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Ernährungseinstieg bei "beginnender" Diabetes2

  • Caroline

    Rang: Gast
    am 05.09.2010 21:47:13
    Hallo,
    ich bin neu hier, 42, aus Berlin, und habe kürzlich erfahren, dass meine Zuckerwerte sehr sehr hart an der Grenze zur Diabetes liegen (nüchtern 119 bzw. 6,4, hba1c 7,3). Für mich ist das das Signal, endlich aktiv meine nicht unbeträchtlichen überflüssigen Pfunde anzugehen. Als ich meine Ärztin auf eine Ernährungsumstellung ansprach, meinte sie nur etwas lapidar, ich soll alles weglassen, was schmeckt und wo Zucker oder Fett drin ist. Ein Buch, das ich mir zum Thema gekauft habe, möchte mich auf eine Haferschleim-Möhrenraspel-Diät setzen.

    Ich hätte es gern ein bisschen genauer und bin auf der Suche nach seriöser Literatur und oder Webseiten mit möglichst realisierbaren Ansätzen. Eignet sich das WeightWatchers Programm als Richtlinie? Damit hätte ich zumindest Erfahrungen...

    Vermutlich gibt es hier im Forum bereits ähnliche Beiträge. Wenn ja, entschuldige ich mich vorab für die Wiederholung.

    Herzlichen Dank!
    Caroline
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 06.09.2010 01:48:29
    Hallo Caroline,

    1. Du hast schon lange Diabetes, weil dein HbA1c weit übr 6,5 liegt.

    2. Nicht auf Zucker und Fett musst du achten, sondern auf die Kohlenhydrate: Brötchen, Brot, Kartoffeln, Reis, Nudeln und auch Zucker.

    3. WW ist total ungeeignet als Ernährung für Diabetiker.

    Meine Empfehlung ist eine Ernährung mit low carb, z.B. LCHF oder LOGI. Das verhilft dir sowohl zu einer guten BZ-Führung als auch zur Gewichtsabnahme. Außerdem solltest du zum Diabetologen gehen, damit der deinen Diabetes behandelt.

    Beste Grüße, Rainer
  • RainerNachtrag

    Rang: Gast
    am 06.09.2010 11:02:40
    Die größte Hilfe bei einer Ernährungsumstellung ist der Austausch mit anderen. Dabei kommt es nicht um irgendwelche theoretischen Erörterungen an, sondern um einfache Alltagserfahrungen in der Praxis. Das geht am besten in den Foren, deshalb hier noch die Links:

    - LCHF: www.lchf.de/forum und
    - LOGI: forum.logi-methode.de

    Lies dir einfach mal ein bisschen was durch - vielleicht passt dort was für dich. von RainerNachtrag
  • Sabine

    Rang: Gast
    am 06.09.2010 12:19:11
    Hallo zusammen,

    mir hat die Ernährungsberaterin meiner Krankenkasse ganz hervorragend geholfen. Ich konnte sie immer anrufen, Fragen stellen und sie hat mir wirklich eine Menge erklärt und sich auch Zeit für mich genommen.

    Lieber Gruß
    Sabine
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 06.09.2010 18:47:53
    Moin Caroline,

    gesund wacht der Mensch mit um 80 auf und erreicht etwa 1 Stunde nach dem Essen von viel Kohlenhydraten=Zucker für ein paar Minuten 140. Wenn Du 1 Stunde nach dem Essen misst, wirst Du meistens über 300mg/dl ablesen können. Das ist wenigstens eben 160 zu viel, und dieses Zuviel gilt es zu verringern.

    Das kann man am einfachsten, indem man ne Stunde nach dem Essen misst, und dann schaut, mit wie viel weniger von den Blutzucker-Treibmitteln man z.B. ne Stunde nach dem Essen nur noch auf höchstens 250mg/dl kommt, im nächsten Schritt dann nur noch auf höchstens 200 und schließlich, wie weit runter an höchstens 140 man es schafft.

    Zu WW: Hab mit einigen hochrangigen Vertretern wegen Diabetes diskutiert. Aber sie haben darauf bestanden, dass 1 Topf gekochte Kartoffeln toll satt macht und keine miesen Punkte bringt. Sorry, aber Du wirst ne Stunde nach ner sättigenden Kartoffelportion vielleicht sogar die 400mg/dl-Marke knacken, und so was ist mit absoluter Sicherheit nicht gesund.

    Allerdings kann Dir niemand sagen, wie viel Gramm Kartoffeln Deinen Blutzucker um wie viele mg/dl erhöhen. Das kannst Du nur selbst herausfinden, indem Du eine Portion Deinen Blutzucker misst und eine abgewogene Portion Kartoffeln isst und nach ner Stunde wieder misst. Und dabei kannst Du wahrscheinlich sogar feststellen, dass Du mehr Kartoffeln essen kannst, wenn Du in dieser Stunde nach dem Essen bewegungsintensive Arbeiten machst.

    Kartoffeln sind natürlich nur ein Beispiel. Genauso treibt auch Brot und alles aus Mehl und Reis den Blutzucker an. Und auch da kann nur jeder selbst messen, welche Mengen jeweils zu seinem Blutzucker passen.

    Bisdann, Jürgen
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 07.09.2010 00:11:13
    Huhu,

    mit LOGI fährst Du wahrscheinlich wirklich am besten.
    Fett und Eiweiß brauchen weniger (Eigen-)Insulin und lassen die postprandialen Werte nicht so ansteigen. Außerdem wurde berichtet, dass auch Blutfette sich mit LOGI verbessern - ich denke ausprobieren ist da am besten.
    Ich esse auch als T1er meist low carb, bzw. mit niedrigem GI um meine pp-Werte im Zielbereich zu halten.

    LG und viel Erfolg, achja und willkommen im Club,
    Daniela
  • xyz

    Rang: Gast
    am 08.09.2010 07:58:36
    Gesunde Ernährung und viel Bewegung(Sport) helfen mehr und nachhaltiger als jede Diät!
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 08.09.2010 10:46:27
    Volle Zustimmung - nur was ist für dich "gesunde Ernährung"?

    LCHF und LOGI sind keine Diäten, es sind gesunde Ernährungen. Und wegen der Beschränkung der KH sind das gesunde Ernährungsformen, die bei Diabetes und zur Vorbeugung besonders gut geeignet sind. von Rainer
  • Robert B.

    Rang: Gast
    am 08.09.2010 11:06:40
    Ich habe neulich bei einem Blick in eine Frauenzeitschrift festgestellt, dass ich offenbar schon mein ganzes Leben Diät mache. Die Rezepte dort ähnelten doch sehr stark meiner täglichen Ernährungsweise. Und viel Sport treibe ich auch. Ich habe allerdings auch kein DM2.

    Gruß, Robert von Robert B.
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 08.09.2010 12:23:31
    Moin Robert,

    was selten beachtet wird: Typ2 ist gekennzeichnet durch eine stark erhöhte interne Glukose-Ausgabe, und zwar nicht nur aus dem Glykogenspeicher der Leber, sondern vor allem auch durch die Neuproduktion via Glukoneogense in Leber und Nieren. Der braucht tatsächlich für seine gesunde Ernährung nach DGE und DDG nur sehr viel weniger Stärke zu essen.

    Bisdann, Jürgen