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gestörte Glukosetoleranz bei PCOS behandeln

  • Anke

    Rang: Gast
    am 16.05.2008 19:37:58
    Ich habe seit einigen Jahren eine schlecht behandelte Schilddrüsenerkrankung (Hashimoto Thyreoiditis). Im Laufe der Jahre hat sich dazu noch ein PCOS (Polyzystisches Ovariensyndrom) gesellt, das bei mir mit einer gestörten Glukosetoleranz/Insulinresistenz einhergeht,

    Seit November 2006 wird diese mit Metformin behandelt. Das ging anfangs sehr gut. Neben einer Gewichtsabnahme und besseren Blutzuckerwerten hatte das metformin auch positive Effekte auf meine hormonellen Probleme: der Zyklus regulierte sich, die Akne hat sich verbessert und vor allem konnte ich endlich beim Sport Muskeln hinzugewinnen.

    Schon seit ca. 10 Jahren achte ich extrem auf meine Ernährung (nur langsame Kohlenhydrate, wenig Fett, wenig Zucker), treibe je nach Kraft Sport (joggen, radfahren, Badminton...) und nehme trotzdem stetig an Gewicht zu. Ich esse auch eher zu wenig als zu viel.

    Leider hat das Metformin nach ca. einem Jahr bei mir seine Wirkung verloren und ich bin nicht nur wieder am zunehmen, sondern habe auch keine Muskelkraft mehr, der Zyklus ist wieder sehr lang und die Haut sieht schlimm aus.

    Mein Endokrinologe meinte, außer Metformin gibt es nichts für mich, weil ich ja schon das Metformin off-label verschrieben bekam und ich noch keinen manifesten Diabetes habe.

    Ich will aber nicht warten bis der Diabetes da ist, sondern vorher etwas tun. Das stetig steigende Gewicht belastet mich sehr und ich will wieder mehr Energie für Sport haben. Was für andere Mittel gibt es, die ähnlich wie Metformin wirken? Ich will nach Möglichkeit den Diabetes so weit herauszögern wie möglich.

  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 19.05.2008 17:29:35
    Diabetes mellitus ist keine Krankheit, die irgendwann irgendwie ausbricht, sondern ein sich fortschreitend selbst verstärkender und zunehmend komplexer Prozess, der durch immer höhere BZ-Anstiege nach dem Essen insbesondere von Stärke und Zucker und allgemein immer höhere Verläufe gekennzeichnet ist. Mit Überschreiten von 1974 erstmals willkürlich definierten und seitdem kaum modifizierten Schwellen wird dann in einem weit fortgeschrittenen Stadium medizinisch einwandfrei Diabetes diagnostiziert.

    Bei Typ1 läuft der Prozess von ersten BZ-Auffälligkeiten bis zum Überschreiten der Diagnose-Schwellen meistens im zeitlichen Rahmen von wenigen Wochen bis zu vielleicht 2 Jahren, beim Typ2 eher im Rahmen von 20. Und dazwischen gibt es jede Menge verschiedene Entwicklungen, die aber praktisch alle mit ihren gegenüber gesunden deutlich erhöhten BZ-Verlaufen auf Dauer diabetische Schäden anrichten.

    Wer also mit bekommen hat, dass sein BZ zu höheren als gesunden Verläufen neigt, sollte die unbedingt gesund begrenzen, und zwar
    a) mit der Auswahl an Essen! Nicht nur Zucker wird Blutzucker, sondern genau so alle Stärke aus z.B. Brot und allem mit Mehl, Kartoffeln und Reis. Gesund können davon nur solche Mengen sein, mit denen der BZ unter 140/120/100 mg/dl 1/2/3 Stunden nach dem Essen bleibt.
    b) mit Bewegung direkt nach dem Essen. Denn direkt nach dem Essen hat man ohne Medis den höchsten Insulinspiegel, und Bewegung verstärkt die Wirkung des Insulins auf das Doppelte und mehr.
    c) mit Medikamenten und da im Fall der Combo von Hashimoto und PCOS von Anfang an mit Insulin, weil diese beiden weit überwiegend im Verein mit einem direkten Insulinmangel-Diabetes von der Art Typ1 auftreten.
    Zu einem Arzt, der diese Vergemeinschaftung nicht berücksichtigen wollte, hätte ich kein Vertrauen. von Jürgen
  • Anke Lang

    Rang: Gast
    am 04.06.2008 10:41:40
    Vielen Dank für die Antwort, die ich doch ein paar Tage verdauen musste.
    Vor Insulin habe ich doch etwas Angst, erstens wegen des Spritzens und dem damit verbundenen Unverständnis zukünftiger potentieller Partner, Freunde, Arbeitskollegen etc.
    Zweitens, weil ich Angst habe, dass auch das Insulin irgendwann nicht mehr wirkt und ich bin ja noch nicht mal 30 Jahre alt.

    Was ich interessant fand, war die Aussage, dass bei Hashimoto und PCOS vermutlich auch ein Typ I vorliegen könnte.
    Diese Vermutung hatte ich auch schon. Es gibt in unserer Familie mehrere Autoimmunerkrankungen (u.A. Typ I Diabetes) und oft treten sie auch zusammen auf. Mein Arzt meint aber, dass aufgrund meines vorhandenen C-Peptids (einmalig gemessen bei 0.92 innerhalb des Referenzbereiches 0.12-1.19) ein Typ I Diabetes absolut ausgeschlossen ist.
    Ungewöhnliche Zuckerwerte hatte ich aber auch als Jugendliche immer mal bei Standarduntersuchungen, die wurden dann aber immer auf eine schlechte Ernährung geschoben (was nicht der Wahrheit entsprach).

    Wie geht es jetzt also für mich weiter? Vorerst hat mein Endokrinologe die Metformin-Dosis auf 3x 850mg erhöht, was aber nicht mehr Nutzen hat. Im August wird ein neuer oGTT gemacht und danach über die weitere Therapie entschieden.
    Ich möchte unbedingt abnehmen, schaffe es aber mit Ernährung und Sport allein nicht. Was kann ich ergänzend tun?