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  • Joa

    Rang: Gast
    am 07.09.2010 02:59:56
    Moin Jürgen,

    > Anakinra kann(!) eine Möglichkeit sein,
    > das übermäßige Absterben der
    > ß-Zellen bei Typ2 zu einem Teil oder
    > vielleicht auch ganz zu stoppen.

    Nun, es ist ggf. eine Möglichkeit die Mitoserate über die Schwelle der Apotoserate zu bugsieren. Das wird wohl auch vom Restbestand an Betazellen, seiner Vitalität und wer weiß was sonst für Faktoren abhängen.

    Grundvoraussetzung für einen längerfristigen Erfolg ist auch da mit Sicherheit die Basistherapie. Bewegung und Futter.

    > Daraus ergibt sich aber noch keine
    > Antwort auf die Fragen,
    > warum bei gleichem Geschlecht und
    > Alter und gleicher Statur wenigstens
    > die Hälfte der Systeme mit einer
    > gesunden Vermehrung der ß-Zellmasse
    > reagieren, so dass keinerlei auffällige
    > BZ-Muster auftreten?

    Na erst mal, weil es keine Resistenzfaktoren gibt, die die Insulinwirkung einschränken und zu einer Überlastung der Betas führen?

    Ansonsten wie wäre es mit diesbezüglich genetisch oder aus der Entwicklung des Genoms geprägten Faktoren?

    http://www.institut-danone.de/media/
    pdf/tagungsband/schriftenreihe5.pdf
    (Hier besonders ab Seite 15)

    > warum bei den krankhaft reagierenden
    > Systemen neben der verringerten
    > Insulinproduktion auch eine erhöhte
    > interne/endogene Glukose-Ausgabe
    > auftritt?

    Da tust Du unverständlicherweise immer so, als wenn das völlig unerklärbar sei.

    Z.B. freie Fettsäuren reduzieren die Insulinwirkung nicht nur in Muskelzellen, sondern sind auch in Leberzellen und anderswo höchst kontraproduktiv.

    Und weitere Faktoren kommen noch dazu.

    Insulinwirkung ist ein, wenn nicht sogar *der* entscheidende Faktor zur Hemmung der hepatischen Glucoseausschüttung.
    Sind die Insulinrezeptoren der Leberzellen blockiert, gibt es halt Glucose satt.

    > aber aus heutiger Perspektive immer
    > deutlich über der Schwelle der Glukose-
    > Vergiftung der Betas durch den BZ häufig > und lange über 140mg/dl.

    Wie Du sonst immer so richtig hinweisen tust, die "Glucosevergiftung" beginnt schon viel früher. Noch lange bevor die Betas sich mit längeren Wertverläufen oberhalb von 140 mg% outen.

    Weil dann halt auch schon der größte Teil von ihnen den Bach runter ist.

    > sicher, macht Sinn,
    > sich die eigene Gesundheit bis zur
    > Verfügbarkeit der neuen Möglichkeit(en)
    > ganz konventionell mit dem gesund
    > flachen & niedrigen BZ-Verlauf zu
    > erhalten :-)

    Und das halt möglichst schon so frühzeitig, dass ein metabolisches Syndrom erst gar keine Chance hat, so dass die Typ 2 Genese schon frühzeitig unterbunden wird.

    Und klar, auch Typ 2 ist mitnichten ein einheitliches Geschehen. Manche darunter gezählte Diabetesvariante mag sich ggf. so auch nicht verhindern lassen.

    Gruß
    Joa
  • wurstl

    Rang: Gast
    am 07.09.2010 08:04:52
    wer sagt denn das ich Typ 1 bin???? von wurstl
  • Joa

    Rang: Gast
    am 07.09.2010 09:44:55
    Wieso, hat Dir das jemand "unterstellt"?

    Das immunologische Abrauchen der Betas trifft zwar alle Typen, beim 2er ist es aber die direkte Ursache des Versiegens der Insulin(über)produktion.

    Beim Typ 1 ist es eine sekundäre Folge der autoimmun bedingten Betazellzerstörung.

    Gruß
    Joa
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 07.09.2010 11:51:34
    Moin Joa,

    die gesunden Dicken haben laut vielfältiger Literatur wenigstens z.T. die selbe Resistenz wie die diabetischen, nur dass bei den gesunden die Betazellmasse entsprechend der Mehranforderung gewachsen ist, während sie bei den diabetischen schrumpft - in Abhängigkeit wovon, ist nach wie vor in keiner Weise klar. Und auch das würde noch keinen ungesunden BZ-Verlauf erklären. Denn auch mit nur noch 50% der Betas wäre rein mengenmäßig für jeden Betroffenen möglich, 1 Brötchen ohne jede BZ-Auffälligkeit zu verspeisen selbst dann, wenn infolge Resistenz sein Insulinbedarf dem von 2 Brötchen oder 3 oder 4 entsprechen würde.

    Und die gesunden Dicken haben kein auffällig flacheres Bewegungsprofil, als die diabetischen.
    Daraus, dass sich der BZ-Verlauf mit Hilfe von gezieltem Einsatz von Bewegung auch mit erstaunlich wenigen funktionierenden ß-Zellen verbessern bis normalisieren lässt, zu schließen, dass die Fehlfunktion vom Bewegungsmangel käme, ist genauso einfältig wie die Idee, dass Diabetes vom zu vielen Zuckeressen käme.

    Die fettbasiert erklärte Insulinresistenz entspricht auffällig der Steuerung des Organismus bei ketogener Ernährung, bei der der Glukose-Bedarf bis in die Gegend von 40g/Tag reduziert läuft, die Leber und Nieren locker via Glukoneogenese bringen. Dabei soll dann, so kann man sich das erklären, ganz offenbar die Glukose für die Verbraucher reserviert bleiben, die keine Ketone verwerten können. Und keine Theorie erklärt bislang, warum diese Art der Steuerung bei Typ2 mit einem Überangebot an Glukose läuft.

    Gerne stimme ich Dir zu, dass werdende 2er schon dann anfangen sollten, ihren BZ an die gesund kurze Leine zu legen, wenn der gerade die ersten postprandialen Ausflüge in Richtung Nierenschwelle macht. Dann ist die gesunde BZ-Begrenzung nämlich noch mit sehr geringem Aufwand möglich. Und dann ist vielleicht sogar möglich, den weiteren BZ-Anstieg in Richtung Diagnose Diabetes zu stoppen. Aber spätestens, wenn dafür nach intaktem Proinsulin oder 1-Stunde-nach-dem-Essen-Wert über 140 geskännt würde, würde die Erklärungsnot einsetzen, weil die Betroffenen in ihrer weit überwiegenden Mehrzahl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weder mangelbewegt noch gewichtsauffällig wären.

    Nur wird das zu unseren Lebzeiten eher nicht eintreten. Dafür ist das fachoffizielle Geschrei um die bevorstehende de facto Absenkung der Diagnose-Definition von inoffiziell aktuell 7 auf offiziell HBA1c 6,5 viel zu groß, während wovon wir träumen schon im HBA1c-Rahmen unter 5,5 laufen müsste.

    Bisdann, Jürgen
  • wurstl

    Rang: Gast
    am 07.09.2010 17:19:03
    ich hatte jahrelang 5,2...denke da war noch alles in Butter

    aber dann hatee ich 6,2 und 5,7....meineoGTT Werte sind auch nicht toll

    werde wohl bald ernannt! von wurstl
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 07.09.2010 17:32:43
    Und warum willst Du's abwarten und dann immer mehr Pillen schlucken?

    Gesund verläuft der Blutzucker zwischen den Mahlzeiten um 80mg/dl und beschreibt nach den Mahlzeiten kleine Hügel mit bis an 140mg/dl 1 Stund nach dem Essen.

    Ok, Deine defekte Automatik macht das nicht mehr für Dich, aber warum hilfst Du ihr nicht gewissermaßen manuell und gleichst mit der Auswahl Deines Futters und der Größe der Portionen aus, was sie nicht mehr regeln kann? von Jürgen
  • wurstl

    Rang: Gast
    am 07.09.2010 17:54:27
    werde ich versuchen.....wie lange bleibt der BZ ei gesunden nach massig Input eigentlich oben...so 20 minuten ( mit abfallender tendenz ) oder nur 2- 3 Minuten? von wurstl
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 07.09.2010 18:01:32
    Mit www davor hast Du hier mal ein Bild phlaunt.com/diabetes/16422495.php
    Die blaue Linie ist der Durchschnitt der gesunden TeilnehmerInnen in dieser Studie. von Jürgen
  • wurstl

    Rang: Gast
    am 07.09.2010 19:44:30
    und die braune? von wurstl
  • Joa

    Rang: Gast
    am 07.09.2010 21:27:13
    Braun markiert +/- 2SD (=Standard Deviation = Standardabweichung)

    Also den Wertrahmen in dem sich etwa 95% aller gemessenen Werte finden.

    Das ist eine übliche statistische Darstellung, um den Streuungsbereich der Werte darzustellen.
    Innerhalb der einfachen Standardabweichung (1 SD) finden sich in etwa 68% der gemessenen Werte.

    Gruß
    Joa