Diabetes.
Spannend wird sein, wie weit die BZ-Werte mit euern Anstrengungen in den nächsten Quartalen noch nach unten gehen. Wenn das nicht ausreichend geschieht, dann scheut euch nicht, die Unterstützung von Medikamenten dazu zu nehmen. Wenn euer Arzt HbA1c-Werte von 6,5 ... 7,5% ansteuert, dann gebt euch damit nicht zufrieden, sondern versucht, mit eigenen Anstrengungen und eventueller medikamentöser Unterstüzung zumindest auf 6,0 ... 6,5% zu kommen. Aus vielen praktischen Erfahrungen ist bekannt, dass sich bei HbA1c-Werten um 7,0% der Diabetes weiter verschärft, während bei Werten um 6,0% die Chancen auf ein langes gesundes Leben gut sind.
Ich wünsche euch weiter viel Erfolg, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 11.10.2024 16:43:36. Grund: BBCode -
am 01.11.2024 21:28:42 | IP (Hash): 1443216907
Ich danke euch. Wir sind auch echt stolz auf das, was wir bis hierher erreicht haben.
Jetzt, wo die Entzündungen offensichtlich aus dem Körper raus sind, pendelt sich der BZ unter 110 ein. Morgens könnte er nüchtern sicher noch weitere runter. Tagsüber, bei größeren Pausen zwischen den Mahlzeiten geht er auch unter die 100. Inzwischen fällt dann auch ne Fanta oder mal ne Apfelschorle nicht mehr ins Gewicht.
Aktuell nimmt mein Mann weiter nur 1000mg Metformin morgens und abends nach den Mahlzeiten. Damit kommt er soweit auch gut zurecht. BZ ist stabil- das war zu Anfang ja ganz anders. Ich schätze, dass der Diabetes bei ihm auch primär durch die Entzündungen so hochgekocht ist, welche augenscheinlich Schub lange in ihm gewütet haben. Er hat genetisch von seinem Vater die Anlage geerbt (auch in meiner Familie gibt es T2D in mütterlicher Linie- hat da bisher immer eine Generation übersprungen- bei mir wurde bisher zum Glück noch nichts festgestellt- meine Mutter und auch Urgrossmutter haben bzw hatten beide nen T2D).
Wir warten also gespannt auf Dezember, wenn das nächste Labor und Besuch beim Diabetologen anstehen.